
Tagesgeld oder Festgeld: Was lohnt sich mehr?
Tagesgeld oder Festgeld: wann welche Option für dich die bessere Wahl ist, zeigen wir dir in diesem Vergleich.
Tagesgeld (Standardzins 0,60 bis 3,00% p.a., Neukundenaktion bis 4,25% p.a. bei Revolut für 4 Monate) eignet sich für deinen Notgroschen oder Geld, das du kurzfristig brauchst: täglich verfügbar, kein Risiko. Festgeld (1,55 bis 3,50% p.a. auf 12 Monate) lohnt sich, wenn du einen Betrag für 6 bis 24 Monate nicht anfässt und dafür im Mittel 1,15 Prozentpunkte mehr Zinsen sichern willst. Wer beides kombiniert, holt aus seinem Ersparten das Meiste heraus.
Tagesgeld oder Festgeld – die entscheidende Frage zuerst
Im Capitalo-Vergleich zahlt Festgeld mit 12 Monaten Laufzeit im Mittel 2,90% p.a., Tagesgeld nach Ablauf einer Aktion im Mittel 1,75% p.a. Entscheidend ist, wann du das Geld brauchst. Wer seinen Notgroschen oder kurzfristig verfügbares Kapital anlegen will, ist mit Tagesgeld besser beraten. Der Standardzins liegt zwischen 0,60 und 3,00% p.a., Neukundenaktionen reichen bis 4,25% p.a. (Revolut, 4 Monate). Wer hingegen einen Betrag für mindestens 6 bis 12 Monate beiseitelegen kann, sichert sich mit Festgeld im Mittel 1,15 Prozentpunkte mehr als beim Tagesgeld-Standardzins. Bei 10.000 EUR und 12 Monaten Laufzeit sind das rund 115 EUR mehr Zinsen vor Steuern. Wie viel nach Abzug der Abgeltungsteuer übrig bleibt, erklären wir im Ratgeber zur Festgeld-Steuer.
Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld?
Beide Kontenformen sind Einlagenprodukte: rechtlich sicher, durch die Einlagensicherung geschützt und ohne Kursrisiko. Der entscheidende Unterschied liegt in der Verfügbarkeit und dem Zinsmodell. Falls du die Grundlagen vertiefen willst: Wir erklären separat, was Tagesgeld ist und was Festgeld ist.
| Merkmal | Tagesgeld | Festgeld |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | täglich kündbar | fest für 1–120 Monate |
| Zinssatz | Standardzins 0,60–3,00% p.a., Neukundenaktion bis 4,25% p.a. (befristet) | 1,55–3,50% p.a. (12 Monate) |
| Zinsbindung | variabel, kann sinken | fest für gesamte Laufzeit |
| Mindestanlage | meist ab 1 EUR | 1–10.000 EUR, am häufigsten 2.500 oder 5.000 EUR |
| Einlagensicherung | 100.000 EUR (EdB) | 100.000 EUR (EdB) |
| Vorzeitige Kündigung | jederzeit möglich | in der Regel nicht vorgesehen |
Beim Tagesgeld ist der Zinssatz variabel: Die Bank kann ihn jederzeit anpassen. Festgeld sichert dir den vereinbarten Zinssatz für die gesamte Laufzeit, gibt dir dafür allerdings keine Flexibilität zurück.
Wann ist Tagesgeld die bessere Wahl?
Tagesgeld ist die bessere Wahl, wenn du jederzeit an dein Geld kommen musst, etwa für den Notgroschen, kurzfristige Sparziele oder bei unsicherem Einkommen.
- Notgroschen: Finanzexperten empfehlen 2–3 Nettomonatsgehälter als eiserne Reserve. Diesen Betrag solltest du nie in Festgeld binden, sondern auf einem flexiblen Tagesgeldkonto halten, denn unvorhergesehene Ausgaben kommen selten mit Ankündigung.
- Kurzfristige Sparziele: Du sparst für einen Urlaub, eine Anschaffung oder planst einen größeren Kauf in den nächsten 1–6 Monaten? Tagesgeld ist hierbei flexibler als Festgeld.
- Unsicheres Einkommen: Selbständige oder Freiberufler, die unregelmäßige Einnahmen haben, profitieren von der jederzeitigen Verfügbarkeit.
- Zinserwartung steigt: Die EZB hat die Leitzinsen am 17.06.2026 und am 16.09.2026 angehoben, der Einlagesatz liegt seit dem 16.09.2026 bei 2,50%. Wenn du von weiteren Anhebungen ausgehst, kann es sinnvoll sein, nicht in Festgeld zu gehen und stattdessen von steigenden Tagesgeldzinsen zu profitieren.
Aktuell zahlt Revolut Neukunden 4,25% p.a. für 4 Monate (bis 25.000 EUR, bei regelmäßiger Kartennutzung), Chase und Openbank zahlen je 4,00% p.a. für 4 Monate. Aktionen laufen meist 3 bis 6 Monate, danach gilt der Standardzins, im Mittel 1,75% p.a.
Wann ist Festgeld die bessere Wahl?
Festgeld ist die bessere Wahl, wenn du einen bestimmten Betrag für einen definierten Zeitraum nicht brauchst und den Zins vorab sichern willst.
- Kapital über dem Notgroschen: Du hast deine eiserne Reserve bereits auf dem Tagesgeldkonto und möchtest zusätzliche Ersparnisse mit etwas mehr Rendite anlegen.
- Zinssicherung: Wer jetzt in Festgeld geht, sichert sich das aktuelle Zinsniveau (für 12 Monate 1,55–3,50% p.a., im Mittel 2,90%) für die gesamte Laufzeit, auch falls die Zinsen später wieder sinken.
- Disziplin beim Sparen: Der fehlende Zugriff diszipliniert. Wer weiß, dass er das Geld nicht anfassen kann, greift auch nicht darauf zurück.
- Klarer Anlagehorizont: Renovierung in 18 Monaten geplant? Dann eignet sich ein 18-Monats-Festgeld besser als ein Tagesgeldkonto, dessen Zinssatz zwischenzeitlich sinken könnte.
Bei Laufzeiten über 12 Monate lohnt sich ein Vergleich besonders: Manche Banken (6 von 41 mit beiden Laufzeiten) zahlen für 24 Monate weniger als für 12 Monate, im Mittel liegt der Aufschlag bei 0,20 Prozentpunkten (3,10% gegenüber 2,90%).
Tagesgeld und Festgeld kombinieren
Eine Aufteilung in Tagesgeld für die Reserve und Festgeld für freies Kapital ist in vielen Fällen sinnvoller als eine Entweder-oder-Entscheidung.
Beispiel: 20.000 EUR Gesamterspartes
| Betrag | Produkt | Zweck |
|---|---|---|
| 6.000 EUR | Tagesgeld (Standardzins im Mittel 1,75% p.a.) | Notgroschen + kurzfristige Reserve |
| 14.000 EUR | Festgeld 12 Monate (im Mittel 2,90% p.a.) | Mittelfristige Anlage, Zinssicherung |
Diese Aufteilung gibt dir Liquidität für den Ernstfall und sichert dir gleichzeitig einen höheren Zinssatz auf den Großteil deines Kapitals. Die Kombination ist besonders sinnvoll, wenn du im Festgeld Vergleich regelmäßig neue Festgeld-Laufzeiten anlegst (sogenanntes Festgeld-Leiter-Modell).
Aktuelle Zinsen: Tagesgeld vs. Festgeld im Vergleich
Festgeld mit 12 Monaten Laufzeit zahlt im Capitalo-Vergleich 1,55 bis 3,50% p.a. (Mittel 2,90%), Tagesgeld nach Ablauf der Aktion 0,60 bis 3,00% p.a. (Mittel 1,75%).
Die EZB hat den Leitzins (Hauptrefinanzierungssatz) zwischen Juni 2024 und Juni 2025 schrittweise von 4,50% auf 2,15% gesenkt. Das hat die Einlagenzinsen für Tagesgeld und Festgeld merklich gedrückt, allerdings liegen sie weiterhin deutlich über dem Nullniveau der Jahre 2015–2022. Am 17.06.2026 und am 16.09.2026 hat die EZB wieder angehoben, seit dem 16.09.2026 liegt der Einlagesatz bei 2,50%, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65%. Die Hochpunkte aus dem Jahr 2023 (Festgeld bis 5,0% p.a.) sind damit weiterhin nicht erreichbar.
Zinsniveau im Capitalo-Vergleich (Spanne und Mittelwert):
| Produkt | Zinssatz (p.a.) | Hinweis |
|---|---|---|
| Tagesgeld Neukunden | bis 4,25% | Aktionszins (Revolut, 4 Monate), Aktionen meist 3–6 Monate |
| Tagesgeld Dauerzins | 0,60–3,00% | Nach Aktionsphase, Mittel 1,75% |
| Festgeld 3 Monate | 1,55–3,05% | Kurze Bindung, Mittel 2,45% |
| Festgeld 6 Monate | 1,20–3,20% | Mittel 2,45% |
| Festgeld 12 Monate | 1,55–3,50% | Mittel 2,90% |
| Festgeld 24 Monate | 2,30–3,55% | Mittel 3,10%, 0,20 Prozentpunkte über 12 Monaten |
Die aktuellen Tagesgeld-Zinsen und der Festgeld Vergleich werden täglich aktualisiert.
Häufige Fragen zu Festgeld und Tagesgeld
Was ist besser: Tagesgeld oder Festgeld?
Es kommt auf deine Situation an. Tagesgeld ist die bessere Wahl für deinen Notgroschen und Geld, das du kurzfristig benötigen könntest – du kannst täglich darüber verfügen, aktuell zahlt Revolut Neukunden 4,25% p.a. für 4 Monate (bis 25.000 EUR, bei regelmäßiger Kartennutzung), der Standardzins liegt im Capitalo-Vergleich zwischen 0,60 und 3,00% p.a. Festgeld lohnt sich hingegen, wenn du einen Betrag für 6–24 Monate nicht brauchst: Du sicherst dir einen fixen Zinssatz von derzeit 1,55–3,50% p.a. (12 Monate, im Mittel 2,90%), der sich auch dann nicht ändert, wenn die Marktzinsen später sinken. Wer beides kombiniert, macht in der Regel nichts falsch.
Welche Zinsen gibt es aktuell für Tagesgeld und Festgeld?
Bei Neukunden liegen die Tagesgeld-Aktionszinsen bei bis zu 4,25% p.a. (Revolut, 4 Monate, bis 25.000 EUR, bei regelmäßiger Kartennutzung), Chase und Openbank zahlen 4,00% p.a., jeweils nur für begrenzte Zeiträume. Der Standardzins nach der Aktion liegt zwischen 0,60 und 3,00% p.a., im Mittel bei 1,75% p.a. Festgeld auf 12 Monate bringt 1,55 bis 3,50% p.a., im Mittel 2,90%, je nach Anbieter. Die genauen aktuellen Konditionen findest du im Festgeld Vergleich und bei den aktuellen Tagesgeld-Zinsen.
Kann ich mein Festgeld vorzeitig kündigen?
Grundsätzlich nicht – das ist das Kernprinzip des Festgelds. Du legst den Betrag für eine fest vereinbarte Laufzeit an und erhältst ihn erst am Ende der Laufzeit zurück. Manche Banken ermöglichen eine vorzeitige Auflösung, verlangen dafür allerdings eine Vorfälligkeitsentschädigung oder streichen die aufgelaufenen Zinsen. Im Notfall kann das also teuer werden – daher solltest du nur Kapital in Festgeld anlegen, das du wirklich nicht brauchst.
Wie sicher sind Tagesgeld und Festgeld?
Beide Produkte sind sehr sicher, sofern du bei einer Bank anlegst, die der deutschen oder europäischen Einlagensicherung angehört. In Deutschland sichert das Einlagensicherungssystem des Bundesverbandes deutscher Banken (EdB) deine Einlagen bis 100.000 EUR pro Bank ab – unabhängig davon, ob es sich um Tagesgeld oder Festgeld handelt. Die BaFin und die Deutsche Bundesbank beaufsichtigen alle in Deutschland zugelassenen Kreditinstitute. Wer über mehrere Banken diversifiziert, kann den Schutz entsprechend vervielfachen.
Muss ich die Zinsen versteuern?
Ja. Zinserträge aus Tagesgeld und Festgeld unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag – das sind effektiv ca. 26,4%. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 EUR pro Person (2.000 EUR für Ehepaare) bleibt steuerfrei. Erteile deiner Bank einen Freistellungsauftrag bis zu dieser Höhe, damit keine Steuer direkt einbehalten wird. Überschreitest du den Freibetrag, wird die Bank die Steuer automatisch ans Finanzamt abführen.
Was ist die Mindestanlage für Tagesgeld und Festgeld?
Beim Tagesgeld gibt es bei den meisten Anbietern keine oder eine sehr niedrige Mindestanlage – oft reichen bereits 1 EUR. Beim Festgeld liegt die Mindestanlage je nach Anbieter zwischen 1 EUR und 10.000 EUR, am häufigsten bei 5.000 EUR (14 von 48 Produkten) oder 2.500 EUR (12 von 48). Für höhere Anlagesummen (ab 50.000 EUR oder 100.000 EUR) bieten manche Banken bessere Konditionen oder spezielle Großanleger-Angebote an.
Lohnt sich Festgeld noch in 2026?
Festgeld lohnt sich in 2026 als planbare Anlage mit höherem Zins als beim Tagesgeld, auch wenn die Hochphase von 2023 mit Zinsen bis 5% p.a. vorbei ist. Mit 1,55 bis 3,50% p.a. auf 12 Monate (im Mittel 2,90%) liegt Festgeld im Mittel unter der Inflationsrate von 3,3% (Destatis, September 2026), 8 von 45 Angeboten erreichen 3,30% oder mehr. Wer jetzt einen fixen Zinssatz sichert, ist dafür unabhängig von späteren Zinsrückgängen. Wer hingegen auf weiter steigende Zinsen setzt, ist mit Tagesgeld flexibler.
Wie kombiniere ich Tagesgeld und Festgeld sinnvoll?
Eine bewährte Strategie ist die Aufteilung in zwei Töpfe: Notgroschen (2–3 Nettomonatsgehälter) auf dem Tagesgeldkonto für sofortige Verfügbarkeit, der Rest des freien Kapitals im Festgeld für eine attraktivere Verzinsung. Wer größere Beträge anlegt, kann das sogenannte Festgeld-Leiter-Modell nutzen: Du verteilst dein Kapital auf mehrere Festgeld-Laufzeiten (z.B. 3, 6 und 12 Monate) – so wird immer ein Teil fällig und du profitierst trotzdem von höheren Zinsen für längere Laufzeiten. Den Tagesgeld Vergleich nutzen, um die passenden Konten zu finden.

Geprüft und freigegeben von
Alexander Senger
Gründer & Geschäftsführer
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.
Erfahrung
15+ Jahre Finanzbranche
Qualifikation
Diplom-Finanzfachwirt (FH)
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