
Chase startet in Deutschland: 4 % Tagesgeld von J.P. Morgan
Chase, die Digitalbank von J.P. Morgan, ist seit dem 20. Mai 2026 in Deutschland am Start. Das erste — und bislang einzige — Produkt ist ein gebührenfreies Tagesgeldkonto. Und das kommt mit einer klaren Ansage: 4 % Zinsen p. a. für die ersten vier Monate, auf Guthaben bis zu einer Million Euro.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
- Zinssatz: 4,00 % p. a. garantiert für die ersten 4 Monate ab Kontoeröffnung, danach variabler Basiszins von aktuell 2,00 % p. a.
- Anlagegrenze: Der Aktionszins gilt auf Guthaben bis 1.000.000 EUR — ohne Mindestanlage.
- Kosten: Kontoeröffnung und Kontoführung sind kostenlos.
- Zinsgutschrift: Zinsen werden täglich berechnet und monatlich ausgezahlt — der Zinseszinseffekt läuft mit.
- Einlagensicherung: Betrieben von der J.P. Morgan SE mit deutscher Vollbanklizenz. Einlagen sind gesetzlich bis 100.000 EUR geschützt, über den freiwilligen Einlagensicherungsfonds bis zu 3 Millionen EUR.
- Zugang: Reine App-Bank — Kontoeröffnung volldigital per VideoIdent oder Online-Ausweisfunktion (eID).
Konditionen im Detail
Der Einstiegszins von 4 % ist der eigentliche Hebel des Angebots. Anders als bei vielen Lockangeboten gilt er nicht nur auf eine gedeckelte Summe von wenigen Tausend Euro, sondern auf Guthaben bis zu einer Million Euro. Wer also einen größeren Betrag parken möchte, profitiert über die volle Aktionsphase vom Spitzenzins.
Nach den vier Monaten greift ein variabler Basiszins von derzeit 2 % p. a. Dieser Wert liegt exakt auf Höhe des EZB-Einlagensatzes von 2,00 % (Stand: Mai 2026). Entscheidend ist hierbei das Wort „variabel": Chase kann den Basiszins jederzeit anpassen.
Wer hinter Chase steht
Chase ist das Privatkundengeschäft von J.P. Morgan — einer der größten Banken der Welt mit über 80 Millionen Kundinnen und Kunden in den USA und Großbritannien. In Großbritannien startete die Bank bereits 2021 und gewann dort mehr als 3 Millionen Kunden. Deutschland ist nun der zweite europäische Markt. Bis Ende 2028 will Chase das Angebot schrittweise um Girokonten sowie Investment- und Kreditprodukte erweitern.
Einordnung im Tagesgeld-Markt
Mit 4 % positioniert sich Chase aus dem Stand an der Spitze der deutschen Tagesgeldangebote. Ein Blick auf aktuelle Top-Angebote für Neukunden zeigt den Abstand:
| Anbieter | Aktionszins | Aktionsdauer | Danach |
|---|---|---|---|
| Chase | 4,00 % p. a. | 4 Monate | 2,00 % variabel |
| Consorsbank | 3,40 % p. a. | 3 Monate | variabler Zins |
| ING (Extra-Konto) | 3,20 % p. a. | 4 Monate | 0,75 % variabel |
| BBVA | 3,00 % p. a. | 6 Monate | variabel, nahe EZB-Satz |
Stand: 20. Mai 2026. Aktionszinsen für Neukunden, Angaben ohne Gewähr.
Beim reinen Aktionszins hat Chase damit klar die Nase vorn — selbst die stärksten Wettbewerber liegen mindestens 0,6 Prozentpunkte zurück. Hinzu kommt die großzügige Betragsgrenze: Chase verzinst den Aktionsbetrag bis zu einer Million Euro, während die ING den Aktionszins nur bis 250.000 EUR und BBVA bis 500.000 EUR zahlt.
Allerdings lohnt der Blick auf die Aktionsdauer: Vier Monate sind im Vergleich eher kurz — BBVA etwa garantiert seinen Neukundenzins über sechs Monate. Und der Basiszins von 2 % ist zwar solide, aber kein Spitzenwert. Nach der Aktionsphase rückt Chase damit ins breite Mittelfeld.
Für etablierte Banken bedeutet der Markteintritt Bewegung. Laut der zeb.Retail Pricing Study 2025, einer Befragung von über 3.000 Privatkundinnen und -kunden zur Zinssensitivität, aktiviert ein Werbezins von 4 % auch Sparer, die ihrer Hausbank in den vergangenen Niedrigzinsjahren treu geblieben sind. Ein Angebot in dieser Höhe kann also Wechselbereitschaft auslösen, wo sonst eher Trägheit dominiert.
Im Capitalo-Vergleich erreicht das Chase Tagesgeld 90 von 125 Punkten und damit das Gesamturteil „Gut" (3,6 von 5 Sternen). Stark bewertet werden die doppelte Einlagensicherung und die flexible Anlagegrenze ohne Mindestbetrag. Punktabzug gibt es für den kurzen Aktionszeitraum und den variablen Basiszins.
Für wen sich das Chase-Tagesgeld lohnt
- Sparer mit größeren Beträgen: Da die 4 % bis zu einer Million Euro gelten, ist das Angebot auch für höhere Summen attraktiv — anders als bei gedeckelten Lockzinsen.
- Zins-Hopper: Wer ohnehin alle paar Monate zum besten Aktionsangebot wechselt, holt mit Chase aktuell das Maximum heraus.
- App-affine Nutzer: Das Konto läuft komplett über das Smartphone. Wer eine Filiale oder klassisches Online-Banking am Desktop bevorzugt, ist hier hingegen falsch.
Weniger geeignet ist das Angebot, wenn du dein Geld langfristig und ohne erneuten Wechsel anlegen möchtest: Dann zählt der Basiszins — und da gibt es Anbieter mit dauerhaft höheren Konditionen. Alle Details findest du auf der Übersicht zum Tagesgeld der Chase Bank.
Fazit
Chase legt einen selbstbewussten Start hin: 4 % auf bis zu eine Million Euro sind im Mai 2026 der höchste Tagesgeld-Aktionszins im deutschen Markt. Der kurze Aktionszeitraum und der variable Basiszins von 2 % relativieren das Angebot allerdings für alle, die nicht regelmäßig wechseln wollen. Für die Aktionsphase selbst bietet Chase derzeit jedoch den Spitzenzins im Markt — ein Blick lohnt sich.
👉 Lohnt sich der Wechsel zu Chase? Auf der Übersicht zum Tagesgeld der Chase Bank und im Tagesgeld-Vergleich findest du alle aktuellen Konditionen auf einen Blick.