
Tagesgeld oder Festgeld: Was lohnt sich mehr?
Beide Sparformen schützen dein Geld - aber eine passt besser zu deiner Situation. Wir zeigen dir die Unterschiede, aktuelle Zinsen und wann welche Variante die bessere Wahl ist.
Tagesgeld ab 2,5% p.a. oder Festgeld bis 3,8% p.a. – wann welche Option für dich die bessere Wahl ist, zeigen wir dir in diesem Vergleich. Stand: Mai 2026.
Kurz & knapp: Tagesgeld (ca. 2,5–3,5% p.a.) eignet sich für deinen Notgroschen oder Geld, das du kurzfristig brauchst – täglich verfügbar, kein Risiko. Festgeld (ca. 3,0–3,8% p.a. auf 12 Monate) lohnt sich, wenn du einen Betrag für 6 bis 24 Monate nicht anfässt und dafür etwas mehr Zinsen sichern willst. Wer beides kombiniert, holt aus seinem Ersparten das Meiste heraus. Stand: Mai 2026.
Tagesgeld oder Festgeld – die entscheidende Frage zuerst
Die Antwort hängt von einer einzigen Frage ab: Wann brauchst du das Geld? Wer seinen Notgroschen oder kurzfristig verfügbares Kapital anlegen will, ist mit Tagesgeld besser beraten – der Zinssatz liegt aktuell bei ca. 2,5 bis 3,5% p.a. Wer hingegen einen Betrag für mindestens 6 bis 12 Monate beiseitelegen kann, sichert sich mit Festgeld häufig 0,3 bis 0,8 Prozentpunkte mehr. Bei 10.000 EUR und 12 Monaten Laufzeit bedeutet das rund 30–80 EUR mehr Zinsen nach Steuern.
Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld?
Beide Kontenformen sind Einlagenprodukte – rechtlich sicher, durch die Einlagensicherung geschützt und ohne Kursrisiko. Der entscheidende Unterschied liegt in der Verfügbarkeit und dem Zinsmodell.
| Merkmal | Tagesgeld | Festgeld |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | täglich kündbar | fest für 1–60 Monate |
| Zinssatz (Mai 2026) | ca. 2,5–3,5% p.a. | ca. 3,0–3,8% p.a. (12 Monate) |
| Zinsbindung | variabel, kann sinken | fest für gesamte Laufzeit |
| Mindestanlage | meist ab 1 EUR | oft ab 500–2.500 EUR |
| Einlagensicherung | 100.000 EUR (EdB) | 100.000 EUR (EdB) |
| Vorzeitige Kündigung | jederzeit möglich | in der Regel nicht vorgesehen |
Beim Tagesgeld ist der Zinssatz variabel – die Bank kann ihn jederzeit anpassen. Festgeld sichert dir den vereinbarten Zinssatz für die gesamte Laufzeit, gibt dir dafür allerdings keine Flexibilität zurück.
Wann ist Tagesgeld die bessere Wahl?
Tagesgeld eignet sich vor allem dann, wenn du auf die Verfügbarkeit deines Geldes nicht verzichten kannst oder willst:
- Notgroschen: Finanzexperten empfehlen 2–3 Nettomonatsgehälter als eiserne Reserve. Diesen Betrag solltest du nie in Festgeld binden – unvorhergesehene Ausgaben kommen selten mit Ankündigung.
- Kurzfristige Sparziele: Du sparst für einen Urlaub, eine Anschaffung oder planst einen größeren Kauf in den nächsten 1–6 Monaten? Tagesgeld ist hierbei flexibler als Festgeld.
- Unsicheres Einkommen: Selbständige oder Freiberufler, die unregelmäßige Einnahmen haben, profitieren von der jederzeitigen Verfügbarkeit.
- Zinserwartung steigt: Wenn du davon ausgehst, dass die EZB die Leitzinsen 2026 wieder anhebt, kann es sinnvoll sein, nicht in Festgeld zu gehen und stattdessen von steigenden Tagesgeldzinsen zu profitieren.
Aktuell zahlen Top-Anbieter beim Tagesgeld bis zu 3,5% p.a. für Neukunden – allerdings meist nur für einen begrenzten Aktionszeitraum von 3–6 Monaten. Der Dauerzins liegt daher oft etwas niedriger.
Wann ist Festgeld die bessere Wahl?
Festgeld lohnt sich immer dann, wenn du weißt, dass du einen bestimmten Betrag für einen definierten Zeitraum nicht brauchst:
- Kapital über dem Notgroschen: Du hast deine eiserne Reserve bereits auf dem Tagesgeldkonto und möchtest zusätzliche Ersparnisse mit etwas mehr Rendite anlegen.
- Zinssicherung: Ende 2023 hat die EZB mit Leitzinssenkungen begonnen. Wer jetzt in Festgeld geht, sichert sich das aktuelle Zinsniveau – für 12 Monate ca. 3,0–3,8% p.a. – bevor es weiter sinkt.
- Disziplin beim Sparen: Der fehlende Zugriff diszipliniert – wer weiß, dass er das Geld nicht anfassen kann, greift auch nicht darauf zurück.
- Klarer Anlagehorizont: Renovierung in 18 Monaten geplant? Dann eignet sich ein 18-Monats-Festgeld besser als ein Tagesgeldkonto, dessen Zinssatz zwischenzeitlich sinken könnte.
Bei Laufzeiten über 12 Monate lohnt sich ein Vergleich besonders: Manche Banken zahlen für 24 Monate etwas weniger als für 12 Monate – der Zinsaufschlag für eine längere Bindung ist derzeit gering.
Tagesgeld und Festgeld kombinieren
Die beste Strategie ist in vielen Fällen keine Entweder-oder-Entscheidung, sondern eine sinnvolle Aufteilung:
Beispiel: 20.000 EUR Gesamterspartes
| Betrag | Produkt | Zweck |
|---|---|---|
| 6.000 EUR | Tagesgeld (ca. 2,8% p.a.) | Notgroschen + kurzfristige Reserve |
| 14.000 EUR | Festgeld 12 Monate (ca. 3,5% p.a.) | Mittelfristige Anlage, Zinssicherung |
Diese Aufteilung gibt dir Liquidität für den Ernstfall und sichert dir gleichzeitig einen höheren Zinssatz auf den Großteil deines Kapitals. Die Kombination ist besonders sinnvoll, wenn du regelmäßig neue Festgeld-Laufzeiten anlegst (sogenanntes Festgeld-Leiter-Modell).
Aktuelle Zinsen: Tagesgeld vs. Festgeld im Vergleich
Die EZB hat den Leitzins zwischen Mitte 2023 und Ende 2025 von 4,5% schrittweise auf ca. 2,25% gesenkt. Das hat die Einlagenzinsen für Tagesgeld und Festgeld merklich gedrückt – allerdings liegen sie weiterhin deutlich über dem Nullniveau der Jahre 2015–2022. Für Sparer ist die Situation im Mai 2026 daher noch immer attraktiv, auch wenn die Hochpunkte aus dem Jahr 2023 (Festgeld bis 5,0% p.a.) nicht mehr erreichbar sind.
Aktuelles Zinsniveau Mai 2026 (Orientierungswerte):
| Produkt | Zinssatz (p.a.) | Hinweis |
|---|---|---|
| Tagesgeld Neukunden | bis 3,5% | Aktionszins, oft 3–6 Monate |
| Tagesgeld Dauerzins | ca. 2,2–2,8% | Nach Aktionsphase |
| Festgeld 3 Monate | ca. 2,5–3,0% | Kurze Bindung, geringere Rendite |
| Festgeld 6 Monate | ca. 2,8–3,3% | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis |
| Festgeld 12 Monate | ca. 3,0–3,8% | Aktuell beliebteste Laufzeit |
| Festgeld 24 Monate | ca. 2,8–3,5% | Kein deutlicher Aufschlag zu 12 Monaten |
Die aktuellen Tagesgeld-Zinsen und der Festgeld Vergleich werden täglich aktualisiert.
Häufige Fragen zu Festgeld und Tagesgeld
Was ist besser: Tagesgeld oder Festgeld?
Es kommt auf deine Situation an. Tagesgeld ist die bessere Wahl für deinen Notgroschen und Geld, das du kurzfristig benötigen könntest – du kannst täglich darüber verfügen, aktuell gibt es bis zu 3,5% p.a. Festgeld lohnt sich hingegen, wenn du einen Betrag für 6–24 Monate nicht brauchst: Du sicherst dir einen fixen Zinssatz von derzeit ca. 3,0–3,8% p.a. (12 Monate), der sich auch dann nicht ändert, wenn die EZB die Leitzinsen weiter senkt. Wer beides kombiniert, macht in der Regel nichts falsch.
Welche Zinsen gibt es aktuell für Tagesgeld und Festgeld?
Stand Mai 2026 liegen Tagesgeld-Aktionszinsen bei bis zu 3,5% p.a. für Neukunden – allerdings nur für begrenzte Zeiträume. Der langfristige Dauerzins ist oft niedriger (ca. 2,2–2,8% p.a.). Festgeld auf 12 Monate bringt aktuell ca. 3,0–3,8% p.a., je nach Anbieter. Die genauen aktuellen Konditionen findest du im Festgeld Vergleich und bei den aktuellen Tagesgeld-Zinsen.
Kann ich mein Festgeld vorzeitig kündigen?
Grundsätzlich nicht – das ist das Kernprinzip des Festgelds. Du legst den Betrag für eine fest vereinbarte Laufzeit an und erhältst ihn erst am Ende der Laufzeit zurück. Manche Banken ermöglichen eine vorzeitige Auflösung, verlangen dafür allerdings eine Vorfälligkeitsentschädigung oder streichen die aufgelaufenen Zinsen. Im Notfall kann das also teuer werden – daher solltest du nur Kapital in Festgeld anlegen, das du wirklich nicht brauchst.
Wie sicher sind Tagesgeld und Festgeld?
Beide Produkte sind sehr sicher, sofern du bei einer Bank anlegst, die der deutschen oder europäischen Einlagensicherung angehört. In Deutschland sichert das Einlagensicherungssystem des Bundesverbandes deutscher Banken (EdB) deine Einlagen bis 100.000 EUR pro Bank ab – unabhängig davon, ob es sich um Tagesgeld oder Festgeld handelt. Die BaFin und die Deutsche Bundesbank beaufsichtigen alle in Deutschland zugelassenen Kreditinstitute. Wer über mehrere Banken diversifiziert, kann den Schutz entsprechend vervielfachen.
Muss ich die Zinsen versteuern?
Ja. Zinserträge aus Tagesgeld und Festgeld unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag – das sind effektiv ca. 26,4%. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 EUR pro Person (2.000 EUR für Ehepaare) bleibt steuerfrei. Erteile deiner Bank einen Freistellungsauftrag bis zu dieser Höhe, damit keine Steuer direkt einbehalten wird. Überschreitest du den Freibetrag, wird die Bank die Steuer automatisch ans Finanzamt abführen.
Was ist die Mindestanlage für Tagesgeld und Festgeld?
Beim Tagesgeld gibt es bei den meisten Anbietern keine oder eine sehr niedrige Mindestanlage – oft reichen bereits 1 EUR. Beim Festgeld liegt die Mindestanlage je nach Anbieter zwischen 500 EUR und 5.000 EUR, am häufigsten bei 2.500 EUR. Für höhere Anlagesummen (ab 50.000 EUR oder 100.000 EUR) bieten manche Banken bessere Konditionen oder spezielle Großanleger-Angebote an.
Lohnt sich Festgeld noch in 2026?
Ja, Festgeld lohnt sich in 2026 weiterhin – auch wenn die Hochphase von 2023 mit Zinsen bis 5% p.a. vorbei ist. Mit aktuell ca. 3,0–3,8% p.a. auf 12 Monate liegt Festgeld deutlich über der aktuellen Inflationsrate und bietet einen echten Realzinsgewinn. Besonders interessant: Wer jetzt einen fixen Zinssatz sichert, ist unabhängig von weiteren Leitzinssenkungen der EZB. Wer hingegen auf steigende Zinsen spekuliert, ist mit Tagesgeld flexibler.
Wie kombiniere ich Tagesgeld und Festgeld sinnvoll?
Eine bewährte Strategie ist die Aufteilung in zwei Töpfe: Notgroschen (2–3 Nettomonatsgehälter) auf dem Tagesgeldkonto für sofortige Verfügbarkeit, der Rest des freien Kapitals im Festgeld für eine attraktivere Verzinsung. Wer größere Beträge anlegt, kann das sogenannte Festgeld-Leiter-Modell nutzen: Du verteilst dein Kapital auf mehrere Festgeld-Laufzeiten (z.B. 3, 6 und 12 Monate) – so wird immer ein Teil fällig und du profitierst trotzdem von höheren Zinsen für längere Laufzeiten. Den Tagesgeld Vergleich nutzen, um die passenden Konten zu finden.

Geprüft und freigegeben von
Alexander Senger
Gründer & Geschäftsführer
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.
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15+ Jahre Finanzbranche
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