
Kaufen oder Mieten: Wann sich der Hauskauf wirklich lohnt
Kaufen oder mieten? Mietrendite-Faustregel, ehrliche Beispielrechnung über 30 Jahre und versteckte Kosten beider Seiten — Stand Mai 2026....
Welche Bank bietet die günstigste Baufinanzierung? Wir finden deine optimale Finanzierung. Lass dich unverbindlich von einem unserer Experten beraten.
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Kurz und knapp:
Du planst den Kauf einer Eigentumswohnung, den Bau eines Hauses oder die Anschlussfinanzierung eines bestehenden Darlehens? Dann steht dir die wichtigste Finanzierungsentscheidung deines Lebens bevor. Und ja, das klingt dramatisch, aber bei 350.000 Euro Darlehen kostet jeder Zehntelprozentpunkt im ersten Jahr rund 350 Euro Zinsen. Bei den 0,91 Prozentpunkten, die zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot für dasselbe Profil liegen, sind das rund 3.185 Euro, allein im ersten Jahr, ohne dass du irgendetwas anders machst als zur richtigen Bank zu gehen.
Diese Seite gibt dir den Überblick: aktuelle Zinsen, die Logik hinter dem Zinssatz, die Wahl der Bank, Eigenkapital und Tilgung, Förderung und Anschlussfinanzierung. Für jede Detailfrage verlinken wir auf die passende Tiefenseite.
Eines vorweg: Wir verkaufen dir nichts. Wir vergleichen Baufinanzierungen für dich und zeigen dir die echten Konditionen: keine gefilterten Werbezinsen, keine Registrierungswand.
Eine Baufinanzierung ist ein langfristiges Darlehen, das du speziell für den Kauf, Bau oder die Modernisierung einer Immobilie aufnimmst. Anders als beim klassischen Ratenkredit ist das Darlehen durch eine Grundschuld auf der finanzierten Immobilie abgesichert, du gibst der Bank also ein dingliches Sicherungsrecht. Im Fachjargon heißt das Immobiliar-Verbraucherdarlehensvertrag und ist in §§ 491a ff. BGB geregelt.
Eine Baufinanzierung ist deutlich günstiger als ein Konsumkredit, weil das Risiko für die Bank durch die Grundschuld kleiner ist. Dafür ist sie aufwendiger: Bonitätsprüfung, Objektbewertung, Notar, Grundbuch. Wer Geld für eine Immobilie braucht, nimmt nie einen Ratenkredit, der Mehraufwand rechnet sich in jedem Fall.
Die Bank überweist dir den vereinbarten Darlehensbetrag, meistens direkt an den Notar oder Bauträger. Du zahlst monatlich eine Annuität zurück: einen festen Betrag aus Zinsen und Tilgung. Solange der Sollzinssatz festgeschrieben ist, bleibt deine Rate gleich. Mit jeder Rate sinkt der Zinsanteil, der Tilgungsanteil steigt. Nach Ablauf der Sollzinsbindung, meist 10, 15 oder 20 Jahre, verhandelst du den Restbetrag neu.
Die Formel dahinter ist simpel: Monatsrate = Darlehen x (Sollzins + Anfangstilgung) / 12. Ein Beispiel mit einer belegten Kondition: Du finanzierst 350.000 Euro bei 4,43 % Sollzins (zehn Jahre Zinsbindung, bis 80 % Beleihungsauslauf, Nettodarlehen ab 300.000 Euro) mit 2 % Anfangstilgung. Deine Monatsrate beträgt 1.875 Euro. Davon entfallen im ersten Monat rund 1.292 Euro auf Zinsen und 583 Euro auf die Tilgung. Nach zehn Jahren ist die Restschuld auf rund 262.000 Euro gesunken, diesen Rest finanzierst du dann zu den dann gültigen Bedingungen weiter.
Darlehen und Kredit meinen juristisch dasselbe: Jemand überlässt dir Geld, das du verzinst zurückzahlst. In der Praxis hat sich eine Arbeitsteilung eingebürgert. „Kredit" steht für kleinere, kurzfristige Summen ohne dingliche Sicherheit: der Ratenkredit über 15.000 Euro. „Darlehen" steht für große, langfristige, besicherte Summen: das Baudarlehen über 350.000 Euro. Das BGB kennt den Unterschied nicht, die Preisliste deiner Bank sehr wohl.
Hypothek und Grundschuld sind beides Grundpfandrechte, also Sicherheiten im Grundbuch. Der Unterschied: Die Hypothek ist an eine bestimmte Forderung gekoppelt und erlischt mit ihr, die Grundschuld ist es nicht. Deutsche Banken arbeiten deshalb fast ausschließlich mit der Grundschuld, sie lässt sich nach der Rückzahlung für ein neues Darlehen wiederverwenden, ohne dass jemand zum Notar muss.
Ein Disagio ist ein Abschlag bei der Auszahlung: Die Bank zahlt dir zum Beispiel nur 96 % der Darlehenssumme aus und senkt dafür den Sollzins. Das verschiebt Kosten vom Zins in die Auszahlung und macht den Sollzins optisch günstig, ohne dass du weniger zahlst. Deshalb gilt: Vergleiche nie über den Sollzins, sondern über den Effektivzins, der das Disagio einrechnet. Die ING zahlt ihre Baudarlehen zu 100 % aus, arbeitet also ohne Disagio.
Banken vergeben Baufinanzierungen an Verbraucher mit:
Wenn du selbstständig arbeitest, brauchst du mehr Geduld und mehr Unterlagen, aber eine Baufinanzierung ist auch dann möglich. Hier ist der Vergleich besonders wichtig, weil die Anbieter sehr unterschiedlich auf unregelmäßige Einkommen reagieren.
| Merkmal | Baufinanzierung | Konsumkredit |
|---|---|---|
| Sicherheit | Grundschuld auf der Immobilie | nur Bonität |
| Zinsniveau | niedriger, weil die Bank dinglich besichert ist | höher, weil unbesichert |
| Gesamtlaufzeit | 20 bis 35 Jahre | 1 bis 7 Jahre |
| Sollzinsbindung | 1 bis 30 Jahre, frei wählbar | feste Laufzeit, kein Bindungswahlrecht |
| Verwendungszweck | zweckgebunden an die Immobilie | frei verwendbar |
| Sonderkündigungsrecht | nach 10 Jahren, § 489 BGB, 6 Monate Frist | jederzeit, gegen Vorfälligkeitsentschädigung |
Die Zinsfrage ist die emotionalste in jeder Baufinanzierung. Hier deshalb die Zahlen, die unser Zinsmonitoring im September tatsächlich ergeben hat, inklusive der unangenehmen Nachricht, dass der Trend nach oben zeigt. Die Detailseite dazu sind unsere aktuellen Bauzinsen.
Der Beleihungsauslauf ist das Verhältnis von Darlehenssumme zum Wert der Immobilie. Er ist die teuerste einzelne Stellschraube deiner Finanzierung, teurer als die Zinsbindung, teurer als der Anbieter. Die beste am Markt erreichbare Kondition für zehn Jahre Zinsbindung staffelt sich so:
| Beleihungsauslauf | Bester Effektivzins, 10 Jahre Zinsbindung | Aufschlag gegenüber 60 % |
|---|---|---|
| bis 50 bis 60 % | 4,06 % | — |
| bis 70 % | 4,16 % | +0,10 Prozentpunkte |
| bis 80 % | 4,26 % | +0,20 Prozentpunkte |
| bis 90 % | 4,48 % | +0,42 Prozentpunkte |
| bis 100 % | 4,71 % | +0,65 Prozentpunkte |
| über 100 % | 5,21 % | +1,15 Prozentpunkte |
Beste am Markt erreichbare Effektivzinsen nach Beleihungsauslauf, 10 Jahre Zinsbindung, Stand 11.09.2026.
Lies diese Tabelle als Preisschild für dein Eigenkapital. Wer die Finanzierung von 100 % auf 80 % des Kaufpreises drückt, spart 0,45 Prozentpunkte. Auf 350.000 Euro Darlehen sind das rund 1.575 Euro Zinsen im ersten Jahr, und das in jedem Jahr der Zinsbindung, solange die Restschuld noch hoch ist.
| Sollzinsbindung | Bester Effektivzins bis 60 % Beleihung | Bester Effektivzins bis 80 % Beleihung |
|---|---|---|
| 5 Jahre | 4,4 % | 4,4 % |
| 10 Jahre | 4,4 % | 4,5 % |
| 15 Jahre | 4,7 % | 4,7 % |
| 20 Jahre | 4,9 % | 4,9 % |
| 25 Jahre | 5,0 % | 5,1 % |
| 30 Jahre | 5,1 % | 5,2 % |
Beste am Markt erreichbare Effektivzinsen nach Sollzinsbindung, Stand 18.09.2026.
Dass die Zehn-Jahres-Zeile hier höher liegt als in der Tabelle darüber, ist kein Widerspruch und kein Tippfehler. Zwischen den beiden Beobachtungen liegt eine Woche, und genau diese Bewegung ist die Geschichte des Septembers.
Ende August lag die beste Zehn-Jahres-Kondition noch bei rund 3,74 %. Zwei Wochen später waren es rund 4,06 %. Das sind 0,32 Prozentpunkte in vierzehn Tagen, und danach ging es weiter nach oben:
| Beobachtungstag | Tageswert Effektivzins, 10 Jahre Zinsbindung |
|---|---|
| 10.09.2026 | 4,2 % |
| 14.09.2026 | 4,21 % |
| 16.09.2026 | 4,25 % |
| 21.09.2026 | 4,32 % |
Tageswerte des Zinsmonitorings, 10 Jahre Zinsbindung, Stand September 2026.
Die häufigste Fehlannahme in der Baufinanzierung lautet: Die EZB senkt, also werden Baukredite billiger. Das stimmt so nicht. Bauzinsen folgen der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen und der Pfandbriefe, mit denen Banken langfristige Immobiliendarlehen refinanzieren. Der Leitzins steuert das kurze Ende des Geldmarkts, nicht das lange.
Die Bundrendite ist genau der Grund für den September-Anstieg. Vor drei Monaten lag sie bei 2,95 %, vor vier Wochen bei 3,18 %, zuletzt bei rund 3,50 %. Seit Jahresbeginn ist sie um fast einen vollen Prozentpunkt gestiegen, und die Bauzinsen sind mitgegangen.
Die EZB hat ihre drei Leitzinssätze am 10. September 2026 einstimmig um 25 Basispunkte angehoben, wirksam seit dem 16. September. Die Einlagefazilität liegt seither bei 2,50 %. Begründet hat der Rat den Schritt mit anhaltendem Inflationsdruck; die Inflation im Euroraum lag im August bei 3,3 %. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt bei 2,65 %, zu diesem Satz versorgt die Notenbank die Banken mit Liquidität. Am oberen Ende kostet die Spitzenrefinanzierungsfazilität 2,90 %.
In den Projektionen des Rates sinkt die Gesamtinflation von 3,0 Prozent im laufenden Jahr auf 2,5 Prozent im kommenden und 2,1 Prozent im Jahr darauf; das Wachstum steigt im selben Zeitraum von 0,9 auf 1,5 Prozent. Die nächste Ratssitzung ist am 29. Oktober 2026, die darauf folgende am 17. Dezember.
Der Großteil des September-Zinsanstiegs lag zeitlich vor dem EZB-Beschluss. Die Bauzinsen sind der EZB vorausgelaufen, nicht hinterher. Wer dir den Anstieg mit der Ratssitzung erklärt, hat die Kausalität umgedreht. Relevanz hat der Leitzins für dich vor allem bei kurzen Bindungen bis fünf Jahre und bei variabel verzinsten Zwischenfinanzierungen.
Es gibt nicht „den einen Bauzins". Dein persönlicher Zinssatz hängt an vier Stellschrauben:
1. Beleihungsauslauf. Die teuerste Stellschraube, siehe die Tabelle oben. Ein konkretes Anbieterbeispiel: Die ING verlangt für ein Nettodarlehen ab 150.000 Euro mit zehn Jahren Zinsbindung bei 60 % Beleihungsauslauf 4,45 % Sollzins, bei 95 % sind es 4,87 %. Das sind 0,42 Prozentpunkte Aufschlag, nur weil du weniger Eigenkapital einbringst.
2. Darlehenshöhe. Große Darlehen sind relativ günstiger, weil die Bearbeitungskosten pro Euro sinken. Bei der ING kostet ein Darlehen ab 75.000 Euro mit zehn Jahren Bindung und 60 % Auslauf 4,65 % Sollzins, ab 300.000 Euro sind es 4,36 %, also 0,29 Prozentpunkte allein für die Größe. Oberhalb von 350.000, 450.000 und 550.000 Euro kommen bei diesem Anbieter gestaffelte Rabatte von 0,05, 0,10 und 0,12 Prozentpunkten dazu.
3. Bonität. SCHUFA-Score, Einkommen, Beschäftigungsverhältnis. Wer einen unbefristeten Vertrag hat und seit Jahren beim selben Arbeitgeber ist, wird besser eingestuft als jemand in der Probezeit.
4. Sollzinsbindung. Am kurzen Ende ist die Zinskurve derzeit sehr flach: Bei der ING kostet fünf Jahre Bindung (Darlehen ab 300.000 Euro, bis 60 % Auslauf) 4,32 % Sollzins, zehn Jahre 4,36 %. Vier Hundertstel Unterschied für fünf Jahre mehr Sicherheit. Nach oben wird es dagegen spürbar teurer. Details im Abschnitt zur Zinsbindung.
Dazu kommen Zu- und Abschläge, die viele erst im Angebot entdecken. Bei der ING senkt eine Energieeffizienzklasse A+ oder A den Zins um 0,15 Prozentpunkte, eine Klasse G oder H hebt ihn um 0,10. Ein ING-Girokonto als Referenzkonto bringt 0,05 Prozentpunkte, eine Anschlussfinanzierung von einer anderen Bank 0,10, die Verlängerung eines bestehenden ING-Darlehens 0,15. Es gibt außerdem einen Regionalrabatt von 0,10 Prozentpunkten, der an der Postleitzahl des Finanzierungsobjekts hängt, welche Gebiete darunter fallen, wechselt mit jeder Konditionsliste, das musst du beim Anbieter für deine PLZ prüfen lassen.
„Bei welcher Bank bekomme ich die beste Baufinanzierung?" ist die meistgestellte Frage zu diesem Thema, und sie hat keine Antwort in Form eines Banknamens. Sie hat eine Antwort in Form einer Zahl: 0,91 Prozentpunkte. So weit lagen das günstigste und das teuerste Angebot für dasselbe Profil auseinander, nämlich 3,76 % gegenüber 4,67 % effektiv bei zehn Jahren Zinsbindung und 80 % Beleihungsauslauf. Der Durchschnitt für diese Konstellation lag bei 4,09 %.
| Marktposition | Effektivzins, 10 Jahre Zinsbindung, 80 % Beleihung | Abstand zum günstigsten Angebot |
|---|---|---|
| Günstigstes Angebot | 3,76 % | — |
| Marktdurchschnitt | 4,09 % | +0,33 Prozentpunkte |
| Teuerstes Angebot | 4,67 % | +0,91 Prozentpunkte |
Marktbandbreite für 10 Jahre Zinsbindung bei 80 % Beleihungsauslauf, Stand 27.08.2026.
Rechne das auf dein Vorhaben um. Bei 350.000 Euro Darlehen kosten 0,91 Prozentpunkte rund 3.185 Euro Zinsen im ersten Jahr, also gut 265 Euro im Monat. Gleiche Immobilie, gleiche Bonität, gleicher Beleihungsauslauf, gleiche Zinsbindung, anderer Briefkopf. Das ist der Betrag, den die Frage nach der richtigen Bank wert ist, und er ist größer als fast alles, was du sonst an deiner Finanzierung optimieren kannst.
Direktbanken vergeben Konditionen aus eigener Kalkulation. Du kommunizierst online und per Telefon, bekommst tagesaktuelle Standardkonditionen, hast aber wenig Verhandlungsspielraum. Vorteil: Transparenz und Geschwindigkeit, meist eine vollständige Konditionsliste statt eines Werbezinses. Nachteil: Weicht dein Profil vom Standard ab, etwa durch Selbstständigkeit, Auslandseinkommen oder ein ungewöhnliches Objekt, lehnt eine Direktbank schneller ab als ein Vermittler. Die Konditionen der ING sind ein gutes Beispiel für diesen Typ: veröffentlichte Matrix, klare Rabattlogik, wenig Spielraum im Einzelfall.
Vermittler vergleichen für dich viele Banken gleichzeitig und bekommen bei einzelnen Partnerbanken Sonderkonditionen. Sie verdienen Provision von der finanzierenden Bank, nicht von dir. Klingt nach Interessenkonflikt, ist aber Marktstandard und durch § 18a KWG reguliert; die Beratung selbst ist für dich kostenlos. Ihre Stärke ist die Breite — genau die 0,91 Prozentpunkte aus der Tabelle oben holt man über Breite, nicht über Verhandlung.
Filialbanken bieten Beratung vor Ort. Du sitzt mit jemandem zusammen, der dein Bauvorhaben kennt und dir im Zweifel durch die Unterlagen hilft. Dafür sind die Konditionen im Schnitt schlechter als bei Direktbanken oder Vermittlern, persönlicher Service kostet. Sinnvoll vor allem bei sehr individuellen Vorhaben und wenn du eine belastbare Beziehung zu deiner Hausbank hast.
Höchstens 35 % des Haushaltsnettos als Rate. Nebenkosten getrennt rechnen, sie werden in der Regel nicht mitfinanziert.
Tagesgeld, Depot mit Sicherheitsabschlag, Bausparguthaben, bezahltes Grundstück, Eigenleistung. Was du als Notreserve brauchst, gehört nicht dazu.
Darlehen geteilt durch Objektwert. Jede Schwelle, die du unterschreitest, ist bares Geld: von 100 auf 80 % sind es 0,45 Prozentpunkte.
Lass dir das ESIS-Merkblatt geben, das Europäische Standardisierte Merkblatt. Es ist der gesetzliche Vergleichsmaßstab und macht Angebote erst wirklich vergleichbar.
Mindestens 2 %, besser 3 % Anfangstilgung. Sondertilgungsrecht von mindestens 5 % pro Jahr vereinbaren, es kostet in der Regel nichts.
KfW-Programme und Wohn-Riester müssen vor Vertragsabschluss in den Finanzierungsmix. Nachträglich geht das nicht mehr.
Eine Konditionsanfrage ist übrigens kein Kreditantrag und beeinflusst deinen SCHUFA-Score nicht. Du kannst also mehrere Angebote einholen, ohne dir dabei zu schaden.
Drei Stellschrauben, die deine Monatsrate und deine Gesamtkosten bestimmen. Hier die Entscheidungslogik.
Die Faustregel lautet 20 bis 30 % des Kaufpreises plus Nebenkosten. Realistisch ist das selten. Viele Haushalte finanzieren mit 10 bis 15 % Eigenkapital und tragen damit gerade die Kaufnebenkosten. Banken nennen das eine 100-Prozent-Finanzierung: Das gesamte Objekt wird finanziert, du zahlst nur die Nebenkosten selbst.
Was das kostet, steht in der Tabelle weiter oben: Bei 100 % Beleihungsauslauf liegt der beste erreichbare Zehn-Jahres-Zins bei 4,71 % statt bei 4,26 % für 80 %. Geht es über 100 % hinaus, also ohne Eigenkapital und mit mitfinanzierten Nebenkosten, sind es 5,21 %. Das sind 1,15 Prozentpunkte gegenüber der 60-Prozent-Kondition oder rund 4.025 Euro Zinsen im ersten Jahr auf 350.000 Euro Darlehen.
Anbieter setzen für die Vollfinanzierung zusätzliche Hürden. Die ING verlangt dafür ein Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 7.000 Euro, einen monatlichen Haushaltsüberschuss von mindestens 1.500 Euro und eine Mindesttilgung von 1,25 %.
Was zählt überhaupt als Eigenkapital? Bargeld auf dem Tagesgeld, Aktiendepot mit Sicherheitsabschlag, Bausparguthaben, Wertpapiere, ein bezahltes Grundstück sowie Eigenleistung beim Bau, die sogenannte Muskelhypothek, bis zu einer von der Bank festgelegten Obergrenze.
Die Anfangstilgung bestimmt, wie lange du zahlst. Gerechnet mit 350.000 Euro und 4,43 % Sollzins (zehn Jahre Bindung, bis 80 % Beleihung, Nettodarlehen ab 300.000 Euro) und unter der Annahme, dass dieser Zins bis zur vollständigen Rückzahlung gleich bleibt:
| Anfangstilgung | Monatsrate | Laufzeit bis zur Volltilgung | Zinsen insgesamt |
|---|---|---|---|
| 1 % | 1.584 Euro | rund 38 Jahre | rund 377.000 Euro |
| 2 % | 1.875 Euro | rund 26 Jahre | rund 244.000 Euro |
| 3 % | 2.167 Euro | rund 21 Jahre | rund 183.000 Euro |
| 4 % | 2.459 Euro | rund 17 Jahre | rund 148.000 Euro |
Eigene Berechnung nach der Annuitätenformel, 350.000 Euro Nettodarlehen, Sollzins 4,43 % nach der Konditionsliste der ING, Stand September 2026. Annahme: gleichbleibender Sollzins bis zur Volltilgung.
Der Sprung von 2 auf 3 % Anfangstilgung kostet dich 292 Euro mehr im Monat und spart rund 61.000 Euro Zinsen. Der Sprung von 1 auf 2 % kostet ebenfalls 292 Euro mehr und spart rund 133.000 Euro — das ist der größte Hebel der gesamten Finanzierung. Eine Ein-Prozent-Tilgung sieht in der Monatsrate freundlich aus und läuft 38 Jahre. Wer mit 35 finanziert, ist dann mit 73 schuldenfrei.
Am kurzen Ende ist die Zinskurve derzeit fast waagerecht: Zwischen fünf und zehn Jahren Bindung liegen bei der ING vier Hundertstel Prozentpunkte. Nach oben wird es teurer, aber nicht dramatisch. Hier die vollständige Staffel eines konkreten Anbieters:
| Sollzinsbindung | Sollzins bis 60 % Beleihung | Sollzins bis 80 % Beleihung | Sollzins bis 90 % Beleihung |
|---|---|---|---|
| 5 Jahre | 4,32 % | 4,39 % | 4,48 % |
| 10 Jahre | 4,36 % | 4,43 % | 4,62 % |
| 15 Jahre | 4,64 % | 4,70 % | 4,82 % |
| 20 Jahre | 4,85 % | 4,89 % | 5,06 % |
| 25 Jahre | 4,98 % | 5,03 % | 5,23 % |
| 30 Jahre | 5,03 % | 5,12 % | 5,28 % |
Konditionen der ING, Stand September 2026, Nettodarlehen ab 300.000 Euro, erstrangig durch Grundschuld besichert. 25 und 30 Jahre nur im Rahmen einer Aktion für Neu- und Anschlussfinanzierungen.
Die lange Bindung ist besser als ihr Ruf, und der Grund dafür steht im Gesetz. Von zehn auf dreißig Jahre Bindung zahlst du bei diesem Anbieter 0,67 Prozentpunkte Aufschlag (60 % Beleihung) beziehungsweise 0,69 Prozentpunkte (80 %). Dafür bekommst du zwanzig zusätzliche Jahre ohne Zinsrisiko.
Nach § 489 BGB darfst du jedes Immobiliardarlehen zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung mit sechs Monaten Frist kündigen, ohne Vorfälligkeitsentschädigung, egal was im Vertrag steht. Eine dreißigjährige Bindung ist damit keine dreißigjährige Falle, sondern eine einseitige Option zu deinen Gunsten: Steigen die Zinsen, bist du geschützt. Fallen sie, kündigst du nach zehn Jahren und finanzierst günstiger um.
Diese Asymmetrie ist das stärkste Argument für eine lange Bindung, und sie wird selten erwähnt. Was du kaufst, ist keine Wette auf die Zinsentwicklung, sondern eine Versicherung mit Ausstiegsrecht. Der Preis dieser Versicherung sind die 0,67 Prozentpunkte — auf 350.000 Euro sind das rund 2.345 Euro im ersten Jahr, und weniger, sobald die Restschuld sinkt.
| Zinsbindung | Spricht dafür | Spricht dagegen |
|---|---|---|
| 5 Jahre | günstigster Zins, schnelle Neuverhandlung bei fallenden Zinsen | volles Zinsänderungsrisiko nach fünf Jahren |
| 10 Jahre | guter Mittelweg, danach jederzeit kündbar | bei 2 % Anfangstilgung sind nach zehn Jahren noch rund drei Viertel der Schuld offen |
| 15 Jahre | mehr Planungssicherheit, Kündigungsrecht schon nach zehn Jahren | spürbarer Aufschlag gegenüber zehn Jahren |
| 20 Jahre | deckt bei 3 % Tilgung fast die gesamte Laufzeit ab | höherer Zins, den du bei fallenden Zinsen zehn Jahre lang trägst |
| 25 bis 30 Jahre | Zinsrisiko praktisch ausgeschaltet, Rate bis zum Schluss planbar | höchster Zins, oft nur als Aktion verfügbar, nicht bei jedem Anbieter im Angebot |
Wer länger bindet, sollte sich das Annuitätendarlehen und den Effektivzins im Glossar ansehen, beide Begriffe brauchst du, um Angebote wirklich zu vergleichen. Durchrechnen kannst du deine Variante im Baufinanzierungsrechner.
Der Staat unterstützt Wohneigentum mit zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen. Wer sie kennt und kombiniert, holt sich oft fünfstellige Vorteile. Eine vollständige Übersicht findest du unter KfW-Förderung.
Die staatliche KfW Bankengruppe fördert Bauen, Kaufen und Sanieren mit zinsgünstigen Darlehen. Du beantragst sie nicht direkt bei der KfW, sondern über deine Hausbank oder den Vermittler. Aktuell sind vor allem vier Programme relevant:
KfW-Konditionen, Zinsstand 17.09.2026, Programmangaben Stand 23.09.2026. Der Zinssatz wird erst bei der Zusage festgelegt und ändert sich im Rhythmus von wenigen Wochen. Beantragt wird nicht bei der KfW, sondern über den Finanzierungspartner.
Wichtig: KfW-Mittel werden bei der Berechnung des Beleihungsauslaufs mitgezählt. Sie senken deinen Beleihungsauslauf also nicht automatisch, und damit auch nicht den Zins deines Bankdarlehens.
Wohn-Riester ist die staatlich geförderte Variante, bei der Riester-Beiträge in die Tilgung eines Wohnkredits fließen. Du bekommst die Grundzulage von 175 Euro im Jahr, dazu 300 Euro je Kind, das ab 2008 geboren wurde, und 185 Euro je Kind, das vor 2008 geboren wurde. Wer beim Einstieg das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erhält einmalig 200 Euro Berufseinsteiger-Bonus (§ 84 EStG). Steuerlich absetzbar sind bis zu 2.100 Euro im Jahr. Nachteil: Im Rentenalter wird das geförderte Wohneigentum nachgelagert besteuert. Lohnt sich vor allem für Familien mit mehreren Kindern und hohem Steuersatz.
Der Bausparvertrag ist nicht tot, er wird nur oft falsch verkauft. Sinnvoll ist er als Sicherung der Anschlussfinanzierung: Du sparst heute zu einem festen Zins an und hast nach der Zuteilung Anspruch auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen. Damit sicherst du dir heute die Konditionen für deine Anschlussfinanzierung in zehn Jahren. Das rechnet sich allerdings nur, wenn die Zinsen bis dahin über dem Bausparzins liegen, sonst verschenkst du Rendite auf dein Guthaben.
Spätestens nach zehn bis zwanzig Jahren steht jeder Baufinanzierer vor derselben Frage: Was passiert mit der Restschuld?
Nach Ende der Sollzinsbindung hast du drei Optionen:
Hol die Vergleichsangebote sechs bis zwölf Monate vor Ablauf ein, nicht erst, wenn die Prolongationsaufforderung deiner Bank im Briefkasten liegt. Zu diesem Zeitpunkt hat sie die besseren Karten.
Mit einem Forward-Darlehen sicherst du dir heute den Zinssatz für deine Anschlussfinanzierung in einigen Jahren. Du zahlst dafür einen Aufschlag, der mit der Vorlaufzeit steigt. Der Monatssatz richtet sich nach der gesamten Vorlaufzeit, die Bänder addieren sich nicht auf, und ab 13 Monaten Vorlauf bleiben sechs Monate aufschlagsfrei. Bei der ING sieht die Staffel so aus:
| Gesamte Vorlaufzeit | Aufschlag je Monat | Anrechenbare Monate | Aufschlag gesamt |
|---|---|---|---|
| 0 bis 12 Monate | 0,000 Prozentpunkte | keine | 0,000 Prozentpunkte |
| 18 Monate | 0,012 Prozentpunkte | 12 | 0,144 Prozentpunkte |
| 24 Monate | 0,012 Prozentpunkte | 18 | 0,216 Prozentpunkte |
| 36 Monate | 0,012 Prozentpunkte | 30 | 0,360 Prozentpunkte |
| 48 Monate | 0,012 Prozentpunkte | 42 | 0,504 Prozentpunkte |
| 60 Monate | 0,010 Prozentpunkte | 54 | 0,540 Prozentpunkte |
Forward-Aufschläge der ING, Stand September 2026. Rechenkonvention: Aufschlag = (Vorlaufmonate minus 6) mal Monatssatz des Bandes; bis einschließlich 12 Monate Vorlauf entfällt der Aufschlag vollständig. Nur bei Anschlussfinanzierungen und nur für Zinsbindungen von 5 bis 15 Jahren. Den Rechenweg Schritt für Schritt findest du unter Forward-Aufschlag berechnen.
Diese Frage ist wichtiger als die nach dem günstigsten Zins. Ein zu großes Haus ruiniert dich auch mit einem guten Kredit.
Die monatliche Rate aus Zins und Tilgung sollte höchstens 35 % deines Netto-Haushaltseinkommens ausmachen. Alles darüber lässt dir keinen Puffer mehr für Reparaturen, Bewirtschaftungskosten und Lebensereignisse.
Rechnen wir das durch. Bei 4.500 Euro Haushaltsnetto sind 35 % eine Rate von 1.575 Euro. Mit 4,51 % Sollzins (zehn Jahre Zinsbindung, bis 80 % Beleihungsauslauf, Nettodarlehen ab 150.000 Euro) und 2 % Anfangstilgung trägt diese Rate ein Darlehen von rund 290.000 Euro. Bei 80 % Beleihungsauslauf entspricht das einem Kaufpreis von rund 362.500 Euro, dafür brauchst du 72.500 Euro Eigenkapital fürs Objekt plus die Nebenkosten obendrauf.
Detailliert durchrechnen kannst du deine Variante im Baufinanzierungsrechner. Die ehrliche Selbsteinschätzung dazu steht im Ratgeber Wie viel Haus kann ich mir leisten?
Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Wahrheit. Dazu kommen:
Insgesamt landest du bei 4,6 bis 11,5 % Kaufnebenkosten. Die Spanne entsteht fast vollständig aus zwei Posten: dem Bundesland und der Frage, ob ein Makler beteiligt ist. Bei einem Objekt für 400.000 Euro sind das rund 18.978 bis 45.258 Euro, Geld, das du in der Regel nicht mitfinanzieren kannst und aus dem Eigenkapital tragen musst. Die vollständige Aufstellung mit der Tabelle aller 16 Bundesländer steht unter Kaufnebenkosten im Detail.
Die Frage, die dir sonst niemand stellt. Nimm die Beispielfinanzierung von oben: 350.000 Euro, 4,43 % Sollzins, 2 % Anfangstilgung, zehn Jahre Bindung, Rate 1.875 Euro. Nach Ablauf der Bindung sind rund 262.000 Euro offen, und nach dem ursprünglichen Plan hättest du noch gut sechzehn Jahre vor dir.
Jetzt nimm an, deine Anschlussfinanzierung kostet 6 % statt 4,43 %. Um die Restschuld in denselben sechzehn Jahren abzutragen, steigt deine Rate auf rund 2.095 Euro. Das sind 220 Euro mehr im Monat, dauerhaft, ohne dass sich an deinem Leben irgendetwas verbessert hat.
Wir verdienen an Finanzierungen, die zustande kommen. Trotzdem: Es gibt Konstellationen, in denen der richtige Rat „noch nicht" oder „so nicht" lautet. Hier die ehrliche Gegenüberstellung.
Der konkreteste Fall, in dem es teuer wird: die Nachfinanzierung. Wenn beim Bau das Geld nicht reicht und du nachträglich aufstocken musst, verlangt die ING dafür 1,00 Prozentpunkt Aufschlag, mehr als die gesamte Spanne zwischen günstigstem und teuerstem Marktangebot. Dazu kommen bei längeren Bauphasen Bereitstellungszinsen von 0,20 % pro Monat auf den noch nicht abgerufenen Betrag, bei diesem Anbieter ab dem siebten Monat nach Erstellung des Darlehensangebots. Und wer eine Immobilie kauft, bevor die alte verkauft ist, zahlt für die Zwischenfinanzierung 6,67 % Sollzins beziehungsweise 6,90 % effektiv. Kalkuliere die Bauphase deshalb mit Puffer. Nachfinanzieren ist die teuerste Art, sich verrechnet zu haben.
Wer ohne Eigenkapital kauft, hat in den ersten Jahren eine Restschuld über dem Verkehrswert der Immobilie. Bei einem unerwarteten Verkauf durch Trennung, Jobverlust oder Umzug bleibst du auf der Differenz sitzen, und zahlst einen Kredit für ein Haus, das dir nicht mehr gehört. Mindestens die Nebenkosten müssen aus eigener Tasche kommen.
Eine Ein-Prozent-Tilgung sieht in der Monatsrate gut aus und läuft bei 4,43 % Sollzins rund 38 Jahre. Realistisch sind 2 bis 3 % Anfangstilgung plus ein Sondertilgungsrecht von mindestens 5 % pro Jahr. Der Unterschied zwischen 1 und 2 % Tilgung sind rund 133.000 Euro Zinsen, bei 292 Euro mehr Rate im Monat.
Ein beworbener „ab"-Zins ist kein Angebot, sondern die günstigste Zelle einer Matrix. Er gilt für den niedrigsten Beleihungsauslauf, in der Regel 60 %, und für die höchste Darlehensklasse. Beides gleichzeitig trifft auf die wenigsten Käufer zu. Was das konkret bedeutet, zeigt die Konditionsmatrix eines Anbieters, der seine Werte vollständig veröffentlicht:
| Nettodarlehen | Sollzins bis 60 % | Sollzins bis 80 % | Sollzins bis 90 % | Sollzins bis 95 % |
|---|---|---|---|---|
| ab 75.000 Euro | 4,65 % | 4,70 % | 4,93 % | 5,02 % |
| ab 150.000 Euro | 4,45 % | 4,51 % | 4,73 % | 4,87 % |
| ab 300.000 Euro | 4,36 % | 4,43 % | 4,62 % | 4,74 % |
Konditionen der ING nach Darlehensklasse, 10 Jahre Sollzinsbindung, Stand September 2026.
Zwischen der günstigsten Zelle (4,36 %) und der teuersten (5,02 %) liegen 0,66 Prozentpunkte, bei identischem Anbieter, identischem Produkt und identischer Zinsbindung. Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Der Sprung von 60 auf 95 % Beleihungsauslauf kostet je nach Darlehensklasse 0,37 bis 0,42 Prozentpunkte. Zweitens, und das überrascht die meisten: Die Darlehensklasse allein macht 0,28 bis 0,29 Prozentpunkte aus. Ein kleines Darlehen ist relativ teurer als ein großes, unabhängig von deinem Eigenkapital.
Die Konsequenz für dein Bankgespräch: Lass dir den Effektivzins für deine Konstellation ausweisen: deine Darlehenshöhe, dein Beleihungsauslauf, deine Zinsbindung. Vergleiche nur diese Zahl. Der Werbezins auf dem Banner gehört jemand anderem.
KfW-Programme und Wohn-Riester werden in vielen Finanzierungsgesprächen gar nicht angesprochen. Eine KfW-Tranche statt eines gleich großen Bankdarlehens kann über die Zinsbindung vierstellig bis fünfstellig sparen, aber nur, wenn die Förderung von Anfang an im Finanzierungsmix steckt. Nachträglich geht das nicht mehr. Vermittler kalkulieren das routinemäßig, Direktbanken oft nicht. Frag explizit nach Förderoptionen, bevor du ein Angebot annimmst.
Der September hat die Ausgangslage verschoben, und zwar nicht zu deinen Gunsten. Die beste Zehn-Jahres-Kondition ist innerhalb von zwei Wochen um 0,32 Prozentpunkte auf rund 4,06 % gestiegen, der Tageswert lag zuletzt bei 4,32 %, und der Treiber dahinter, die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bei rund 3,50 %, zeigt nach oben. Wer auf ein Zinsfenster wartet, wartet gegen die Datenlage.
Gleichzeitig ist der größte Hebel nicht der Markt, sondern deine eigene Konstellation. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot für dasselbe Profil liegen 0,91 Prozentpunkte, zwischen 60 und 100 % Beleihungsauslauf 0,65 Prozentpunkte, zwischen 1 und 2 % Anfangstilgung rund 133.000 Euro Gesamtzinsen. Diese drei Entscheidungen triffst du selbst, und zusammen sind sie mehr wert als jede Zinsprognose.
Unsere Empfehlung: Drück den Beleihungsauslauf unter 80 %, tilge mindestens 2 %, hol mindestens drei ESIS-Merkblätter ein und prüfe die lange Zinsbindung ernsthafter, als es üblich ist. Der Aufpreis von zehn auf dreißig Jahre beträgt bei einem konkreten Anbieter 0,67 Prozentpunkte, und § 489 BGB lässt dich nach zehn Jahren trotzdem raus. Diese Asymmetrie ist das am meisten unterschätzte Werkzeug in der deutschen Baufinanzierung.
Bayern mit 3,5 %. Es ist das einzige Bundesland, das nie vom bundesgesetzlichen Regelsatz des § 11 Abs. 1 GrEStG abgewichen ist. Den Höchstsatz von 6,5 % erheben Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Schleswig-Holstein. Die Sätze aller 16 Länder stehen in der Tabelle unter Kaufnebenkosten beim Hauskauf.
Banken finanzieren die Nebenkosten in der Regel nicht mit. Sie verlangen, dass du diese aus Eigenkapital trägst. Eine sogenannte 110-Prozent-Finanzierung ist möglich, kostet dich aber deutlich höhere Zinsen und ist nur in Ausnahmen sinnvoll.
Seit Dezember 2020 müssen sich Käufer und Verkäufer die Provision bei Wohnimmobilien mindestens 50/50 teilen. Du als Käufer kannst nur dann zur Zahlung verpflichtet werden, wenn der Verkäufer mindestens die Hälfte trägt.
Nein. Notar- und Grundbuchgebühren sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) bundeseinheitlich festgelegt. Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass es hier keinen Spielraum gibt.
Die Grunderwerbsteuer fällt etwa 4–8 Wochen nach Vertragsabschluss an, sobald das Finanzamt den Steuerbescheid versendet. Notar- und Grundbuchkosten werden in der Regel zur Beurkundung beziehungsweise nach Eintragung gestellt. Die Maklerprovision ist meist mit Vertragsabschluss fällig.
Bei selbstgenutzten Immobilien sind die Kaufnebenkosten privat nicht absetzbar. Bei vermieteten Immobilien dagegen kannst du sie als Anschaffungsnebenkosten über die Abschreibung (AfA) geltend machen. Frag im Zweifel deinen Steuerberater.
Kaufnebenkosten sind einmalige Kosten beim Erwerb (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler). Laufende Nebenkosten — manchmal auch „Wohnnebenkosten" — sind monatliche oder jährliche Kosten wie Grundsteuer, Versicherungen, Hausgeld oder Verbrauchskosten. Mehr zur Gesamtfinanzierung findest du in unserer Baufinanzierung-Übersicht.
Bei 4.000 Euro Haushaltsnetto und der 35-Prozent-Regel kommst du auf eine maximale Kreditrate von 1.400 Euro pro Monat. Bei 4,51 % Sollzins (zehn Jahre Zinsbindung, bis 80 % Beleihungsauslauf, Nettodarlehen ab 150.000 Euro) und 2 % Anfangstilgung trägt diese Rate ein Darlehen von rund 258.000 Euro. Bei 80 % Beleihungsauslauf entspricht das einem Kaufpreis von rund 322.500 Euro. Dafür brauchst du 64.500 Euro Eigenkapital fürs Objekt plus rund 38.700 Euro Nebenkosten (12 % des Kaufpreises), zusammen also gut 103.000 Euro.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt 35 bis 40 % vom Haushaltsnetto. Wir empfehlen den Default-Wert von 35 %, weil du sonst keinen Puffer mehr für Reparaturen, Bewirtschaftungskosten und Lebensereignisse hast. 40 % ist die absolute Obergrenze — alles darüber ist „auf Kante genäht".
Die KfW empfiehlt: mindestens die Kaufnebenkosten (rund 10 bis 15 % vom Kaufpreis) plus 20 % Eigenkapital aufs Kaufobjekt. In Summe sind das rund 30 bis 35 % des Kaufpreises an Eigenmitteln. Vollfinanzierung ohne Eigenkapital ist zwar möglich, aber teurer (Zinsaufschlag) und riskanter.
Es gibt keine Bank, die für alle die günstigste ist. Entscheidend ist die Spanne: Für dasselbe Profil (zehn Jahre Zinsbindung, 80 % Beleihungsauslauf) lagen das günstigste und das teuerste Angebot bei 3,76 % und 4,67 % effektiv, also 0,91 Prozentpunkte auseinander. Auf ein Darlehen von 350.000 Euro sind das rund 265 Euro Zinsen im Monat. Hol deshalb mindestens drei Angebote für deine konkrete Darlehenshöhe, deinen Beleihungsauslauf und deine Zinsbindung ein, statt nach einem Banknamen zu suchen.
Zinsbindungen von 25 oder 30 Jahren sind im deutschen Markt meist Aktionsprodukte und nicht dauerhaft im Standardangebot. Die ING vergibt 30 Jahre Zinsbindung im Rahmen einer Aktion für Neu- und Anschlussfinanzierungen und verlangt dafür bei einem Nettodarlehen ab 300.000 Euro und bis 80 % Beleihungsauslauf 5,12 % Sollzins gegenüber 4,43 % für zehn Jahre. Frag bei jedem Anbieter gezielt nach, ob die lange Bindung gerade verfügbar ist. Wichtig dabei: Nach § 489 BGB darfst du auch eine 30-jährige Bindung zehn Jahre nach Vollauszahlung mit sechs Monaten Frist kündigen, ohne Vorfälligkeitsentschädigung.
Juristisch meinen Darlehen und Kredit dasselbe: die Überlassung von Geld gegen Zins, geregelt in §§ 488 ff. BGB. In der Praxis hat sich eine Arbeitsteilung eingebürgert. „Kredit" steht für kleinere, kurzfristige und unbesicherte Summen wie den Ratenkredit. „Darlehen" steht für große, langfristige und durch eine Grundschuld besicherte Summen wie das Baudarlehen. Für dich zählt nicht das Wort, sondern der Effektivzins und die Sicherheit, die die Bank verlangt.
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