Kurz und knapp: Baufinanzierung bedeutet, dass du dir Geld für Hauskauf oder -bau leihst und über 10–30 Jahre zurückzahlst. Aktuelle Bauzinsen liegen im Mai 2026 bei 3,49–4,20 % effektiv (10 Jahre Zinsbindung, 80 % Beleihung). Entscheidend für deinen Zinssatz sind Eigenkapital, Bonität und Beleihungsauslauf. Wer aus über 400 Anbietern vergleicht, spart über die Laufzeit oft fünfstellige Beträge.
Du planst den Kauf einer Eigentumswohnung, den Bau eines Hauses oder die Anschlussfinanzierung eines bestehenden Darlehens? Dann steht dir die wichtigste Finanzierungsentscheidung deines Lebens bevor. Und ja, das klingt dramatisch — aber bei einer Baufinanzierung über 350.000 EUR und 25 Jahre Laufzeit machen 0,3 Prozentpunkte beim Zins schnell einen Unterschied von 25.000 EUR aus. Geld, das du lieber in deine Küche, Photovoltaik oder einfach das Leben steckst.
Diese Seite ist dein Hub: Hier bekommst du die wichtigsten Antworten auf einen Blick — von aktuellen Zinsen über die fünf größten Anbieter bis zu KfW-Förderung und Anschlussfinanzierung. Für jede Detailfrage verlinken wir auf die passende Tiefenseite.
Eines vorweg: Wir verkaufen dir nichts. Wir vergleichen für dich aus über 400 Anbietern und zeigen dir die echten Konditionen — keine „ab"-Werbezinsen, keine Registrierungswand. Stand: Mai 2026.
Eine Baufinanzierung ist ein langfristiges Darlehen, das du speziell für den Kauf, Bau oder die Modernisierung einer Immobilie aufnimmst. Anders als beim klassischen Ratenkredit ist das Darlehen durch eine Grundschuld auf der finanzierten Immobilie abgesichert — du gibst der Bank also ein dingliches Sicherungsrecht. Im Fachjargon heißt das Immobiliar-Verbraucherdarlehensvertrag und ist in §§ 491a ff. BGB geregelt.
Grundsätzlich gilt: Eine Baufinanzierung ist günstiger als ein Konsumkredit, weil das Risiko für die Bank durch die Grundschuld kleiner ist. Aktuell liegt der Zinsunterschied bei rund vier bis zehn Prozentpunkten — ein Ratenkredit kostet 6–12 % Effektivzins, eine Baufinanzierung 3,5–4,5 %. Dafür ist die Baufinanzierung deutlich aufwendiger: Bonitätsprüfung, Objektbewertung, Notar, Grundbuch.
Die Bank überweist dir den vereinbarten Darlehensbetrag — meistens direkt an den Notar oder Bauträger. Du zahlst monatlich eine Annuität zurück: einen festen Betrag, der sich aus Zinsen und Tilgung zusammensetzt. Solange der Sollzinssatz festgeschrieben ist, bleibt deine Rate gleich. Mit jeder Rate sinkt der Zinsanteil, der Tilgungsanteil steigt. Nach Ablauf der Sollzinsbindung — meist 10, 15 oder 20 Jahre — verhandelst du den Restbetrag neu (Anschlussfinanzierung).
Ein konkretes Beispiel: Du finanzierst 350.000 EUR zu 3,9 % Sollzins, 2 % Anfangstilgung, 10 Jahre Bindung. Deine Monatsrate beträgt rund 1.720 EUR. Davon entfallen im ersten Monat etwa 1.138 EUR auf Zinsen und 582 EUR auf die Tilgung. Nach zehn Jahren ist die Schuld auf etwa 280.000 EUR gesunken — die restlichen 80 Prozent finanzierst du dann zu den dann gültigen Bedingungen weiter.
Banken vergeben Baufinanzierungen an Verbraucher mit:
Wenn du als Selbstständige oder Freelancer arbeitest, brauchst du mehr Geduld und mehr Unterlagen — aber Baufinanzierung ist auch dann möglich. Hier ist der Vergleich besonders wichtig, weil die Anbieter sehr unterschiedlich auf unregelmäßige Einkommen reagieren.
Hingegen einem klassischen Ratenkredit hat die Baufinanzierung drei zentrale Eigenheiten:
| Merkmal | Baufinanzierung | Konsumkredit |
|---|---|---|
| Zinsniveau | 3,5–4,5 % effektiv | 6–12 % effektiv |
| Laufzeit | 20–35 Jahre | 1–7 Jahre |
| Sicherheit | Grundschuld auf Immobilie | nur Bonität |
| Sollzinsbindung | 5–30 Jahre | feste Laufzeit |
| Vorfälligkeit | bis zu 1 % der Restschuld | max. 1 % bzw. 0,5 % |
Wer also Geld für ein Haus braucht, sollte niemals einen Ratenkredit nehmen — der Aufwand der Baufinanzierung lohnt sich finanziell jedes Mal.
Die Zinsfrage ist die emotionalste in jeder Baufinanzierung. Verständlich: Bei 350.000 EUR Darlehen kostet jeder Zehntelprozentpunkt über 10 Jahre rund 1.700 EUR. Hier deshalb die ehrlichen Zahlen — keine Lockzinsen, sondern realistische aktuelle Bauzinsen aus unserem Vergleich.
Laut der MFI-Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank lag der gewichtete Durchschnittszins für neue Wohnungsbaukredite an private Haushalte im März 2026 bei 3,35 % p.a. Für Kredite mit Zinsbindung über zehn Jahre waren es 3,24 % — das entspricht einem Sollzinssatz, nicht dem höheren Effektivzins.
In unserem Vergleich aus über 400 Anbietern bewegt sich der Effektivzins für die Standardkonstellation (350.000 EUR, 80 % Beleihung, 2 % Tilgung, 10 Jahre Zinsbindung) im Mai 2026 zwischen 3,49 % und 4,20 %. Du siehst: Selbst innerhalb des regulären Marktes sind 0,7 Prozentpunkte Spielraum drin. Das sind über 10 Jahre rund 11.500 EUR Unterschied bei einem 350.000-EUR-Darlehen.
Spannend ist der aktuelle Marktkontext: Laut Statistischem Bundesamt wurden im Februar 2026 in Deutschland 22.200 Wohnungen genehmigt — plus 24,1 % gegenüber Februar 2025. Die Neubau-Nachfrage zieht also wieder an, was den Wettbewerb der Banken um qualifizierte Käufer verschärft. Für dich: gute Verhandlungsposition.
Es gibt nicht „den einen Bauzins". Dein persönlicher Effektivzins hängt von vier Stellschrauben ab:
1. Beleihungsauslauf. Je weniger du im Verhältnis zum Kaufpreis finanzierst, desto günstiger wird's. Ein Beleihungsauslauf von 50 % ist deutlich günstiger als 90 %. Beispiel aus dem aktuellen Markt: Bei einem Darlehen ab 150.000 EUR und 10 Jahren Zinsbindung kostet die 60-%-Finanzierung etwa 3,77 % Sollzins — die 95-%-Finanzierung dagegen 4,36 %. Das sind 0,59 Prozentpunkte Aufschlag, nur weil du weniger Eigenkapital einbringst.
2. Bonität. Schufa-Score, Einkommen, Beschäftigungsverhältnis. Wer einen unbefristeten Vertrag hat und seit fünf Jahren beim selben Arbeitgeber ist, wird deutlich besser eingestuft als jemand in der Probezeit.
3. Sollzinsbindung. Die Bindungsdauer ist eine Wette auf die Zukunft. Aktuell ist die Zinskurve relativ flach — fünf Jahre Bindung sind nur unwesentlich günstiger als zehn. Wer in unsicheren Zeiten Planungssicherheit will, nimmt 15 oder 20 Jahre.
4. Anbieter. Direktbanken, Vermittler und Filialbanken kalkulieren unterschiedlich. Vermittler haben oft Zugriff auf Sonderkonditionen einzelner Bankpartner — Filialbanken bieten dafür persönlichen Service vor Ort.
Im Frühjahr 2025 lagen die Bauzinsen für 10 Jahre Zinsbindung im Mittel bei rund 3,2 %. Bis April 2026 stiegen sie auf knapp unter 4 % an. Stand 27. April 2026 meldet Stiftung Warentest einen Marktdurchschnitt von 3,97 % effektiv für eine 80-%-Finanzierung mit 10 Jahren Bindung — leicht unter dem Vormonat. Das deutet auf eine gewisse Beruhigung nach der Anstiegsphase hin.
Was bedeutet das für dich? Wenn du jetzt finanzierst, sicherst du dir keinen historischen Tiefststand, aber auch kein Hoch. Eine Zinsprognose für die kommenden Monate findest du in unserem Ratgeber.
Hier wird's konkret. Statt Marketingversprechen zeigen wir dir die fünf wichtigsten Anbieter mit echten Effektivzinsen für die Standardkonstellation. Stand: 04.05.2026, 350.000 EUR Darlehen, 80 % Beleihung, 2 % Tilgung, 10 Jahre Zinsbindung.
| Anbieter | Effektivzins 10J | Monatsrate (ca.) | Profil |
|---|---|---|---|
| Dr. Klein | 3,65–3,69 % | 1.510–1.640 EUR | Vermittler mit über 600 Beratern, Top-Partnerbank-Konditionen |
| Marktführender Vermittler | 3,72–3,80 % | rund 1.550 EUR | Zugriff auf über 500 Banken, beleihungsabhängig |
| Baufi24 | 3,82 % (Schnitt) | rund 1.580 EUR | Calculator-first, Konditionsband 3,5–4,0 % |
| DKB | 3,67–3,77 % | rund 1.510 EUR | Direktbank, bundesweit verfügbar |
| ING | 3,90–4,20 % | rund 1.600 EUR | Direktbank, Konditionsanpassung März 2026 |
Stand: Mai 2026. Konditionen abhängig von Bonität, Beleihungsauslauf und Postleitzahl. Repräsentative Beispiele im Vergleichs-Tool.
Hier gibt es einen entscheidenden Faktor: Wer wo welchen Vorteil hat.
Direktbanken (DKB, ING) vergeben Konditionen aus eigener Kalkulation. Du kommunizierst online und über Hotline, bekommst tagesaktuelle Standard-Konditionen, hast aber wenig Verhandlungsspielraum. Vorteil: Transparenz und Geschwindigkeit. Nachteil: Wenn dein Profil vom Standard abweicht — etwa bei Selbstständigkeit, Auslandseinkommen oder ungewöhnlichen Objekten —, lehnt die Direktbank schneller ab als ein Vermittler.
Vermittler (Dr. Klein, Baufi24, der marktführende Vermittler in unserer Tabelle) vergleichen für dich Hunderte Banken und gewinnen dir Spezial-Konditionen einzelner Partnerbanken. Sie verdienen Provision von der finanzierenden Bank, nicht von dir. Klingt verdächtig — ist aber Standard im Markt und durch § 18a KWG transparent geregelt. Die Beratung selbst ist für dich kostenlos.
Filialbanken (Sparkasse, Volksbank, Commerzbank) bieten Beratung vor Ort. Du sitzt mit jemandem zusammen, der dein Bauvorhaben kennt. Dafür sind die Konditionen fast immer schlechter als bei Direktbanken oder Vermittlern — der persönliche Service kostet. Sinnvoll vor allem bei sehr individuellen Vorhaben oder wenn du eine bestehende Beziehung zu deiner Hausbank pflegst.
Grundsätzlich gilt:
Bevor du eine Entscheidung triffst: Lass dir mindestens drei Angebote machen. Eine Konditionsanfrage ist kein Kreditantrag und beeinflusst deinen Schufa-Score nicht.
Drei Stellschrauben, die deine Monatsrate und deine Gesamtkosten bestimmen. Hier die Entscheidungslogik.
Faustregel: 20–30 % des Kaufpreises plus Nebenkosten. Realistisch betrachtet ist das selten. Viele junge Familien finanzieren mit 10–15 % Eigenkapital und tragen damit gerade die Kaufnebenkosten — Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, eventuell Makler. Banken nennen das eine „100-Prozent-Finanzierung" (das gesamte Objekt wird finanziert, du zahlst nur die Nebenkosten).
Geht auch ohne jegliches Eigenkapital? Ja, ohne Eigenkapital finanzieren ist möglich — dann redet man von Vollfinanzierung oder 110-%-Finanzierung. Du zahlst dafür einen Aufschlag von rund 0,5 Prozentpunkten und brauchst eine sehr gute Bonität.
Was zählt überhaupt als Eigenkapital? Bargeld auf dem Tagesgeld, Aktiendepot (mit Sicherheitsabschlag), Bausparguthaben, Wertpapiere, ein bezahltes Grundstück, Eigenleistung beim Bau („Muskelhypothek") — bis zu einer von der Bank festgelegten Obergrenze.
Die Anfangstilgung bestimmt, wie schnell du das Darlehen abbezahlst. Bei 1 % Tilgung und 4 % Zins läuft die Finanzierung über 40 Jahre — das willst du nicht. Bei 3 % Tilgung sind es etwa 25 Jahre. Bei 4 % Tilgung etwa 19 Jahre.
Aktueller Standard: mindestens 2 %, besser 3 % Anfangstilgung. Höhere Tilgung bedeutet höhere Monatsrate, aber deutlich niedrigere Zinslast über die Laufzeit. Beispiel: Bei 350.000 EUR und 4 % Sollzins bedeutet 2 % Tilgung eine Rate von 1.750 EUR — bei 3 % Tilgung sind es 2.042 EUR. Mehrkosten: rund 290 EUR/Monat. Spareffekt: rund 65.000 EUR Zinsen über die gesamte Laufzeit.
Tipp: Vereinbare ein Sondertilgungsrecht von mindestens 5 % p.a. Damit kannst du jährlich einen Bonus, eine Steuerrückzahlung oder eine Erbschaft direkt in deine Sondertilgung stecken — ohne Vorfälligkeitsentschädigung.
Die Sollzinsbindung ist deine Wette auf die Zukunft. Aktuell ist die Zinskurve relativ flach — die Zinsdifferenz zwischen 5 und 20 Jahren Bindung liegt oft bei nur 0,7–0,9 Prozentpunkten.
| Zinsbindung | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| 5 Jahre | niedrigster Zins | hohes Zinsänderungs-Risiko bei Anschlussfinanzierung |
| 10 Jahre | guter Mittelweg | nach 10 Jahren sind 50 % der Schuld noch offen |
| 15 Jahre | mehr Planungssicherheit | leicht höherer Zins |
| 20 Jahre | maximale Sicherheit | höchster Zins, aber Sondertilgung möglich |
Wichtige Sonderregel: Nach zehn Jahren hast du laut § 489 BGB das gesetzliche Recht, deine Baufinanzierung mit sechsmonatiger Frist zu kündigen — egal, was im Vertrag steht. Eine 20-jährige Bindung ist also nie eine echte 20-Jahre-Falle.
Wer länger bindet, sollte sich das Annuitätendarlehen und den genauen Effektivzins im Glossar ansehen — beide Begriffe sind essenziell, um Angebote zu vergleichen.
Der Staat unterstützt Wohneigentum mit zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen. Wer sie kennt und kombiniert, holt sich oft fünfstellige Vorteile. Eine vollständige Übersicht findest du auf der Sub-Page KfW-Förderung.
Die staatliche KfW Bankengruppe fördert Bauen, Kaufen und Sanieren mit zinsgünstigen Darlehen. Du beantragst sie nicht direkt bei der KfW, sondern über deine Hausbank oder den Vermittler. Aktuell sind im Mai 2026 vor allem fünf Programme relevant:
Wichtig: KfW-Mittel werden bei der Berechnung des Beleihungsauslaufs mit einbezogen. Sie reduzieren also nicht automatisch deinen Beleihungsauslauf.
Wohn-Riester ist die staatlich geförderte Variante, bei der Riester-Beiträge in die Tilgung eines Wohnkredits fließen. Du bekommst die Grundzulage (175 EUR/Jahr) und Kinderzulagen (300 EUR/Jahr pro nach 2008 geborenem Kind). Steuerlich absetzbar bis 2.100 EUR/Jahr. Nachteil: Im Rentenalter wird das geförderte Wohneigentum nachgelagert besteuert. Lohnt sich vor allem für Familien mit mehreren Kindern und hohem Steuersatz.
Der Bausparvertrag ist nicht tot — er wird oft falsch verkauft. Sinnvoll ist er als Anschlussfinanzierung-Sicherung: Du sparst heute zu einem festen Zins an, hast nach der Zuteilung Anspruch auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen. Damit sicherst du dir heute die Zinsen für deine Anschlussfinanzierung in zehn Jahren. Allerdings nur dann sinnvoll, wenn du erwartest, dass die Zinsen bis dahin höher liegen als der Bausparzins — sonst verschenkst du Rendite.
Spätestens nach 10–20 Jahren steht jeder Baufinanzierer vor der Frage: Was passiert mit der Restschuld?
Nach Ende der Sollzinsbindung hast du drei Optionen:
Wichtig: 6–12 Monate vor Ablauf solltest du die Vergleichsangebote einholen — nicht erst bei der Prolongations-Aufforderung der Bank.
Mit einem Forward-Darlehen sicherst du dir heute den Zinssatz für deine Anschlussfinanzierung in 1–5 Jahren. Du zahlst dafür einen Aufschlag — bei vielen Anbietern aktuell rund 0,01 % pro Monat Vorlaufzeit. Bei zwei Jahren Vorlauf wären das also rund 0,24 Prozentpunkte mehr Zins.
Lohnt sich das? Nur, wenn du erwartest, dass die Zinsen bis zur Anschluss-Finanzierung deutlich steigen. Wer eine ruhige Hand und Planungssicherheit will, schläft mit einem Forward-Darlehen besser. Wer auf fallende Zinsen wettet, sollte beim Standard-Modell bleiben.
Diese Frage ist wichtiger als die nach dem günstigsten Zins — denn ein zu großes Haus zerstört dich finanziell, egal wie billig der Kredit ist.
Faustregel: Die monatliche Rate (Zins + Tilgung) sollte höchstens 35 % deines Netto-Haushaltseinkommens ausmachen. Bei 4.500 EUR Netto pro Monat sind das 1.575 EUR Rate. Bei 4 % Effektivzins und 2 % Tilgung kannst du dir damit ein Darlehen von etwa 315.000 EUR leisten — plus dein Eigenkapital ergibt das ein Gesamtbudget von rund 380.000 EUR (bei 50.000 EUR EK plus 15.000 EUR Nebenkosten).
Detailliert rechnen kannst du das im Baufinanzierungsrechner. Eine ehrliche Selbsteinschätzung findest du im Ratgeber Wie viel Haus kann ich mir leisten?
Allerdings: Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Wahrheit. Dazu kommen:
Insgesamt landest du bei 8–15 % Kaufnebenkosten. Bei einem 400.000-EUR-Objekt sind das 32.000–60.000 EUR — Geld, das du in der Regel nicht mitfinanzieren kannst und aus dem Eigenkapital tragen musst.
Die ehrlichste Frage, die dir sonst niemand stellt: Was, wenn die Zinsen bei deiner Anschlussfinanzierung 6 % statt 4 % betragen? Rechne das einmal nüchtern durch. Bei 280.000 EUR Restschuld und 6 % Effektivzins steigt die Rate auf rund 1.870 EUR — gut 600 EUR über deiner aktuellen Belastung. Wenn das dein Haushalt nicht stemmen kann, hast du vor zehn Jahren zu groß gekauft.
Profi-Tipp: Plane deine Baufinanzierung mit einem fiktiven Anschluss-Zins von 5–6 % durch. Wenn du auch dann noch unter 35 % deines Einkommens bleibst, hast du Reserve für Zinsänderungen, Kinder, Jobwechsel oder Reparaturen. Wer am Limit kauft, betet dagegen jeden Monat zur Zinskurve.
Aus tausenden Fällen unserer Vergleichsuser kennen wir die wiederkehrenden Stolperfallen.
Wer ohne Eigenkapital ein Haus kauft, riskiert in den ersten Jahren eine negative Wertposition — die Restschuld ist höher als der Verkehrswert der Immobilie. Bei einem unerwarteten Verkauf (Scheidung, Jobverlust, Umzug) bleibst du auf der Differenz sitzen. Faustregel: Mindestens die Nebenkosten müssen aus eigener Tasche kommen — alles andere ist riskant.
Eine 1-%-Tilgung sieht in der Monatsrate gut aus, läuft aber 40 Jahre lang. Wer mit 35 finanziert, ist mit 75 noch nicht schuldenfrei. Realistisch sind heute 2,5–3 % Anfangstilgung — und ein Sondertilgungsrecht von mindestens 5 % p.a.
„Bauzinsen ab 2,99 %!" Solche Banner stehen für die absoluten Bestkonditionen — Beleihungsauslauf 50 %, Top-Bonität, große Darlehenssumme. Realistisch zahlst du als Normalverbraucher 0,5–1 Prozentpunkt mehr. Lass dir in jedem Fall den Effektivzins für deine konkrete Konstellation ausweisen, nicht den Lockzins für die Werbung.
Hier liegt übrigens der wichtigste Unterschied zwischen seriösen Vergleichsportalen und Lockangeboten: Wir zeigen dir bei Capitalo immer die Spanne, in der die Konditionen tatsächlich liegen — keine „ab"-Werte, kein Klein-gedrucktes. Aus über 400 Anbietern. Mit Stand-Datum.
Der vierte typische Fehler: KfW-Programme und Wohn-Riester werden nicht geprüft. Eine 100.000-EUR-Tranche aus KfW 124 statt aus dem regulären Darlehen kann über 10 Jahre Bindung Tausende Euro sparen — vorausgesetzt, du planst die Förderung von Anfang an in den Finanzierungsmix ein. Vermittler kalkulieren das routinemäßig, Direktbanken oft nicht. Frage explizit nach Förder-Optionen, bevor du ein Angebot annimmst.
Bayern hat mit 3,5 % den niedrigsten Satz aller 16 Bundesländer und ist seit 1997 unverändert. Den Höchstsatz von 6,5 % erheben Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein.
Banken finanzieren die Nebenkosten in der Regel nicht mit. Sie verlangen, dass du diese aus Eigenkapital trägst. Eine sogenannte 110-Prozent-Finanzierung ist möglich, kostet dich aber deutlich höhere Zinsen und ist nur in Ausnahmen sinnvoll.
Seit Dezember 2020 müssen sich Käufer und Verkäufer die Provision bei Wohnimmobilien mindestens 50/50 teilen. Du als Käufer kannst nur dann zur Zahlung verpflichtet werden, wenn der Verkäufer mindestens die Hälfte trägt.
Nein. Notar- und Grundbuchgebühren sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) bundeseinheitlich festgelegt. Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass es hier keinen Spielraum gibt.
Die Grunderwerbsteuer fällt etwa 4–8 Wochen nach Vertragsabschluss an, sobald das Finanzamt den Steuerbescheid versendet. Notar- und Grundbuchkosten werden in der Regel zur Beurkundung beziehungsweise nach Eintragung gestellt. Die Maklerprovision ist meist mit Vertragsabschluss fällig.
Bei selbstgenutzten Immobilien sind die Kaufnebenkosten privat nicht absetzbar. Bei vermieteten Immobilien dagegen kannst du sie als Anschaffungsnebenkosten über die Abschreibung (AfA) geltend machen. Frag im Zweifel deinen Steuerberater.
Kaufnebenkosten sind einmalige Kosten beim Erwerb (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler). Laufende Nebenkosten — manchmal auch „Wohnnebenkosten" — sind monatliche oder jährliche Kosten wie Grundsteuer, Versicherungen, Hausgeld oder Verbrauchskosten. Mehr zur Gesamtfinanzierung findest du in unserem Baufinanzierungs-Pillar.
Bei 4.000 € Haushaltsnetto und der 35-%-Regel kommst du auf eine maximale Kreditrate von 1.400 € pro Monat. Bei einem Sollzins von 3,80 % und 2 % Tilgung ergibt das ein Darlehen von rund 290.000 €. Mit 20 % Eigenkapital aufs Kaufobjekt (72.500 €) und 12 % Nebenkosten (43.500 €) reicht das für einen Kaufpreis von etwa 362.500 € — gesamtes Eigenkapital nötig: rund 116.000 €.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt 35 bis 40 % vom Haushaltsnetto. Wir empfehlen den Default-Wert von 35 %, weil du sonst keinen Puffer mehr für Reparaturen, Bewirtschaftungskosten und Lebensereignisse hast. 40 % ist die absolute Obergrenze — alles darüber ist „auf Kante genäht".
Die KfW empfiehlt: mindestens die Kaufnebenkosten (rund 10 bis 15 % vom Kaufpreis) plus 20 % Eigenkapital aufs Kaufobjekt. In Summe sind das rund 30 bis 35 % des Kaufpreises an Eigenmitteln. Vollfinanzierung ohne Eigenkapital ist zwar möglich, aber teurer (Zinsaufschlag) und riskanter.
Verfasst von Alexander Senger
Zuletzt aktualisiert am