Ihr Geld im Juli 2020

Hier bringen wir aktuelle Meldungen aus Deutschland zu den Themen persönliche Finanzen, Sparen, Geldanlage, Versicherung und Steuern.

Sinkende Mehrwertsteuer zum 01.07.2020 – was günstiger wird

Die Bundesregierung will den Konsum ankurbeln. Deshalb ist die Mehrwertsteuer seit 01.07.2020 für ein halbes Jahr gesunken. Statt 19 gelten nun 16 Prozent, der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent, etwa auf Lebensmittel, beträgt 5 Prozent. Damit wird (theoretisch) jeder Einkauf im Supermarkt preiswerter, aber auch für größere Anschaffungen, wie z. B. Autos oder Möbel, könnte ein günstiger Zeitpunkt sein – sofern die Unternehmen die Preise auch in dem Umfang senken.

Handyverträge zum Teil günstiger: So teilten z. B. Telefónica, Vodafone, Unisono und Freenet im Vorfeld mit, dass ihre Tarife günstiger werden. Auch die Telekom gab bekannt, dass es eine Preisanpassung geben soll. Nicht immer wird die niedrigere Mehrwertsteuer eins zu seins weitergeben, die Preissenkung hängt oft vom Tariftyp oder von der jeweiligen Marke des Unternehmens ab.

Beim Gas sparen: Beim Erdgas werden Sie die Steuererleichterung nicht gleich spüren, da sich die Abschlagszahlungen nicht automatisch verringern. Möglicherweise erhalten Sie mit der jährlichen Abrechnung, wenn auch die Mehrwertsteuer ausgewiesen wird, eine Gutschrift. Grundsätzlich neigen die großen Versorger ja dazu, Bestandskunden sinkende Gaspreise am Weltmarkt nur mit einer längeren Verzögerung weiterzugeben. Anders ist das bei Neukunden, um die sie mit den Wettbewerben konkurrieren. (Ein Effekt, der sich momentan womöglich verstärkt.) Das Ergebnis: Die Neukunden-Tarife sind oft deutlich günstiger. Es könnte also ein guter Zeitpunkt zu sein, den Anbieter zu wechseln.

Niedrigere Mehrwertsteuer bei höherem Stromverbrauch: Auch beim Strom sollte sich die niedrigere Mehrwertsteuer in der Jahresabrechnung niederschlagen. Durch Homeoffice und Kinder zuhause dürften die Stromkosten bei den meisten ohnehin gestiegen sein. Ob Sie am Ende mehr oder weniger zahlen, wird sich zeigen. Auch hier lohnt es sich, die Anbieter zu vergleichen und eventuell zu wechseln. Denn es gibt beträchtliche Preisunterschiede.

Wichtig zu wissen: Die Mehrwertsteuer-Umstellung für 6 Monate kostet die Unternehmen auch Geld. So gesehen ist es verständlich, wenn die Senkungen nicht ein zu eins weitergegeben werden. Statt sich also zu ärgern, wenn Sie nicht in vollem Umfang profitieren: Freuen Sie sich über die Prozent, die Sie sparen.

Die Rente steigt ab 01.07.2020: im Westen 3,45 % und im Osten 4,2 %

Gute Nachrichten für alle Rentnerinnen und Rentner. Zum 1.7.2020 können Sie sich erneut über eine spürbare Erhöhung ihrer Bezüge freuen. In Westdeutschland steigen die Renten um 3,45 %, in Ostdeutschland um 4,20 %. Der aktuelle Rentenwert Ost steigt damit auf 97,2 % des aktuellen Rentenwerts West (bisher: 96,5 %). Das Rentenniveau beträgt 48,21 %.

Der Corona-Kindergeldbonus von 300 Euro ist beschlossen!

Der Bundestag hat große Teile des Konjunkturpakets beschlossen. Darunter auch einen Kindergeldbonus von 300 Euro, und zwar für jedes kindergeldberechtigte Kind. Die ersten 200 Euro erhalten Eltern im September, es gibt sie zusätzlich zum Kindergeld. Die restlichen 100 Euro werden im Oktober mit überwiesen. Der Kinderbonus wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet, bei Besserverdienern aber mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag verrechnet. Dadurch profitieren Familien mit weniger Geld besonders.

Ausnahmsweise steuerlich absetzbar: das Homeoffice

Viele Arbeitnehmer sind im März in ein neues Büro gezogen: ins Homeoffice, das plötzlich an Bedeutung gewonnen hat. Und auch wenn die meisten allmählich wieder in die Firma zurückkehren: Das Büro daheim wird auch Zukunft eine große Rolle spielen. Das hat Vorteile, so erspart man sich z. B. die lästige Fahrt ins Büro, aber auch Nachteile, wie etwa zusätzliche Kosten. Glücklicherweise können Sie diese Kosten in der nächsten Steuerklärung berücksichtigen.
Eigentlich sind Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nicht steuerlich absetzbar, doch Corona-bedingt eben schon. Bis zu 1.250 Euro im Jahr können Sie als Arbeitnehmer steuerlich geltend machen. Als Selbstständiger, der hauptsächlich daheim arbeitet, sind Ihre Ausgaben für das Homeoffice sogar unbeschränkt abzugsfähig.

Das können Sie absetzen:

  • Was zur Ausstattung Ihres Arbeitsplatzes gehört, wie etwa Schreibtisch, Stuhl oder Tischlampe, können Sie in voller Höhe absetzen.
  • Müssen Sie Ihr Büro daheim erst renovieren, dürfen Sie die Kosten komplett geltend machen (inkl. Aufwendungen für Teppiche, Gardinen oder Tapeten).
  • Wohnungsmiete und Nebenkosten wie Strom oder Heizung beziehen sich auf die gesamte Wohnung. Daher müssen Sie den anteiligen Betrag für das Arbeitszimmer berechnen. Beispiel Miete: Nimmt Ihr Büro daheim 15 Prozent der Wohnfläche ein, können Sie mit einer Erstattung von 15 Prozent rechnen.
  • Auch sonstige Kosten für Telefon, Internet und Büroartikel können Sie in der Steuererklärung angeben. Am einfachsten ist es, die Aufwendungen z. B. pauschal mit 20 Prozent zu veranschlagen, dabei sind maximal 20 Euro pro Monat möglich. Sie können Ihre Ausgaben auch in Form von Einzelnachweisen einreichen. In diesem Fall gibt es keinen Höchstwert, allerdings müssen Sie den abziehbaren Prozentwert selbst ermitteln.

Ab wann gilt ein Wohnbereich als Arbeitszimmer? Die Kosten für eine Arbeitsecke dürfen leider nicht berücksichtigt werden. Das gleiche gilt für Räume, die hauptsächlich dem privaten Gebrauch dienen. Im Arbeitszimmer dürfen weder Couch noch Fernseher stehen. Wenn Sie z. B. ein Gästezimmer als Büro nutzen, können Sie die Gegenstände, die nichts mit der Arbeit zu tun haben, entfernen. Am besten, Sie dokumentieren Ihren neuen Arbeitsplatz anhand von Fotos, falls das Finanzamt einen Nachweis braucht.

Zuschüsse für Immobilieneigner – bei der KfW und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

Immobilieneigner erhalten diverse Zuschüsse – bei der KfW und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Für energetisches Sanieren gibt es sogar zusätzliche Mittel – ein Überblick:

Baukindergeld: Das Baukindergeld wurde 2018 eingeführt und soll junge Familien unterstützen. Voraussetzung: Sie haben mindestens ein Kind, schaffen sich erstmals eine Immobilie an und wohnen selbst darin. Pro Kind erhalten Sie jährlich 1.200 Euro, und zwar zehn Jahre lang. Allerdings darf das zu versteuernde jährliche Haushaltseinkommen bei einem Kind bei maximal 90.000 Euro liegen. Bei jedem weiteren Kind unter 18 Jahren erhöht sich die Grenze um jeweils 15.000 Euro. Auf der Internetseite der Förderbank KfW können Sie das Geld im Zuschussportal beantragen – spätestens sechs Monate nach dem Einzug. Dort erfahren Sie auch mehr über die einzuhaltenden Fristen.

Wohneigentum: Die KfW fördert generell den Kauf von Wohneigentum mit zinsvergünstigten Darlehen. Egal, ob die Immobilie alt oder neu, renovierungsbedürftig oder einzugsfertig ist. Auch gibt es keine Einkommensgrenzen. Sie erhalten das Darlehen grundsätzlich über eine Bank. Ein weiterer Vorteil: Oft wird die Gesamtfinanzierung günstiger, wenn ein KfW-Darlehen eingebunden wird.

Energieeffizienz: Der Staat hat auch die Förderungen für KfW-Effizienzhäuser deutlich aufgestockt. Der Energieverbrauch liegt bei diesen Häusern unter der zulässigen Grenze für Neubauten. Die maximale Höhe der Förderdarlehen wurde auf 120.000 Euro angehoben. Tilgungszuschüsse werden bis zu 30.000 Euro gewährt. Es gilt das Prinzip: Je energieeffizienter das Haus, desto höher die Förderung.
Es werden aber auch Eigner unterstützt, die eine ältere Immobilie energetisch sanieren wollen. Die Förderprogramme sind für Wohngebäude gedacht, deren Bauantrag oder Bauanzeige vor dem 1. Februar 2002 gestellt wurden.

Heizung tauschen
Alte Ölheizungen stoßen jede Menge Kohlendioxid aus. Die Bundesregierung will das ändern. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) fördert deshalb Einzelmaßnahmen bei Heizungen. Beim Förderprogramm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ zahlt das Bafa 20 bis 45 Prozent der Kosten für eine neue Heizung. Auf bafa.de finden Sie Listen mit den Modellen, die gefördert werden.

Steuern sparen: Sie möchten Ihre alte Heizung gegen eine neue tauschen? Als Alternative zum Bafa-Programm können Sie auch von einer steuerlichen Förderung profitieren. Der Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Dächern und Außenwänden werden ebenfalls bis Ende 2029 gefördert. 20 Prozent der Ausgaben können über drei Jahre verteilt steuerlich abgezogen werden, höchstens 40.000 Euro. Mehr dazu auf bundesfinanzministerium.de.

Altersgerecht umbauen: Die Fördermittel für altersgerechtes Wohnen wurden in diesem Jahr ebenfalls erhöht. Wer Schwellen entfernen möchte oder Wände und Durchgänge versetzen will, kann die entsprechenden Programme nutzen. Einen Antrag für Mittel im KfW-Zuschussportal müssen Sie stellen, bevor mit den Arbeiten begonnen oder der Kaufvertrag abgeschlossen wird. Informieren Sie sich ausreichend, welche Bedingungen Sie einhalten müssen, um die Zuschüsse auch tatsächlich zu erhalten.

Schutz vor Einbrechern: Auch ein Plus an Sicherheit wird gefördert, z. B. wenn Sie sich einbruchhemmende Türen einbauen lassen. Wichtig: Die Arbeiten muss ein Fachunternehmen durchführen und Sie müssen den Antrag stellen, bevor mit den Arbeiten begonnen wird.

Energieberatung: Energieberater ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Das erschwert die Suche nach Experten. Qualifizierte Fachleute finden Sie unter energie-effizienz-experten.de. Wer über eine KfW-Maßnahme nachdenkt, muss sich an einen KfW-Sachverständigen wenden.

Das Kurzarbeitergeld und Ihre Steuer

Die Höhe des Kurzarbeitergeldes richtet sich danach, wie hoch der finanzielle Verlust nach der Zahlung von Steuern für Sie ist. Grundsätzlich werden 60 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts bezahlt. Lebt mindestens ein Kind mit im Haushalt, beträgt das Kurzarbeitergeld 67 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts.

Das Kurzarbeitergeld selbst bleibt steuerfrei, aber es gilt der sog. Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, am Ende des Jahres wird das Kurzarbeitergeld zum übrigen Einkommen addiert und für die Berechnung des Steuersatzes herangezogen. Das Kurzarbeitergeld erhöht also den Steuersatz, der auf das nicht steuerfreie Einkommen anfällt. Die Folge: Es kann unter Umständen eine Steuernachzahlung anfallen. Legen Sie also – wenn möglich – etwas Geld beiseite. Übrigens: Einnahmen aus einem Minijob müssen Sie in der Steuererklärung nicht angeben.

Wenn Sie nach Beginn der Kurzarbeit eine Nebentätigkeit aufnehmen, wird diese gewöhnlich auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Diese Regelung wurde im Zuge der Corona-Krise allerdings gelockert. Kurarbeiter können ab 1. April in sog. systemrelevanten Bereichen, z. B. in der Lebensmittelversorgung oder im medizinischen Bereich, bis zur Höhe des vorherigen Einkommens hinzuverdienen, ohne dass dies beim Kurzarbeitergeld angerechnet wird.

Was bringt sie? Die Corona-Warn-App

In die Corona-Warn-App wird viel Hoffnung gesteckt. Sie soll helfen, das Corona-Virus in Schach zu halten. Momentan geschieht das durch Abstands- und Hygieneregeln und die Kontaktnachverfolgung durch die örtlichen Behörden. Deshalb müssen Sie bei einem Restaurantbesuch auch Ihren Namen und Ihre Telefonnummer angeben. Sollte sich ein Infizierter zur gleichen Zeit wie Sie im Restaurant aufgehalten haben, werden Sie von den Behörden informiert. Das Problem: Die Kontaktnachverfolgung, bei der Mitarbeiter der Gesundheitsämter Listen abtelefonieren, ist langsam. Der Grund: Etwa die Hälfte der Ansteckungen findet statt, bevor ein Infizierter überhaupt Symptome entwickelt. Die Gesundheitsämter erfahren davon erst nach einem positiven Test und beginnen dann damit, Kontaktpersonen zu ermitteln.

Die Corona-Warn-App kann diesen Prozess deutlich beschleunigen. Denn ein Infizierter mit App kann andere Personen mit App, mit denen er sich eine gewisse Zeit in einem Raum aufgehalten hat und denen er nahegekommen ist – z. B. im Restaurant oder in der U-Bahn –, mittels App warnen. Das geschieht völlig anonym. Denn die App generiert dazu von jedem Nutzer permanent „Schlüssel“, die miteinander abgeglichen werden. Damit hat man eine Lösung gefunden, mit der auch die Datenschützer zufrieden sind. Mehr zur Funktionsweise der App unter:
https://www.sueddeutsche.de/digital/corona-app-tracing-app-1.4939592

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Seit über 15 Jahren arbeite ich als Texter und bin sehr erfahren in Finanzthemen, vor allem was Geldanlagen und Versicherungen betrifft. In meiner langjährigen Laufbahn habe ich diverse Banken und Versicherer redaktionell betreut.