Ihr Geld im Dezember 2020

Hier bringen wir aktuelle Meldungen zu den Themen persönliche Finanzen, Sparen, Geldanlage, Versicherung und Steuern.

ℹ️ Endlich: Novemberhilfe für Unternehmen kann beantragt werden

Schon mit dem Beschluss zum „Lockdown-Light“ wurde betroffenen Unternehmen, wie z. B. Gastronomiebetrieben, Hotels, Massagestudios, Kinos, Fitnessstudios finanzielle Unterstützung zugesagt. Kleinere Firmen sollen bis zu 75% des Umsatzes vom November 2019 bekommen, größere bis zu 70%.

Es dauerte allerdings, bis die Hilfe tatsächlich beantragt werden konnte. Seit 25. November 2020 ist das möglich. Dazu heißt es vom Bundeswirtschaftsministerium: „Die Bundesregierung erweitert die Hilfsangebote für Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die von den am 28. Oktober 2020 beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie besonders betroffen sind. Die außerordentliche Wirtschaftshilfe für den Monat November (Novemberhilfe) bietet weitere zentrale Unterstützung in Form einer anteiligen Umsatzerstattung. Anträge können ab sofort gestellt werden.“ Damit die Betroffenen möglichst schnell das nötige Geld erhalten, soll es zunächst Abschlagszahlungen geben. Für Solo-Selbständige sind bis zu 5.000 Euro vorgesehen, Unternehmen erhalten bis zu 10.000 Euro. Mehr dazu erfahren Sie hier.

🚸Gute Nachrichten für Eltern: Kindergeld steigt um 15 Euro

Das Kindergeld pro Kind wird ab 1. Januar 2021 um 15 Euro pro Monat erhöht. Für das erste und zweite Kind beträgt es damit jeweils 219 Euro, für das dritte Kind 225 Euro, für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 250 Euro pro Monat. Der steuerliche Kinderfreibetrag steigt von 5.172 Euro um 288 Euro auf 5.460 Euro. Auch der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf eines Kindes wird um 288 Euro auf 2.928 Euro erhöht. Ebenfalls angehoben wird der Grundfreibetrag. Er stellt sicher: Bis zum Existenzminimum bleiben Einkünfte steuerfrei. 2021 steigt der Betrag auf 9.744 Euro, 2022 weiter auf 9.984 Euro.

🧾 Steuern sparen zum Jahresende

Der letzte Monat des Jahres hat begonnen. Ein guter Zeitpunkt, sich Gedanken zu machen, wie Sie die Steuerlast für 2020 möglichst geringhalten.

3 % Mehrwertsteuer sparen – nur noch bis 31.12.2020

Die Mehrwertsteuersenkung von 19 % auf 16 % war von Anfang an nur auf sechs Monate befristet. Die sind nun bald um. Deshalb: Überlegen Sie sich gut, ob in nächster Zeit vielleicht nicht doch noch eine größere Anschaffung ansteht. Das können neue Möbel sein, kostenintensive Haushaltsgeräte wie eine Waschmaschine oder ein Kühlschrank, aber auch ein neuer Flachbildfernseher oder ein Computer. Gerade bei hohen Ausgaben machen sich die drei Prozent durchaus bemerkbar. Freilich sollte man nicht blindlings drauflos kaufen und sich die Preise immer genau anschauen. Zumal es Branchen gibt, die ihre Preispolitik darauf aufbauen, potenzielle Kunden mit einem schwer zu durchschaubaren Geflecht aus Mondpreisen und Rabatten einzufangen.

Haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen

Heben Sie die Belege für haushaltsnahe Dienstleistungen im Jahr 2020 auf! Denn diese Leistungen sind zum Teil steuerlich absetzbar. Das können z. B. sein: die Reinigung der Wohnung oder des Treppenhauses, Handwerkerleistungen, Gartenarbeiten, Winterdienst, eine Putz- oder Haushaltshilfe, Pflege oder Kinderbetreuung. Da nur die Lohnkosten begünstigt werden, sind bei Handwerkerleistungen die Materialkosten nicht absetzbar. Darüber hinaus gelten gewisse Höchstbeträge. Beachten Sie auch, dass die Rechnungen per Überweisung und nicht in bar beglichen wurden.

Die genannten Steuerermäßigungen können Sie übrigens auch als Mieter geltend machen. Für das Finanzamt benötigen Sie dafür eine Bescheinigung vom Vermieter mit den erforderlichen Angaben. Die „normale“ Betriebskostenabrechnung reicht in der Regel nicht aus.

Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen anführen

Liegen die Krankheitskosten über der zumutbaren Eigenbelastung, können sie in der Einkommenssteuer geltend gemacht werden. Was zumutbar gilt, ist allerdings individuell unterschiedlich und hängt z. B. vom Familienstand und Ihren Einkünften ab. Wenn Sie zum Jahresende knapp unter dieser Grenze liegen, lohnt es sich evtl., die neue Brille oder das neue Zahnimplantat noch in diesem Jahr anzuschaffen.

Werbungskosten als Arbeitnehmer geltend machen

Als Arbeitnehmer können Sie Werbungskosten steuerlich absetzen, wenn diese über 1.000 Euro (Pauschalbetrag) liegen. Werbungskosten sind z. B. Fahrtkosten, Fortbildungen, Arbeitskleidung oder der Kauf von beruflicher Fachliteratur. Bei größeren Anschaffungen, etwa einem beruflich genutzten Rechner, müssen Sie die Kosten auf die voraussichtliche Nutzungsdauer verteilen und abschreiben.

Werbungskosten als Immobilienbesitzer geltend machen

Renovierungs- und Sanierungsarbeiten an einer Immobilie können Sie als Werbungskosten geltend machen. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn Sie die Immobilie erst kürzlich erworben haben: Arbeiten, die dazu dienen, die Immobilie in einen „betriebsbereiten Zustand“ zu versetzen, können als nachträgliche Anschaffungskosten angesehen werden. In dem Fall müssten diese über die Nutzungsdauer der Immobilie abgeschrieben werden.

Beantragen Sie die Zulage zur Riester-Rente

Wenn Sie Riester-Sparer sind, denken Sie daran, dass Sie staatliche Zulagen gesondert beantragen müssen. Auch Gehaltsänderungen sowie andere Änderungen Ihrer persönlichen Verhältnisse können relevant sein. Geben Sie diese daher an. Evtl. erhalten Sie zur Grundzulage noch eine Kinderzulage, die für jedes kindergeldberechtigte Kind jährlich 185 Euro (Geburt vor dem 01.01.2008) bzw. 300 Euro (Geburt ab dem 01.01.2008) beträgt.

Heiraten Sie

Das ist natürlich nur halbernst gemeint. Wir empfehlen Ihnen sicher nicht, lediglich zu heiraten, um im Jahr 2020 Steuern zu sparen. Aber falls Sie tatsächlich mit dem Gedanken einer Trauung spielen: Wenn Sie noch bis Jahresende standesamtlich heiraten, können Sie das Ehegattensplitting für das gesamte Jahr in Anspruch nehmen.

Warten Sie mit der Scheidung

Aus dem gleichen Grund, warum sich eine Hochzeit im Dezember lohnt, sollte man von einer Scheidung in dem Monat absehen. Es kann zu einer Nachzahlung für das komplette Jahr kommen. Dann lieber bis Januar warten. Den einen Monat hält man auch noch zusammen aus.

Vereinfachter Zugang zur Grundsicherung bis Ende März 2021

Der vereinfachte Zugang zur Grundsicherung wird vorerst bis zum 31. März 2021 verlängert. Solo-Selbstständige wie Kulturschaffende, die wirtschaftlich von der Corona-Pandemie besonders betroffen sind, können damit länger Unterstützung erhalten.

📈 Welche Aktien in 2021 kaufen? Unsere Empfehlung: ETFs auf S&P 500

Wenn Sie überlegen, welche Aktien Sie 2021 kaufen sollten, dann empfehlen wir keine einzelne Aktie, sondern ETFs auf S&P 500. Wer es noch nicht weiß: Ein ETF (engl. „Exchange Traded Fund“) ist ein börsengehandelter Fonds. Er bildet einen Börsenindex ab, wie eben den S&P 500. 

Der S&P 500 gilt in den USA als Leitindex. Er bildet die 500 größten Unternehmen ab, gemessen an der Marktkapitalisierung. S&P steht für Standard & Poor´s, einem der bedeutendsten Indexanbieter weltweit. Obwohl der Dow Jones in Deutschland bekannter ist, gilt er unter Fachleuten als nicht repräsentativ.

Apple, Amazon, Microsoft, Facebook, Pfizer, Netflix, u. v. a. Mit einem ETF auf den S&P 500 sind Sie da, wo die Musik spielt und wo das Geld verdient wird. Sie profitieren also von guten Marktchancen und streuen – schließlich sind 500 Unternehmen darin enthalten – sogleich Ihr Risiko.

Sparen Sie Zeit und Geld: ETF-Sparplan auf S&P 500

Wenn Sie es erst einmal langsamer angehen möchten, können Sie auch einen Sparplan auf einen ETF abschließen, der in den S&P 500 investiert. Das Gute an einem Sparplan: Sie brauchen sich um die Turbulenzen an den Aktienmärkten nicht kümmern, sondern können gleich loslegen. Denn wenn Sie Monat für Monat einen festen Betrag in einen ETF investieren, haben Sie langfristig auf jeden Fall gute Renditechancen. 

Auch hier gilt: Sie profitieren von

  • Wachstum
  • Dividendensteigerung
  • einer breiten Streuung
  • geringen Gebühren

Vor allem Letzteres ist ein großer Vorteil zu klassischen Investmentfonds. Die Kostenquote (Total Expense Ratio, kurz TER) ist bei ETFs sehr gering und liegt teilweise bei nur 0,0X%. Sie möchten mehr erfahren? Dann lesen Sie unseren Beitrag: Besser sparen mit einem ETF-Sparplan. Die besten S&P 500-ETFs finden Sie auf dieser Seite.

💼Maklerprovision wird reformiert

Wenn Sie eine private Immobilie kaufen, müssen Sie in Zukunft nur noch maximal die Hälfte der Maklerkosten tragen. Das steht im Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäusern – das am 23. Dezember 2020 in Kraft tritt. Bislang mussten Käufer beim Haus- oder Wohnungskauf in der Regel die komplette Maklerprovision zahlen.
 
Auch wichtig: Künftig muss ein Maklervertrag, bei dem es um den Verkauf eines Einfamilienhauses oder einer Eigentumswohnung geht, schriftlich erfolgen, damit ein wirksamer Vertrag zustande kommt. Das kann auch eine E-Mail sein. Eine mündliche Vereinbarung oder ein Handschlag – wie sonst bei Verträgen – reichen nicht mehr aus.

🏠 Eigentumswohnungen: weniger Hürden bei Umbauten

Im Wohnungseigentumsrecht gelten seit Dezember neue Regeln. Generell soll es durch die sogenannte WEG-Reform weniger Hürden für Umbauten und Sanierungen geben:

  • Als einzelner Wohnungseigentümer können Sie fortan den Einbau einer Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge, einen barrierefreien Umbau, Einbruchsschutz oder einen Glasfaseranschluss von anderen Eigentümern verlangen – sofern Sie die Kosten dafür selbst tragen. Damit steht wichtigen Investitionen nichts mehr im Weg, ohne dass finanzschwächere Eigentümer überfordert werden.
  • Für den Einbau eines Fahrstuhls oder die Sanierung einer Fassade sind eine Mehrheit unter den Eigentümern erforderlich. Die Kosten tragen bei einer einfachen Mehrheit die, die für die Baumaßnahmen gestimmt haben.
  • Bei einer Zweidrittelmehrheit müssen alle Eigentümer für eine Modernisierung zahlen – sofern die abgegebenen Stimmen mindestens die Hälfte der Miteigentumsanteile umfasst. Dabei dürfen die Kosten jedoch nicht unverhältnismäßig sein. Der Miteigentumsanteil bemisst sich für jeden Wohnungsbesitzer an seinem Anteil an der Immobilie.

Seit über 15 Jahren arbeite ich als Texter und bin sehr erfahren in Finanzthemen, vor allem was Geldanlagen und Versicherungen betrifft. In meiner langjährigen Laufbahn habe ich diverse Banken und Versicherer redaktionell betreut.