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Lexikon: BereitstellungszinsenAktualisiert: 8. Mai 2026
Kurz & knapp: Bereitstellungszinsen sind eine Gebühr, die die Bank dir für den noch nicht abgerufenen Teil deines Darlehens berechnet — typischerweise 0,20 bis 0,25 % pro Monat. Sie greifen meist ab dem 6. bis 12. Monat nach Zusage und sind besonders bei Neubauten relevant, weil dort in Tranchen ausgezahlt wird.

Was sind Bereitstellungszinsen?

Wenn die Bank dir 400.000 € für deinen Neubau zusagt, du aber wegen des Baufortschritts erst 150.000 € abgerufen hast, dann ruhen die restlichen 250.000 € — die Bank hält das Geld für dich bereit. Genau dafür berechnet sie dir die Bereitstellungszinsen. Sie sind also keine Strafe, sondern ein Entgelt dafür, dass die Bank das Geld nicht anderweitig verleihen kann.

Die Höhe ist marktüblich standardisiert: 0,25 % pro Monat auf den noch nicht abgerufenen Betrag — was 3,0 % pro Jahr entspricht. Manche Banken liegen mit 0,20 %/Monat (= 2,4 % p.a.) etwas darunter. Die genauen Konditionen findest du in deinem Darlehensvertrag und im Europäischen Standardisierten Merkblatt (ESIS).

Ab wann greifen Bereitstellungszinsen?

Hierbei lohnt sich genaues Hinsehen. Banken gewähren dir eine sogenannte bereitstellungszinsfreie Zeit, in der noch keine Gebühren anfallen. Diese Frist variiert deutlich:

Bank-TypBereitstellungszinsfreie ZeitDanach typisch
Standard-Angebot3 bis 6 Monate0,25 % / Monat
Verhandelt / guter Bonität6 bis 12 Monate0,25 % / Monat
Neubau-Spezialist12 bis 24 Monate0,20 % / Monat

Daher gilt: Wer einen Neubau plant, sollte die bereitstellungszinsfreie Zeit aktiv verhandeln. Bei einem Bauvorhaben, das 18 Monate dauert, kann der Unterschied zwischen 6 und 12 Monaten freier Zeit schnell vierstellig werden.

Rechenbeispiel: Was kostet das konkret?

Stell dir vor, du baust ein Haus und hast ein Darlehen über 400.000 €. Nach 12 Monaten bereitstellungszinsfreier Zeit sind erst 200.000 € abgerufen — die restlichen 200.000 € liegen auf der Bank.

PositionWert
Nicht abgerufenes Darlehen200.000 €
Bereitstellungszins pro Monat0,25 %
Kosten pro Monat500 €
Über 6 weitere Monate3.000 €

500 € pro Monat — und das parallel zur regulären Tilgung deiner bereits abgerufenen Tranche. Das tut weh, vor allem in der ohnehin kostenintensiven Bauphase.

Verhandlungstipps für Bereitstellungszinsen

Hier kannst du aktiv sparen. Bereitstellungszinsen sind verhandelbar — anders als der Sollzins, bei dem die Bank fest bei ihrer Marge bleibt.

Drei konkrete Hebel:
• Bereitstellungszinsfreie Zeit verlängern: Statt 6 Monate frei → 12 Monate frei verhandeln. Bei realistischer Bauzeit das wichtigste Argument.
• Höheren Sollzins akzeptieren: Manche Banken bieten +0,05 PP Sollzins gegen 12 Monate freie Zeit — bei langen Bauzeiten oft günstiger.
• Mehrere Angebote einholen: Banken sind flexibel, sobald sie sehen, dass du andere Angebote auf dem Tisch hast.

Konkret hilft dir hier ein unabhängiger Baufinanzierungs-Vergleich, um die Bandbreite der Konditionen zu sehen. Bei einer späteren Anschlussfinanzierung spielt das Thema in der Regel keine Rolle mehr, weil dort die Auszahlung in einem Schritt erfolgt. Auch die aktuelle Zinslage beeinflusst, wie offensiv Banken bei Bereitstellungszinsen verhandeln.

Hinweis: Diese Erklärung ersetzt keine individuelle Finanzierungsberatung. Die genauen Konditionen unterscheiden sich je nach Bank, Bonität und Bauvorhaben. Stand: Mai 2026.

Synonyme

BereitstellungszinsBereitstellungsentgelt
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