Geschäftskonto: Was du wissen musst
Das Wichtigste auf einen Blick
- Bester Capitalo Score: Finom Grow mit 103/140 Punkten, gefolgt von Vivid Free Start (98/140); Holvi Pro erreicht 90/140
- Günstigster Einstieg: Finom Solo ab 0 EUR/Monat für Freelancer und Selbstständige
- Filialbank-naher Anbieter: Postbank Business Giro mit 57/140 Punkten
- Wichtig: GmbH und UG brauchen ein Geschäftskonto per Gesetz - Freelancer nicht
Transparenzhinweis: Einige Links auf dieser Seite führen zu Partnerangeboten. Wenn du darüber ein Konto eröffnest, erhalten wir eine Vergütung - für dich entstehen keine Mehrkosten. Unsere Bewertungen im Capitalo Score sind davon unabhängig.
Ein Geschäftskonto trennt deine geschäftlichen von deinen privaten Finanzen. Das klingt simpel, hat aber handfeste Konsequenzen: GmbH, UG und AG sind gesetzlich verpflichtet, ein separates Geschäftskonto zu führen - ohne Konto gibt es keine Handelsregistereintragung.
Für Freelancer und Einzelunternehmer besteht zwar keine gesetzliche Pflicht. Allerdings schließen viele Banken in ihren AGB die geschäftliche Nutzung von Privatkonten aus. Wer erwischt wird, riskiert eine Kündigung oder rückwirkende Gebühren.
Der Markt hat sich grundlegend verändert: Neobanken wie Holvi, Qonto, Finom und Kontist bieten Geschäftskonten mit integrierter Buchhaltung, automatischer Steuerschätzung und Schnittstellen zu Buchhaltungssoftware an - oft deutlich günstiger als Filialbanken. Gleichzeitig punkten klassische Anbieter wie die ING oder FYRST (Deutsche-Bank-Tochter) mit Dispositionskredit und attraktiven Konditionen.
Wir bewerten Geschäftskonten für den deutschen Markt anhand objektiver Kriterien im Capitalo Score.
Die besten Geschäftskonten im Vergleich
Unsere Vergleichstabelle zeigt die Top 10 nach Capitalo Score.
| Rang | Anbieter | Konto | Grundgebühr | Transaktionen | Score |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Holvi | Pro | 15 EUR/Mon. | inklusive | 90/140 |
| 2 | Holvi | Lite | 9 EUR/Mon. | 100 frei | 76/140 |
| 3 | Finom | Grow | 249 EUR/Mon. | inklusive | 103/140 |
| 4 | Finom | Pro | 119 EUR/Mon. | 0,03 EUR/Tx | 96/140 |
| 5 | Deutsche Skatbank | Trumpfkonto Business | 5 EUR/Mon. | inklusive | 62/140 |
| 6 | Qonto | Starter | 0 EUR/Mon. | 5 frei | 66/140 |
| 7 | Qonto | Essential | 29 EUR/Mon. | 250 frei | 86/140 |
| 7 | Revolut | Business Scale | 90 EUR/Mon. | 1.000 frei | 88/140 |
| 9 | Finom | Smart | 19 EUR/Mon. | 0,03 EUR/Tx | 83/140 |
| 9 | Vivid Money | Free Start | 0 EUR/Mon. | unbegrenzt | 87/140 |
Die Top-Konten im Detail
Platz 1: Holvi Pro - Bestnote im Capitalo Score (140/140 Punkte)
Im Capitalo Score erreicht Holvi Pro die volle Punktzahl von 140 von 140 Punkten - die Bewertung „Hervorragend“. Das Konto kombiniert ein faires Preismodell mit starker Buchhaltungs-Integration.
Was Holvi Pro auszeichnet: Alle Transaktionen sind im Grundpreis von 15 EUR/Monat inklusive (9 EUR/Monat bei jährlicher Zahlung), dazu integrierte Buchhaltung und Rechnungserstellung. Zusätzliche Karten kosten 2 EUR. 30 Tage lassen sich kostenlos testen.
Vorteile
- Bestnote im Capitalo Score
- Alle Transaktionen inklusive
- Integrierte Buchhaltung und Rechnungserstellung
- 30 Tage kostenlos testen
Nachteile
- Kein Dispositionskredit
- Günstigster Preis nur bei Jahreszahlung
- Bareinzahlung nur eingeschränkt möglich
Platz 2: Holvi Lite (76/140 Punkte)
Holvi Lite bietet für 9 EUR/Monat (4,50 EUR bei jährlicher Zahlung) 100 inkludierte Transaktionen, danach 0,25 EUR je Buchung. Auch hier sind Buchhaltung und 30-Tage-Test dabei.
Im Capitalo Score: 114/140 Punkte - „Sehr gut“.
Platz 3: Finom Grow (103/140 Punkte)
Finom Grow richtet sich an wachsende Unternehmen mit hohem Buchungsvolumen: Alle Transaktionen sind inklusive, der Habenzins beträgt 2,00 %. Mit 249 EUR/Monat (bei jährlicher Zahlung, sonst 339 EUR) ist es das Premium-Paket von Finom.
Im Capitalo Score: 104/140 Punkte - „Gut“.
Platz 4: Finom Pro (94/140 Punkte)
Finom Pro kostet 119 EUR/Monat (bei jährlicher Zahlung, sonst 149 EUR), bietet 1,75 % Habenzins und eine niedrige Transaktionsgebühr von 0,03 EUR je Buchung. Eine 30-tägige kostenlose Testphase ist verfügbar.
Im Capitalo Score: 94/140 Punkte - „Gut“.
Platz 5: Deutsche Skatbank Trumpfkonto Business (62/140 Punkte)
Das Trumpfkonto Business der Deutschen Skatbank ist mit 5 EUR/Monat günstig, alle Transaktionen sind inklusive und es bietet sogar einen Dispositionskredit (8,68 % p.a.) - bei Geschäftskonten selten.
Vorteile
- Niedriger Grundpreis (5 EUR/Monat)
- Alle Transaktionen inklusive
- Dispositionskredit verfügbar (8,68 % p.a.)
- Genossenschaftsbank mit langer Tradition
Nachteile
- Kein Habenzins
- Weniger Buchhaltungs-Integration als Neobanken
- Antragsstrecke klassischer als bei Fintechs
Im Capitalo Score: 93/140 Punkte - „Gut“.
Platz 6: Qonto Starter (76/140 Punkte)
Qonto Starter ist mit 0 EUR Grundpreis kostenlos, enthält 5 freie Überweisungen pro Monat (danach 0,20 EUR je Buchung) und bietet 1,76 % Habenzins. Dazu gibt es eine kostenlose virtuelle Karte und integrierte Rechnungsstellung.
Im Capitalo Score: 92/140 Punkte - „Gut“.
Geschäftskonto nach Rechtsform: Wer braucht was?
Die Frage „Brauche ich überhaupt ein Geschäftskonto?“ hängt maßgeblich von deiner Rechtsform ab. Grundsätzlich gilt: Je mehr Haftungsbeschränkung, desto strikter die Kontopflicht.
| Rechtsform | Pflicht? | Begründung |
|---|---|---|
| GmbH | Ja (gesetzlich) | Stammkapital mind. 25.000 EUR (davon mind. 12.500 EUR bei Anmeldung einzuzahlen, § 7 Abs. 2 GmbHG), Trennung Gesellschafts-/Privatvermögen |
| UG (haftungsbeschränkt) | Ja (gesetzlich) | Wie GmbH, aber ab 1 EUR Stammkapital |
| AG | Ja (gesetzlich) | Trennung Gesellschafts-/Privatvermögen |
| OHG | Ja (faktisch) | Handelsregisterpflicht durch Kaufmannseigenschaft |
| KG | Ja (faktisch) | Handelsregisterpflicht durch Kaufmannseigenschaft |
| GbR | Nein, empfohlen | Keine gesetzliche Pflicht, aber Transparenz für alle Gesellschafter |
| Einzelunternehmer | Nein, empfohlen | Bank-AGB können geschäftliche Nutzung von Privatkonten untersagen |
| Freiberufler | Nein, empfohlen | Finanzamt akzeptiert Privatkonto, aber Trennung erleichtert Steuererklärung |
Bei der Kontoeröffnung ist die KYC-Prüfung (Know Your Customer) bei allen Anbietern gesetzlich vorgeschrieben - das Geldwäschegesetz (GwG) verlangt die Identifizierung aller wirtschaftlich Berechtigten. Mit dem EU-AML-Paket (Verordnung (EU) 2024/1624) wurde die Schwelle für die Meldepflicht wirtschaftlich Berechtigter von „über 25 %“ auf „mindestens 25 %“ gesenkt; die Verordnung gilt vollständig ab dem 10. Juli 2027.
Für Freiberufler gilt: Das Finanzamt beanstandet es nicht, wenn du dein Privatkonto geschäftlich nutzt - solange alle Buchungen lückenlos nachvollziehbar sind. Trotzdem lohnt sich ein separates Konto: Die Steuererklärung wird erheblich einfacher, und du wirkst gegenüber Kunden professioneller. Wenn du daneben ein kostenloses Girokonto für private Zwecke suchst, findest du unseren Vergleich auf der entsprechenden Seite.
Was kostet ein Geschäftskonto?
Die Kosten für ein Geschäftskonto setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Die Grundgebühr ist nur ein Teil der Geschichte - entscheidend ist das Zusammenspiel aus Grundpreis, Freikontingent und Transaktionsgebühr.
Kostenbausteine im Überblick
| Kostenart | Spanne | Hinweis |
|---|---|---|
| Grundgebühr | 0-249 EUR/Mon. | Neobanken oft günstiger, Premium-Pakete deutlich teurer |
| Buchungsgebühr | 0-0,40 EUR/Buchung | Manche Konten: alle Transaktionen inklusive |
| Geldautomatengebühr | 0-2 EUR | Im Inland oft kostenlos |
| Fremdwährungsgebühr | 0-3 % | Für Auslandstransaktionen |
| Bargeldeinzahlung | 0,60-9,50 EUR | Nur bei Anbietern mit Partnernetz |
| Zusatzkarten | 0-10 EUR/Karte | Virtuelle Karten oft kostenlos |
Achte auf das Gesamtmodell: Ein niedriger Grundpreis nützt wenig, wenn jede Buchung extra kostet - und ein höherer Grundpreis kann sich lohnen, wenn alle Transaktionen inklusive sind. Rechne immer mit deinem tatsächlichen monatlichen Buchungsvolumen.
Rechenbeispiel: Was zahlst du wirklich?
Angenommen, du hast 50 Buchungen pro Monat und brauchst eine Debitkarte:
| Anbieter | Grundgebühr | 50 Buchungen | Karte | Gesamt/Monat |
|---|---|---|---|---|
| Finom Solo | 0 EUR | 15,00 EUR* | 0 EUR | 15,00 EUR |
| FYRST Base | 0 EUR | 0 EUR** | 0 EUR | 0,00 EUR |
| Qonto Starter | 0 EUR | 9,00 EUR*** | 0 EUR | 9,00 EUR |
| Holvi Pro | 15 EUR | 0 EUR**** | 0 EUR | 15,00 EUR |
| Qonto Essential | 29 EUR | 0 EUR***** | 0 EUR | 29,00 EUR |
*Finom Solo: Grundpreis 0 EUR, aber 0,30 EUR je Buchung (50 x 0,30 = 15 EUR). **FYRST Base: 50 Buchungen inklusive. ***Qonto Starter: 5 Buchungen frei, danach 0,20 EUR (45 x 0,20 = 9 EUR). ****Holvi Pro: alle Transaktionen inklusive. *****Qonto Essential: 250 Buchungen inklusive.
Steuerlich absetzbar: Alle Kosten für dein Geschäftskonto - Kontoführungsgebühren, Kartengebühren, Transaktionskosten und sogar die Zinsen eines Kontokorrentkredits - sind vollständig als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar.
Kostenlose Geschäftskonten - gibt es das wirklich?
Die kurze Antwort: Ja, aber mit Einschränkungen. Ein komplett kostenfreies Geschäftskonto ohne jegliche Gebühren existiert in der Praxis nicht. Doch es gibt Modelle, bei denen die Kontoführung tatsächlich 0 EUR kostet.
Finom Solo ist ein Freiberuflerkonto ohne monatliche Grundgebühr (Stand: Juli 2026). Pro Transaktion fallen 0,30 EUR an, eine physische Karte kostet optional 3 EUR/Monat. Wer wenige Buchungen pro Monat durchführt, kommt damit auf sehr geringe monatliche Gesamtkosten - günstiger als viele „Premium“-Konten.
FYRST Base ist für Freiberufler, Einzelunternehmer, Solo-Selbstständige und Kleingewerbebetreibende dauerhaft ohne Grundpreis. Juristische Personen (GmbH, UG, GbR) erhalten das Konto 6 Monate kostenlos, danach fallen 6 EUR/Monat an. Dafür bekommst du bis zu 50 kostenlose Transaktionen pro Monat, jede weitere kostet 0,19 EUR (Stand: Juli 2026).
Worauf du bei der Wahl achten solltest
Aber worauf kommt es bei einem Geschäftskonto wirklich an - abgesehen vom Preis? Die monatliche Kontoführungsgebühr ist nur die Spitze des Eisbergs. Diese Faktoren entscheiden über die tatsächlichen Kosten und den Nutzen deines Geschäftskontos:
Kontoführungsgebühren: Die Spanne reicht von 0 EUR (Finom Solo, FYRST Base, Qonto Starter, ING Geschäftskonto) bis 249 EUR (Finom Grow). Viele Anbieter bieten Rabatte bei jährlicher Zahlung - bei Finom Basic sparst du so 12 EUR pro Jahr (7 statt 8 EUR/Monat).
Transaktionsgebühren: Viele Konten rechnen jede SEPA-Überweisung über dem Inklusivkontingent einzeln ab. Bei Holvi Pro, N26 Business und Vivid sind Transaktionen im Grundpreis enthalten, bei Qonto, Finom Basic/Smart oder ING fällt pro Buchung eine Gebühr an.
Bargeldeinzahlung und -abhebung: Hier haben Filialbanken und FYRST (Deutsche-Bank-Tochter) klare Vorteile. FYRST-Kunden nutzen das Cash-Group-Netzwerk mit rund 4.500 Geldautomaten. Neobanken wie Qonto oder Finom bieten oft keinen Bargeld-Service oder erheben höhere Gebühren.
Karten: Kostenlose Debitkarten sind bei fast allen Anbietern Standard. Virtuelle Karten für Online-Einkäufe oder Mitarbeiter bieten unter anderem Qonto und Finom. Achte bei Zusatzkarten auf die Gebühren - sie unterscheiden sich je nach Anbieter deutlich.
Buchhaltungsintegration: DATEV, lexoffice und sevDesk sind die wichtigsten Schnittstellen. Finom und Qonto bieten alle drei. Holvi integriert zusätzlich eine eigene Rechnungsstellung. Gerade für Freiberufler, die auch einen Kredit für Investitionen aufnehmen möchten, ist eine saubere Buchhaltung die Grundlage für positive Kreditentscheidungen.
Kontokorrentkredit: Wenn du einen Überziehungsrahmen brauchst, kommen vor allem die Deutsche Skatbank (Trumpfkonto Business, 8,68 % p.a.), FYRST (Dispo je nach Tarif 7,99-9,95 % p.a.), DKB-Business (9,55 % p.a.) und Postbank Business Giro (9,95 % p.a.) infrage. Reine Neobanken bieten in der Regel keinen Dispo an.
Guthabenverzinsung: Eine Guthabenverzinsung auf dem Geschäftskonto bieten einige Anbieter (etwa Qonto mit 1,76 % oder Holvi mit 1,55 %), oft an Bedingungen geknüpft. Wenn du größere Beträge parken möchtest, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf Tagesgeld oder Festgeld.
Geschäftskonto ohne SCHUFA: Geht das?
Ja - und das ist einer der großen Vorteile von Neobanken. Finom, Qonto, Kontist und Holvi führen bei der Kontoeröffnung in der Regel keine SCHUFA-Abfrage durch. Das macht sie zur ersten Wahl für Gründer oder Selbstständige mit negativen SCHUFA-Einträgen.
Wichtig: „Ohne SCHUFA“ bedeutet nicht automatisch, dass keine Identitätsprüfung stattfindet. Die Anbieter müssen nach dem Geldwäschegesetz (GwG) deine Identität verifizieren - typischerweise per Video-Ident oder Foto-Ident.
Darüber hinaus hast du seit 2016 nach dem Zahlungskontengesetz (ZKG) einen gesetzlichen Anspruch auf ein Basiskonto. Wenn eine Bank die Eröffnung ohne triftigen Grund ablehnt, kannst du dich an die BaFin wenden, die die Kontoeröffnung durchsetzen kann.
Neobank vs. Filialbank: Was passt zu deinem Business?
Neobank (Holvi, Qonto, Finom, Kontist)
- Kontoeröffnung in Minuten (kein Filialbesuch)
- Oft günstiger (ab 0 EUR/Monat)
- Integration mit Buchhaltungssoftware (DATEV, lexoffice, sevDesk)
- Unbegrenzte virtuelle Karten
- Moderne App mit Echtzeit-Benachrichtigungen
Filialbank (Sparkasse, Deutsche Bank, Commerzbank)
- Persönlicher Berater vor Ort
- Bargeldein- und -auszahlung am Schalter
- Dispositionskredit meist verfügbar
- Langjährige Kundenbeziehung für Kreditwürdigkeit
- Breiteres Produktportfolio (Kredite, Versicherungen)
Für wen eignet sich was? Wenn du hauptsächlich digital arbeitest, wenig Bargeld brauchst und Wert auf niedrige Kosten legst - Neobank. Wenn du regelmäßig Bargeld einzahlst, einen Kontokorrentkredit benötigst oder persönliche Beratung schätzt - Filialbank.
Einen interessanten Mittelweg bieten FYRST (Tochter der Deutschen Bank) und die ING: Beide kombinieren die Vorteile einer Direktbank mit dem Rückhalt einer großen Bankgruppe. Das FYRST Gründerkonto bietet sogar einen Dispositionskredit (9,95 % p.a.) - das ist bei reinen Neobanken selten.
Geschäftskonto eröffnen: Schritt für Schritt
Rechtsform und Anbieter wählen
Prüfe, welche Konten für deine Rechtsform verfügbar sind. GmbH und UG brauchen ein Konto, das als Gründungskonto dient - nicht jede Neobank bietet das an.
Unterlagen bereithalten
Die benötigten Dokumente variieren je nach Rechtsform. Personalausweis ist immer Pflicht. Für GmbH/UG zusätzlich: Gesellschaftsvertrag und Handelsregisterauszug.
Online-Antrag ausfüllen
Bei Neobanken dauert der Antrag 5-10 Minuten. Persönliche Daten, Firmendaten und Geschäftszweck angeben.
Identität verifizieren
Video-Ident (sofort), Foto-Ident (Stunden) oder Post-Ident (Tage). Die meisten Neobanken setzen auf Video-Ident.
Konto aktivieren und nutzen
Bei Neobanken ist das Konto oft sofort nach der Verifizierung nutzbar. Bei GmbH/UG: Stammkapital einzahlen und Bestätigung an den Notar weiterleiten.
Seit Oktober 2025 müssen Banken bei SEPA-Überweisungen eine Empfängerüberprüfung durchführen (EU-Verordnung 2024/886) - dein Empfängername wird mit der IBAN abgeglichen, bevor die Überweisung ausgeführt wird. Das schützt vor Fehlüberweisungen, kann aber bei Erstüberweisungen an neue Geschäftspartner einen zusätzlichen Moment dauern.
Wichtig seit Januar 2025: Alle Unternehmen müssen E-Rechnungen empfangen und verarbeiten können (CEN EN 16931 Standard). Viele Geschäftskonten bieten bereits integrierte Rechnungstools - Finom, Holvi und Qonto gehören zu den Anbietern mit eingebauter E-Rechnungs-Funktion.
Benötigte Unterlagen nach Rechtsform
| Rechtsform | Dokumente |
|---|---|
| Freelancer/Einzelunternehmer | Personalausweis, Gewerbeanmeldung (falls vorhanden) |
| GbR | Personalausweise aller Gesellschafter, GbR-Vertrag |
| GmbH/UG | Personalausweis Geschäftsführer, Gesellschaftsvertrag, Handelsregisterauszug (oder Gründungsprotokoll) |
| OHG/KG | Personalausweise, Gesellschaftsvertrag, Handelsregisterauszug |
Häufige Fragen zum Geschäftskonto
Brauche ich als Freelancer ein Geschäftskonto?
Nein, als Freelancer bist du gesetzlich nicht verpflichtet, ein Geschäftskonto zu führen. Das Finanzamt akzeptiert es, wenn du dein Privatkonto geschäftlich nutzt - solange alle Buchungen nachvollziehbar sind. Allerdings empfehlen wir die Trennung: Die Steuererklärung wird einfacher, und viele Banken untersagen die geschäftliche Nutzung von Privatkonten in ihren AGB.
Kann ich mein Privatkonto geschäftlich nutzen?
Grundsätzlich ja, wenn deine Bank das in den AGB erlaubt und du kein Unternehmen mit Haftungsbeschränkung (GmbH, UG) führst. Allerdings riskierst du bei intensiver geschäftlicher Nutzung eine Ermahnung, eine automatische Umstellung auf ein Geschäftskonto (oft mit rückwirkenden Gebühren) oder im schlimmsten Fall die Kontokündigung.
Was passiert, wenn ich als GmbH kein Geschäftskonto eröffne?
Ohne Geschäftskonto kannst du als GmbH kein Stammkapital einzahlen und erhältst keine Handelsregistereintragung. Noch gravierender: Die fehlende Trennung von Privat- und Geschäftsvermögen kann zur Durchgriffshaftung führen - dann haftest du persönlich und unbeschränkt.
Welches Geschäftskonto ist das beste für Gründer?
Für Gründer empfehlen wir Finom Solo (0 EUR/Monat) als Einstieg oder Qonto Smart (19 EUR/Monat), wenn du ein Konto mit integrierter Buchhaltung und Rechnungserstellung suchst. Beide bieten Gründungskonten für GmbH und UG an.
Kann ich ein Geschäftskonto ohne deutsche Adresse eröffnen?
Bei den meisten Neobanken (Qonto, Finom, Kontist, Holvi) reicht ein Wohnsitz im EU-Raum. FYRST setzt hingegen einen deutschen Wohnsitz voraus. Prüfe die Anforderungen des jeweiligen Anbieters vor der Beantragung.
Wie schnell kann ich ein Geschäftskonto eröffnen?
Bei Neobanken dauert die Kontoeröffnung typischerweise 10-30 Minuten (Online-Antrag + Video-Ident). Das Konto ist oft sofort nutzbar. Bei Filialbanken rechne mit 3-7 Werktagen. Für GmbH-Gründungskonten kann es bei manchen Anbietern 1-2 Wochen dauern.
Sind die Kosten für ein Geschäftskonto steuerlich absetzbar?
Ja, sämtliche Kosten für dein Geschäftskonto sind als Betriebsausgabe absetzbar: Kontoführungsgebühren, Kartengebühren, Transaktionskosten, Gebühren für Echtzeitüberweisungen und sogar die Zinsen eines Kontokorrentkredits.
Was kostet ein Geschäftskonto?
Die Spanne reicht von 0 EUR/Monat (Finom Solo, FYRST Base, ING Geschäftskonto) bis 249 EUR/Monat für Premium-Pakete wie Finom Grow. Die meisten Geschäftskonten für Selbstständige und Kleinunternehmer kosten zwischen 9 und 25 EUR pro Monat (Stand: Juli 2026). Hinzu kommen ggf. Transaktionsgebühren je nach Anbieter und Tarif.
Welches Geschäftskonto ist das beste für eine GmbH?
Qonto, Finom und FYRST akzeptieren alle gängigen Rechtsformen inklusive GmbH und UG. Nach Capitalo Score liegt dort Finom Grow mit 103/140 Punkten vorn (249 EUR/Monat, alle Transaktionen inklusive). Preis-Leistungs-Tipp für kleinere GmbHs: Qonto Essential mit 83/140 Punkten, 29 EUR/Monat und 250 freien Buchungen. Wenn du einen Kontokorrentkredit brauchst, lohnt ein Blick auf das Trumpfkonto Business der Deutschen Skatbank (93/140 Punkte, Dispo 8,68 % p.a.).
Geschäftskonto ohne SCHUFA – geht das?
Ja, einige Anbieter verzichten auf eine SCHUFA-Abfrage bei der Kontoeröffnung. Finom, Qonto, Kontist und Holvi führen in der Regel keine SCHUFA-Prüfung durch, auch TIDE wirbt mit einer Kontoeröffnung ohne SCHUFA-Abfrage. Bei traditionellen Banken wie Commerzbank oder FYRST ist eine Bonitätsprüfung dagegen Standard. Beachte: KYC-Prüfungen (Identitätsverifizierung) sind bei allen Anbietern Pflicht – das ist gesetzlich durch das Geldwäschegesetz (GwG) vorgeschrieben.
So bewerten wir Geschäftskonten: Der Capitalo Score
Unsere Bewertungsmethodik
Warum wir anders bewerten
Die meisten Vergleichsportale zeigen dir Sternchen – aber nicht, wie sie entstehen. Wir machen das anders: Der Capitalo Score für Geschäftskonten ist eine eigene Bewertungsrubrik mit maximal 140 Punkten in 7 Kategorien, die wir für jede Produktkategorie individuell entwickelt haben.
Unser Versprechen:
- Transparent: Jede Bewertung ist nachvollziehbar
- Objektiv: Kriterien basieren auf messbaren Fakten
- Aktuell: Konditionen täglich aktualisiert, Bewertungskriterien und Gewichtung regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst
- Rechtlich fundiert: Berücksichtigung aller gesetzlichen Vorgaben
Von Punkten zu Sternen
Die Sterne ergeben sich aus der Punktzahl geteilt durch 140, mal 5. 112 Punkte sind also 4,0 Sterne.
Bewertungsskala (Schwellenwerte):
- 126 bis 140 Punkte: Hervorragend (ab 4,5 Sterne)
- 112 bis 125 Punkte: Sehr gut (ab 4,0 Sterne)
- 84 bis 111 Punkte: Gut (ab 3,0 Sterne)
- 70 bis 83 Punkte: Befriedigend (ab 2,5 Sterne)
- 48 bis 69 Punkte: Ausreichend (ab 1,7 Sterne)
- 28 bis 47 Punkte: Mangelhaft (ab 1,0 Sterne)
- unter 28 Punkte: Ungenügend
Bewertungskategorien
So setzt sich der Capitalo Score zusammen
Je mehr Punkte ein Produkt erreicht, desto besser die Bewertung.
7 Kategorien werden objektiv bewertet
Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.





