Was du über das GmbH-Geschäftskonto wissen musst
Das Wichtigste auf einen Blick
- 🏦 Pflicht: Für GmbH und UG ist ein eigenes Geschäftskonto gesetzlich vorgeschrieben – ohne Einzahlungsnachweis keine Handelsregistereintragung.
- 💰 Kosten: Geschäftskonten für GmbH gibt es ab 0 EUR/Monat (Finom) bis 30 EUR/Monat (Filialbanken).
- ⏱️ Eröffnung: Bei Neobanken in 10–15 Minuten online, bei Filialbanken in 3–10 Werktagen.
- ⚠️ Stammkapital: Mindestens 12.500 EUR müssen auf das Geschäftskonto eingezahlt werden, bevor die GmbH eingetragen wird.
Die GmbH braucht ein eigenes Geschäftskonto – das ist gesetzlich so vorgeschrieben. Hier erfährst du, welche Anbieter sich für GmbH und UG eignen und worauf du bei der Kontowahl achten solltest.
Als GmbH-Gründer kommst du um ein Geschäftskonto nicht herum. Anders als bei Einzelunternehmern oder Freiberuflern ist das Firmenkonto für Kapitalgesellschaften keine Empfehlung – es ist Pflicht. Ohne Geschäftskonto keine Stammkapital-Einzahlung, ohne Einzahlungsbeleg kein Handelsregistereintrag, ohne Eintrag keine GmbH.
Die gute Nachricht: Der Markt bietet 2026 deutlich mehr Optionen als noch vor wenigen Jahren. Neobanken wie Finom, Qonto und FYRST konkurrieren mit Filialbanken wie Commerzbank und Deutsche Bank um GmbH-Gründer. Die Konditionen reichen von 0 EUR bis über 30 EUR pro Monat (Stand: Februar 2026).
Warum die GmbH ein Geschäftskonto braucht
Die Pflicht zum eigenen Geschäftskonto ergibt sich aus dem GmbH-Gesetz. Gemäß § 7 Abs. 2 GmbHG muss das Stammkapital auf ein Konto der Gesellschaft eingezahlt werden, bevor der Notar die Eintragung ins Handelsregister beantragen kann. Das ist keine Formalität – es ist die rechtliche Grundlage für die Entstehung der GmbH als juristische Person.
Dahinter stehen drei zentrale Gründe:
Haftungstrennung: Die GmbH haftet nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Damit diese Trennung funktioniert, muss das Firmenvermögen klar vom Privatvermögen der Gesellschafter getrennt sein. Ein eigenes Geschäftskonto stellt das sicher.
Stammkapital-Nachweis: Das Mindest-Stammkapital einer GmbH beträgt 25.000 EUR. Davon müssen mindestens 12.500 EUR (die Hälfte) vor der Handelsregistereintragung bar auf das Geschäftskonto eingezahlt werden. Die Bank stellt einen Einzahlungsbeleg aus, den der Notar für die Eintragung benötigt.
Transparenz: Das Geschäftskonto dokumentiert alle Zahlungsströme der Gesellschaft – gegenüber dem Finanzamt, gegenüber Wirtschaftsprüfern und gegenüber den Gesellschaftern selbst.
Geschäftskonto für GmbH eröffnen: Ablauf & Unterlagen
Die Kontoeröffnung für eine GmbH folgt einem festen Ablauf. Wichtig: Du eröffnest das Konto als „GmbH in Gründung (i.G.)“ – also noch bevor die Gesellschaft offiziell existiert.
Notarielle Beurkundung
Der Gesellschaftsvertrag wird beim Notar beurkundet. Du erhältst eine beglaubigte Abschrift, die du für die Kontoeröffnung brauchst.
Geschäftskonto eröffnen
Mit dem notariellen Vertrag, den Personalausweisen aller Geschäftsführer und der Gesellschafterliste eröffnest du das Konto auf den Namen „[Firmenname] GmbH i.G.“. Bei Neobanken dauert das 10–15 Minuten online, bei Filialbanken 3–10 Werktage.
Stammkapital einzahlen
Mindestens 12.500 EUR auf das Geschäftskonto überweisen. Jeder Gesellschafter zahlt seinen Anteil ein – mindestens ein Viertel seiner übernommenen Stammeinlage, insgesamt aber mindestens 12.500 EUR auf das Gesamtstammkapital.
Einzahlungsbeleg an den Notar
Die Bank bestätigt den Eingang des Stammkapitals. Diesen Beleg legst du dem Notar vor, der damit die Handelsregistereintragung beantragt.
Handelsregistereintragung
Nach der Eintragung wird aus der „GmbH i.G.“ eine vollwertige GmbH. Das Gründungskonto wird automatisch in ein reguläres Geschäftskonto umgewandelt.
Benötigte Unterlagen für die GmbH-Kontoeröffnung
| Dokument | Pflicht | Anmerkung |
|---|---|---|
| Notariell beurkundeter Gesellschaftsvertrag | Ja | Beglaubigte Abschrift |
| Personalausweise aller Geschäftsführer | Ja | Gültig, für Video-Ident oder Filiale |
| Gesellschafterliste mit Anteilen | Ja | Vom Notar erstellt |
| Handelsregisterauszug | Nach Eintragung | Vorher: Gründungsnachweis |
| Transparenzregister-Eintrag | Ggf. | Bei wirtschaftlich Berechtigten über 25% |
| Steuernummer | Nach Anmeldung | Vom Finanzamt |
GmbH-Geschäftskonto: Kosten im Überblick
Die Kosten für ein GmbH-Geschäftskonto variieren stark je nach Anbieter und Geschäftsmodell. Hier ein Vergleich der gängigsten Optionen (Stand: Februar 2026):
| Anbieter | Grundgebühr/Monat | Inkl. Buchungen | Kosten je Extra-Buchung | Bargeld-Service | GmbH i.G. |
|---|---|---|---|---|---|
| Finom Solo | 0 EUR | Unbegrenzt SEPA | – | Nein | Ja |
| FYRST Base | 6 EUR | 50 | 0,10 EUR | Ja (Cash Group) | Ja |
| Qonto Basic | 9 EUR | 30 | 0,40 EUR | Eingeschränkt | Ja |
| Commerzbank Klassik | 15,90 EUR | 10 | 0,15 EUR | Ja (Filialen) | Ja |
| Deutsche Bank Basic | 14,90 EUR | Variabel | 0,15 EUR | Ja (Filialen) | Ja |
| Sparkasse | 10–25 EUR | Variabel | 0,10–0,20 EUR | Ja (Filialen) | Ja |
Alle Preise Stand: Februar 2026. Änderungen vorbehalten.
Grundsätzlich gilt: Wenn deine GmbH ein digitales Geschäftsmodell betreibt und wenig Bargeld handhabt, reicht eine Neobank wie Finom oder Qonto. Für bargeldintensive Branchen wie Gastronomie oder Einzelhandel sind Filialbanken mit Bargeld-Service die bessere Wahl.
Falls du neben dem Geschäftskonto auch eine Finanzierung für deine GmbH suchst, findest du bei uns einen separaten Vergleich.
GmbH vs. UG: Unterschiede beim Geschäftskonto
Die UG (haftungsbeschränkt) – oft als „Mini-GmbH“ bezeichnet – ist eine Sonderform der GmbH. Beide brauchen ein Geschäftskonto, aber es gibt wichtige Unterschiede:
| Kriterium | GmbH | UG (haftungsbeschränkt) |
|---|---|---|
| Stammkapital | Mindestens 25.000 EUR | Ab 1 EUR |
| Einzahlung vor Eintragung | Mindestens 12.500 EUR (Hälfte) | Vollständig (100%) |
| Sacheinlagen | Ja | Nein (nur Bareinlagen) |
| Rücklagepflicht | Nein | Ja (25% des Jahresgewinns) |
| Bezeichnung | „GmbH“ | „UG (haftungsbeschränkt)“ |
| Kontoführung | Geschäftskonto Pflicht | Geschäftskonto Pflicht |
Ein wichtiger Punkt: Bei der UG muss das Stammkapital zu 100% eingezahlt werden, bevor die Handelsregistereintragung erfolgen kann. Wenn du also eine UG mit 5.000 EUR Stammkapital gründest, müssen diese 5.000 EUR vollständig auf dem Geschäftskonto liegen. Bei der GmbH reicht die Hälfte (mindestens 12.500 EUR von 25.000 EUR).
Für die Kontowahl selbst spielt der Unterschied zwischen GmbH und UG allerdings kaum eine Rolle. Die Anbieter und Konditionen sind dieselben – lediglich der einzuzahlende Betrag unterscheidet sich.

