
Kredit Voraussetzungen: Was du wirklich brauchst
Von SCHUFA-Score über Einkommensnachweis bis Wohnsitz – hier erfährst du, welche Kriterien Banken anlegen und wie du deine Chancen auf eine Kreditzusage verbesserst.
Die 6 Grundvoraussetzungen für einen Kredit
Das Wichtigste auf einen Blick
- ✅ Mindestalter: 18 Jahre (Volljährigkeit)
- ✅ Wohnsitz: Hauptwohnsitz in Deutschland
- ✅ Einkommen: Regelmäßig und nachweisbar (Faustregel: Rate max. 35 % vom Netto)
- ✅ Bonität: Keine negativen SCHUFA-Einträge
- ✅ Bankkonto: Deutsches Girokonto mit IBAN
Du willst einen Kredit aufnehmen, bist dir aber nicht sicher, ob du die Voraussetzungen erfüllst? Wir zeigen dir, welche Anforderungen Banken tatsächlich stellen – von der SCHUFA-Prüfung über das Mindesteinkommen bis hin zu den benötigten Unterlagen.
Grundsätzlich gilt: Die Voraussetzungen für einen Kredit sind weniger streng, als viele denken. Über 90 % der Deutschen haben eine positive SCHUFA-Bewertung. Und mit den richtigen Unterlagen und einem realistischen Kreditbetrag stehen die Chancen gut.
Bevor eine Bank dir einen Kredit bewilligt, prüft sie bestimmte Grundvoraussetzungen. Diese gelten bei praktisch allen Anbietern in Deutschland – egal ob Direktbank, Filialbank oder Kreditvermittler.
1. Volljährigkeit (18 Jahre)
Du musst mindestens 18 Jahre alt sein, um in Deutschland einen Kreditvertrag abzuschließen. Das ergibt sich aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 2 BGB): Erst mit der Volljährigkeit bist du voll geschäftsfähig. Manche Banken setzen zusätzlich ein Höchstalter an – häufig liegt das bei 70 bis 75 Jahren.
2. Hauptwohnsitz in Deutschland
Du brauchst einen gemeldeten Wohnsitz in Deutschland. Die Bank muss dich im Zweifelsfall postalisch erreichen können. Für EU-Bürger gilt: In der Regel solltest du mindestens seit einigen Monaten in Deutschland gemeldet sein.
3. Deutsches Bankkonto
Für die Auszahlung und die Ratenzahlung benötigst du ein deutsches Girokonto mit IBAN. Ausländische Konten werden in der Regel nicht akzeptiert.
4. Regelmäßiges Einkommen
Das ist einer der wichtigsten Punkte. Die Bank will sicherstellen, dass du die monatlichen Raten dauerhaft zahlen kannst. Was als Einkommen anerkannt wird, kann variieren – dazu gleich mehr im Detail.
5. Ausreichende Bonität (SCHUFA)
Fast jede Bank in Deutschland führt eine SCHUFA-Abfrage durch. Dabei prüft sie, ob du in der Vergangenheit Rechnungen pünktlich bezahlt hast und ob bereits Kredite laufen. Negative Einträge – etwa durch Mahnbescheide oder Inkassoverfahren – können zur Ablehnung führen.
6. Geschäftsfähigkeit
Du musst eigenständig Verträge abschließen können. Personen unter rechtlicher Betreuung mit Einwilligungsvorbehalt sind davon eingeschränkt.
☑️ Checkliste: Das brauchst du für den Kreditantrag
- ☑️ 18 Jahre oder älter
- ☑️ Wohnsitz in Deutschland (gemeldet)
- ☑️ Deutsches Girokonto (IBAN)
- ☑️ Regelmäßiges Nettoeinkommen
- ☑️ Keine negativen SCHUFA-Einträge
- ☑️ Gültiger Personalausweis oder Reisepass
Einkommen: Wie viel musst du verdienen?
Eine der häufigsten Fragen lautet: Ab welchem Einkommen bekomme ich überhaupt einen Kredit? Die Antwort: Es gibt keine gesetzliche Mindestgrenze, aber eine praktische.
Die 35-Prozent-Regel: Deine monatliche Kreditrate sollte maximal 30 bis 35 % deines Nettoeinkommens ausmachen. So bleibt genug Spielraum für Miete, Lebenshaltung und unvorhergesehene Ausgaben.
⚠️ Wichtig: Die Pfändungsfreigrenze liegt 2026 bei 1.491,75 € netto pro Monat. Erst Einkommen darüber kann für die Kreditrate herangezogen werden. Verdienst du weniger, wird es sehr schwer, einen Kredit bewilligt zu bekommen.
Orientierungstabelle: Nettoeinkommen und möglicher Kredit
| Nettoeinkommen | Max. Rate (35 %) | Kredit bei 48 Mo. / 7 % | Kredit bei 84 Mo. / 7 % |
|---|---|---|---|
| 1.500 EUR | 525 EUR | ~22.000 EUR | ~36.500 EUR |
| 2.000 EUR | 700 EUR | ~29.300 EUR | ~48.700 EUR |
| 2.500 EUR | 875 EUR | ~36.600 EUR | ~60.800 EUR |
| 3.000 EUR | 1.050 EUR | ~44.000 EUR | ~73.000 EUR |
| 3.500 EUR | 1.225 EUR | ~51.300 EUR | ~85.200 EUR |
Berechnung: Annuität bei 7 % eff. p.a. (repräsentativer Durchschnitt). Tatsächliche Konditionen variieren je nach Bonität und Anbieter.
Was zählt als Einkommen?
Banken akzeptieren in der Regel:
- Gehalt/Lohn aus nichtselbständiger Arbeit (Haupteinnahmequelle)
- Beamtenbezüge (oft günstigere Konditionen)
- Rente/Pension (Alterseinkünfte)
- Mieteinnahmen (teilweise, meist zu 50–80 % angerechnet)
- Kindergeld (teilweise, als ergänzendes Einkommen)
- Unterhaltszahlungen (teilweise anerkannt)
Nicht anerkannt werden in der Regel: Arbeitslosengeld II (Bürgergeld), Elterngeld als alleiniges Einkommen, Einkünfte aus Schwarzarbeit oder unregelmäßige Honorare ohne Nachweis.
SCHUFA und Bonität: Was die Bank wirklich prüft
Die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) speichert Daten von rund 68 Millionen Personen in Deutschland. Ihr Score – eine Zahl zwischen 0 und 100 % – ist der wichtigste Indikator für deine Kreditwürdigkeit.
Was die Bank konkret prüft
Bei einem Kreditantrag schaut die Bank auf drei Bereiche:
- SCHUFA-Score: Je höher, desto besser. Ab etwa 95 % gelten Kreditnehmer als sehr kreditwürdig.
- Einkommens-Ausgaben-Rechnung: Reicht das monatliche Nettoeinkommen nach Abzug aller festen Ausgaben für die Rate?
- Bestehende Verbindlichkeiten: Wie viele Kredite laufen bereits? Wie hoch ist die Gesamtbelastung?
Konditionsanfrage vs. Kreditanfrage
Hier gibt es einen entscheidenden Faktor: Wenn du Kreditangebote vergleichst, achte darauf, dass der Anbieter eine Konditionsanfrage (auch „Anfrage Kreditkonditionen“) an die SCHUFA stellt – nicht eine Kreditanfrage. Der Unterschied:
- Konditionsanfrage: Score-neutral. Andere Banken sehen sie nicht. Ideal zum Vergleichen.
- Kreditanfrage: Wird gespeichert und ist für andere Banken 12 Monate sichtbar. Mehrere davon in kurzer Zeit können den Score senken.
5 Tipps: Bonität verbessern vor dem Kreditantrag
- SCHUFA-Datenkopie anfordern (kostenlos, Art. 15 DSGVO) und auf Fehler prüfen
- Ungenutzte Konten und Kreditkarten kündigen – jede offene Kreditlinie zählt
- Bestehende Kleinkredite ablösen – weniger offene Posten = besserer Score
- Rechnungen immer pünktlich zahlen – auch Handyvertrag und Versandhandel
- Keine mehrfachen Kreditanfragen stellen – nur Konditionsanfragen nutzen
Welche Unterlagen brauchst du?
Je nach Anbieter variieren die Anforderungen leicht. Diese Dokumente solltest du aber in jedem Fall bereithalten:
Für Angestellte
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass
- Gehaltsabrechnungen der letzten 3 Monate
- Kontoauszüge der letzten 2–3 Monate (oder digitaler Kontozugang via Open Banking)
- Ggf. Einkommensteuerbescheid des Vorjahres
Für Selbständige und Freiberufler
- Personalausweis oder Reisepass
- Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) der letzten Monate
- Jahresabschlüsse oder Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) der letzten 2 Jahre
- Einkommensteuerbescheide der letzten 2 Jahre
- Kontoauszüge (geschäftlich und privat)
💡 Tipp: Viele Banken bieten inzwischen einen komplett digitalen Antragsprozess an. Über Open Banking (digitaler Kontozugang) kannst du Einkommensnachweise automatisch übermitteln – das spart Zeit und reduziert Papierkram.
Sonderfälle: Kredit trotz besonderer Umstände
Nicht jeder hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag und eine makellose SCHUFA. Was tun in diesen Situationen?
Befristeter Arbeitsvertrag
Mit einem befristeten Vertrag ist ein Kredit möglich, aber die Laufzeit wird in der Regel auf die verbleibende Vertragslaufzeit begrenzt. Manche Banken lehnen generell ab. Dein Vorteil: Einen zweiten Kreditnehmer hinzuzufügen (etwa den Partner mit unbefristetem Vertrag) verbessert die Chancen erheblich.
Probezeit
Während der Probezeit ist es schwierig, einen Kredit zu bekommen. Die meisten Banken lehnen ab, weil das Arbeitsverhältnis noch nicht gefestigt ist. Ausnahmen gibt es bei kleineren Beträgen oder wenn du einen Bürgen einbringen kannst. Alternativ: Warte die Probezeit ab (meist 6 Monate) und stelle den Antrag danach.
Selbständige und Freiberufler
Selbständige können bei den meisten Anbietern einen Kredit bekommen – vorausgesetzt, sie sind seit mindestens 2 bis 3 Jahren tätig. Allerdings ist der Nachweis aufwendiger (BWA, Jahresabschlüsse). Einige Anbieter wie die Commerzbank schließen Selbständige komplett aus. Andere, wie smava oder BestCredit, prüfen den Antrag individuell.
Berufseinsteiger
Kurze Beschäftigungsdauer ist ein Hindernis, aber kein K.o.-Kriterium. Wichtig: Ein unbefristeter Vertrag (auch frisch unterschrieben) wiegt schwerer als ein befristeter mit langer Laufzeit. Kleinere Kreditbeträge werden eher bewilligt.
Rentner
Rentner können grundsätzlich einen Kredit aufnehmen. Allerdings setzen viele Banken ein Höchstalter von 70 bis 75 Jahren an. Die Kreditlaufzeit wird entsprechend begrenzt. Die Rente zählt als regelmäßiges Einkommen.
Negative SCHUFA
Bei negativen SCHUFA-Einträgen wird es deutlich schwieriger. Standardkredite werden in der Regel abgelehnt. Es gibt allerdings Alternativen – etwa über spezialisierte Anbieter oder Kredite aus dem Ausland (Schweizer Kredit). Mehr dazu in unserem Ratgeber: Kredit trotz SCHUFA.
Warum wird ein Kredit abgelehnt? Die häufigsten Gründe
Eine Ablehnung ist ärgerlich, aber oft vermeidbar. Das sind die sechs häufigsten Gründe – und was du dagegen tun kannst:
- Negative SCHUFA-Einträge → Hole dir eine kostenlose Datenkopie und prüfe, ob die Einträge korrekt sind. Veraltete oder fehlerhafte Daten kannst du löschen lassen.
- Zu geringes Einkommen → Füge einen zweiten Kreditnehmer hinzu oder reduziere den Kreditbetrag. Auch ein Bürge kann helfen.
- Befristeter Vertrag oder Probezeit → Warte nach Möglichkeit das Ende der Probezeit ab. Bei Befristung: Laufzeit anpassen.
- Zu hohe bestehende Verbindlichkeiten → Prüfe, ob eine Umschuldung Sinn ergibt. Durch Zusammenlegung mehrerer Kredite kannst du die Gesamtbelastung senken.
- Fehlende Unterlagen → Nutze unsere Checkliste weiter oben und reiche alle Dokumente vollständig ein.
- Unrealistischer Kreditbetrag → Kalkuliere realistisch mit der 35-Prozent-Regel. Lieber einen kleineren Betrag beantragen und bewilligt bekommen.
Kreditanbieter im Vergleich: Konditionen und Voraussetzungen
Die folgende Tabelle zeigt sechs Kreditanbieter mit ihren Konditionen und Voraussetzungen. Alle Daten stammen aus unserer Produktdatenbank (Stand: Februar 2026).
| Anbieter | Eff. Zins ab | Betrag | Laufzeit | Sofortzusage | Sondertilgung | Selbständige |
|---|---|---|---|---|---|---|
| smava | 0,68 % | 1.000–60.000 EUR | 12–84 Mo. | ✅ | ✅ | ✅ |
| BestCredit | 2,99 % | 1.000–80.000 EUR | 12–120 Mo. | ✅ | ✅ | ✅ |
| Commerzbank | 2,99 % | 1.500–100.000 EUR | 6–119 Mo. | ✅ | ✅ | ❌ |
| Targobank | 3,49 % | 1.500–80.000 EUR | 12–96 Mo. | ✅ | ✅ | ⚠️ |
| ING Ratenkredit | 3,99 % | 5.000–90.000 EUR | 12–120 Mo. | ✅ | ✅ | ⚠️ |
| Consors Finanz | 3,49 % | 1.500–80.000 EUR | 6–120 Mo. | ❌ | ✅ | ⚠️ |
Zinssätze bonitätsabhängig. ⚠️ = Eingeschränkt möglich (nur Freiberufler oder mit erweiterter Prüfung).
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Fazit: Kredit Voraussetzungen sind kein Hexenwerk
Die Voraussetzungen für einen Kredit in Deutschland sind klar definiert: Volljährigkeit, Wohnsitz, Einkommen und Bonität. Wenn du diese Grundlagen erfüllst, stehen deine Chancen gut. Selbst bei besonderen Umständen wie Befristung oder Selbständigkeit gibt es Wege zum Kredit – du brauchst nur den passenden Anbieter.
Unser Tipp: Vergleiche mehrere Angebote über eine Konditionsanfrage (SCHUFA-neutral!) und achte immer auf den Effektivzins – nicht den Nominalzins.
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