# Bereitstellungszinsen

Lexikon · Aktualisiert: 16. September 2026

**Kurz & knapp:** Bereitstellungszinsen sind eine Gebühr, die die Bank dir für den **noch nicht abgerufenen Teil** deines Darlehens berechnet — typischerweise **0,20 bis 0,25 % pro Monat**. Sie greifen meist ab dem 6. bis 12. Monat nach Zusage und sind besonders bei Neubauten relevant, weil dort in Tranchen ausgezahlt wird.

## Was sind Bereitstellungszinsen?

Wenn die Bank dir 400.000 € für deinen Neubau zusagt, du aber wegen des Baufortschritts erst 150.000 € abgerufen hast, dann ruhen die restlichen 250.000 € — die Bank hält das Geld für dich bereit. Genau dafür berechnet sie dir die **Bereitstellungszinsen**. Sie sind also keine Strafe, sondern ein Entgelt dafür, dass die Bank das Geld nicht anderweitig verleihen kann.

Die Höhe ist marktüblich standardisiert: **0,25 % pro Monat** auf den noch nicht abgerufenen Betrag — was 3,0 % pro Jahr entspricht. Manche Banken liegen mit 0,20 %/Monat (= 2,4 % p.a.) etwas darunter. Die genauen Konditionen findest du in deinem Darlehensvertrag und im Europäischen Standardisierten Merkblatt (ESIS).

## Ab wann greifen Bereitstellungszinsen?

Hierbei lohnt sich genaues Hinsehen. Banken gewähren dir eine sogenannte **bereitstellungszinsfreie Zeit**, in der noch keine Gebühren anfallen. Diese Frist variiert deutlich:

| Bank-Typ | Bereitstellungszinsfreie Zeit | Danach typisch |
| --- | --- | --- |
| Standard-Angebot | 3 bis 6 Monate | 0,25 % / Monat |
| Verhandelt / guter Bonität | 6 bis 12 Monate | 0,25 % / Monat |
| Neubau-Spezialist | 12 bis 24 Monate | 0,20 % / Monat |

Daher gilt: Wer einen Neubau plant, sollte die bereitstellungszinsfreie Zeit aktiv verhandeln. Bei einem Bauvorhaben, das 18 Monate dauert, kann der Unterschied zwischen 6 und 12 Monaten freier Zeit schnell vierstellig werden.

## Rechenbeispiel: Was kostet das konkret?

Stell dir vor, du baust ein Haus und hast ein Darlehen über **400.000 €**. Nach 12 Monaten bereitstellungszinsfreier Zeit sind erst 200.000 € abgerufen — die restlichen 200.000 € liegen auf der Bank.

| Position | Wert |
| --- | --- |
| Nicht abgerufenes Darlehen | 200.000 € |
| Bereitstellungszins pro Monat | 0,25 % |
| **Kosten pro Monat** | **500 €** |
| Über 6 weitere Monate | 3.000 € |

500 € pro Monat — und das parallel zur regulären Tilgung deiner bereits abgerufenen Tranche. Das tut weh, vor allem in der ohnehin kostenintensiven Bauphase.

## Verhandlungstipps für Bereitstellungszinsen

Hier kannst du aktiv sparen. Bereitstellungszinsen sind **verhandelbar** — anders als der [Sollzins](https://www.capitalo.de/lexikon/sollzins), bei dem die Bank fest bei ihrer Marge bleibt.

**Drei konkrete Hebel:**  
• **Bereitstellungszinsfreie Zeit verlängern:** Statt 6 Monate frei → 12 Monate frei verhandeln. Bei realistischer Bauzeit das wichtigste Argument.  
• **Höheren Sollzins akzeptieren:** Manche Banken bieten +0,05 PP Sollzins gegen 12 Monate freie Zeit — bei langen Bauzeiten oft günstiger.  
• **Mehrere Angebote einholen:** Banken sind flexibel, sobald sie sehen, dass du andere Angebote auf dem Tisch hast.

Konkret hilft dir hier ein [unabhängiger Baufinanzierungs-Vergleich](https://www.capitalo.de/baufinanzierung), um die Bandbreite der Konditionen zu sehen. Bei einer späteren [Anschlussfinanzierung](https://www.capitalo.de/baufinanzierung/anschlussfinanzierung) spielt das Thema in der Regel keine Rolle mehr, weil dort die Auszahlung in einem Schritt erfolgt. Auch die [aktuelle Zinslage](https://www.capitalo.de/baufinanzierung/zinsen) beeinflusst, wie offensiv Banken bei Bereitstellungszinsen verhandeln.

**Hinweis:** Diese Erklärung ersetzt keine individuelle Finanzierungsberatung. Die genauen Konditionen unterscheiden sich je nach Bank, Bonität und Bauvorhaben. Stand: Mai 2026.

## Synonyme

- Bereitstellungszins
- Bereitstellungsentgelt

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