Was ist ein kostenloses Girokonto?
Ein kostenloses Girokonto ist ein Bankkonto, bei dem keine Kontoführungsgebühr anfällt – weder monatlich noch jährlich, ohne versteckte Grundgebühren. Klingt einfach, ist es aber oft nicht. Der durchschnittliche Deutsche gibt rund 125 EUR im Jahr für Kontoführung, Kartengebühren und versteckte Kosten aus. Von 688 getesteten Girokonten sind nur etwa zehn bis zwölf wirklich kostenlos – ohne Wenn und Aber.
Wir haben die besten kostenlosen Girokonten für 2026 in unserem Girokonto-Vergleich verglichen und zeigen dir transparent, welches Konto echt kostenlos ist und wo versteckte Bedingungen lauern. Keine geschönten „Ab“-Preise, keine Registrierungswände – einfach klare Zahlen. Damit du das beste kostenlose Girokonto für deine Situation findest.
Die besten kostenlosen Girokonten 2026 in Deutschland sind BBVA, Trade Republic, C24 SMART, N26 Standard und Santander BestKonto – alle ohne Kontoführungsgebühr und ohne Mindesteingang.
Kostenloses Girokonto im Vergleich: Die Top-Empfehlungen
Grundsätzlich gilt: Ein wirklich kostenloses Girokonto erkennst du daran, dass keine Kontoführungsgebühr anfällt – unabhängig von deinem Geldeingang, deinem Alter oder sonstigen Bedingungen. Alle aufgeführten Banken unterliegen der Aufsicht der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) und bieten die gesetzliche Einlagensicherung von bis zu 100.000 EUR pro Kunde.
Echte kostenlose Girokonten (ohne Bedingungen)
| Bank | Konto | Kontoführung | Debitkarte | Guthabenzins | FX-Gebühr | Bonus |
|---|---|---|---|---|---|---|
| BBVA | Girokonto | 0 EUR | Kostenlos | 0,50 % (+3,00 % Promo) | 0 % | 50 EUR |
| Trade Republic | Girokonto | 0 EUR | Kostenlos | 2,00 % | 0 % | – |
| C24 | SMART | 0 EUR | Kostenlos | 0,50 % | 0 % | 75 EUR |
| N26 | Standard | 0 EUR | Kostenlos | 0,25 % | 1,70 % | – |
| Santander | BestKonto | 0 EUR | Kostenlos | – | 1,85 % | 200 EUR |
Bedingt kostenlose Girokonten (mit Mindesteingang)
| Bank | Konto | Bedingung für 0 EUR | Sonst | FX-Gebühr | Bonus |
|---|---|---|---|---|---|
| DKB | Girokonto | 700 EUR Geldeingang oder unter 28 | 4,50 EUR/Mon. | 0 % | – |
| ING | Girokonto | 1.000 EUR Geldeingang oder unter 28 | 4,90 EUR/Mon. | 2,20 % | 200 EUR |
| Consorsbank | Girokonto | 700 EUR Geldeingang oder unter 31 | 4,00 EUR/Mon. | 2,10 % | 200 EUR |
| 1822direkt | GiroDirekt | 700 EUR Geldeingang oder unter 30 | 4,90 EUR/Mon. | 1,75 % | 100 EUR |
Alle Banken unterstützen Apple Pay und Google Pay für kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone.
Wirklich kostenlos vs. bedingt kostenlos – der entscheidende Unterschied
Wenn du nach einem Girokonto ohne Gebühren suchst, stolperst du schnell über zwei Kategorien, die sich fundamental unterscheiden. Und genau hier wird es interessant.
Echte kostenlose Girokonten: Keine Bedingungen, keine Tricks
Bei einem echt kostenlosen Girokonto zahlst du 0 EUR Kontoführungsgebühr – immer. Egal ob du 500 EUR oder 5.000 EUR monatlich überweist, ob du 22 oder 65 Jahre alt bist. Diese Konten gibt es hauptsächlich bei Neobanken und digitalen Direktbanken:
BBVA Girokonto – der aktuelle Geheimtipp. Die spanische Großbank bietet ein dauerhaft kostenloses Konto mit kostenloser Visa-Debitkarte, 0 % Fremdwährungsgebühr und Guthabenzinsen von 0,50 % p.a. (aktuell sogar 3,00 % Promo-Zins). Dazu unbegrenzt kostenlose Geldabhebungen in Deutschland und im Ausland. Für Vielreisende praktisch kaum zu toppen.
Trade Republic Girokonto – mehr als nur ein Broker. Seit Einführung des vollwertigen Girokontos mit deutscher IBAN bietet Trade Republic 2,00 % Guthabenzinsen, kostenlose Echtzeitüberweisungen und 0 % Fremdwährungsgebühr. Trade Republic bietet damit die höchsten Guthabenzinsen unter den kostenlosen Girokonten. Kein Dispokredit verfügbar – wenn du also gelegentlich dein Konto überziehen musst, ist das hier keine Option.
C24 SMART – das flexible Allround-Konto. Kostenlos, mit vier Unterkonten (Pockets) für deine Budgetplanung, 0,50 % Guthabenzins und einem soliden Dispokredit zu 7,49 %. Vier kostenlose Bargeldabhebungen pro Monat und 0 % FX-Gebühr. Dazu 75 EUR Neukundenbonus.
N26 Standard – der Klassiker unter den kostenlosen Girokonten. Vollständig mobil, zwei kostenlose Abhebungen pro Monat in Deutschland. Allerdings: Die Fremdwährungsgebühr liegt bei 1,70 %, was N26 für Auslandseinsätze weniger attraktiv macht als BBVA oder Trade Republic.
Santander BestKonto – die Filialbank-Alternative. Keine Bedingungen, kostenlose Visa-Debitkarte und kostenlose Kreditkarte inklusive. Der höchste Neukundenbonus mit bis zu 200 EUR. Allerdings: 1,85 % Fremdwährungsgebühr und 4,95 EUR pro Abhebung im Ausland.
Bedingt kostenlose Girokonten: Was „kostenloses Girokonto ohne Mindesteingang“ wirklich bedeutet
Bei einem bedingt kostenlosen Girokonto fällt die Kontoführungsgebühr erst dann weg, wenn du eine bestimmte Bedingung erfüllst – meistens einen monatlichen Mindestgeldeingang. Erfüllst du die Bedingung nicht, zahlst du zwischen 3,90 EUR und 4,90 EUR pro Monat. Das sind bis zu 58,80 EUR im Jahr.
Für Angestellte mit festem Gehalt sind diese Konten oft trotzdem eine gute Wahl, denn die Leistungen überzeugen:
Die DKB verlangt mindestens 700 EUR monatlichen Geldeingang (muss kein Gehalt sein – auch Überweisungen zählen). Dafür bekommst du 0 % Fremdwährungsgebühr weltweit und einen der niedrigsten Dispozinsen (7,91 % p.a.). Wer regelmäßig im Ausland unterwegs ist, findet hier eine starke Option.
Die ING setzt die Schwelle höher: 1.000 EUR monatlicher Geldeingang. Dafür gibt es eines der bekanntesten und zuverlässigsten Bankingsysteme Deutschlands, unbegrenzt kostenlose Abhebungen und 200 EUR Neukundenbonus. Nachteil: 2,20 % Fremdwährungsgebühr.
Die Consorsbank kombiniert ein kostenloses Konto (ab 700 EUR Geldeingang oder unter 31 Jahren) mit einer kostenlosen Visa-Kreditkarte – was bei Direktbanken selten geworden ist. Dazu 200 EUR Neukundenbonus.
Auch die Commerzbank bietet ein Girokonto an (4,90 EUR/Monat), das allerdings erst bei Vermögenswerten ab 50.000 EUR bei der Bank gebührenfrei wird – für die meisten Kunden keine realistische Schwelle.
Versteckte Kosten: Worauf du bei „kostenlosen“ Girokonten achten musst
Die Kontoführungsgebühr ist nur die halbe Wahrheit. Hier sind die Kostenfallen, die viele übersehen. Übrigens: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat 2021 entschieden, dass Banken Gebührenerhöhungen nicht einfach per Zustimmungsfiktion durchsetzen dürfen (Az. XI ZR 26/20). Wenn deine Bank die Gebühren erhöht hat, ohne deine aktive Zustimmung einzuholen, kannst du die Differenz zurückfordern.
Kartengebühren: Girocard vs. Debitkarte
Die meisten Direktbanken liefern eine Visa- oder Mastercard-Debitkarte kostenlos mit. Die klassische Girocard (ehemals EC-Karte) hingegen kostet oft extra:
- Santander: Girocard 12 EUR/Jahr (Visa-Debitkarte kostenlos)
- ING: Girocard ca. 18 EUR/Jahr (Visa-Debitkarte kostenlos)
- DKB: Girocard ca. 12 EUR/Jahr (Visa-Debitkarte kostenlos)
Was aber machst du mit einem Konto ohne Girocard? Hier gibt es einen entscheidenden Faktor: Die meisten Geschäfte in Deutschland akzeptieren inzwischen Visa- und Mastercard-Debitkarten. Einige wenige Läden, Bäcker oder Behörden bestehen allerdings noch auf der Girocard. Wenn du hauptsächlich mit Karte oder Handy bezahlst (Apple Pay oder Google Pay), brauchst du die Girocard in der Regel nicht.
Bargeldabhebungen: Wo es teuer werden kann
Nicht jedes kostenlose Konto bietet unbegrenzt kostenlose Geldabhebungen:
- Unbegrenzt kostenlos: BBVA, Trade Republic, DKB, ING, Consorsbank
- Begrenzt: N26 (2x/Monat), C24 (4x/Monat)
- Kostenpflichtig: bunq Free (2,99 EUR je Abhebung)
Im Ausland wird es komplizierter. Während DKB und BBVA weltweit kostenlose Abhebungen bieten, verlangen ING (2,20 %) und Santander (4,95 EUR pauschal) teils deutliche Aufschläge.
Fremdwährungsgebühren: Der stille Kostentreiber
Wenn du im Urlaub oder beim Online-Shopping in Fremdwährung bezahlst, fallen bei vielen Banken 1,5 bis 2,2 % Aufschlag an. Über ein Jahr summiert sich das schnell auf 50 bis 100 EUR.
Die gute Nachricht: BBVA, C24, Trade Republic und DKB verlangen 0 % Fremdwährungsgebühr. BBVA ist mit 0 % Fremdwährungsgebühr und unbegrenzten kostenlosen Abhebungen weltweit ideal für Reisende. Das ist ein handfester Vorteil gegenüber ING (2,20 %), N26 (1,70 %) oder Santander (1,85 %).
Girokonto mit Guthabenzinsen – der neue Trend
Früher war das Girokonto ein reines Zahlungsverkehrskonto. Zinsen? Fehlanzeige. Das hat sich grundlegend geändert. Mehrere Banken bieten inzwischen Guthabenzinsen direkt auf dem Girokonto – eine flexible Alternative zum Tagesgeld:
| Bank | Zinssatz | Promo-Zins | Max. Betrag | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | 2,00 % p.a. | – | Unbegrenzt | Auf Verrechnungskonto |
| BBVA | 0,50 % p.a. | 3,00 % p.a. | – | Promo für Neukunden |
| bunq | 2,01 % p.a. | – | – | Auch im Free-Konto |
| C24 SMART | 0,50 % p.a. | – | 50.000 EUR | Inklusive Pockets |
| 1822direkt | 0,60 % p.a. | 2,25 % p.a. | – | Promo für Neukunden |
Grundsätzlich gilt: Für größere Beträge lohnt sich nach wie vor ein separates Tagesgeldkonto mit höheren Zinsen. Allerdings ist es praktisch, wenn auch das Girokonto-Guthaben nicht bei 0 % versauert. Bei einem Guthaben von 10.000 EUR bringt dir der Unterschied zwischen 0 % und 2 % immerhin 200 EUR im Jahr.
Welches kostenlose Girokonto passt zu dir?
Die Wahl des besten kostenlosen Girokontos hängt von deiner Lebenssituation ab. Hier unsere Empfehlungen nach Zielgruppe:
Für Angestellte mit regelmäßigem Gehalt
Wenn du mindestens 700 EUR monatlich überwiesen bekommst, stehen dir auch die bedingt kostenlosen Konten offen. Unsere Empfehlung: DKB (bestes Gesamtpaket mit 0 % FX-Gebühr) oder ING (bewährtes System, hoher Neukundenbonus). Alternativ die Consorsbank mit kostenloser Kreditkarte.
Für Studenten und junge Menschen
Unter 28 oder 30 Jahren? Dann sind fast alle bedingt kostenlosen Konten für dich automatisch kostenlos – unabhängig vom Geldeingang. Die ING (unter 28), DKB (unter 28) und Consorsbank (unter 31) bieten hier attraktive Pakete. Zusätzlich: Die BBBank hat ein spezielles Junges Girokonto für unter 30-Jährige.
Für Selbstständige und Freelancer
Ohne regelmäßigen Gehaltseingang brauchst du ein kostenloses Girokonto ohne Mindesteingang. Hier empfehlen wir: BBVA (Komplettpaket mit Zinsen und 0 % FX), C24 SMART (mit Unterkonten für Geschäftsausgaben) oder Trade Republic (2,00 % Zinsen auf Guthaben).
Für Vielreisende
Wenn du regelmäßig außerhalb der Eurozone unterwegs bist, zählt vor allem die Fremdwährungsgebühr. Hier gibt es klare Gewinner: BBVA (0 % FX + unbegrenzt kostenlose Abhebungen weltweit), DKB (0 % FX bei Aktivstatus), Trade Republic (0 % FX) und C24 (0 % FX).
Für Sparfüchse: Konto mit Guthabenzinsen
Du willst, dass dein Geld auch auf dem Girokonto arbeitet? Dann ist Trade Republic mit 2,00 % führend, gefolgt von bunq (2,01 %) und BBVA (3,00 % Promo). Mehr zu Zinsen findest du in unserem Tagesgeld-Vergleich.
Girokonto wechseln: So geht's in 3 Schritten
Du hast dich entschieden? Dann ist der Wechsel einfacher, als du denkst. Eine detaillierte Anleitung findest du in unserem Ratgeber Girokonto eröffnen.
Schritt 1: Neues Konto eröffnen. Bei den meisten Direktbanken dauert die Kontoeröffnung 5 bis 10 Minuten. Du brauchst nur deinen Personalausweis (für VideoIdent) oder die eID-Funktion. Apple Pay und Google Pay lassen sich direkt nach der Kontoeröffnung einrichten.
Schritt 2: Kontowechselservice nutzen. Nahezu alle Banken bieten einen digitalen Kontowechselservice an. Dieser überträgt automatisch deine Daueraufträge und informiert Lastschriftempfänger über deine neue Bankverbindung.
Schritt 3: Altes Konto erst nach 2-3 Monaten schließen. Lass das alte Konto parallel laufen, bis alle Lastschriften und Daueraufträge umgestellt sind. Erst dann kündigen.
Übrigens: Ein Kontowechsel hat keine negativen Auswirkungen auf deine SCHUFA. Die Eröffnung eines Girokontos wird zwar gemeldet, beeinflusst deinen Score aber nicht negativ.

