Hausbau Kosten 2026: Was ein Neubau wirklich kostet

Hausbau Kosten 2026: Was ein Neubau wirklich kostet

Was kostet ein Neubau in Deutschland? Die Kostengruppen nach DIN 276, eine offengelegte Beispielrechnung für 150 Quadratmeter Wohnfläche und die Monatsrate, die daraus folgt.

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Was kostet ein Neubau in Deutschland?

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Der einzige amtliche Anker: Neu genehmigte Wohngebäude kosten 2.637 EUR je m² Wohnfläche an reinen Bauwerkskosten (Genehmigungsjahrgang 2025, Statistisches Bundesamt, ohne Grundstück, Außenanlagen und Baunebenkosten).
  • Der Baupreisindex für Wohngebäude steht bei 140,3 Punkten (2021 = 100, Berichtsmonat Mai 2026) und damit 5,0 % über dem Vorjahresmonat.
  • Die Kostengliederung folgt der DIN 276:2018-12: Grundstück, vorbereitende Maßnahmen, Bauwerk, Außenanlagen, Ausstattung, Baunebenkosten und Finanzierung.
  • Beispielrechnung 150 m² Einfamilienhaus: 395.550 EUR Bauwerk plus 15 % Baunebenkosten ergeben 454.883 EUR — ohne Grundstück, Außenanlagen und Erschließung.
  • Für einen Kostenpuffer nennen Verbraucherschutzverbände und Finanzierungsberater üblicherweise 10 bis 15 Prozent. Eine belastbare Erhebung dazu gibt es nicht; auf die 454.883 EUR gerechnet wären es 45.488 bis 68.232 EUR.
  • Von der Baugenehmigung bis zur Fertigstellung vergehen im Schnitt 27 Monate — sieben Monate mehr als 2020 (Statistisches Bundesamt, Fertigstellungen 2025).
  • 💶 350.000 EUR Darlehen kosten bei der ING 1.875 EUR im Monat, bei 4,43 % Sollzins, 10 Jahre Zinsbindung, bis 80 % Beleihungsauslauf, anfängliche Tilgung 2,00 %.
  • ⚠️ Eine Nachfinanzierung zur Fertigstellung kostet bei der ING 1,00 Prozentpunkt Zinsaufschlag: auf 75.000 EUR sind das 62,50 EUR mehr im Monat und 6.447 EUR Mehrzinsen in zehn Jahren Zinsbindung.
  • ⏱️ Bereitstellungszinsen von 0,20 % pro Monat greifen bei der ING ab dem siebten Monat nach Erstellung des Darlehensangebots. Bei Neubau und Kauf vom Bauträger greifen sie erst nach zwölf Monaten.

Du planst einen Neubau und willst wissen, was am Ende wirklich auf der Rechnung steht? Dann bist du hier richtig. Die Hausbau-Kosten sind in den letzten Jahren spürbar gestiegen — laut Statistischem Bundesamt liegt der Baupreisindex für Wohngebäude bei 140,3 Punkten (2021 = 100, Berichtsmonat Mai 2026), ein Plus von 5,0 % gegenüber Mai 2025; im Berichtsmonat Februar 2026 hatte der Anstieg noch 3,3 % betragen. Im Folgenden bekommst du den einzigen amtlichen Quadratmeter-Anker, der für Neubauten existiert, die Kostengliederung nach DIN 276, eine offengelegte Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche und die Finanzierung dazu: Monatsrate, Bereitstellungszinsen und was eine Nachfinanzierung kostet. Diese Seite gehört zu unserer Baufinanzierung in Deutschland-Übersicht.

Der eine belastbare Quadratmeterwert — und was er nicht enthält

Für Baukosten je Quadratmeter gibt es genau eine neutrale, jährlich fortgeschriebene Quelle: die Baugenehmigungsstatistik des Statistischen Bundesamts. Jeder Bauantrag meldet die veranschlagten Kosten des Bauwerks und die Wohnfläche. Für den Genehmigungsjahrgang 2025 ergibt das 2.637 EUR je Quadratmeter Wohnfläche bei neu errichteten Wohngebäuden.

Dieser Wert umfasst nur das Bauwerk — Baukonstruktion samt Erdarbeiten, Installationen und betriebstechnische Anlagen, also die Kostengruppen 300 und 400 der DIN 276, einschließlich Umsatzsteuer. Nicht enthalten sind Grundstück, Erschließung, Außenanlagen und sämtliche Baunebenkosten. Die Wohnfläche ist nach der Wohnflächenverordnung berechnet, nicht als Brutto-Grundfläche.

Drei Einschränkungen gehören zwingend dazu, sonst rechnest du dich arm. Erstens ist der Betrag veranschlagt und nicht abgerechnet: Er stammt vom Tag des Bauantrags, Nachträge und Bemusterungsmehrkosten stecken nicht darin. Zweitens ist es der Genehmigungsjahrgang 2025, nicht der Preisstand von heute — zwischen Mai 2025 und Mai 2026 sind die Baupreise um 5,0 % gestiegen. Drittens enthält die Kategorie Wohngebäude auch Mehrfamilienhäuser, bei denen sich Hülle und Haustechnik auf mehr Fläche verteilen. Für ein freistehendes Einfamilienhaus ist der Wert deshalb eine Untergrenze, kein Zielwert.

Genehmigungsjahr Veranschlagte Bauwerkskosten je m² Wohnfläche
2021 2.034 EUR
2022 2.211 EUR
2023 2.414 EUR
2024 2.556 EUR
2025 2.637 EUR

Statistisches Bundesamt, Baugenehmigungen für neu errichtete Wohngebäude in Deutschland, Genehmigungsjahrgänge 2021 bis 2025. Veranschlagte Bauwerkskosten geteilt durch Wohnfläche, eigene Berechnung. Kostengruppen 300 und 400 nach DIN 276, einschließlich Umsatzsteuer.

Über diese fünf Jahrgänge sind die veranschlagten Bauwerkskosten je Quadratmeter um 29,6 % gestiegen. Was der Wert für ein konkretes Haus bedeutet, zeigt die schlichte Multiplikation mit der geplanten Wohnfläche — plus dem Korridor für Baunebenkosten, der weiter unten hergeleitet wird.

Wohnfläche Bauwerkskosten (Kostengruppen 300 und 400) zuzüglich 15 bis 20 % Baunebenkosten
120 m² 316.440 EUR 363.906 – 379.728 EUR
140 m² 369.180 EUR 424.557 – 443.016 EUR
150 m² 395.550 EUR 454.883 – 474.660 EUR
180 m² 474.660 EUR 545.859 – 569.592 EUR

Eigene Berechnung: 2.637 EUR je m² Wohnfläche (Statistisches Bundesamt, Genehmigungsjahrgang 2025) mal Wohnfläche, Baunebenkosten-Korridor nach Angabe des Verbands Privater Bauherren. Ohne Grundstück, Erschließung und Außenanlagen. Größenordnung, kein Angebotspreis.

Die Baupreise für Wohngebäude sind zwischen 2010 und 2025 um 89 % gestiegen — die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um 38 %. Bauen hat sich also nicht nur verteuert, sondern gegenüber allem anderen mehr als doppelt so stark. Quelle: Statistisches Bundesamt.

Was der Verband Privater Bauherren nennt — und was diese Zahlen wert sind

Neben der amtlichen Statistik nennt der Verband Privater Bauherren (VPB) für ein Einfamilienhaus eine Spanne von 1.800 bis 3.500 EUR je Quadratmeter, gestaffelt nach Ausstattung: 1.800 bis 2.500 EUR in Standardausführung, 2.500 bis 3.500 EUR bei gehobener Ausstattung, ab 3.500 EUR im Luxussegment.

Diese Angaben sind eine Größenordnung, kein Datenpunkt. Der VPB datiert seine Seite nicht; der jüngste dort zitierte Baupreisvergleich stammt aus dem Frühjahr 2025, und seither ist der Baupreisindex um weitere 5,8 % gestiegen. Wer mit der Obergrenze von 3.500 EUR kalkuliert, rechnet also mit einem Preisstand von Anfang 2025.

Die Kostengruppen beim Hausbau nach DIN 276

Wenn du dein Budget realistisch planen willst, brauchst du eine Gliederung, die jeder Planer und jede Bank versteht. Die gibt es: Die DIN 276 in der Fassung 2018-12 teilt die Kosten eines Bauvorhabens in acht Kostengruppen. Sie ist die einzige Struktur in diesem Feld, die verbindlich definiert ist — und sie erklärt zugleich, warum sich Baukostenangaben aus verschiedenen Quellen so oft widersprechen.

Kostengruppe Bezeichnung nach DIN 276:2018-12 Was darin steckt
100 Grundstück Grundstückswert, Grundstücksnebenkosten, Rechte Dritter
200 Vorbereitende Maßnahmen Herrichten, öffentliche und nichtöffentliche Erschließung, Ausgleichsmaßnahmen
300 Bauwerk – Baukonstruktionen Erdarbeiten, Gründung, Wände, Decken, Dach, Fenster, Ausbaugewerke
400 Bauwerk – Technische Anlagen Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro, Aufzüge, Gebäudeautomation
500 Außenanlagen und Freiflächen Zufahrt, Terrasse, Garten, Einfriedung
600 Ausstattung und Kunstwerke Ausstattungsgegenstände, die nicht fest eingebaut sind
700 Baunebenkosten Bauherrenaufgaben, Objekt- und Fachplanung, Gutachten, Genehmigungen
800 Finanzierung Finanzierungskosten des Bauvorhabens

Der häufigste Fehler bei Baukostenangaben ist keine falsche Zahl, sondern eine fehlende Bezugsgröße. Die DIN 276 definiert nur zwei Summenbegriffe: Gesamtkosten sind die Kostengruppen 100 bis 800, Bauwerkskosten sind die Kostengruppen 300 und 400. Die Wörter Baukosten, Bausumme und schlüsselfertig sind dagegen nirgends definiert. Zwei Quellen können dieselbe Zahl nennen und völlig verschiedene Kostengruppen meinen. Jede Prozentangabe, die du liest, ist deshalb ohne ihre Bezugsgröße wertlos — auch auf dieser Seite steht sie überall dabei.

Bauwerk: Kostengruppen 300 und 400

Das Bauwerk ist der einzige Block mit einer amtlichen Zahl, und es ist der größte. Umgangssprachlich wird er in Rohbau und Ausbau geteilt — die DIN 276 tut das nicht, sie trennt stattdessen Baukonstruktionen von technischen Anlagen. Wie sich beide Teile preislich entwickeln, erhebt das Statistische Bundesamt getrennt: Die Rohbauarbeiten liegen im Berichtsmonat Mai 2026 bei einem Index von 133,5 und damit 4,9 % über dem Vorjahresmonat, die Ausbauarbeiten sind um 5,1 % gestiegen.

Einen belastbaren prozentualen Anteil von Rohbau oder Ausbau an der Bausumme gibt es dagegen nicht. Weder das Statistische Bundesamt noch die Verbraucherschutzverbände veröffentlichen einen. Was sich sagen lässt: Innerhalb der Rohbauarbeiten haben Beton- und Mauerarbeiten den größten Anteil, innerhalb der Ausbauarbeiten die Heizungs- und Metallbauarbeiten. Wo sich die Preise gerade bewegen, zeigt der Blick auf die einzelnen Gewerke.

Gewerk Preisänderung gegenüber dem Vorjahresmonat
Dachdeckungsarbeiten sowie Zimmer- und Holzbauarbeiten +7,3 %
Elektro-, Sicherheits- und informationstechnische Anlagen +6,4 %
Erdarbeiten +5,4 %
Heizanlagen und zentrale Wassererwärmung +5,0 %
Wärmedämm-Verbundsysteme +5,0 %
Metallbauarbeiten +4,4 %
Mauerarbeiten +3,8 %
Betonarbeiten +3,6 %

Statistisches Bundesamt, Baupreisindex Neubau Wohngebäude, Berichtsmonat Mai 2026 gegenüber Mai 2025.

Praktisch heißt das: Die Gewerke, die am stärksten anziehen, sitzen im Dach und in der Haustechnik — nicht im Mauerwerk. Wer beim Angebotsvergleich nur auf den Rohbaupreis schaut, vergleicht ausgerechnet den Teil, der sich am wenigsten bewegt.

Fertighaus oder Massivbau: der Preisvorteil ist nicht belegt, der Zeitvorteil schon

Dass ein Fertighaus im Rohbau spürbar günstiger sei, ist eine der verbreitetsten Annahmen beim Hausbau — und sie hält der amtlichen Statistik nicht stand. Neu genehmigte Wohngebäude in Fertigteilbauweise kommen im Genehmigungsjahrgang 2025 auf 2.702 EUR je Quadratmeter Wohnfläche und liegen damit 2,5 % über dem Durchschnitt aller neu genehmigten Wohngebäude.

Dieser Vergleich beweist nicht, dass Fertighäuser teurer sind: Der Fertigteilbau besteht überwiegend aus Ein- und Zweifamilienhäusern, die Gesamtzahl auch aus Mehrfamilienhäusern, und diese Strukturen sind nicht deckungsgleich. Er widerlegt aber die Behauptung eines pauschalen Preisvorteils von zehn bis fünfzehn Prozent. Wäre der so groß, müsste er sich trotz des ungünstigen Strukturvergleichs abzeichnen.

Belegt ist ein anderer Vorteil: Zeit. Für Einfamilienhäuser, die 2024 in Thüringen fertiggestellt wurden, weist das dortige Landesamt für Statistik eine durchschnittliche Abwicklungsdauer von 20 Monaten in Fertigteilbauweise gegenüber 26 Monaten in konventioneller Bauweise aus — sechs Monate Unterschied. Was sechs Monate in einer Baufinanzierung wert sind, steht weiter unten bei den Bereitstellungszinsen.

Baunebenkosten: Kostengruppe 700

Architekt, Statiker, Vermessung, Baugrundgutachten, Baugenehmigung und Bauversicherungen bilden zusammen die Baunebenkosten. Der Verband Privater Bauherren nennt dafür 15 bis 20 Prozent. Weil der Verband selbst auf derselben Seite unterschiedliche Bezugsgrößen dafür angibt, legen wir sie hier ausdrücklich fest.

Auf dieser Seite werden die 15 bis 20 Prozent auf die Bauwerkskosten der Kostengruppen 300 und 400 gerechnet, nicht auf die Gesamtkosten. Bei 2.637 EUR je Quadratmeter Wohnfläche entspricht das 396 bis 527 EUR je Quadratmeter allein an Baunebenkosten.

Der größte Einzelposten darin ist das Architektenhonorar — und hier liegt der teuerste Kalkulationsfehler der ganzen Seite, wenn man ihn macht. Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure kennt keine Prozentsätze, sondern Honorartafeln mit Eurobeträgen, gestaffelt nach anrechenbaren Kosten und Honorarzone. Seit der Novelle sind auch diese Tafelwerte laut § 35 Abs. 1 HOAI ausdrücklich nur noch Orientierungswerte; das Honorar wird frei vereinbart.

Beauftragter Leistungsumfang Anteil am Tafelhonorar Anteil an den anrechenbaren Kosten
Leistungsphasen 1 bis 4, bis zur Genehmigungsplanung 27 % 3,6 – 4,5 %
Leistungsphasen 1 bis 5, bis zur Ausführungsplanung 52 % 6,9 – 8,6 %
Leistungsphasen 1 bis 8, ohne Objektbetreuung 98 % 13,1 – 16,3 %
Leistungsphasen 1 bis 9, Vollauftrag 100 % 13,3 – 16,6 %

Honorartafel nach § 35 HOAI, Honorarzone III bei anrechenbaren Kosten von 300.000 EUR, Bewertung der Leistungsphasen nach § 34 Abs. 3 HOAI. Prozentanteile eigene Berechnung aus der Tafel. Die Tafelwerte sind nach § 35 Abs. 1 HOAI Orientierungswerte.

Die häufig genannten fünf bis acht Prozent entsprechen ungefähr einem Teilauftrag bis zur Ausführungsplanung, nicht der Vollbeauftragung. Wer den Architekten vollständig beauftragt und trotzdem mit fünf bis acht Prozent kalkuliert, unterschätzt das Honorar um rund sechs bis acht Prozentpunkte der anrechenbaren Kosten. Bei Bauwerkskosten von 395.550 EUR sind das zwischen 25.000 und 31.600 EUR, die in keinem Finanzierungsplan stehen.

Rechne diese beiden Zahlen einmal gegeneinander. Der Korridor für sämtliche Baunebenkosten liegt bei 15 bis 20 Prozent. Der Vollauftrag an den Architekten allein liegt bei 13,3 bis 16,6 Prozent der anrechenbaren Kosten, die in der Größenordnung der Bauwerkskosten liegen. Beides nebeneinandergelegt heißt: Bei voller Beauftragung ist der Baunebenkosten-Korridor praktisch schon vom Honorar aufgebraucht, bevor Statiker, Vermesser, Gutachter und Genehmigung überhaupt bezahlt sind. Entweder der Leistungsumfang ist kleiner als der Vollauftrag, oder der Korridor ist zu eng — beides gleichzeitig geht nicht auf.

Für die übrigen Posten nennt der Verband Privater Bauherren die folgenden Spannen. Sie sind undatiert und deshalb als Größenordnung zu lesen, nicht als Preisliste.

Position Spanne nach Angabe des VPB
Baugrundgutachten 400 – 2.500 EUR
Vermessung und Lageplan 1.500 – 3.000 EUR
Bauantrag und Genehmigung etwa 0,5 % der Baukosten
Bauherrenhaftpflicht 500 – 1.000 EUR
Hausanschlüsse für Strom, Wasser, Abwasser, Gas und Telekommunikation 5.000 – 15.000 EUR
Baustrom und Bauwasser 1.000 – 2.000 EUR
Baustelleneinrichtung 1.500 – 4.500 EUR

Angaben des Verbands Privater Bauherren, ohne Datumsangabe der Quelle. Größenordnungen für ein Einfamilienhaus, keine bundesweit erhobenen Werte.

Dass für Bauantrag und Genehmigung ein Prozentwert statt einer Eurospanne steht, hat einen Grund: Die Gebühren für Baugenehmigung, Vermessung und Prüfstatik sind Landesrecht. Sie folgen den Gebührenordnungen der Länder und Kommunen und bemessen sich nach dem Rohbau- oder Objektwert. Eine bundesweite Eurospanne wäre bei diesen Positionen eine Scheingenauigkeit — die konkrete Zahl nennt dir die Bauaufsichtsbehörde deines Landkreises.

Grundstück und Erschließung: Kostengruppen 100 und 200

Der Grundstückspreis ist der einzige Block, der nicht je Quadratmeter Wohnfläche, sondern je Quadratmeter Grundstücksfläche kalkuliert wird — und er schwankt stärker als alles andere auf dieser Seite. Die amtliche Statistik der Kaufwerte für Bauland weist für baureifes Wohnbauland folgende Werte aus.

Gebiet Baureifes Land, Wohnbaufläche
Deutschland insgesamt 302,15 EUR/m²
Rohbauland, Deutschland 75,46 EUR/m²
Baden-Württemberg 340,58 EUR/m²
Bayern 428,46 EUR/m²
Landeshauptstadt München 3.455,08 EUR/m²
Landkreis München 1.612,49 EUR/m²
Günstigster bayerischer Landkreis 41,52 EUR/m²

Statistisches Bundesamt und Bayerisches Landesamt für Statistik, Kaufwerte für Bauland, Berichtsjahr 2025. Die Statistik ist methodisch keine echte Preisstatistik, deshalb veröffentlichen die Ämter selbst keine prozentualen Veränderungen. Für den Einzelfall gilt der Bodenrichtwert des zuständigen Gutachterausschusses.

Allein innerhalb Bayerns liegt zwischen dem günstigsten Landkreis und der Landeshauptstadt der Faktor 83. Genau deshalb steht auf dieser Seite keine Pauschale für das Grundstück: Ein Bundesdurchschnitt beschreibt kein einziges reales Bauvorhaben.

Bei der Erschließung kommt eine Unterscheidung dazu, die in vielen Kostenaufstellungen fehlt, obwohl das Gesetz sie ausdrücklich trifft. § 127 Abs. 4 Baugesetzbuch trennt den Erschließungsbeitrag von den Hausanschlusskosten.

Merkmal Erschließungsbeitrag Hausanschlusskosten
Rechtsgrundlage §§ 127 bis 135 BauGB und Gemeindesatzung Verträge und Anschlussbedingungen der Versorger
Gegenstand Straßen, Wege, Plätze, Parkflächen, Grünanlagen, Lärmschutz Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Telekommunikation
Empfänger Gemeinde Versorgungsunternehmen
Höhe nach Gemeindesatzung, die Gemeinde trägt mindestens 10 % (§ 129 Abs. 1 Satz 3 BauGB) nach Preisblatt des Versorgers, abhängig von der Lage
Bundesweite Erhebung existiert nicht existiert nicht

Für beide Posten gibt es keine belastbare bundesweite Zahl, und deshalb steht hier keine. Der Erschließungsbeitrag hängt an der Satzung deiner Gemeinde, am Verteilungsmaßstab und an der Zahl der beitragspflichtigen Grundstücke; zwei Nachbargemeinden können um mehr als das Doppelte auseinanderliegen. Beides ist vor dem Grundstückskauf erfragbar: der Beitrag bei der Gemeinde, die Anschlusskosten beim jeweiligen Versorger. Ein häufig übersehener Zusammenhang dabei: Der VPB weist darauf hin, dass gerade auf dem Land dem niedrigeren Grundstückspreis höhere Erschließungskosten gegenüberstehen können, weil die Anschlusswege länger sind. Das billige Grundstück ist nicht automatisch das günstigere Bauvorhaben.

Zur Abgrenzung: Wenn du kein Grundstück bebauen, sondern ein bestehendes Haus kaufen willst, gelten andere Posten — siehe Kaufnebenkosten beim Hauskauf.

Außenanlagen: Kostengruppe 500

Garten, Carport, Zufahrt, Terrasse und Zaun sind der Block, den die meisten Bauherren in der ersten Kalkulation vergessen — und der einzige der großen Gruppen, für den sich weder ein amtlicher Wert noch eine belegte Verbandsangabe finden lässt. Prozentanteile, die dafür im Umlauf sind, stammen durchweg aus Quellen ohne nachvollziehbare Erhebung. Auf dieser Seite steht deshalb keine Zahl dafür; in der Beispielrechnung unten ist der Block bewusst ausgewiesen und nicht beziffert.

Was du stattdessen tun kannst: Die Außenanlagen lassen sich als einziger Block nach dem Einzug schrittweise realisieren. Das streckt den Zahlungsstrom — aber nur, wenn das Geld insgesamt eingeplant ist und nicht erst dann auffällt.

Beispielrechnung: Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche

Was bedeuten diese Größenordnungen konkret? Die folgende Rechnung nutzt ausschließlich den amtlichen Quadratmeterwert und den Baunebenkosten-Korridor. Jede Zeile ist nachrechenbar, und die Blöcke ohne belastbare Zahl sind als solche ausgewiesen statt mit einer Pauschale gefüllt.

Kostengruppe Berechnung Beispielsumme
Bauwerk (300 und 400) 2.637 EUR/m² × 150 m² 395.550 EUR
Baunebenkosten (700) 15 % der Bauwerkskosten 59.333 EUR
Zwischensumme Bauwerk und Baunebenkosten 454.883 EUR
Kostenpuffer 10 bis 15 % der Zwischensumme 45.488 – 68.232 EUR
Budget ohne Grundstück, Erschließung und Außenanlagen 500.371 – 523.115 EUR
Grundstück (100) regional, siehe Kaufwerte für Bauland nicht pauschalierbar
Vorbereitende Maßnahmen (200) Gemeindesatzung und Versorger-Preisblatt nicht pauschalierbar
Außenanlagen (500) keine neutrale Erhebung verfügbar nicht pauschalierbar

Eigene Berechnung auf Basis von 2.637 EUR je m² Wohnfläche (Statistisches Bundesamt, Genehmigungsjahrgang 2025) und einem Baunebenkosten-Anteil von 15 % der Bauwerkskosten nach Angabe des Verbands Privater Bauherren. Mit der Obergrenze von 20 % steigt die Zwischensumme auf 474.660 EUR.

Drei Dinge musst du dieser Rechnung ansehen, bevor du sie benutzt. Sie startet bei einem Genehmigungsjahrgang und damit bei veranschlagten, nicht abgerechneten Kosten. Sie startet bei einem Durchschnitt über alle Wohngebäude, und ein freistehendes Einfamilienhaus liegt je Quadratmeter eher darüber. Und sie enthält drei Kostengruppen nicht. Das Ergebnis ist deshalb eine belastbare Untergrenze mit offengelegter Herkunft — und genau das ist mehr wert als eine glatte Endsumme, die niemand nachrechnen kann.

Von der Bausumme zur Monatsrate

Eine Kostenaufstellung beantwortet die Frage, was das Haus kostet. Sie beantwortet nicht die Frage, die deine Bank stellt: Was trägst du im Monat? Der Weg dorthin ist rechnerisch eindeutig: Die Rate eines Annuitätendarlehens ergibt sich aus Darlehenssumme, Sollzins und anfänglicher Tilgung.

Monatsrate = Darlehenssumme × (Sollzins + anfängliche Tilgung) ÷ 12. Ohne alle drei Größen ist jede Ratenangabe wertlos: Dieselbe Darlehenssumme kostet bei 2,00 % anfänglicher Tilgung spürbar mehr im Monat als bei 1,00 %, ist dafür aber Jahrzehnte früher abbezahlt.

Die folgende Tabelle rechnet eine Darlehenssumme von 350.000 EUR bei 2,00 % anfänglicher Tilgung durch — die Größenordnung, die bei der Beispielrechnung oben nach Abzug von Eigenkapital typischerweise übrig bleibt.

Zinsbindung Beleihungsauslauf Sollzins ING Monatsrate bei 350.000 EUR
5 Jahre bis 60 % 4,32 % 1.843 EUR
10 Jahre bis 60 % 4,36 % 1.855 EUR
10 Jahre bis 80 % 4,43 % 1.875 EUR
10 Jahre bis 90 % 4,62 % 1.931 EUR
15 Jahre bis 80 % 4,70 % 1.954 EUR
20 Jahre bis 80 % 4,89 % 2.009 EUR

Konditionen der ING, Stand September 2026, Nettodarlehen ab 300.000 EUR. Eigene Berechnung der Monatsrate für 350.000 EUR Darlehen und 2,00 % anfängliche Tilgung.

Zwischen der kürzesten und der längsten Bindung in dieser Tabelle liegen 166 EUR im Monat. Das ist der Preis dafür, den Zins zwanzig statt fünf Jahre festzuschreiben, gerechnet auf 350.000 EUR Darlehen bei anfänglicher Tilgung von 2,00 %. Bei 4,43 % Sollzins und anfänglicher Tilgung von 2,00 % ist dieses Darlehen nach rund 26 Jahren vollständig getilgt.

Wie lange ein Neubau dauert — und warum das Geld kostet

Die Bauzeit ist keine Komfortfrage, sondern ein Kostenfaktor mit einem eigenen Zinssatz. Und die amtliche Zahl dazu ist deutlich größer als das, was üblicherweise genannt wird, weil sie eine andere Strecke misst.

Kennzahl Wert
Abwicklungsdauer von der Baugenehmigung bis zur Fertigstellung, Neubauwohnungen 2025 27 Monate
Dieselbe Kennzahl für 2020 20 Monate
Verlängerung seit 2020 +7 Monate
Einfamilienhäuser in Thüringen 2024, konventionelle Bauweise 26 Monate
Einfamilienhäuser in Thüringen 2024, Fertigteilbauweise 20 Monate
Anteil der Einfamilienhäuser mit mehr als zwei Jahren Bauzeit (Thüringen 2024) 40,2 %

Statistisches Bundesamt, Baufertigstellungen 2025 und 2020, sowie Thüringer Landesamt für Statistik, Abwicklungsdauer nach Bauweise, Berichtsjahr 2024.

Der entscheidende Punkt ist die gemessene Strecke. Die 27 Monate laufen von der Erteilung der Baugenehmigung bis zur Fertigstellung, nicht vom Spatenstich. Dazwischen liegen Ausschreibung, Vergabe, Finanzierungsabruf und Wartezeit auf die Gewerke. Wer Bauzeitangaben vergleicht, muss deshalb immer wissen, wo die Uhr startet — sonst stehen zwei Zahlen nebeneinander, die nichts miteinander zu tun haben.

Für die Finanzierung ist genau die amtliche Strecke die relevante, denn die bereitstellungszinsfreie Zeit läuft ab dem Darlehensangebot und nicht ab dem ersten Bagger. Bei der ING sind es beim Neubau zwölf Monate. Der Abstand zwischen zwölf Monaten Karenz und 27 Monaten Durchschnittsdauer ist der Grund, warum der nächste Abschnitt kein Nebenschauplatz ist.

Die drei Kostenblöcke, die auf keiner Baukostenliste stehen

Die Kostengruppen oben beschreiben, was der Bau kostet. Drei weitere Posten entstehen erst durch die Finanzierung. Sie tauchen in keiner Baukostenaufstellung auf, weil sie keine Handwerkerrechnung sind.

Bereitstellungszinsen: der Preis für einen Bau, der sich zieht

Ein Neubau wird nicht in einer Summe bezahlt, sondern in Raten nach Baufortschritt. Der Teil des Darlehens, den du noch nicht abgerufen hast, kostet trotzdem Geld: Die ING berechnet Bereitstellungszinsen von 0,20 % pro Monat ab dem siebten Monat nach Erstellung des Darlehensangebots. Das entspricht 2,40 % im Jahr auf den nicht abgerufenen Teil.

Konkret: Liegen sechs Monate lang durchschnittlich 200.000 EUR des Darlehens noch nicht abgerufen, kostet das 400 EUR pro Monat, zusammen 2.400 EUR, für die es keine Gegenleistung gibt.

Für Neubauten hat die ING nachgebessert: Bei einem Neubau und beim Kauf vom Bauträger ist die bereitstellungszinsfreie Zeit auf zwölf Monate verlängert statt auf sechs. Wer zusätzlich die Kondition Baufi Energy nutzt, bekommt 18 Monate. Für einen Bau, der sich um ein halbes Jahr verzögert, ist das im obigen Beispiel die Differenz zwischen 2.400 EUR und null.

Nachfinanzierung: der teuerste Fehler beim Hausbau

Wenn die kalkulierte Bausumme nicht reicht, brauchst du eine Nachfinanzierung zur Fertigstellung. Die ist strukturell teuer: Das Objekt ist zu diesem Zeitpunkt unfertig, die erstrangige Grundschuld liegt bereits bei der ersten Bank, und du verhandelst unter Zeitdruck. Die ING schlägt für eine Nachfinanzierung zur Fertigstellung 1,00 Prozentpunkt p.a. auf.

Kennzahl Planmäßig mitfinanziert Nachfinanzierung zur Fertigstellung
Sollzins, 10 Jahre Zinsbindung, bis 80 % Beleihungsauslauf 4,70 % 5,70 %
Monatsrate bei 75.000 EUR und 2,00 % anfänglicher Tilgung 418,75 EUR 481,25 EUR
Gezahlte Zinsen in zehn Jahren 31.148 EUR 37.595 EUR
Restschuld nach zehn Jahren 55.898 EUR 54.845 EUR

Konditionen der ING, Stand September 2026, Nettodarlehen ab 75.000 EUR. Eigene Berechnung für 75.000 EUR Darlehen, anfängliche Tilgung 2,00 %, 10 Jahre Zinsbindung.

Unterm Strich: 62,50 EUR mehr im Monat und 7.500 EUR mehr gezahlt über zehn Jahre. Davon sind 6.447 EUR reine Zinsmehrkosten; die übrigen 1.053 EUR stecken als zusätzliche Tilgung in der niedrigeren Restschuld. Der Aufschlag kostet also real rund 6.450 EUR, und zwar für dieselben 75.000 EUR, die bei sauberer Kalkulation von Anfang an im Darlehen gestanden hätten.

Das ist das eigentliche Argument für den Kostenpuffer. Eine Reserve, die du als Eigenkapital vorhältst und nicht brauchst, kostet dich nichts. Dieselbe Summe als Nachfinanzierung kostet 6.447 EUR Mehrzinsen über zehn Jahre Zinsbindung, gerechnet auf 75.000 EUR bei anfänglicher Tilgung von 2,00 % und bis 80 % Beleihungsauslauf. Wer den Puffer dagegen als zusätzlichen Darlehensteil aufnimmt und nicht abruft, zahlt darauf ab dem siebten Monat 0,20 % pro Monat. Der Puffer gehört ins Eigenkapital, nicht ins Darlehen.

Grunderwerbsteuer auf das Grundstück

Beim Kauf des Grundstücks fällt Grunderwerbsteuer an. Der bundesgesetzliche Regelsatz beträgt 3,5 % (§ 11 Abs. 1 GrEStG); seit 2006 dürfen die Länder davon abweichen, die Spanne reicht von 3,5 bis 6,5 %. Auf ein Grundstück für 150.000 EUR sind das 5.250 EUR im günstigsten und 9.750 EUR im teuersten Bundesland — 4.500 EUR Unterschied allein durch die Landesgrenze. Welcher Satz für dein Bauvorhaben gilt, steht in der Übersicht der Grunderwerbsteuersätze nach Bundesland.

Was ein energieeffizienter Neubau an Zinsen zurückbringt

Wärmepumpe, Dämmstandard und Photovoltaik erhöhen die Kosten der technischen Anlagen. Sie sind gleichzeitig der einzige Posten auf dieser Seite, der die Finanzierungskosten senkt, bei der Bank und bei der KfW getrennt voneinander.

Kondition der ING Zinsvorteil Mindestdarlehen Voraussetzung
Baufinanzierung Green −0,15 % 75.000 EUR Energieeffizienzklasse A+ oder A
Baufi Energy −0,10 % 100.000 EUR Verbesserung um mindestens eine Effizienzklasse; zusätzlich 18 Monate bereitstellungszinsfrei

Konditionen der ING, Stand September 2026.

Für einen Neubau ist Baufinanzierung Green die einschlägige Kondition: Sie knüpft an die erreichte Effizienzklasse an, während Baufi Energy eine Verbesserung gegenüber einem Ausgangszustand verlangt und damit eher zur Sanierung passt. Was der Green-Rabatt wert ist: Bei 350.000 EUR Darlehen, 4,43 % Sollzins, anfänglicher Tilgung von 2,00 % und bis 80 % Beleihungsauslauf sinkt die Monatsrate um 43,75 EUR. Über zehn Jahre Zinsbindung sind das 5.250 EUR weniger gezahlt, davon 4.554 EUR echte Zinsersparnis.

Die zweite Ebene ist die KfW. Für einen klimafreundlichen Neubau ist das Programm 297/298 zuständig.

KfW 297/298 — Klimafreundlicher Neubau, Wohngebäude Wert
Kredithöchstbetrag 100.000 EUR je Wohneinheit
Kredithöchstbetrag mit Nachhaltigkeitszertifikat QNG 150.000 EUR je Wohneinheit
Sollzins (Effektivzins), Variante 10 Jahre Laufzeit / 10 Jahre tilgungsfrei / 10 Jahre Zinsbindung 3,01 % (3,05 %)
Tilgungszuschuss keiner — reiner Zinsverbilligungskredit
Laufzeit / Zinsbindung bis 35 Jahre / bis 10 Jahre
Heizung nicht mit Öl, Gas oder Biomasse

KfW-Konditionenanzeiger, Zinsstand 17.09.2026. Der Zinssatz wird erst bei der Zusage festgelegt.

Innerhalb desselben Programms gibt es die Förderstufe Effizienzhaus 55 mit demselben Höchstbetrag von 100.000 EUR je Wohneinheit. Sie ist befristet und läuft nach derzeitigem Stand am 31.12.2026 aus; Anträge sind bis dahin nur möglich, solange Fördermittel verfügbar sind. Die Frist war zuvor schon einmal verlängert worden, deshalb vor der Planung beim Anbieter oder bei der KfW gegenprüfen, ob sie noch gilt. Wer auf dieser Stufe plant, braucht einen Zeitplan, der die Antragstellung vor dem Jahresende sicherstellt.

KfW-Konditionen gelten bonitätsunabhängig und ohne Staffel nach Beleihungsauslauf. Ein direkter Vergleich mit einem Bankzins stellt deshalb zwei verschiedene Dinge nebeneinander. Beantragt wird der Kredit außerdem nie direkt bei der KfW, sondern über deine Bank. Welches Programm zu welchem Vorhaben passt, steht in der Übersicht der KfW-Förderkredite für Bau und Kauf.

Versteckte Kosten und Reserve einplanen

Hier kommt der Punkt, an dem viele Hausbau-Projekte aus dem Ruder laufen. Es sind selten die großen Posten, die das Budget sprengen — es sind die kleinen, die in der ersten Kalkulation vergessen werden.

Acht typische Kostenfallen beim Hausbau:

  1. Baugrundgutachten (400–2.500 EUR nach Angabe des VPB) — es entscheidet über Gründung, Keller und Abdichtung und gehört deshalb vor die Bauentscheidung, nicht danach.
  2. Vermessung und Lageplan (1.500–3.000 EUR nach Angabe des VPB) — für Höhenplan, Grenzabsteckung und amtliche Einmessung.
  3. Hausanschlüsse für Strom, Wasser, Abwasser, Gas und Telekommunikation (5.000–15.000 EUR nach Angabe des VPB, lageabhängig).
  4. Bauherrenhaftpflicht (500–1.000 EUR nach Angabe des VPB); Bauleistungs- und weitere Bauzeitversicherungen kommen je nach Vorhaben hinzu.
  5. Architektenhonorar über dem kalkulierten Ansatz — der Vollauftrag über alle neun Leistungsphasen liegt nach der HOAI-Tafel bei 13,3 bis 16,6 % der anrechenbaren Kosten, nicht bei den häufig genannten fünf bis acht Prozent.
  6. Bereitstellungszinsen auf den noch nicht abgerufenen Kreditteil: bei der ING 0,20 % pro Monat ab dem siebten Monat, bei Neubau und Kauf vom Bauträger ab dem 13. Monat.
  7. Bemusterungs-Mehrkosten — höherwertige Fliesen, Türen und Sanitärobjekte kosten regelmäßig mehr als der Standardansatz im Angebot. Eine neutrale Erhebung, die diesen Aufschlag beziffert, gibt es nicht; verbindlich wird er erst durch eine Bemusterung vor Vertragsschluss.
  8. Witterungsbedingte Verzögerungen und Planänderungen — beide verlängern die Bauzeit, und jeder zusätzliche Monat kostet Bereitstellungszinsen sowie, bei laufender Miete, doppelte Wohnkosten.

Reserve einplanen, aber mit offenem Visier. Für den Kostenpuffer nennen Verbraucherschutzverbände und Finanzierungsberater üblicherweise 10 bis 15 Prozent der Bausumme. Eine belastbare Erhebung, die diesen Korridor trägt, existiert nicht — wir nennen ihn als Größenordnung und nicht als Messwert. Auf die Zwischensumme der Beispielrechnung von 454.883 EUR gerechnet wären das 45.488 bis 68.232 EUR. Der Bauherren-Schutzbund setzt einen anderen Maßstab an und nennt seit 2019 mindestens 5.000 Euro griffbereit plus zwei bis drei Monate Zeitpuffer über den vereinbarten Fertigstellungstermin hinaus.

Zwei Puffer bekommst du zusätzlich geschenkt, weil sie im Vertrag stehen und nichts kosten. Nach Angabe des Bauherren-Schutzbunds dürfen private Bauherren bei den ersten Abschlagszahlungen einen Sicherheitseinbehalt von 5 % der vereinbarten Gesamtkosten zurückhalten, und bis zur Abnahme muss nur 90 % der Gesamtvergütung gezahlt sein. Beides ist Liquidität, die im Zweifel genau dann zur Verfügung steht, wenn eine Nachforderung kommt.

Für wen sich der große Kostenpuffer lohnt und für wen nicht

Die Reserve-Empfehlung ist keine Vorsichtsregel für alle, sondern eine Abwägung zwischen zwei Zinskosten: dem Aufschlag auf eine Nachfinanzierung und den Bereitstellungszinsen auf einen nicht abgerufenen Darlehensteil.

  • Bauherren mit Einzelgewerkvergabe: Jedes Gewerk kann teurer ausfallen als kalkuliert, und es gibt keinen Vertragspartner, der das Gesamtrisiko trägt.
  • Neubauten mit realistisch langer Bauzeit: Die amtliche Abwicklungsdauer liegt bei 27 Monaten, die bereitstellungszinsfreie Zeit der ING beim Neubau bei zwölf. Wer darüber hinaus baut, braucht Liquidität, nicht nur Kreditrahmen.
  • Wer ohne Festpreis bemustert: Der Aufschlag gegenüber dem Standardansatz im Angebot ist der Normalfall, nicht die Ausnahme — und er ist der Posten, den keine Statistik für dich beziffert.
  • Jeder, für den die Alternative eine Nachfinanzierung ist: 1,00 Prozentpunkt Aufschlag entspricht auf 75.000 EUR 6.447 EUR Mehrzinsen in zehn Jahren Zinsbindung.
  • Schlüsselfertig mit Festpreisgarantie und vor Vertragsschluss abgeschlossener Bemusterung: Hier liegt das Kostenrisiko vertraglich beim Bauträger, ein Puffer von 15 % überzeichnet es.
  • Puffer im Darlehen statt im Eigenkapital: Ein nicht abgerufener Darlehensteil kostet bei der ING ab dem siebten Monat 0,20 % pro Monat, beim Neubau ab dem 13. Monat.
  • Puffer, der den Beleihungsauslauf hebt: Der Sprung von bis 80 % auf bis 90 % kostet bei der ING 0,19 Prozentpunkte mehr Sollzins (10 Jahre Zinsbindung, Nettodarlehen ab 300.000 EUR). Dann verteuert der Puffer die gesamte Finanzierung, nicht nur sich selbst.
  • Edge Case Kleinbetrag: Eine Nachfinanzierung unter 50.000 EUR trifft in der ING-Konditionsliste zwei Aufschlagspositionen: 1,00 Prozentpunkt für die Nachfinanzierung zur Fertigstellung und 0,50 Prozentpunkte für Darlehen unter 50.000 EUR. Ob beide addiert werden, entscheidet die Bank im Einzelfall; kalkulieren solltest du mit dem ungünstigeren.

Die Kostenaufstellung auf dieser Seite beantwortet, was gebaut wird. Über den Ausgang entscheidet die Finanzierung. Der teuerste Fehler beim Hausbau ist nicht die zu ambitionierte Bemusterung, sondern die zu knapp kalkulierte Bausumme: Sie zwingt in eine Nachfinanzierung zur Fertigstellung, und die kostet bei der ING 1,00 Prozentpunkt mehr. Auf 75.000 EUR sind das 6.447 EUR Mehrzinsen über zehn Jahre Zinsbindung, bei anfänglicher Tilgung von 2,00 % und bis 80 % Beleihungsauslauf. Wer dieselbe Summe von Anfang an als Eigenkapital-Reserve vorhält, zahlt dafür nichts. Der Puffer von 10 bis 15 Prozent ist damit keine Vorsichtsmaßnahme, sondern eine Zinsentscheidung, und die einzige auf dieser Seite, die du vor dem ersten Spatenstich triffst.

Auch die Finanzierung selbst kostet Geld. Wie viel, entscheidet weniger der Anbieter als der Beleihungsauslauf. Bei der ING trennt die Stufe bis 60 % von der Stufe bis 90 % ein Abstand von 0,26 Prozentpunkten im Sollzins (10 Jahre Zinsbindung, Nettodarlehen ab 300.000 EUR). Die vollständige Staffel und die Entwicklung der Bauzinsen nach Zinsbindung zeigt der eigene Überblick. Wie viel Eigenkapital beim Hausbau sinnvoll ist, entscheidet über genau die Beleihungsstufe, in der du landest. Und wie viel Haus dein Einkommen trägt, rechnet der Baufinanzierungsrechner durch.

Häufige Fragen

Was kostet ein Einfamilienhaus zu bauen?

Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche liegen die reinen Bauwerkskosten bei rund 395.550 EUR. Grundlage ist der einzige amtliche Anker: 2.637 EUR je m² Wohnfläche aus der Baugenehmigungsstatistik des Statistischen Bundesamts, Genehmigungsjahrgang 2025, für die Kostengruppen 300 und 400 nach DIN 276. Mit 15 Prozent Baunebenkosten ergeben sich 454.883 EUR. Grundstück, Erschließung und Außenanlagen sind darin nicht enthalten — für sie existiert kein belastbarer Pauschalwert. Weil der amtliche Wert veranschlagte und nicht abgerechnete Kosten abbildet und auch Mehrfamilienhäuser enthält, ist die Summe eine Untergrenze.

Wie viel Reserve sollte man beim Hausbau einplanen?

Verbraucherschutzverbände und Finanzierungsberater nennen üblicherweise 10 bis 15 Prozent der Bausumme. Eine belastbare Erhebung, die diesen Korridor trägt, gibt es nicht; er ist eine Größenordnung und kein Messwert. Auf die Zwischensumme der Beispielrechnung von 454.883 EUR gerechnet wären das 45.488 bis 68.232 EUR. Der Bauherren-Schutzbund setzt einen anderen Maßstab an und nennt seit 2019 mindestens 5.000 Euro griffbereit plus zwei bis drei Monate Zeitpuffer. Rechtlich verankert sind zwei weitere Puffer: ein Sicherheitseinbehalt von 5 Prozent bei den ersten Abschlagszahlungen und die Regel, dass bis zur Abnahme nur 90 Prozent der Gesamtvergütung fällig sind.

Wie viel kostet ein Hausbau pro Quadratmeter?

Der einzige neutrale, jährlich fortgeschriebene Wert stammt aus der Baugenehmigungsstatistik des Statistischen Bundesamts: 2.637 EUR je m² Wohnfläche für neu errichtete Wohngebäude, Genehmigungsjahrgang 2025. Er umfasst nur das Bauwerk, also die Kostengruppen 300 und 400 nach DIN 276 einschließlich Umsatzsteuer, und weder Grundstück noch Erschließung, Außenanlagen oder Baunebenkosten. Der Verband Privater Bauherren nennt für ein Einfamilienhaus 1.800 bis 3.500 EUR je m², gestaffelt nach Ausstattung; diese Angabe ist undatiert und inhaltlich auf dem Preisstand von Anfang 2025.

Sind die Hausbau-Kosten 2026 gestiegen?

Ja. Der Baupreisindex für Wohngebäude des Statistischen Bundesamts steht bei 140,3 Punkten (2021 = 100) im Berichtsmonat Mai 2026 und liegt damit 5,0 Prozent über Mai 2025; im Berichtsmonat Februar 2026 hatte der Anstieg 3,3 Prozent betragen. Längerfristig sind die Baupreise zwischen 2010 und 2025 um 89 Prozent gestiegen, die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um 38 Prozent. Das Statistische Bundesamt erhebt vierteljährlich, aber jeweils nur in einem Berichtsmonat — ein Quartalswert ist deshalb kein Quartalsdurchschnitt.

Was sind versteckte Kosten beim Hausbau?

Häufig unterschätzt werden die Posten der Kostengruppe 700. Der Verband Privater Bauherren nennt dafür Hausanschlüsse mit 5.000 bis 15.000 EUR, Vermessung und Lageplan mit 1.500 bis 3.000 EUR, das Baugrundgutachten mit 400 bis 2.500 EUR und die Bauherrenhaftpflicht mit 500 bis 1.000 EUR. Der größte Einzelposten ist das Architektenhonorar: Der Vollauftrag über alle neun Leistungsphasen liegt nach der Honorartafel des § 35 HOAI bei 13,3 bis 16,6 Prozent der anrechenbaren Kosten. Dazu kommen zwei Posten, die erst durch die Finanzierung entstehen: Bereitstellungszinsen auf den noch nicht abgerufenen Darlehensteil (bei der ING 0,20 Prozent pro Monat ab dem siebten Monat) und der Zinsaufschlag von 1,00 Prozentpunkt für eine Nachfinanzierung zur Fertigstellung.

Kann ich Hausbau-Kosten von der Steuer absetzen?

Bei selbstgenutztem Wohneigentum sind die Bau-Kosten steuerlich nicht absetzbar; das gilt auch für die Schuldzinsen der Baufinanzierung. Bei vermieteten Immobilien lassen sich Schuldzinsen, Abschreibung und Werbungskosten dagegen geltend machen. Die konkrete Abgrenzung rechnet der Steuerberater individuell durch.

Wann fallen Erschließungskosten an?

Vor dem Baubeginn — und es sind zwei rechtlich getrennte Dinge, die § 127 Abs. 4 Baugesetzbuch ausdrücklich unterscheidet. Der Erschließungsbeitrag geht an die Gemeinde und deckt Straßen, Wege, Plätze und Grünanlagen ab; seine Höhe richtet sich nach der Gemeindesatzung, und die Gemeinde trägt nach § 129 Abs. 1 Satz 3 BauGB mindestens 10 Prozent des beitragsfähigen Aufwands. Die Hausanschlusskosten für Strom, Gas, Wasser, Abwasser und Telekommunikation gehen dagegen an die Versorger; der Verband Privater Bauherren nennt dafür 5.000 bis 15.000 EUR. Für die Höhe des Erschließungsbeitrags gibt es keine bundesweite Erhebung — sie ist vor dem Grundstückskauf bei der Gemeinde zu erfragen.

Wie lange dauert ein Hausbau?

Der amtliche Wert ist die Abwicklungsdauer von der Erteilung der Baugenehmigung bis zur Fertigstellung: Für 2025 fertiggestellte Neubauwohnungen liegt sie laut Statistischem Bundesamt bei 27 Monaten, sieben Monate mehr als 2020. Für Einfamilienhäuser in Thüringen weist das dortige Landesamt für 2024 24 Monate aus, in Fertigteilbauweise 20 und in konventioneller Bauweise 26 Monate. Wer kürzere Angaben liest, findet meist die Strecke vom Spatenstich bis zur Übergabe — das ist eine andere Messstrecke. Für die Finanzierung zählt die amtliche: Die bereitstellungszinsfreie Zeit läuft ab dem Darlehensangebot, bei der ING beim Neubau zwölf Monate.

Was kostet eine Nachfinanzierung beim Hausbau?

Die ING schlägt für eine Nachfinanzierung zur Fertigstellung 1,00 Prozentpunkt p.a. auf. Auf 75.000 EUR bei zehn Jahren Zinsbindung, anfänglicher Tilgung von 2,00 % und bis 80 % Beleihungsauslauf sind das 62,50 EUR mehr im Monat und 6.447 EUR Mehrzinsen über die Zinsbindung. Genau dieser Aufschlag ist der finanzielle Grund für den empfohlenen Kostenpuffer: Eine Reserve, die als Eigenkapital bereitsteht und nicht gebraucht wird, kostet nichts.

Wann fallen beim Neubau Bereitstellungszinsen an?

Bei der ING ab dem siebten Monat nach Erstellung des Darlehensangebots, mit 0,20 % pro Monat auf den noch nicht abgerufenen Darlehensteil. Für Neubauten und den Kauf vom Bauträger ist die bereitstellungszinsfreie Zeit auf zwölf Monate verlängert, mit der Kondition Baufi Energy auf 18 Monate. Bleiben sechs Monate lang 200.000 EUR unabgerufen, kostet das 400 EUR pro Monat und damit 2.400 EUR insgesamt.

Wie hoch ist die KfW-Förderung für einen klimafreundlichen Neubau?

Das Programm KfW 297/298 fördert den klimafreundlichen Neubau eines Wohngebäudes mit bis zu 100.000 EUR je Wohneinheit; mit Nachhaltigkeitszertifikat QNG sind es bis zu 150.000 EUR je Wohneinheit. Einen Tilgungszuschuss gibt es für private Wohngebäude nicht, die Förderung steckt vollständig im Zins. Die befristete Förderstufe Effizienzhaus 55 läuft am 31.12.2026 aus. Beantragt wird der Kredit über die eigene Bank, nicht direkt bei der KfW.

Wie viel kostet der Architekt beim Hausbau?

Das hängt am beauftragten Leistungsumfang, und genau daran scheitern die meisten Kalkulationen. Die HOAI kennt keine Prozentsätze, sondern Honorartafeln mit Eurobeträgen nach anrechenbaren Kosten und Honorarzone; seit der Novelle sind diese Tafelwerte nach § 35 Abs. 1 HOAI ausdrücklich nur Orientierungswerte. In Honorarzone III entspricht der Vollauftrag über alle neun Leistungsphasen 13,3 bis 16,6 Prozent der anrechenbaren Kosten. Die häufig genannten 5 bis 8 Prozent decken dagegen nur einen Teilauftrag bis zur Ausführungsplanung ab. Bei Bauwerkskosten von 395.550 EUR liegen dazwischen rund 25.000 bis 31.600 EUR.

Ist ein Fertighaus günstiger als ein Massivhaus?

In der amtlichen Statistik nicht. Neu genehmigte Wohngebäude in Fertigteilbauweise kommen im Genehmigungsjahrgang 2025 auf 2.702 EUR je m² Wohnfläche und liegen damit 2,5 Prozent über dem Durchschnitt aller neu genehmigten Wohngebäude. Der Vergleich hat einen Strukturvorbehalt, weil der Fertigteilbau überwiegend aus Ein- und Zweifamilienhäusern besteht — er widerlegt aber einen pauschalen Preisvorteil von zehn bis fünfzehn Prozent. Belegt ist ein Zeitvorteil: Einfamilienhäuser in Thüringen brauchten 2024 in Fertigteilbauweise 20 Monate statt 26 Monaten in konventioneller Bauweise.