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Firmenfestgeld: Höhere Zinsen für Unternehmensgelder sichern
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Firmenfestgeld: Höhere Zinsen für Unternehmensgelder sichern

Firmenfestgeld im Vergleich: Bis zu 5% p.a. für Geschäftskunden. Laufzeiten ab 3 Monaten, EdB-gesichert. Aktuelle Zinsen für GmbH, UG und Unternehmen.

Alexander SengerAlexander Senger
Aktualisiert: 22. Mai 2026

Kurz & knapp: Firmenfestgeld bietet Unternehmen höhere Zinsen als Firmentagesgeld – aktuell zwischen 1,70 % und 2,90 % p.a., abhängig von Laufzeit und Anbieter (Stand: April 2026). Im Unterschied zum Tagesgeld ist das Kapital für die vereinbarte Laufzeit (3 Monate bis 10 Jahre) gebunden. Die gesetzliche Einlagensicherung der EdB greift bis 100.000 EUR pro Bank – auch für GmbHs und andere juristische Personen. Für die operative Liquiditätsreserve eignet sich hingegen Firmentagesgeld besser.

Was ist Firmenfestgeld und für wen lohnt es sich?

Firmenfestgeld ist ein Festgeldkonto für Geschäftskunden und juristische Personen. Du legst dabei eine bestimmte Summe für eine feste Laufzeit an und erhältst dafür einen garantierten Zinssatz, der über der gesamten Laufzeit konstant bleibt.

Der zentrale Unterschied zum Firmentagesgeld: Beim Festgeld ist das Kapital für die vereinbarte Dauer gebunden. Dafür liegt der Zinssatz typischerweise 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte höher als beim Tagesgeld.

Firmenfestgeld lohnt sich besonders, wenn:

  • Du Liquiditätsüberschüsse hast, die du in den nächsten 6 bis 24 Monaten nicht benötigst
  • Du den aktuellen Zinssatz sichern willst – etwa bei erwarteten Zinssenkungen der EZB
  • Du eine planbare Rendite für die Bilanz deiner GmbH brauchst
  • Du bereits ein Firmentagesgeld für die operative Reserve hast und den Rest besser anlegen willst

Rechenbeispiel: Bei 300.000 EUR Anlagesumme und 12 Monaten Laufzeit bringt Firmenfestgeld mit 2,50 % p.a. brutto 7.500 EUR Zinsen. Beim Tagesgeld mit 1,75 % wären es nur 5.250 EUR – eine Differenz von 2.250 EUR pro Jahr. Bei längeren Laufzeiten oder höheren Anlagesummen wird der Unterschied noch deutlicher.

Firmenfestgeld-Anbieter im Vergleich

Die Auswahl an Festgeldkonten für Geschäftskunden ist kleiner als für Privatpersonen. Allerdings bieten mehrere überregionale Banken attraktive Konditionen für Firmenkunden.

Aktuelle Konditionen (Stand: April 2026)

Laufzeit Zinsspanne Typischer Zinssatz
3 Monate1,75 – 2,50 % p.a.2,10 %
6 Monate1,70 – 2,40 % p.a.2,00 %
12 Monate2,00 – 2,75 % p.a.2,40 %
24 Monate1,90 – 2,85 % p.a.2,50 %
36 Monate2,00 – 2,85 % p.a.2,60 %
60 Monate2,25 – 2,90 % p.a.2,60 %

Grundsätzlich gilt: Die Konditionen für Geschäftskunden liegen häufig 0,1 bis 0,5 Prozentpunkte unter den Angeboten für Privatpersonen. Das liegt daran, dass Banken bei Firmenkunden einen höheren Verwaltungsaufwand haben – etwa durch die Legitimation mehrerer Geschäftsführer oder die Prüfung des Handelsregisterauszugs.

Worauf du achten solltest:

  1. Zinsstaffel: Viele Banken bieten unterschiedliche Zinssätze je nach Laufzeit. Längere Laufzeiten bedeuten nicht immer höhere Zinsen – manchmal ist die Zinskurve invers.
  2. Mindestanlage: Einige Anbieter setzen hohe Mindestanlagen voraus (z. B. 50.000 EUR oder 100.000 EUR). Für kleinere GmbHs und UGs können niedrigere Schwellen entscheidend sein.
  3. Automatische Verlängerung: Prüfe, ob das Festgeld bei Fälligkeit automatisch zu neuen (möglicherweise schlechteren) Konditionen verlängert wird oder auf ein Referenzkonto ausgezahlt wird.
  4. Zugelassene Rechtsformen: Nicht jede Bank akzeptiert jede Rechtsform. Während GmbHs und AGs fast überall willkommen sind, ist die Auswahl für GbRs oder Vereine eingeschränkter.

Firmenfestgeld vs. Firmentagesgeld: Die optimale Kombination

Firmenfestgeld und Firmentagesgeld schließen sich nicht gegenseitig aus – die meisten Unternehmen profitieren von einer Kombination beider Produkte.

Die Zwei-Topf-Strategie

Topf Produkt Empfohlener Anteil Zweck
Topf 1: Operative Reserve Firmentagesgeld 3 – 6 Monatsausgaben Laufende Kosten, unerwartete Ausgaben, tägliche Verfügbarkeit
Topf 2: Planbare Überschüsse Firmenfestgeld Restliche Liquidität Höhere Rendite auf Gelder mit bekanntem Zeithorizont

Leiter-Strategie für Fortgeschrittene

Anstatt den gesamten Überschuss in ein einziges Festgeld zu stecken, kannst du die Anlage auf verschiedene Laufzeiten verteilen. Beispiel:

  • 50.000 EUR auf 6 Monate (~2,00 % p.a.)
  • 50.000 EUR auf 12 Monate (~2,40 % p.a.)
  • 50.000 EUR auf 24 Monate (~2,50 % p.a.)

So wird regelmäßig ein Teil fällig, und du bleibst flexibler – ohne auf höhere Zinsen zu verzichten. Bei jeder Fälligkeit entscheidest du neu: Verlängern, umschichten oder auszahlen lassen.

Hierbei gilt: Die ideale Aufteilung hängt von deinem Cash-Flow-Profil ab. Unternehmen mit saisonalen Schwankungen (z. B. Einzelhandel, Tourismus) brauchen einen größeren Tagesgeld-Anteil als Unternehmen mit stabilen, monatlichen Einnahmen (z. B. SaaS, Agenturen).

Steuern und Einlagensicherung bei Firmenfestgeld

Zinserträge aus Firmenfestgeld fließen in die Gewinn- und Verlustrechnung der Gesellschaft und werden mit Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer besteuert – nicht mit der Abgeltungsteuer wie bei Privatpersonen.

Steuerliche Übersicht

Steuerart Satz Anwendung
Körperschaftsteuer (KSt)15 %Auf alle Zinserträge
Solidaritätszuschlag5,5 % auf KStAuf alle Zinserträge
Gewerbesteuer (GewSt)~14 – 17 %Abhängig vom Hebesatz der Gemeinde
Effektive Gesamtbelastung~30 – 33 %

Wichtig: Banken führen bei Kapitalgesellschaften keine Quellensteuer ab. Dein Unternehmen deklariert die Zinserträge selbstständig im Rahmen der Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuererklärung. Ein Freistellungsauftrag wie bei Privatpersonen ist nicht möglich.

Einlagensicherung

Die gesetzliche Einlagensicherung der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) schützt Einlagen bis 100.000 EUR pro Bank – auch für juristische Personen wie GmbHs, UGs und AGs.

Bei größeren Anlagesummen empfiehlt sich daher die Verteilung auf mehrere Banken. Eine Anlage von 400.000 EUR auf vier verschiedene Banken ist vollständig geschützt – auf einer einzigen Bank hingegen nur zu einem Viertel.

Sonderfall Sparkassen und Volksbanken: Die Institutssicherung der Sparkassen-Finanzgruppe und des BVR (Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken) schützt alle Einlagen – ohne Obergrenze. Das kann bei höheren Anlagesummen ein entscheidender Vorteil sein.

Ebenso wichtig: Bei einer Bankinsolvenz greift die Einlagensicherung unabhängig von der Festgeld-Laufzeit. Du musst nicht bis zur Fälligkeit warten.

Firmenfestgeld eröffnen: Schritt für Schritt

Die Kontoeröffnung für Firmenfestgeld dauert typischerweise 5 bis 10 Werktage – etwas länger als bei Privatpersonen, da zusätzliche Dokumente geprüft werden müssen.

Erforderliche Unterlagen

  • Handelsregisterauszug (nicht älter als 6 Monate)
  • Gesellschaftsvertrag (bei GmbH, UG)
  • Personalausweis oder Reisepass aller vertretungsberechtigten Geschäftsführer
  • Gewerbeanmeldung (bei Einzelunternehmen oder GbR)
  • Steuernummer des Unternehmens

Ablauf

  1. Antrag stellen: Online oder in der Filiale. Viele Banken bieten inzwischen digitale Antragsformulare für Geschäftskunden.
  2. Legitimation: VideoIdent oder PostIdent für alle Geschäftsführer. Bei Filialbanken auch persönlich in der Filiale.
  3. Dokumente einreichen: Handelsregisterauszug und Gesellschaftsvertrag hochladen oder per Post senden.
  4. Einzahlung: Nach Freischaltung überweist du den gewünschten Betrag auf das Festgeldkonto.
  5. Laufzeit beginnt: Ab Geldeingang startet die vereinbarte Laufzeit mit dem zugesicherten Zinssatz.

Häufige Fragen zum Firmenfestgeld

Was ist Firmenfestgeld?
Firmenfestgeld ist ein Festgeldkonto für Unternehmen und juristische Personen. Du legst eine bestimmte Summe für eine feste Laufzeit (typisch: 3 bis 60 Monate) zu einem garantierten Zinssatz an. Im Unterschied zum Firmentagesgeld ist das Kapital während der Laufzeit nicht verfügbar – dafür sind die Zinsen höher.
Wie hoch sind die Zinsen bei Firmenfestgeld aktuell?

Die Zinsen für Firmenfestgeld liegen aktuell zwischen 1,70 % und 2,90 % p.a. (Stand: April 2026), abhängig von Laufzeit und Anbieter. In der Regel gilt: Je länger die Laufzeit, desto höher der Zinssatz. Allerdings kann sich dieses Verhältnis bei einer inversen Zinskurve umkehern.

Ist Firmenfestgeld sicher?
Ja. Firmenfestgeld bei deutschen Banken ist durch die gesetzliche Einlagensicherung (EdB) bis 100.000 EUR pro Bank geschützt – auch für GmbHs und andere juristische Personen. Sparkassen und Volksbanken bieten zusätzlich eine Institutssicherung ohne Obergrenze. Der Zinssatz ist für die gesamte Laufzeit garantiert.
Welche Laufzeiten gibt es bei Firmenfestgeld?
Typische Laufzeiten reichen von 3 Monaten bis zu 10 Jahren. Gängige Optionen sind 3, 6, 12, 24 und 36 Monate. Kurze Laufzeiten (3 bis 6 Monate) eignen sich für Unternehmen, die flexibel bleiben wollen. Längere Laufzeiten (12 bis 36 Monate) bieten in der Regel höhere Zinsen.
Firmenfestgeld vs. Firmentagesgeld – was ist besser?
Keins ist grundsätzlich besser – die Produkte ergänzen sich. Firmentagesgeld eignet sich für operative Liquidität (tägliche Verfügbarkeit, niedrigere Zinsen). Firmenfestgeld ist die bessere Wahl für planbare Überschüsse (höhere Zinsen, feste Laufzeit). Die optimale Lösung ist häufig eine Kombination beider Produkte – die sogenannte Zwei-Topf-Strategie.
Kann ich Firmenfestgeld vorzeitig kündigen?
In der Regel nein. Firmenfestgeld ist für die vereinbarte Laufzeit gebunden. Eine vorzeitige Kündigung ist bei den meisten Banken nur in Ausnahmefällen möglich – und oft mit dem Verlust der Zinsen oder Strafgebühren verbunden. Plane daher nur Gelder ein, die du im vereinbarten Zeitraum sicher nicht benötigst.
Welche Rechtsformen können Firmenfestgeld eröffnen?
Die meisten Banken akzeptieren GmbH, UG (haftungsbeschränkt), AG und eingetragene Kaufleute (eK) für Firmenfestgeld. Einige Anbieter nehmen auch GbRs, OHGs, KGs und Freiberufler an. Bei Vereinen, Stiftungen und kommunalen Körperschaften ist die Auswahl eingeschränkter. Sparkassen und Volksbanken sind hier in der Regel am flexibelsten.
Wie werden Zinserträge aus Firmenfestgeld versteuert?
Zinserträge unterliegen bei Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) der Körperschaftsteuer (15 % plus Solidaritätszuschlag) und der Gewerbesteuer. Die effektive Steuerbelastung liegt bei etwa 30 bis 33 %. Die Abgeltungsteuer für Privatpersonen (25 % plus Soli) greift hier nicht. Dein Unternehmen deklariert die Zinserträge in der Steuererklärung.
Was ist die Mindestanlage bei Firmenfestgeld?

Die Mindestanlage variiert je nach Anbieter erheblich: Einige Banken starten bereits ab 100 EUR (z. B. Bank of Scotland) oder 500 EUR (z. B. Ford Money, NIBC Bank), andere setzen 5.000 EUR oder mehr voraus. Für kleinere Unternehmen und UGs empfiehlt sich ein Vergleich der Mindestanlagen als erstes Filterkriterium.

Gibt es eine Maximalanlage bei Firmenfestgeld?
Ja, viele Banken haben eine Obergrenze – oft bei 500.000 EUR oder 1.000.000 EUR pro Konto. Durch die gesetzliche Einlagensicherung (100.000 EUR pro Bank) ist es ohnehin sinnvoll, größere Summen auf mehrere Banken zu verteilen. So maximierst du gleichzeitig den Einlagenschutz.
Alexander Senger

Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger

Gründer & Geschäftsführer

Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.

Erfahrung

15+ Jahre Finanzbranche

Qualifikation

Diplom-Finanzfachwirt (FH)

Registrierung

§34c & §34d GewO

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Inhaltsverzeichnis

  • Was ist Firmenfestgeld und für wen lohnt es sich?
  • Firmenfestgeld-Anbieter im Vergleich
  • Firmenfestgeld vs. Firmentagesgeld: Die optimale Kombination
  • Steuern und Einlagensicherung bei Firmenfestgeld
  • Firmenfestgeld eröffnen: Schritt für Schritt

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