Corona und der Immobilienmarkt – die aktuelle Lage

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie wirken sich auf viele Bereiche aus. Wirtschaft, Industrie und Handel sind stark betroffen von den eingeführten Maßnahmen zur Eindämmung und vom hohen Krankenstand in vielen Berufszweigen. Was bedeutet das für den Immobilienmarkt? Welche Bundesländer stärker von der Krise betroffen sind und wo es auch jetzt noch unproblematisch ist, Immobilien zu kaufen oder zu verkaufen, zeigt dieser Beitrag.

Bisher bleibt der „große Crash“ aus

Die aktuelle Lage auf dem Immobilienmarkt ist nicht nur für Besitzer interessant. Auch Mieter, die sich derzeit mit dem Kauf einer Wohnung oder eines Hauses beschäftigen, sollten die Preisentwicklungen im Auge behalten. So zeigt sich schnell, wann die beste Zeit für eine Investition ist. Der Weg zum Eigenheim ist zudem ein langer, viele Schritte sind nötig, um eine Immobilie zu finanzieren. Umso essentieller ist es, wichtige Daten und Fakten zu verstehen. Zunächst einmal ist hier eines zu sagen: Bislang gibt es keinen starken Einbruch bei den Immobilienpreisen. Obwohl die Corona-Pandemie Einbußen in vielen Bereichen gefordert hat und immer noch fordert, bleibt der Immobilienmarkt davon bisher verschont. Sowohl die Preisdaten aus dem ersten Quartal 2020 als auch die aktuellen Daten aus April zeigen, dass es keine erheblichen Auswirkungen durch die Corona-Maßnahmen der Bundesländer gibt.

Übrigens: Auch das Mietpreisniveau in den einzelnen Bundesländern und Großstädten hat sich nicht stark verändert.

Die Situation in Hannover unterscheidet sich kaum von der im Rest der Bundesrepublik. Das Preisniveau bleibt derzeit stabil. (Bild: Pixabay.com © falco)

Die Situation in den verschiedenen Bundesländern

Das Preisniveau in den einzelnen Bundesländern ist nach wie vor sehr unterschiedlich. Daran hat auch die Corona-Pandemie nicht viel verändert. So gehören München, Hamburg und Berlin zu den im deutschen Vergleich teuersten Städten. Das spiegelt sich sowohl in Kaufpreisen als auch in Mietpreisen wider.

Schaut man sich die Preise die Preise und Preisentwicklungen in München an, sind die Entwicklungen relativ normal. Preissteigerungen von Mieten sind beispielsweise keine Seltenheit. Allerdings könnte das sich zumindest in Zukunft aufgrund der Corona-Krise ändern. Generell ist die Situation in Bayern nicht zu unterschätzen. Laut dem Bayrischen Rundfunk laufen 79 von 96 Landkreisen und kreisfreien Städten Gefahr, dass eine mögliche Immobilienblase platzt.

In Niedersachsen hingegen gibt es nach wie vor ein verhältnismäßig niedriges Preisniveau. So kostet eine Immobilie rund 3.500 Euro pro Quadratmeter. Der Immobilienpreisspiegel für Hannover zeigt außerdem, dass Wohnraum in Hannover insgesamt teurer ist als im niedersächsischen Vergleich.

Immobilienbesitzer aus Niedersachsen und Hannover kennen diese Entwicklungen bereits, sind sie doch erwartbar und typisch. Der Immobilienexperte Henri Ehmke von City-Immobilienmakler.de sagt dazu:

„Die aktuelle Corona-Pandemie sollte Immobilienbesitzer nicht von einem Verkauf abhalten.“

Generell hängt der Verkaufspreis der Immobilie vom jeweiligen Bundesland, der Lage und dem Alter des Hauses ab.

Keine Besichtigungen und kaum Neuinserate

Die Maßnahmen, die seit März von der Bundesregierung und den Ländern ergriffen wurden, bedeuteten weitreichende Einschnitte in das Leben der Menschen. Viele Bürgerinnen und Bürger konnten ihrer Arbeit nicht nachgehen und haben sich größtenteils zu Hause aufgehalten. Aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen gab es in dieser Zeit kaum Möglichkeiten, Wohnungsbesichtigungen vor Ort durchzuführen. Im Umkehrschluss bedeutete dies, dass es insgesamt weniger Neuinserate gab. Wer seine Immobilie nicht verkaufen musste, tat es im März und April auch nicht. So gab es rund 25 Prozent weniger Immobilienangebote auf dem Markt.

Mittlerweile lassen die Corona-Maßnahmen der Länder wieder Besichtigungen zu. Für Interessenten, Bewohner und Makler ist hier entscheidend, eine Maske zu tragen und stets 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen einzuhalten. Zudem ist es ratsam, die Anzahl der gleichzeitig eintreffenden Interessenten zu begrenzen.

So ist es möglich, sichere Besichtigungen durchzuführen und Käufer für Immobilien zu finden. Für Interessenten gilt: Es ist sinnvoll, sich bereits im Vorfeld telefonisch über nötige Sicherheitsmaßnahmen zu informieren. Wichtige Fragen lassen sich ebenfalls am Telefon klären. So können unnötige Besichtigungen von Wohnungen und Häusern gezielt vermieden werden. Wer dann alle benötigten Unterlagen bereits zum Besichtigungstermin mitbringt und sie in einer Mappe dem Makler oder Besitzer überreichen kann, kann sich schon bald Besitzer einer Immobilie nennen.

Immobilien sind immer eine gute Wertanlage

Eines hat sich trotz der Corona-Pandemie nicht verändert. Immobilien gelten seit jeher als gute Wertanlage für die Zukunft. Aus diesem Grund ist es auch in der aktuellen Corona-Krise keine allzu schlechte Idee, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen. Immobilien sind insgesamt wertstabil und allein deshalb lohnt es sich momentan, den andauernden Trend auszunutzen und in eine Immobilie zu investieren. Gerade für Interessenten ist es unerlässlich, sich über die Entwicklungen zu informieren. Denn wenn die Preise kurzfristig sinken, kann genau dann der richtige Moment für eine Investition gekommen sein. Außerdem zeigt sich aktuell: Neuere Inserate sind tendenziell teurer als ältere Inserate. Hier ist es ratsam, nicht nur nach aktuellsten Angeboten zu schauen, sondern mit den gewünschten Kriterien auch Wohnungen und Häuser im Blick zu behalten, die bereits länger auf dem Markt sind. So lässt sich, nicht nur dank Corona, ein günstiger Preis erzielen.

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Die Nachfrage nach Wohnungen mit Arbeitszimmer könnte, dank vermehrtem Home-Office, in Zukunft rapide ansteigen. Hierauf muss sich der Immobilienmarkt vorbereiten. (Bild: Pixabay.com ©Free-Photos)

Ausblick: Was passiert in den nächsten Wochen und Monaten?

Wenngleich sich derzeit kein großer Einbruch abzeichnet, ist es für ein endgültiges Fazit zur Immobilienpreisentwicklung noch zu früh. Viele Forscher und Experten sind der Meinung, dass das Land sich noch in einer Schockstarre befindet und sich deshalb noch keine erheblichen Änderungen am Markt ergeben haben. In den kommenden Monaten können sich, auf Basis verschiedener Faktoren, die Immobilienpreise stark verändern. Zu diesen Faktoren gehören:

• niedrige Gehälter in verschiedenen Branchen
• schlechte Auftragslage für Industrie und Wirtschaft
• höhere Arbeitslosenquoten
• Zurückhaltung in Sachen Konsum

Der Arbeitsmarkt verändert sich derzeit. Minijobs werden unattraktiver, verschiedene Berufszweige führen Home-Office ein und andere Branchen verändern ihre Konzepte, um sich an die „neue Normalität“ anzupassen. Auch das beeinflusst den Wohnungsmarkt erheblich. So könnte die Nachfrage nach größeren Immobilien steigen, weil immer mehr Menschen ein Arbeitszimmer benötigen. Eine zweite Welle, wie viele Virologen und Epidemiologen sie vermuten, wird sich zudem auf die Preisentwicklungen auswirken. Umso wichtiger ist es, die Augen offen zu halten und sich weiterhin regelmäßig über die Immobilienbranche zu informieren.


Alexander Senger ist Geschäftsführer und verantwortet die Online-Marketing von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 2008 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale.