Du suchst ein Girokonto, das wirklich kostenlos ist – ohne Mindesteingang, ohne Sternchentexte, ohne böse Überraschungen auf dem Kontoauszug? Dann bist du hier richtig.
Grundsätzlich gilt: Die meisten Banken werben mit „kostenlosen Girokonten“, aber in Wirklichkeit sind viele nur dann gebührenfrei, wenn du regelmäßig 500 bis 1.000 EUR pro Monat einzahlst. Laut Verbraucherzentrale zahlen Deutsche durchschnittlich 125 EUR pro Jahr für ihr Girokonto – obwohl die Empfehlung bei maximal 60 EUR liegt. Für Studenten, Selbständige, Teilzeitbeschäftigte oder alle, die einfach ein Zweitkonto wollen, ist ein Konto mit Mindesteingang keine Lösung.
Wir haben die Girokonto-Landschaft in Deutschland in unserem Girokonto-Vergleich analysiert und klar getrennt: bedingungslos kostenlose Konten auf der einen Seite, bedingt kostenlose Konten auf der anderen. Dazu decken wir versteckte Kosten auf, die dir andere Vergleiche gerne verschweigen.
Die besten Girokonten ohne Mindesteingang im Vergleich
| Bank | Gebühr | Karte | Kostenlos abheben | Guthabenzins | Dispozins | Fremdwährung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| C24 Smart | 0 EUR | Mastercard Debit | 4x/Monat | 0,50 % p.a. | 7,49 % | 0 % |
| BBVA | 0 EUR | Visa Debit | ab 150 EUR | 0,50 % p.a. | – | 0 % |
| Trade Republic | 0 EUR | Visa Debit | ab 100 EUR | 2,00 % p.a. | – | 0 % |
| Santander BestKonto | 0 EUR | Visa Debit + KK | CashPool-Netz | – | 13,45 % | 1,85 % |
| N26 Standard | 0 EUR | Mastercard Debit | 2x/Monat | 0,25 % p.a. | 8,90 % | 1,70 % |
Alle diese Konten sind dauerhaft kostenlos – ohne Mindesteingang, ohne Gehaltsnachweis, ohne Altersgrenze.
Was bedeutet „ohne Mindesteingang“ wirklich?
Bedingungslos kostenlos vs. bedingt kostenlos
Der Unterschied ist entscheidend: Ein bedingungslos kostenloses Girokonto bleibt bei 0 EUR Kontoführung – egal, ob du 50 EUR oder 5.000 EUR pro Monat einzahlst. Ein bedingt kostenloses Konto hingegen wird kostenpflichtig, sobald du den Mindesteingang unterschreitest.
Definition: Als Mindesteingang (auch Mindestgeldeingang) bezeichnen Banken einen regelmäßigen monatlichen Geldeingang, den du auf deinem Konto haben musst, damit die Kontoführung kostenlos bleibt. Das kann ein Gehaltseingang, eine Rente oder jeder andere Geldeingang sein.
Hier ein konkretes Rechenbeispiel: Das DKB-Girokonto ist kostenlos bei 700 EUR monatlichem Geldeingang. Fällst du darunter, zahlst du 4,50 EUR pro Monat – also 54 EUR im Jahr. Bei der ING liegt die Schwelle sogar bei 1.000 EUR Gehaltseingang, sonst werden 4,90 EUR fällig (58,80 EUR pro Jahr).
Warum Banken Mindesteingang verlangen
Banken verdienen mit Gehältern, die auf Girokonten eingehen, auf mehreren Wegen: Sie können dir Kredite, Versicherungen und Anlageprodukte verkaufen. Wer regelmäßig Gehalt erhält, ist für die Bank ein profitabler Kunde. Daher der Anreiz: „Bring dein Gehalt zu uns, und wir schenken dir die Kontoführung.“
Direktbanken und Neobanken ohne Filialnetz haben deutlich niedrigere Kosten und können daher auf Mindesteingang verzichten.
Bedingungslos kostenlose Girokonten im Detail
C24 Smart – Der Allrounder
Das C24 Smart Konto verbindet kostenlose Kontoführung mit einem attraktiven Gesamtpaket. Du erhältst 0,50 % Guthabenzins auf bis zu 50.000 EUR und profitierst vom niedrigsten Dispozins im Vergleich: nur 7,49 % p.a.
Stärken:
- 4x pro Monat kostenlos abheben (Mastercard an allen Automaten + REWE, Penny, dm)
- 0 % Fremdwährungsgebühr
- Pockets (Unterkonten) für Sparziele
- 75 EUR Wechselbonus möglich
Beachten:
- Reine Online-Bank ohne Filialen
- Ab der 5. Abhebung: 2,00 EUR Gebühr
Wenn du einen unkomplizierten Allrounder suchst, der bei Guthabenzins und Dispozins überzeugt, ist C24 eine starke Wahl.
BBVA – Der Zins-Champion
Die spanische BBVA bietet ein dauerhaft kostenloses Girokonto ohne Mindesteingang. Dazu kommt ein Cashback-Programm mit 3 % Cashback für 6 Monate nach Kontoeröffnung.
Stärken:
- 0,50 % Guthabenzins p.a.
- 0 % Fremdwährungsgebühr weltweit
- 3 % Cashback für 6 Monate nach Kontoeröffnung
Beachten:
- Kostenlos abheben erst ab 150 EUR (darunter 2,00 EUR)
- Kein Dispositionskredit verfügbar
- Spanische Bank mit deutscher Einlagensicherung (bis 100.000 EUR)
Für Sparer, die Zinsen auf dem Girokonto wollen und selten kleine Beträge abheben, ist BBVA spannend.
Trade Republic – Zinsen plus Depot
Trade Republic kombiniert ein Girokonto mit 2 % Guthabenzins ohne Obergrenze und einem integrierten Depot. Das macht es besonders attraktiv für alle, die ohnehin investieren wollen.
Stärken:
- 2,00 % p.a. auf das gesamte Guthaben
- 0 % Fremdwährungsgebühr
- Kostenlose SEPA-Echtzeitüberweisungen
- Depot mit 1 EUR Ordergebühr
Beachten:
- Kostenlos abheben erst ab 100 EUR (darunter 1,00 EUR)
- Kein Dispokredit verfügbar
- Reine App-Bank, kein Desktop-Banking
Wenn du Girokonto und Depot aus einer Hand willst, ist Trade Republic die logische Wahl.
Santander BestKonto – Die Filialbank-Alternative
Das Santander BestKonto ist eine Besonderheit: Es ist eines der wenigen bedingungslos kostenlosen Girokonten einer Filialbank. Du bekommst Filialen vor Ort plus digitale Verwaltung.
Stärken:
- Kostenlose Kreditkarte inklusive (BestCard Basic)
- Bis zu 200 EUR Prämie (Kontowechsel + Empfehlung)
- CashPool-Automaten (~2.500) + Santander-Filialen
- 4x/Monat weltweit kostenlos mit Kreditkarte
Beachten:
- Dispozins: 13,45 % (relativ hoch)
- 1,85 % Fremdwährungsgebühr
- Girocard optional für 12 EUR/Jahr
Für alle, die nicht auf eine Filiale verzichten wollen und trotzdem keine Kontoführungsgebühren zahlen möchten, ist Santander die richtige Wahl.
N26 Standard – Der digitale Klassiker
N26 war einer der ersten Neobanken in Deutschland und bietet sein Standardkonto seit jeher ohne Bedingungen an. In unserem Girokonto-Test überzeugt das Konto vor allem durch die schnelle Eröffnung und die breite Bargeldversorgung über CASH26.
Stärken:
- Schnelle Kontoeröffnung per App (ca. 8 Minuten)
- CASH26: Bargeld bei REWE, Penny, dm ein- und auszahlen
- Unbegrenzt kostenlos im Euro-Ausland abheben
- Dispozins: 8,90 %
Beachten:
- Nur 2x/Monat kostenlos in Deutschland abheben (danach 2,00 EUR)
- 1,70 % Fremdwährungsgebühr
- Kein Desktop-Online-Banking (nur App)
N26 eignet sich gut als schnelles Zweitkonto oder für alle, die ihre Bankgeschäfte komplett mobil erledigen.
Beliebte Girokonten mit Mindesteingang
Nicht jeder braucht ein bedingungslos kostenloses Konto. Wenn du ein regelmäßiges Gehalt bekommst, können bedingt kostenlose Konten sogar die bessere Wahl sein – denn sie bieten oft mehr Leistung.
| Bank | Bedingung | Ohne Bedingung | Stärke |
|---|---|---|---|
| DKB | 700 EUR/Monat | 4,50 EUR/Mon. | Weltweit kostenlos abheben, 7,91 % Dispo |
| ING | 1.000 EUR Gehalt | 4,90 EUR/Mon. | Unbegrenzt abheben, 2,75 % Tagesgeld-Aktion |
| Consorsbank | 700 EUR/Monat | 4,00 EUR/Mon. | Kostenlose Visa + Girocard |
| Norisbank | 500 EUR/Monat | 3,90 EUR/Mon. | Echte Mastercard Kreditkarte |
Tipp: Falls du 700 EUR oder mehr pro Monat einzahlst, lohnt sich ein Blick auf DKB oder ING. Beide bieten weltweit kostenlose Bargeldabhebungen und niedrige Dispozinsen.
C24 vs. BBVA vs. Trade Republic: Welches Gratiskonto passt?
- C24 Smart: Am besten für den Alltag – 4x kostenlos abheben, 0 % Fremdwährung, niedrigster Dispozins (7,49 %). Ideal als Hauptkonto.
- BBVA: Am besten für Sparer – 0,50 % Guthabenzins p.a., 0 % Fremdwährungsgebühr. Nachteil: Mindestabhebung 150 EUR.
- Trade Republic: Am besten für Anleger – 2 % Zins ohne Limit plus Depot. Ideal, wenn du investieren und Banking kombinieren willst.
Versteckte Kosten bei „kostenlosen“ Girokonten
Auch bei Girokonten mit 0 EUR Kontoführung lauern Kosten, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Hier die wichtigsten:
Bargeldabhebungen: Mindestbetrag beachten
Viele Banken erlauben kostenlose Abhebungen erst ab einem Mindestbetrag:
| Bank | Mindestbetrag | Gebühr darunter |
|---|---|---|
| BBVA | 150 EUR | 2,00 EUR |
| Trade Republic | 100 EUR | 1,00 EUR |
| ING | 50 EUR | 1,95 EUR |
| N26 | kein Minimum | 2,00 EUR (ab 3. Abhebung) |
| C24 | kein Minimum | 2,00 EUR (ab 5. Abhebung) |
Fremdwährungsgebühren im Ausland
Wenn du außerhalb der Euro-Zone bezahlst oder Geld abhebst, fallen bei vielen Banken Aufschläge an:
| Bank | Gebühr |
|---|---|
| C24, BBVA, Trade Republic | 0 % |
| N26 Standard | 1,70 % |
| Santander | 1,85 % |
| ING | 2,20 % |
| DKB (ohne Aktivstatus) | 2,20 % |
Fazit: Wenn du regelmäßig im Ausland bezahlst, sparst du mit C24, BBVA oder Trade Republic am meisten.
Girocard vs. Debitkarte: Braucht man die noch?
Erklärung: Die Girocard (früher EC-Karte) ist die klassische deutsche Bankkarte, die vor allem an inländischen Terminals akzeptiert wird. Eine Debitkarte (Visa Debit oder Mastercard Debit) funktioniert international, wird aber von manchen deutschen Händlern noch nicht akzeptiert.
Immer mehr Banken liefern nur eine Visa- oder Mastercard-Debitkarte. Eine klassische Girocard ist bei Direktbanken selten inklusive. Das kann zum Problem werden: Einige Händler, Parkautomaten und Ärzte akzeptieren nur Girocard.
Allerdings: Die Akzeptanz von Visa/Mastercard Debit wächst stetig. Wer keine Girocard braucht, kann beruhigt auf Direktbanken setzen.
Girokonto ohne Mindesteingang eröffnen: So gehst du vor
Der Wechsel zu einem neuen Girokonto ist einfacher als gedacht. Seit dem Zahlungskontengesetz (ZKG) sind Banken gesetzlich verpflichtet, dir beim Kontowechsel zu helfen.
Schritt 1: Neues Konto eröffnen
Wähle dein neues Konto und eröffne es online. Die Identifizierung läuft per Video-Ident (ca. 5–10 Minuten) oder in der Filiale. Du brauchst nur deinen Personalausweis oder Reisepass.
Schritt 2: Kontowechselservice nutzen
Aktiviere den digitalen Kontowechselservice deiner neuen Bank. Dieser informiert automatisch alle Zahlungspartner (Vermieter, Versicherungen, Arbeitgeber) über deine neue IBAN.
Schritt 3: Parallelphase einplanen
Lass beide Konten für ca. 2–3 Monate parallel laufen. So stellst du sicher, dass alle Daueraufträge und Lastschriften reibungslos umgezogen sind.
Schritt 4: Altes Konto kündigen
Erst wenn du sicher bist, dass alles funktioniert, kündigst du das alte Konto. Dein altes Guthaben wird dann automatisch auf das neue Konto überwiesen.
Für wen eignet sich welches Konto?
| Situation | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Studenten & junge Leute | DKB oder ING | Bis 28 kostenlos, danach Gehaltsbedingung |
| Selbständige & Freiberufler | C24 Smart oder N26 | Kein Einkommensnachweis, schnelle Eröffnung |
| Vielreisende | BBVA oder Trade Republic | 0 % Fremdwährungsgebühr, weltweit kostenlos |
| Sparfüchse | C24 Smart | Guthabenzins + niedrigster Dispozins (7,49 %) |
| Filialbank-Fans | Santander BestKonto | Einziges bedingungslos kostenloses Filialkonto |
| Zweitkonto | N26 Standard | In 8 Minuten eröffnet, keine Bedingungen |
| Investoren | Trade Republic | 2 % Zinsen + Depot in einer App |
Gut zu wissen: Deine Rechte als Kontoinhaber
BaFin-Kontenvergleich
Seit Januar 2025 bietet die BaFin unter kontenvergleich.bafin.de einen neutralen, kostenlosen Vergleich von über 6.900 Girokonten-Modellen an. Der Vergleich verfolgt keine kommerziellen Interessen – anders als die meisten Vergleichsportale. Du kannst dort bis zu 20 Konten direkt vergleichen.
Basiskonto: Dein Recht auf ein Girokonto
Nach dem Zahlungskontengesetz (ZKG) hat jeder Verbraucher in der EU Anspruch auf ein Basiskonto – unabhängig von Bonität, Einkommen oder SCHUFA-Score. Die Bank muss innerhalb von zehn Geschäftstagen reagieren. Falls eine Bank dich unberechtigt ablehnt, kannst du dich kostenlos an die BaFin wenden.
Gebührenerhöhungen: Nicht einfach hinnehmen
Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Banken dürfen Gebührenerhöhungen nicht einfach unterstellen. Dein Schweigen gilt nicht als Zustimmung. Falls deine Bank die Konditionen verschlechtert, hast du das Recht, zu widersprechen oder zu wechseln. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, bei jeder Gebührenerhöhung die neuen Konditionen genau zu prüfen.
Häufig gestellte Fragen
Welches Girokonto ist wirklich kostenlos?
Wirklich kostenlos – also ohne Mindesteingang und ohne zeitliche Begrenzung – sind aktuell C24 Smart, BBVA, Trade Republic, Santander BestKonto und N26 Standard. Bei diesen Konten fällt dauerhaft keine Kontoführungsgebühr an, unabhängig davon, wie viel Geld du einzahlst.
Kann man ein Konto eröffnen ohne Gehaltseingang?
Ja, problemlos. Direktbanken wie N26, C24 oder BBVA verlangen keinen Gehaltseingang. Du brauchst nur einen gültigen Personalausweis und eine Meldeadresse in Deutschland. Die Eröffnung dauert bei den meisten Anbietern weniger als 15 Minuten.
Welche Bank ist völlig kostenlos?
Keine Bank ist „völlig kostenlos“ – auch bei Gratiskonten können Kosten für Bargeldabhebungen, Fremdwährung oder Zusatzkarten anfallen. Am nächsten an „völlig kostenlos“ kommt C24 Smart: 0 EUR Kontoführung, 0 % Fremdwährungsgebühr, 4x/Monat kostenlos abheben und 0,50 % Guthabenzins.
Bei welcher Bank brauche ich keine Kontoführungsgebühren bezahlen?
Bei folgenden Banken zahlst du keine Kontoführungsgebühren – ohne jede Bedingung: C24 Bank (Smart), BBVA, Trade Republic, Santander (BestKonto) und N26 (Standard). Bei DKB, ING und Consorsbank entfällt die Gebühr nur bei ausreichendem Geldeingang oder unter einem bestimmten Alter.
Gibt es ein Recht auf ein kostenloses Girokonto?
Nein, ein Recht auf ein kostenloses Girokonto gibt es nicht. Allerdings hast du nach dem Zahlungskontengesetz (ZKG) ein Recht auf ein Basiskonto – also ein Konto mit grundlegenden Funktionen wie Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlung. Dieses Basiskonto darf „angemessene“ Gebühren kosten, muss aber für jeden Verbraucher zugänglich sein.
Was ist besser: Konto ohne Mindesteingang oder mit?
Das hängt von deiner Situation ab. Wenn du regelmäßig 700 EUR oder mehr pro Monat einzahlst, bieten Konten mit Mindesteingang wie DKB oder ING oft bessere Zusatzleistungen (unbegrenzt abheben, niedrigere Dispozinsen). Wenn dein Einkommen schwankt oder du ein Zweitkonto suchst, ist ein bedingungslos kostenloses Konto die sichere Wahl.
Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.
