
Neuer SCHUFA-Score: 12 Kriterien, Skala & was sich ändert
Seit dem 17. März 2026 gilt der neue SCHUFA-Score. Statt über 100 undurchsichtiger Faktoren basiert er auf 12 klar definierten Kriterien und wird auf einer Punkteskala von 100 bis 999 bewertet – nicht mehr in Prozent. Verbraucher und Unternehmen sehen erstmals denselben Score. Die fünf Klassen reichen von „Hervorragend“ (776–999) bis „Ungenügend“ (offene Zahlungsstörungen). Du kannst deinen Score kostenlos im SCHUFA-Account oder über die bonify-App einsehen.
Wer einen Kredit beantragt, eine Wohnung mietet oder einen Handyvertrag abschließt, kommt an der SCHUFA nicht vorbei. Rund 68 Millionen Menschen in Deutschland haben einen SCHUFA-Eintrag – und seit dem 17. März 2026 wird ihre Bonität nach völlig neuen Regeln bewertet. Die SCHUFA hat ihren Score grundlegend reformiert: Statt über 100 undurchsichtiger Kriterien und verschiedener Branchen-Scores gibt es jetzt 12 klar definierte Kriterien und einen einzigen Score für alle.
In diesem Ratgeber erfährst du, wie der neue SCHUFA-Score funktioniert, welche 12 Kriterien ihn bestimmen und was du konkret tun kannst, um deinen Score zu verbessern. Wenn du gerade einen Kredit planst, findest du passende Angebote in unserem Kredit Vergleich.
Was hat sich beim SCHUFA-Score geändert?
Die Reform ist die größte Umstellung in der Geschichte der SCHUFA. Sie wurde durch ein EuGH-Urteil von Dezember 2023 angestoßen, das mehr Transparenz bei automatisierten Bonitätsbewertungen forderte (Art. 22 DSGVO). Hier die wichtigsten Änderungen:
Punkte statt Prozent: Die neue Skala 100–999
Früher lag der SCHUFA-Basisscore zwischen rund 0 und 100 Prozent. Das Problem: Die Prozentwerte waren schwer zu interpretieren. Der Unterschied zwischen 90 % und 95 % wirkte gering, war aber in der Praxis erheblich.
Der neue Score verwendet eine Punkteskala von 100 bis 999. Jedes der 12 Kriterien trägt eine definierte Punktzahl bei, die zusammen den Gesamtscore ergeben. Das macht die Bewertung greifbarer – du siehst genau, wie viele Punkte du in jedem Bereich hast und wo Verbesserungspotenzial liegt.
Ein Score für alle: Verbraucher und Unternehmen sehen dasselbe
Bisher gab es neben dem Basisscore sechs verschiedene Branchen-Scores – einen für Banken, einen für Telekommunikation, einen für den Handel und so weiter. Das führte dazu, dass du bei unterschiedlichen Anfragen unterschiedliche Bewertungen hattest, ohne es nachvollziehen zu können.
Seit März 2026 gibt es einen einzigen Score. Egal ob deine Bank, dein Vermieter oder ein Online-Händler deinen Score abfragt – alle sehen dieselbe Zahl. Allerdings läuft die Umstellung schrittweise: Unternehmen haben eine Übergangsfrist bis Ende 2028, um ihre Systeme anzupassen. Stand März 2026 nutzen etwa 25 % der SCHUFA-Geschäftskunden bereits den neuen Score.
Die 5 Score-Klassen im Überblick
Der neue Score wird in fünf Klassen eingeteilt, die dir auf einen Blick zeigen, wie deine Bonität eingeschätzt wird:
| Score-Klasse | Punktebereich | Bedeutung | Anteil der Bevölkerung |
|---|---|---|---|
| Hervorragend | 776–999 | Geringes Ausfallrisiko | ~62 % |
| Gut | 709–775 | Durchschnittliches Risiko | ~20 % |
| Akzeptabel | 642–708 | Leicht erhöhtes Risiko | ~10 % |
| Ausreichend | 100–641 | Deutlich erhöhtes Risiko | ~8 % |
| Ungenügend | Kein Score | Offene Zahlungsstörungen | <1 % |
Für günstige Kreditkonditionen solltest du mindestens in der Klasse „Gut“ (ab 709 Punkte) liegen. Bei „Hervorragend“ bekommst du in der Regel die besten Zinsen. Nur 0,03 % der Bevölkerung erreicht den theoretischen Höchstwert von 999 Punkten.
Die 12 Kriterien des neuen SCHUFA-Scores
Hier wird es konkret. Jedes Kriterium hat eine definierte Maximalpunktzahl. In Summe ergeben sie die 999 Punkte des Höchstscores:
| # | Kriterium | Max. Punkte | Anteil |
|---|---|---|---|
| 1 | Zahlungsstörungen | 264 | 26,4 % |
| 2 | Alter des ältesten Bankvertrags | 69 | 6,9 % |
| 3 | Alter der ältesten Kreditkarte | 81 | 8,1 % |
| 4 | Alter der aktuellen Adresse | 94 | 9,4 % |
| 5 | Alter des jüngsten Rahmenkredits | 36 | 3,6 % |
| 6 | Anfragen Girokonten & Kreditkarten (12 Mo.) | 117 | 11,7 % |
| 7 | Anfragen außerhalb Bankenbereich (12 Mo.) | 99 | 9,9 % |
| 8 | Aufgenommene Ratenkredite (12 Mo.) | 66 | 6,6 % |
| 9 | Längste Restlaufzeit Ratenkredite | 61 | 6,1 % |
| 10 | Kreditstatus | 19 | 1,9 % |
| 11 | Immobilienkredit | 55 | 5,5 % |
| 12 | Identitätsprüfung | 38 | 3,8 % |
| Gesamt | 999 | 100 % |
Zahlungsstörungen: Das schwerste Kriterium (264 Punkte)
Mit 264 von 999 möglichen Punkten ist die Zahlungshistorie der mit Abstand wichtigste Faktor. Wer in den vergangenen drei Jahren keine Zahlungsstörung hatte, erhält die vollen 264 Punkte. Bei offenen, unbezahlten Forderungen wird hingegen gar kein Score berechnet – du fällst automatisch in die Klasse „Ungenügend“.
Die Abstufungen sind differenziert: Eine erledigte Zahlungsstörung bringt 100 Punkte. Wurde sie vor mehr als einem Jahr beglichen, gibt es 135 Punkte. Nach zwei Jahren sind es 152 Punkte. Nach drei Jahren wird der Eintrag komplett gelöscht, und du erhältst wieder die vollen 264 Punkte.
Anfragen & Kontoeröffnungen (117 + 99 Punkte)
Zwei Kriterien bewerten, wie oft du in den letzten 12 Monaten neue Konten, Kreditkarten oder Verträge abgeschlossen hast:
- Bankenbereich (Girokonten, Kreditkarten): Keine Anfragen = 117 Punkte, eine Anfrage = 82 Punkte, zwei = 44 Punkte, drei oder mehr = 0 Punkte
- Außerhalb Bankenbereich (Telekommunikation, Online-Handel): Keine Anfragen = 99 Punkte, eine = 99 Punkte, zwei = 71 Punkte, drei = 40 Punkte, vier oder mehr = 0 Punkte
Adresse, Kontoalter & Kreditkartenalter
Drei Kriterien belohnen Stabilität und lange Finanzbeziehungen:
- Alter der aktuellen Adresse (max. 94 Punkte): 15+ Jahre am selben Wohnort bringen die volle Punktzahl. Unter 6 Monaten gibt es null Punkte.
- Alter des ältesten Bankvertrags (max. 69 Punkte): 20+ Jahre Bankbeziehung ergeben das Maximum. Unter 3 Monaten gibt es null Punkte.
- Alter der ältesten Kreditkarte (max. 81 Punkte): 15+ Jahre Kreditkartenhistorie bringen die vollen Punkte. Unter 1 Jahr gibt es null Punkte.
Diese Kriterien können junge Menschen strukturell benachteiligen – wer gerade erst 18 geworden ist, kann hier schlicht noch keine lange Historie vorweisen, egal wie verantwortungsvoll er mit Geld umgeht.
Kredite & Immobilien
- Aufgenommene Ratenkredite (max. 66 Punkte): Kein neuer Ratenkredit in den letzten 12 Monaten = 66 Punkte. Ein Kredit = 48, zwei = 32, drei oder mehr = 0.
- Längste Restlaufzeit (max. 61 Punkte): Kredite mit unter 3 Jahren Restlaufzeit oder kein laufender Kredit bringen die vollen 61 Punkte. Längere Laufzeiten reduzieren die Punktzahl.
- Kreditstatus (max. 19 Punkte): Vollständig zurückgezahlte Kredite bringen 19 Punkte – mehr als ein laufender Kredit (0 Punkte).
- Immobilienkredit (max. 55 Punkte): Wer eine Immobilienfinanzierung hat, erhält 55 Bonus-Punkte. Die Logik: Immobilienkreditnehmer durchlaufen eine strenge Bonitätsprüfung und haben starken Anreiz, ihre Zahlungen einzuhalten.
Identitätsprüfung: 38 einfache Punkte
Das zwölfte Kriterium ist der einfachste Score-Boost: Wer seine Identität bei der SCHUFA verifiziert hat (per eID oder Post-PIN), erhält 38 Punkte. Ohne Prüfung gibt es null Punkte. Das lohnt sich in wenigen Minuten.
SCHUFA-Score kostenlos abfragen: So gehts
Du kannst deinen neuen Score über drei Wege kostenlos einsehen:
1. SCHUFA-Account (app.schufa.de)
Der direkteste Weg. Du registrierst dich mit E-Mail und Passwort, verifizierst deine Identität (per eID oder Post-PIN) und siehst sofort deinen Score mit der Aufschlüsselung nach allen 12 Kriterien. Dazu gibt es einen Score-Simulator, mit dem du testen kannst, wie sich bestimmte Aktionen auf deinen Score auswirken würden.
2. bonify-App
bonify ist eine SCHUFA-Tochter und bietet kostenlosen Zugang zu deinem Score über eine Smartphone-App (iOS und Android). Du siehst denselben Score wie im SCHUFA-Account, plus Benachrichtigungen bei Änderungen.
3. Datenkopie nach Art. 15 DSGVO
Du hast gesetzlichen Anspruch auf eine kostenlose Datenkopie aller bei der SCHUFA gespeicherten Informationen. Diese kannst du direkt bei der SCHUFA anfordern. Die Zustellung erfolgt per Post und dauert ein bis vier Wochen.
SCHUFA-Score verbessern: 5 konkrete Tipps
Grundsätzlich gilt: Der neue Score macht es einfacher, gezielt an der eigenen Bonität zu arbeiten, weil du jetzt siehst, wo Punkte fehlen. Hier die wirksamsten Hebel:
- Zahlungsstörungen sofort klären – Mit 264 Punkten das wichtigste Kriterium. Offene Forderungen schnell begleichen. Innerhalb von 100 Tagen erledigte Störungen werden bereits nach 18 statt 36 Monaten gelöscht.
- Identitätsprüfung durchführen – 38 Punkte für wenige Minuten Aufwand. Einfach im SCHUFA-Account per eID oder Post-PIN verifizieren.
- Alte Konten und Kreditkarten behalten – Kontoalter und Kreditkartenalter bringen bis zu 69 bzw. 81 Punkte. Kündige alte Konten nicht leichtfertig – die lange Historie ist wertvoll.
- Kreditanfragen bündeln – Dank der 28-Tage-Regel zählen mehrere Anfragen innerhalb eines Monats als eine. Wenn du Kredite vergleichst, mache alle Anfragen innerhalb von vier Wochen.
- Stabile Wohnadresse beibehalten – Mit bis zu 94 Punkten ein gewichtiges Kriterium. Häufige Umzüge können den Score drücken.
Was der neue Score für Kreditnehmer bedeutet
Wenn du einen Kredit aufnehmen möchtest, ändert der neue Score einiges. Die Transparenz hilft dir: Du weißt jetzt vor der Kreditanfrage, wie dein Score aussieht und in welcher Klasse du liegst. Banken mit dem neuen Score sehen dieselbe Zahl wie du – keine Überraschungen mehr durch unterschiedliche Branchen-Scores.
Allerdings ist die Umstellung noch nicht abgeschlossen. Manche Banken arbeiten bis Ende 2028 mit dem alten Score-System. Wenn dein Kreditantrag abgelehnt wird, lohnt es sich, beim Anbieter nachzufragen, welchen Score er verwendet.
Die 28-Tage-Bündelungsregel ist besonders relevant für Kreditnehmer: Du kannst bei mehreren Banken gleichzeitig Angebote einholen, ohne deinen Score zu ruinieren – solange du die Anfragen innerhalb eines Monats bündelst. Nutze diese Möglichkeit, um die besten Konditionen zu finden.
Wenn du nach dem passenden Kredit suchst, vergleiche die Angebote in unserem Kredit Vergleich. So siehst du auf einen Blick, welche Konditionen für dich möglich sind.

Geprüft und freigegeben von
Alexander Senger
Gründer & Geschäftsführer
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.
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