Termingeld
Termingeld ist Geld, das du einer Bank für eine vereinbarte Zeit überlässt. Hier liest du, wann das Wort Festgeld meint und wann auch Kündigungsgeld.
Was du über Termingeld wissen musst
- 💡 Definition: Termingeld ist Geld, das du einer Bank für eine vereinbarte Zeit oder mit einer Kündigungsfrist überlässt. Vor dem vereinbarten Termin kommst du in der Regel nicht heran.
- ⚖️ Zwei Lesarten: Die Bundesbank nutzt Termingeld als Synonym für Festgeld. Im weiteren Sinn ist Termingeld der Oberbegriff für Festgeld und Kündigungsgeld.
- 🏦 Schutz: Liegt dein Termingeld bei einer Bank in der EU, schützt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde und je Bank.
- ⚠️ Abgrenzung: Anders als Tagesgeld ist Termingeld nicht täglich verfügbar. Einen festen Zins für die ganze Laufzeit hast du nur beim Festgeld, beim Kündigungsgeld meist nicht.
Termingeld ist eine Bankeinlage, die du für eine bestimmte Zeit oder mit einer Kündigungsfrist anlegst. Bis zum vereinbarten Termin verzichtest du auf den Zugriff, dafür zahlt die Bank in der Regel höhere Zinsen als auf Spareinlagen. Steht das Wort im Angebot deiner Bank, ist meistens Festgeld gemeint, aber nicht immer.
Was ist Termingeld?
Die Deutsche Bundesbank beschreibt eine Termineinlage als Einlage, die einer Bank „von ihren Kunden oder von anderen Instituten für eine bestimmte Zeit gegen einen festen Zinssatz überlassen wird". Termingeld und Festgeld nennt sie als synonyme Bezeichnungen. Als gängige Laufzeiten gibt sie sechs Monate, ein Jahr oder drei Jahre an.
Der Name kommt vom Termin: Das Geld wird an einem vorher festgelegten Tag fällig oder nach Ablauf einer vereinbarten Kündigungsfrist. Bis dahin arbeitet die Bank mit deinem Geld und kann fest damit planen. Deshalb zahlt sie mehr als für Geld, das du jederzeit abziehen kannst.
Die Bundesbank unterscheidet drei Arten von Bankguthaben: Sichteinlagen wie Girokonto und Tagesgeld, über die du jederzeit verfügst, Spareinlagen wie das klassische Sparbuch und Termineinlagen, bei denen das Geld für eine vereinbarte Zeit gebunden ist.
Termingeld, Festgeld, Kündigungsgeld: zwei Lesarten
Ob Termingeld nur Festgeld meint oder auch Kündigungsgeld, hängt davon ab, wen du fragst. Beide Lesarten sind im Umlauf, und beide sind belegt.
- Enge Lesart: Die Bundesbank setzt Termingeld mit Festgeld gleich. Auch das Gabler Banklexikon versteht unter Termingeld von Kunden eine Einlage „mit vereinbarter fester Laufzeit".
- Weite Lesart: Das Lexikon „Duden Wirtschaft von A bis Z", das die Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlicht, unterscheidet innerhalb der Termineinlagen zwischen Festgeldern und Kündigungsgeldern. Termingeld ist dort der Oberbegriff.
Für dich zählt weniger das Etikett als das, was im Vertrag steht. Hat die Anlage ein festes Enddatum, ist es Festgeld. Läuft sie unbefristet weiter, bis du kündigst, ist es Kündigungsgeld. Die Tabelle zeigt, was das praktisch bedeutet, auch im Vergleich zum Tagesgeld.
| Merkmal | Festgeld | Kündigungsgeld | Tagesgeld |
|---|---|---|---|
| Zugriff auf das Geld | am Ende der Laufzeit | nach Ablauf der Kündigungsfrist | jederzeit |
| Zins | fest für die ganze Laufzeit | meist variabel, die Bank kann ihn anpassen | variabel |
| Ende der Anlage | festes Datum ab Abschluss | offen, bis du kündigst | offen |
| Zählt als Termingeld | ja, in beiden Lesarten | nur in der weiten Lesart | nein, Sichteinlage |
| Passt für | Geld mit bekanntem Verwendungstermin | Geld mit ungefährem Zeitrahmen | Notgroschen und Rücklagen |
Quellen: Deutsche Bundesbank, Glossar (Termineinlage, Sichteinlage); Duden Wirtschaft von A bis Z, Lizenzausgabe Bundeszentrale für politische Bildung 2016. Stand: September 2026.
Wie eine Anlage mit Kündigungsfrist im Detail funktioniert, erklärt unser Ratgeber zum Kündigungsgeld. Für Geld, das jederzeit verfügbar bleiben soll, ist Tagesgeld die passende Anlage.
So läuft eine Termingeld-Anlage ab
Am Beispiel Festgeld sieht der Ablauf so aus:
Laufzeit und Betrag festlegen
Du wählst, wie lange das Geld liegen soll, und legst den Betrag einmalig an. Zins und Laufzeit stehen ab Abschluss fest.
Geld überweisen
Die Laufzeit beginnt meist an dem Tag, an dem das Geld auf dem Termingeldkonto gutgeschrieben ist. Ab dann läuft der Zins.
Bindung während der Laufzeit
Solange die Laufzeit läuft, kommst du nicht an das Geld. Ob ein vorzeitiger Zugriff möglich ist und was er kostet, regelt der Vertrag. Mehr dazu liest du unter Festgeld vorzeitig kündigen.
Fälligkeit
Am Ende zahlt die Bank Geld und Zinsen aus, meist auf dein Referenzkonto. Manche Verträge verlängern die Anlage automatisch (Prolongation), dann in der Regel zum dann gültigen Zins.
Wie ein Festgeldkonto darüber hinaus funktioniert, von der Eröffnung bis zur Auszahlung, erklärt unser Ratgeber Was ist ein Festgeldkonto?
Warum du „Termingeld" oft bei Firmenkunden liest
Im Privatkundengeschäft heißt das Produkt meist Festgeld. Sparkassen und Filialbanken verwenden „Termingeld" dagegen häufig für Anlagen von Unternehmen und Selbstständigen, manche bieten es ausdrücklich nur für Geschäftsvermögen an. Zwei Dinge findest du dort öfter als beim privaten Festgeld:
- Fremdwährung: Manche Banken bieten Termingeld auch in US-Dollar, Schweizer Franken oder anderen Währungen an. Dann kommt zum Zins ein Wechselkursrisiko: Fällt die Währung gegenüber dem Euro, bekommst du am Ende unter Umständen weniger Euro zurück, als du eingezahlt hast.
- Sehr kurze Laufzeiten: Firmenkunden-Termingeld beginnt teils schon bei einer Woche Laufzeit.
Dazu kommt eine dritte Bedeutung, die dir als Sparer kaum begegnet. Im Geldhandel leihen sich Banken untereinander Zentralbankgeld für feste Zeiträume. Das Gabler Banklexikon nennt genau das als erste Bedeutung von Termingeld. Für dich ist das nur indirekt wichtig: Das Zinsniveau am Geldmarkt beeinflusst, was Banken dir für Festgeld bieten.
Wie viel Zinsen gibt es auf Termingeld?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Der Zins hängt vor allem von vier Dingen ab:
- Laufzeit oder Kündigungsfrist: Jede Laufzeit hat ihren eigenen Zins. Eine längere Bindung bringt nicht automatisch mehr.
- Zinsniveau am Geldmarkt: Banken richten ihre Angebote am aktuellen Geldmarkt aus, der wiederum stark von den Leitzinsen der Europäischen Zentralbank abhängt.
- Anlagebetrag: Laut Duden Wirtschaft hängt der Zinssatz auch von der Höhe der Einlage ab.
- Die Bank selbst: Jede Bank legt ihre Konditionen selbst fest, bei den Sparkassen jede Sparkasse für sich.
Laut Bundesbank sind Termineinlagen in der Regel höher verzinst als Spareinlagen. Welche Bank für welche Laufzeit gerade am meisten zahlt, siehst du im Festgeld-Vergleich, jedes Angebot bewertet mit dem Capitalo Score.
Ist Termingeld geschützt?
Termingeld ist eine Bankeinlage und fällt damit unter die gesetzliche Einlagensicherung. Geht eine Bank in der EU pleite, sind je Kunde und je Bank bis 100.000 Euro geschützt. Hat die Bank ihren Sitz in einem anderen EU-Land, greift das Sicherungssystem dieses Landes, nicht das deutsche.
Die Einlagensicherung schützt vor der Pleite der Bank. Drei Risiken deckt sie nicht ab:
- Inflation: Liegt die Teuerung über deinem Zins, verliert das Geld trotz Zinsen an Kaufkraft.
- Zinsänderung: Steigen die Zinsen nach dem Abschluss, bleibt dein Festgeld beim alten Satz.
- Wechselkurs: Bei Termingeld in Fremdwährung kann der Euro-Betrag am Ende kleiner sein als beim Einzahlen.
Quellen: § 8 Einlagensicherungsgesetz; Bundesministerium der Finanzen, Fragen und Antworten zur harmonisierten europäischen Einlagensicherung. Stand: September 2026.
Wie die Sicherung für Festgeld im Detail funktioniert, liest du im Ratgeber zur Einlagensicherung beim Festgeld.
Wie Zinsen aus Termingeld versteuert werden
Zinsen aus Termingeld sind Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG). Bleiben deine gesamten Kapitalerträge im Jahr innerhalb des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 Euro, bei Zusammenveranlagung 2.000 Euro, zahlst du darauf keine Steuer (§ 20 Abs. 9 EStG). Damit die Bank das schon beim Steuerabzug berücksichtigt, brauchst du bei ihr einen Freistellungsauftrag.
Was über dem Pauschbetrag liegt, versteuert eine Bank in Deutschland direkt mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer (§ 32d EStG). Zinsen von einer Bank im Ausland gibst du in der Regel selbst in der Steuererklärung an.
Quellen: §§ 20, 32d Einkommensteuergesetz; Finanzverwaltung NRW; Landesamt für Steuern Niedersachsen. Stand: September 2026.
Alle Details zu Freistellungsauftrag und Steuererklärung stehen im Ratgeber Festgeld und Steuern.
Wann Termingeld zu dir passt und wann nicht
Termingeld passt
- wenn du Geld für einen bekannten Termin zurücklegst, etwa eine Steuerzahlung oder eine Anschaffung in zwölf Monaten
- wenn du dir beim Festgeld den Zins für die Laufzeit festschreiben willst, weil du mit sinkenden Zinsen rechnest
- wenn dein Notgroschen schon auf dem Tagesgeldkonto liegt und dieses Geld wirklich übrig ist
Termingeld passt nicht
- für den Notgroschen: Wenn die Waschmaschine streikt, wartet die Rechnung nicht bis zur Fälligkeit
- wenn du mit steigenden Zinsen rechnest und dich deshalb nicht lange binden willst
- wenn du einen festen Zins erwartest, nur weil „Termingeld" auf dem Angebot steht, ohne in den Vertrag zu schauen
Leg als Termingeld nur Geld an, das du bis zum Fälligkeitstermin bestimmt nicht brauchst. Alles, worauf du kurzfristig zugreifen musst, gehört auf ein Tagesgeldkonto.
Unsere Einschätzung: Lass dich vom Wort nicht verunsichern. Wer dir Termingeld anbietet, meint meistens eine Anlage mit fester Laufzeit und festem Zins, also Festgeld. Schau trotzdem in den Vertrag: Stehen dort ein Enddatum und ein fester Zinssatz, oder eine Kündigungsfrist mit variablem Zins? Mein Tipp: Vergleich nicht nur den Zins, sondern auch, was am Ende der Laufzeit mit deinem Geld passiert. Die aktuellen Festgeldzinsen je Laufzeit findest du in unserem Festgeld-Vergleich.
Häufige Fragen zu Termingeld
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Der Zins hängt von Laufzeit, Anlagebetrag, Zinsniveau am Geldmarkt und Bank ab. Laut Bundesbank liegt er in der Regel über dem für Spareinlagen.
Was ist der Unterschied zwischen Termingeld und Festgeld?Oft gibt es keinen: Die Bundesbank nennt Termingeld und Festgeld als synonyme Bezeichnungen für eine Einlage mit fester Laufzeit und festem Zins. Im weiteren Sinn ist Termingeld der Oberbegriff, der neben Festgeld auch Kündigungsgeld umfasst. Kündigungsgeld hat kein festes Enddatum, sondern eine Kündigungsfrist, und meist einen variablen Zins.
Welche Bank hat die besten Zinsen für Festgeld?Das wechselt, weil Banken ihre Zinsen für neue Anlagen regelmäßig an das Marktniveau anpassen. Im Festgeld-Vergleich von Capitalo siehst du die aktuellen Zinsen je Laufzeit und die Bewertung jedes Angebots im Capitalo Score. Achte neben dem Zins auf die Einlagensicherung im Sitzland der Bank und darauf, was am Ende der Laufzeit mit dem Geld passiert.
Was ist Termingeld bei der Sparkasse?Sparkassen verwenden „Termingeld" als Namen für eine Anlage mit fester Laufzeit und festem Zins, auf sparkasse.de vor allem im Angebot für Firmenkunden. Die Konditionen legt jede Sparkasse selbst fest, sie orientieren sich am aktuellen Geldmarktniveau. Einlagen bei Sparkassen schützt deren eigenes, gesetzlich als Einlagensicherung anerkanntes Sicherungssystem.
Kann ich Termingeld vorzeitig kündigen?Beim Festgeld meist nicht: Während der Laufzeit ist ein vorzeitiger Zugriff in der Regel vertraglich ausgeschlossen oder nur mit Zinsverlust möglich. Beim Kündigungsgeld ist die Kündigung dagegen der normale Weg an dein Geld, du wartest dann die vereinbarte Frist ab. Was für deine Anlage gilt, steht in den Vertragsbedingungen der Bank.
Datenstand: September 2026 | Quellen: Deutsche Bundesbank (Glossar: Termineinlage, Sichteinlage), Duden Wirtschaft von A bis Z (Lizenzausgabe Bundeszentrale für politische Bildung, 2016), Gabler Banklexikon, Einlagensicherungsgesetz § 8, Bundesministerium der Finanzen (FAQ Einlagensicherung, Februar 2025), Einkommensteuergesetz §§ 20 und 32d, Finanzverwaltung NRW, Landesamt für Steuern Niedersachsen. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Anlageberatung.