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Was ist ein Festgeldkonto? Definition, Funktionsweise und aktuelle Zinsen
Geldanlagen

Was ist ein Festgeldkonto? Definition, Funktionsweise und aktuelle Zinsen

Festgeld gehört zu den sichersten Geldanlagen in Deutschland. Hier erfährst du, wie es funktioniert, was es bringt und ob es sich für dich lohnt.

Alexander SengerAlexander Senger
Aktualisiert: 9. März 2026

Kurz & knapp: Ein Festgeldkonto ist eine sichere Geldanlage, bei der du einen Betrag für eine feste Laufzeit (z.B. 6, 12 oder 36 Monate) zu einem garantierten Zinssatz anlegst. Aktuelle Zinsen liegen zwischen 1,50 % und 2,90 % p.a. je nach Laufzeit und Anbieter. Dein Geld ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 EUR pro Bank geschützt. Stand: Februar 2026

Du hast Geld auf der Seite und willst es nicht einfach auf dem Girokonto liegen lassen? Dann hast du vielleicht schon von Festgeld gehört. Aber was genau ist ein Festgeldkonto, wie funktioniert es und lohnt sich das überhaupt? In diesem Ratgeber erklären wir dir alles, was du wissen musst – von der Definition über aktuelle Zinsen bis hin zu Steuern und Einlagensicherung.

Was genau ist Festgeld? Die Definition

Ein Festgeldkonto (auch Termineinlage oder Termingeld genannt) ist ein Bankkonto, auf dem du einen bestimmten Geldbetrag für eine vorab vereinbarte Laufzeit zu einem festen Zinssatz anlegst. Während dieser Zeit kannst du nicht auf das Geld zugreifen – dafür bekommst du in der Regel höhere Zinsen als auf einem Tagesgeldkonto.

Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) definiert Festgeld als eine Geldanlage mit festgelegter Laufzeit, bei der Kunde und Geldinstitut einen festen Zins vereinbaren. Die Laufzeit kann von einem Monat bis zu mehreren Jahren reichen.

Grundsätzlich gilt: Du gibst der Bank dein Geld für einen bestimmten Zeitraum, und die Bank arbeitet damit – zum Beispiel für die Vergabe von Krediten. Im Gegenzug zahlt sie dir dafür Zinsen. Das ist das Grundprinzip jeder Bankeinlage, aber beim Festgeld ist der Zinssatz für die gesamte Laufzeit garantiert.

Wie funktioniert ein Festgeldkonto?

Die Funktionsweise eines Festgeldkontos ist erstaunlich einfach. So läuft es ab:

  1. Konto eröffnen: Du wählst einen Anbieter und eröffnest ein Festgeldkonto – das geht bei den meisten Banken komplett online. Du brauchst ein Referenzkonto (meist dein Girokonto), von dem das Geld überwiesen wird.
  2. Betrag und Laufzeit wählen: Du entscheidest, wie viel Geld du anlegen möchtest und für wie lange. Übliche Laufzeiten sind 3, 6, 12, 24 oder 36 Monate. Die meisten Banken verlangen eine Mindestanlage zwischen 500 EUR und 5.000 EUR.
  3. Zinssatz wird festgelegt: Beim Abschluss steht der Zinssatz für die gesamte Laufzeit fest. Er ändert sich nicht – egal, was am Markt passiert. Aktuell bieten gute Anbieter zwischen 2,00 % und 2,90 % p.a., je nach Laufzeit.
  4. Geld ist gebunden: Während der Laufzeit hast du keinen Zugriff auf dein Geld. Eine vorzeitige Kündigung ist grundsätzlich nicht vorgesehen und nur in Ausnahmefällen (aus Kulanz der Bank) möglich.
  5. Auszahlung bei Fälligkeit: Am Ende der Laufzeit bekommst du dein Kapital plus die erwirtschafteten Zinsen auf dein Referenzkonto zurück. Manche Banken bieten eine automatische Wiederanlage an – achte darauf, ob du das willst.

Aktuelle Festgeldzinsen im Überblick (Stand: Februar 2026)

Wie viel Zinsen bekommst du aktuell auf ein Festgeldkonto? Hier sind die besten Angebote für verschiedene Laufzeiten:

Top-Anbieter nach Laufzeit

Anbieter 6 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate Min. Anlage
Bigbank 2,50 % 2,50 % 2,40 % 2,40 % 1.000 EUR
Renault Bank direkt – 2,50 % 2,60 % 2,65 % 2.500 EUR
Klarna 1,89 % 2,45 % 2,65 % 2,79 % 1 EUR
IKB 1,75 % 2,50 % 2,60 % 2,70 % 5.000 EUR
Hanseatic Bank – 2,33 % 2,44 % 2,55 % 2.500 EUR
Bank of Scotland 2,30 % 2,00 % – – 100 EUR
pbb direkt – 2,35 % 2,45 % 2,60 % 5.000 EUR

Stand: Februar 2026. Konditionen können sich ändern. Alle aktuellen Festgeldzinsen im Detail.

Rechenbeispiel: Was bringt Festgeld konkret?

Angenommen, du legst 10.000 EUR für 12 Monate bei 2,50 % p.a. an:

  • Brutto-Zinsen: 250 EUR
  • Abgeltungssteuer (26,375 % inkl. Soli): 65,94 EUR
  • Netto-Zinsen: 184,06 EUR

Wenn du deinen Freistellungsauftrag noch nicht ausgeschöpft hast (1.000 EUR für Ledige), bleiben dir die vollen 250 EUR netto. Das sind 250 EUR für praktisch null Risiko. Die besten Konditionen findest du im Festgeld Vergleich.

Vorteile und Nachteile eines Festgeldkontos

Wie bei jeder Geldanlage gibt es auch beim Festgeld zwei Seiten. Hier die ehrliche Übersicht:

Vorteile

  • Garantierter Zinssatz: Der Zins steht von Anfang an fest und ändert sich während der Laufzeit nicht. Das gibt dir Planungssicherheit.
  • Hohe Sicherheit: Dein Geld ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 EUR pro Bank und Kunde geschützt (gemäß Einlagensicherungsgesetz, § 8 EinSiG).
  • Kein Kursrisiko: Anders als bei Aktien oder Fonds kann dein Festgeld nicht an Wert verlieren.
  • Oft höhere Zinsen als Tagesgeld: Weil du auf Flexibilität verzichtest, belohnen Banken das in der Regel mit besseren Konditionen.
  • Einfach und verständlich: Kein Fachwissen nötig – du legst Geld an und bekommst es mit Zinsen zurück.

Nachteile

  • Keine Verfügbarkeit: Während der Laufzeit kommst du nicht an dein Geld heran. Das kann problematisch werden, wenn du unerwartet Geld brauchst.
  • Kein Profitieren von Zinserhöhungen: Steigen die Marktzinsen nach deinem Abschluss, bleibst du auf dem niedrigeren Zins sitzen.
  • Inflationsrisiko: Liegt der Festgeldzins unter der Inflationsrate, verliert dein Geld real an Kaufkraft. Die Bundesbank prognostiziert für 2026 eine Inflationsrate von 1,9 % – viele Festgeldangebote liegen darüber, aber nicht alle.
  • Mindestanlage: Die meisten Banken verlangen eine Mindestanlage, typischerweise zwischen 500 EUR und 10.000 EUR.

Festgeld vs. Tagesgeld: Was ist der Unterschied?

Diese Frage stellen sich viele: Soll ich mein Geld lieber auf ein Tagesgeld- oder ein Festgeldkonto legen? Hier der direkte Vergleich:

Merkmal Festgeld Tagesgeld
Zinssatz Fest für die gesamte Laufzeit Variabel, kann sich jederzeit ändern
Verfügbarkeit Erst nach Ende der Laufzeit Täglich verfügbar
Zinshöhe In der Regel höher In der Regel niedriger
Laufzeit Fest vereinbart (z.B. 12 Monate) Unbegrenzt
Einlagensicherung Bis 100.000 EUR Bis 100.000 EUR
Für wen geeignet? Geld, das du sicher nicht brauchst Notgroschen, kurzfristiges Sparen

Unser Tipp: Idealerweise nutzt du beide Anlageformen. Das Tagesgeldkonto als Notgroschen (3-6 Monatsgehälter), und alles darüber hinaus als Festgeld für bessere Zinsen. So hast du Flexibilität und höhere Rendite gleichzeitig. Einen ausführlichen Vergleich findest du in unserem Ratgeber Festgeld oder Tagesgeld. Aktuelle Tagesgeld-Angebote findest du unter Tagesgeld vergleichen.

Wie sicher ist Festgeld? Einlagensicherung erklärt

Festgeld gehört zu den sichersten Geldanlagen überhaupt. Dafür sorgt in Deutschland ein mehrstufiges Sicherungssystem:

Gesetzliche Einlagensicherung

Gemäß dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG, § 8) sind Einlagen – also auch Festgeld – bis 100.000 EUR pro Kunde und pro Bank geschützt. Das gilt für alle Banken mit Sitz in der EU. Im Entschädigungsfall bekommst du dein Geld innerhalb von sieben Arbeitstagen zurück.

Für bestimmte lebensrelevante Einlagen (z.B. aus einem Immobilienverkauf) greift sogar ein erhöhter Schutz von bis zu 500.000 EUR für einen begrenzten Zeitraum (laut FAQ des Bundesfinanzministeriums zur harmonisierten europäischen Einlagensicherung).

Freiwillige Sicherungssysteme

Viele deutsche Banken sind zusätzlich Mitglied in freiwilligen Einlagensicherungssystemen (z.B. der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken), die deutlich höhere Beträge absichern. Diese bieten allerdings keinen gesetzlichen Anspruch.

Was bedeutet das für dich?

Wenn du weniger als 100.000 EUR bei einer Bank als Festgeld anlegst, ist dein Geld maximal abgesichert. Bei höheren Beträgen empfiehlt es sich, das Geld auf mehrere Banken zu verteilen.

Steuern auf Festgeldzinsen: Was du wissen musst

Zinsen aus einem Festgeldkonto sind Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG) und unterliegen der Abgeltungssteuer. So setzt sich die Steuerlast zusammen:

Steuerart Satz
Kapitalertragsteuer 25,0 %
Solidaritätszuschlag 5,5 % auf die KESt (= 1,375 %)
Kirchensteuer (optional) 8-9 % auf die KESt
Gesamtbelastung ohne KiSt 26,375 %

Der Freistellungsauftrag

Du kannst einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank einrichten. Damit bleiben Kapitalerträge bis zum Sparer-Pauschbetrag steuerfrei:

  • Ledige: 1.000 EUR pro Jahr
  • Verheiratete: 2.000 EUR pro Jahr

Bei 10.000 EUR Festgeld zu 2,50 % erwirtschaftest du 250 EUR Zinsen – das liegt unter dem Pauschbetrag. In diesem Fall zahlst du also keine Steuern auf deine Festgeldzinsen.

Tipp: Bei inländischen Banken wird die Steuer automatisch an das Finanzamt abgeführt. Du musst dich um nichts kümmern, solange du einen Freistellungsauftrag eingerichtet hast.

Festgeldkonto eröffnen: So gehst du vor

Ein Festgeldkonto zu eröffnen, dauert bei den meisten Online-Banken nur wenige Minuten. So funktioniert es:

  1. Anbieter vergleichen: Prüfe Zinssätze, Laufzeiten, Mindestanlage und Einlagensicherung. Achte besonders auf den effektiven Jahreszins und ob die Bank unter die deutsche oder EU-Einlagensicherung fällt.
  2. Online-Antrag ausfüllen: Du brauchst deinen Personalausweis, deine Steuer-ID und ein Referenzkonto (Girokonto).
  3. Identität bestätigen: Per Video-Ident oder Post-Ident – die meisten Banken bieten Video-Ident an, das geht in wenigen Minuten.
  4. Geld überweisen: Überweise den gewünschten Betrag auf dein Festgeldkonto. Ab dem Tag der Gutschrift beginnt die Laufzeit.
  5. Freistellungsauftrag einrichten: Damit deine Zinsen (bis 1.000 EUR) steuerfrei bleiben.

Worauf du bei der Anbieterwahl achten solltest: Neben dem Zinssatz sind die Einlagensicherung, die Mindestanlage und die Seriosität des Anbieters entscheidend. Die Verbraucherzentrale warnt seit 2025 vor betrügerischen Vermittlern, die mit unrealistisch hohen Zinsen locken. Prüfe deshalb immer, ob die Bank über eine gültige BaFin-Lizenz verfügt. Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du unter Festgeld anlegen.

Alexander Senger

Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger

Gründer & Geschäftsführer

Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.

Erfahrung

15+ Jahre Finanzbranche

Qualifikation

Diplom-Finanzfachwirt (FH)

Registrierung

§34c & §34d GewO

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Inhaltsverzeichnis

  • Was genau ist Festgeld? Die Definition
  • Wie funktioniert ein Festgeldkonto?
  • Aktuelle Festgeldzinsen im Überblick (Stand: Februar 2026)
  • Vorteile und Nachteile eines Festgeldkontos
  • Festgeld vs. Tagesgeld: Was ist der Unterschied?
  • Wie sicher ist Festgeld? Einlagensicherung erklärt
  • Steuern auf Festgeldzinsen: Was du wissen musst
  • Festgeldkonto eröffnen: So gehst du vor

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