
Festgeld Einlagensicherung: Wie sicher ist dein Geld wirklich?
Alles, was du über die Absicherung deiner Festgeldanlage wissen musst - gesetzliche Einlagensicherung, freiwillige Sicherungssysteme und was im Ernstfall passiert.
Kurz & knapp: Festgeld ist in Deutschland durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt. Grundlage ist das Einlagensicherungsgesetz (EinSiG), das die EU-Richtlinie 2014/49/EU umsetzt. Darüber hinaus bieten viele deutsche Banken freiwillige Sicherungssysteme, die weit über 100.000 Euro hinausgehen können, aber keinen gesetzlichen Anspruch begründen. Im Entschädigungsfall zahlt die zuständige Einrichtung innerhalb von 7 Arbeitstagen aus.
Du überlegst, dein Geld als Festgeld anzulegen, und fragst dich: Wie sicher ist das eigentlich? Eine berechtigte Frage – schließlich geht es um dein Erspartes. Die gute Nachricht: Festgeld gehört zu den sichersten Anlageformen in Deutschland. Dein Guthaben ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Bank geschützt. Doch was genau bedeutet das, und wo liegen die Grenzen?
In diesem Ratgeber erfährst du, wie die Einlagensicherung bei Festgeld funktioniert, welche Sicherungssysteme es gibt und worauf du bei der Wahl deiner Bank achten solltest.
Was ist die Einlagensicherung?
Die Einlagensicherung ist ein Schutzmechanismus, der dein Geld bei einer Bank im Falle einer Insolvenz absichert. Grundsätzlich gilt: Wenn eine Bank zahlungsunfähig wird, springt die Einlagensicherung ein und erstattet dir dein Guthaben – bis zur gesetzlich festgelegten Höchstgrenze.
Die rechtliche Grundlage in Deutschland bildet das Einlagensicherungsgesetz (EinSiG), das seit dem 3. Juli 2015 in Kraft ist. Es setzt die europäische Richtlinie 2014/49/EU um und sorgt dafür, dass in allen EU-Mitgliedstaaten ein einheitlicher Mindestschutz für Bankeinlagen gilt.
Geschützt sind unter anderem Guthaben auf:
- Festgeldkonten
- Tagesgeldkonten
- Girokonten
- Sparkonten und Sparbüchern
Hierbei ist wichtig zu wissen: Die Einlagensicherung greift pro Kunde und pro Bank – nicht pro Konto. Hast du also bei einer Bank ein Festgeldkonto und ein Tagesgeldkonto, werden beide Guthaben zusammengerechnet. Du fragst dich, ob Festgeld oder Tagesgeld die bessere Wahl für dich ist? Beide Anlageformen sind durch die gleiche Einlagensicherung geschützt.
Die gesetzliche Einlagensicherung in Deutschland
Das Einlagensicherungsgesetz begrenzt den Entschädigungsanspruch auf 100.000 Euro je Einleger und Bank, in bestimmten Fällen auf 500.000 Euro.
100.000 Euro pro Kunde und Bank
Der Kern der gesetzlichen Einlagensicherung ist einfach: Dein Festgeld ist bis zu 100.000 Euro pro Person und Institut geschützt. Das regelt § 8 des Einlagensicherungsgesetzes (EinSiG). Dieser Betrag schließt auch die aufgelaufenen Zinsen ein.
Bei einem Gemeinschaftskonto (z. B. bei Ehepartnern) verdoppelt sich der Schutz auf 200.000 Euro, da jeder Kontoinhaber einen eigenen Anspruch hat.
Ein Beispiel: Du hast 80.000 Euro Festgeld und 30.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto bei der gleichen Bank. Zusammen sind das 110.000 Euro. Im Insolvenzfall wären 100.000 Euro gesichert – 10.000 Euro müsstest du als Insolvenzforderung geltend machen.
Was ist die EdB?
Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) ist die gesetzliche Sicherungseinrichtung für private und öffentliche Banken in Deutschland. Jede Bank, die Einlagen annimmt, muss einem gesetzlichen Einlagensicherungssystem angehören. Sparkassen und Genossenschaftsbanken gehören eigenen, anerkannten Systemen an.
Die EdB übernimmt im Entschädigungsfall folgende Aufgaben:
- Prüfung der Ansprüche, nachdem die BaFin den Entschädigungsfall festgestellt hat
- Auszahlung der gesicherten Einlagen an die Kunden
- Frist: Die Erstattung erfolgt innerhalb von 7 Arbeitstagen nach Feststellung des Entschädigungsfalls, ohne dass du einen Antrag stellen musst (§ 14 Absatz 3 EinSiG)
Die 7-Tage-Frist gibt dir als Anleger Planungssicherheit. Du musst also nicht monatelang auf dein Geld warten.
Temporär erhöhter Schutz bis 500.000 Euro
In bestimmten Lebenssituationen greift ein erweiterter Schutz. Laut § 8 Absatz 2 EinSiG sind Einlagen temporär bis zu 500.000 Euro geschützt, wenn sie aus folgenden Ereignissen stammen:
- Verkauf einer privat genutzten Wohnimmobilie
- Zahlungen, die an ein Lebensereignis geknüpft sind (z. B. Scheidung, Renteneintritt, Kündigung, Krankheit oder Tod), etwa Abfindungen oder Kapitalauszahlungen aus der betrieblichen Altersversorgung
- Versicherungsleistungen und Entschädigungszahlungen
Dieser erhöhte Schutz gilt für maximal 6 Monate nach Eingang des Geldes und muss von dir schriftlich glaubhaft gemacht werden (§ 8 Absatz 5 EinSiG).
Freiwillige Sicherungssysteme: Über 100.000 Euro hinaus
Neben der gesetzlichen Einlagensicherung gibt es in Deutschland freiwillige Sicherungssysteme, die deinen Schutz deutlich erweitern können. Allerdings: Ein gesetzlicher Anspruch besteht hier nicht.
Einlagensicherungsfonds des BdB
Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) betreibt einen freiwilligen Einlagensicherungsfonds für seine Mitgliedsbanken – also private Banken wie Deutsche Bank, Commerzbank oder HypoVereinsbank. Dieser Fonds sichert Einlagen über die gesetzliche Grenze hinaus ab, die Sicherungsgrenze je Kunde und Bank beträgt 8,75 % der Eigenmittel der Bank, für Privatkunden zusätzlich gedeckelt bei 3 Mio. Euro.
Wichtig: Seit dem 1. Januar 2025 gilt die Obergrenze von 3 Mio. Euro für Privatkunden, ab dem 1. Januar 2030 sinkt sie auf 1 Mio. Euro. Prüfe die aktuelle Sicherungshöhe deiner Bank.
Sparkassen-Finanzgruppe (Institutssicherung)
Die Sparkassen in Deutschland verfolgen ein anderes Prinzip: Statt einzelne Einlagen abzusichern, wird die Sparkasse selbst durch die Institutssicherung vor der Insolvenz bewahrt. Das Ziel: Deine Einlagen bei einer Sparkasse sind so mittelbar in voller Höhe geschützt (BaFin). Zusätzlich ist das System als gesetzliches Einlagensicherungssystem anerkannt (§ 43 EinSiG). Im Entschädigungsfall hast du Anspruch auf Entschädigung bis 100.000 Euro.
BVR-Sicherung (Genossenschaftsbanken)
Auch die Volks- und Raiffeisenbanken verfügen über ein eigenes Sicherungssystem mit Institutssicherung. Das Prinzip ist das gleiche wie bei den Sparkassen: Die Banken sichern sich gegenseitig ab, sodass ein Ausfall einzelner Institute verhindert wird.
Auch hier sind deine Einlagen mittelbar in voller Höhe geschützt (BaFin). Im Entschädigungsfall besteht ebenfalls der gesetzliche Anspruch bis 100.000 Euro.
Übersicht: Sicherungssysteme im Vergleich
| Bankengruppe | Gesetzlicher Schutz | Freiwilliger Schutz | Art |
|---|---|---|---|
| Private Banken (Deutsche Bank, Commerzbank, etc.) | 100.000 EUR (EdB) | Privatkunden gedeckelt bei 3 Mio. EUR, ab 2030 bei 1 Mio. EUR, Obergrenze 8,75 % der Eigenmittel der Bank (BdB-Fonds) | Gesetzlich + freiwillig |
| Sparkassen | 100.000 EUR (Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe) | Institutssicherung: Ziel ist der mittelbare Schutz der Einlagen in voller Höhe | Gesetzlich + Institutssicherung |
| Volks-/Raiffeisenbanken | 100.000 EUR (BVR Institutssicherung) | Institutssicherung: Ziel ist der mittelbare Schutz der Einlagen in voller Höhe | Gesetzlich + Institutssicherung |
| EU-Auslandsbanken | 100.000 EUR (nationales System, Schweden 1.150.000 SEK) | Variiert je nach Land | Nur gesetzlich |
| Autobanken (z. B. Volkswagen Bank) | 100.000 EUR (EdB) | Je nach BdB-Mitgliedschaft | Gesetzlich + ggf. freiwillig |
Festgeld bei EU-Auslandsbanken: Wie sicher ist das?
Von den 48 Festgeld-Angeboten im Capitalo-Vergleich unterliegen 24 der deutschen Einlagensicherung. Die anderen 24 sind über die Einlagensicherung eines von zehn anderen Ländern abgesichert, am häufigsten Frankreich (7, etwa Crédit Agricole), Schweden (5, etwa Klarna) und die Niederlande (3). Ist dein Geld dort genauso sicher?
Die EU-Richtlinie 2014/49/EU sorgt dafür, dass in allen EU-Mitgliedstaaten Einlagen bis mindestens 100.000 Euro geschützt sind. Dein Festgeld bei einer schwedischen oder französischen Bank genießt also den gleichen Mindestschutz. In Schweden gilt die Grenze in Kronen: 1.150.000 SEK.
Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied: Im Entschädigungsfall ist das nationale Sicherungssystem des jeweiligen Landes zuständig – nicht die deutsche EdB. Das bedeutet:
- Die Bonität des Landes spielt eine Rolle. Ein Sicherungssystem in einem AAA-bewerteten Land (z. B. Deutschland, Niederlande) ist verlässlicher als in einem schlechter bewerteten Land.
- Die Abwicklung kann länger dauern und unterliegt den Regeln des jeweiligen Landes.
- Die Kommunikation erfolgt möglicherweise nicht auf Deutsch.
Tipp: Achte bei EU-Auslandsbanken darauf, ob es sich um eine Zweigniederlassung (unterliegt dem Sicherungssystem des Heimatlandes) oder eine Tochtergesellschaft (unterliegt dem deutschen System) handelt. Wenn du lieber auf Nummer sicher gehen möchtest, findest du bei unserer Übersicht zu Festgeld bei deutschen Banken Angebote mit deutscher Einlagensicherung.
Worauf du bei der Einlagensicherung achten solltest
Vier Punkte schützen dein Festgeld am besten: Beträge über 100.000 Euro verteilen, das Sicherungssystem prüfen, Betrüger erkennen und einen Freistellungsauftrag einrichten.
1. Beträge über 100.000 Euro auf mehrere Banken verteilen
Wenn du mehr als 100.000 Euro anlegen möchtest, verteile das Geld auf verschiedene Institute. Die gesetzliche Sicherung greift pro Bank – bei zwei Banken bist du also bis 200.000 Euro geschützt.
2. Sicherungssystem der Bank prüfen
Nicht jede Bank bietet den gleichen Schutz. Sparkassen und Genossenschaftsbanken schützen Einlagen über ihre Institutssicherung mittelbar in voller Höhe (BaFin). Bei privaten Banken lohnt ein Blick auf die Mitgliedschaft im freiwilligen BdB-Einlagensicherungsfonds.
3. Vorsicht vor betrügerischen Vermittlern
Die Verbraucherzentrale warnt vor Webportalen und Beratungsfirmen, die Festgeld vermitteln, das Geld aber auf Konten der Betrüger lenken. Die Zinsen wirken dabei oft seriös. Überprüfe immer, ob die Bank eine BaFin-Lizenz besitzt und tatsächlich einer Einlagensicherung angehört. Seriöse Anbieter sind auf der BaFin-Unternehmensliste zu finden.
4. Freistellungsauftrag einrichten
Zinserträge aus Festgeld unterliegen der Abgeltungsteuer (25% plus Solidaritätszuschlag). Mit einem Freistellungsauftrag nutzt du den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (Ledige) beziehungsweise 2.000 Euro (Verheiratete) und zahlst erst darüber hinaus Steuern. Wie sich die aktuellen Festgeldzinsen entwickeln, kannst du jederzeit in unserem Überblick verfolgen.
Fazit: Festgeld ist eine der sichersten Geldanlagen
Die Einlagensicherung macht Festgeld zu einer der sichersten Anlageformen in Deutschland. Bis 100.000 Euro pro Bank und Kunde bist du gesetzlich abgesichert. Bei vielen deutschen Banken geht der Schutz durch freiwillige Sicherungssysteme noch deutlich darüber hinaus.
Wenn du dein Festgeld bei einer regulierten Bank in der EU anlegst, kannst du dich auf die harmonisierte Einlagensicherung verlassen. Achte bei größeren Beträgen darauf, dein Geld auf mehrere Institute zu verteilen, und prüfe vorab die Einlagensicherung der jeweiligen Bank.
Bereit, dein Geld sicher anzulegen? Vergleiche jetzt sichere Festgeld-Angebote und finde die besten Zinsen bei maximaler Sicherheit.
Häufige Fragen zur Festgeld-Einlagensicherung
Ist Festgeld durch die Einlagensicherung gedeckt?
Ja. Festgeld zählt zu den gedeckten Einlagen nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG). Dein Guthaben ist bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt – inklusive aufgelaufener Zinsen.
Wie sicher ist ein Festgeldkonto?
Festgeld gehört zu den sichersten Anlageformen. Dein Kapital ist durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, der Zinssatz steht für die gesamte Laufzeit fest, und du hast keine Kursrisiken wie bei Aktien oder Fonds. Die BaFin bestätigt: Anlagebeträge sind in Deutschland mindestens durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro je Kunde abgesichert.
Was passiert mit meinem Festgeld, wenn die Bank pleitegeht?
Im Insolvenzfall stellt die BaFin den Entschädigungsfall fest. Die zuständige Sicherungseinrichtung (z. B. die EdB bei privaten Banken) zahlt dir dein Guthaben innerhalb von 7 Arbeitstagen aus – bis zur Höchstgrenze von 100.000 Euro. Beträge darüber hinaus kannst du als Insolvenzforderung anmelden.
Gilt die Einlagensicherung auch für Zinsen?
Ja. Die Deckungssumme von 100.000 Euro umfasst das gesamte Guthaben inklusive aufgelaufener Zinsen. Wenn du also 95.000 Euro Festgeld hast und 3.000 Euro Zinsen aufgelaufen sind, sind insgesamt 98.000 Euro gedeckt.
Soll ich mein Geld auf mehrere Banken verteilen?
Wenn dein Gesamtguthaben bei einer Bank 100.000 Euro übersteigt, ist eine Verteilung auf mehrere Institute sinnvoll. Dadurch nutzt du den gesetzlichen Schutz mehrfach. Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken schützt zusätzlich die Institutssicherung, der gesetzliche Entschädigungsanspruch ist aber ebenfalls auf 100.000 Euro begrenzt. Eine Verteilung bleibt deshalb eine gute Risikominimierung.
Wie prüfe ich die Einlagensicherung einer Bank?
Auf der Website der BaFin findest du die Unternehmensdatenbank, in der alle zugelassenen Banken in Deutschland gelistet sind. Zusätzlich geben die Sicherungseinrichtungen (EdB, Einlagensicherungsfonds des BdB, DSGV, BVR) Auskunft über die Mitgliedschaft und Sicherungshöhe ihrer Mitgliedsbanken.

Geprüft und freigegeben von
Alexander Senger
Gründer & Geschäftsführer
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.
Erfahrung
15+ Jahre Finanzbranche
Qualifikation
Diplom-Finanzfachwirt (FH)
Registrierung
§34c & §34d GewO
Mehr erfahren
LinkedIn-ProfilJetzt den passenden Anbieter finden
Nutze unseren kostenlosen Vergleich und finde das beste Angebot für deine Bedürfnisse.
Zum Vergleich