CFD-Gebühren: Spread, Übernachtgebühren und Haltekosten erklärt
Spread, Kommission, Übernachtgebühr: Bei CFDs zahlst du auf mehreren Ebenen. Hier siehst du, welche Kosten wirklich anfallen und wie du sie senkst.
Was CFD-Gebühren wirklich kosten
Das Wichtigste auf einen Blick
- 💰 Hauptkosten Spread: die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, fällt bei jedem Trade an
- 🌙 Übernachtgebühr: tägliche Finanzierung auf den vollen Positionswert, nur wenn du über Nacht hältst
- 📊 Kommission: feste Gebühr pro Trade, meist nur bei Aktien-CFDs
- ✅ Intraday spart Haltekosten: wer vor Handelsschluss schließt, zahlt keine Übernachtgebühr
Beim CFD-Handel zahlst du selten nur eine Gebühr. Die Kosten setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen, und genau das macht sie schwer vergleichbar. Die gute Nachricht: Es sind nur drei Posten, die wirklich zählen. Der Spread fällt immer an. Eine Kommission kommt bei bestimmten Märkten dazu. Und die Übernachtgebühr trifft dich nur, wenn du eine Position länger als einen Handelstag offen lässt.
Wenn du diese drei Posten verstehst, durchschaust du fast jede Kostenstruktur. Schauen wir sie uns der Reihe nach an.
Die drei Kostenarten im Überblick
Deine Gesamtkosten bei einem CFD-Trade ergeben sich aus dieser einfachen Rechnung: Spread plus eventuelle Kommission plus eventuelle Übernachtgebühr. Welche Posten konkret anfallen, hängt davon ab, was du handelst und wie lange du die Position hältst.
| Kostenart | Wann fällt sie an? | Worauf bemessen? | Typisch bei |
|---|---|---|---|
| Spread | bei jedem Kauf und Verkauf | Differenz Kauf-/Verkaufskurs | allen CFDs |
| Kommission | pro Trade (Kauf und Verkauf) | fester Betrag oder Prozent vom Volumen | vor allem Aktien-CFDs |
| Übernachtgebühr | für jede Nacht, die du hältst | vollem Positionswert | allen über Nacht gehaltenen Positionen |
Du siehst schon hier den entscheidenden Punkt: Spread und Kommission sind Transaktionskosten, die Übernachtgebühr ist eine Haltekosten. Wer nur Sekunden oder Minuten im Markt ist, zahlt die Übernachtgebühr nie. Wer Tage oder Wochen hält, zahlt sie immer wieder.
Der Spread: die wichtigste Kostenquelle
Spread bezeichnet die Differenz zwischen dem Kaufkurs (Ask) und dem Verkaufskurs (Bid). Du kaufst immer etwas teurer und verkaufst etwas günstiger, als der eigentliche Marktkurs liegt. Diese kleine Lücke ist die Hauptgebühr beim CFD-Handel, und du zahlst sie automatisch, ohne dass sie als separate Position auftaucht.
Ein Beispiel: Steht der Kaufkurs bei 18.002 und der Verkaufskurs bei 18.000 Punkten, beträgt der Spread 2 Punkte. Diese 2 Punkte hast du verloren, sobald du die Position eröffnest. Der Kurs muss sich also erst um den Spread in deine Richtung bewegen, bevor du überhaupt im Plus bist.
Warum ist der Spread variabel?
Viele Broker stellen variable Spreads, die sich im Tagesverlauf ändern. Das hat einen einfachen Grund: Der Spread hängt davon ab, wie viel gerade gehandelt wird und wie ruhig der Markt ist.
- Hohe Liquidität, ruhiger Markt: enger Spread, also günstig
- Hohe Volatilität, etwa nach Nachrichten: der Spread weitet sich, Handeln wird teurer
- Außerhalb der Haupthandelszeiten: weniger Marktteilnehmer, breitere Spreads
Beim DAX- beziehungsweise GER40-CFD liegt der Spread bei großen, EU-regulierten Brokern in liquiden Phasen typischerweise im Bereich von rund einem bis zwei Punkten (Beispielwert, Broker-Plattformen, Stand 2024/2025; es gibt keine einheitliche Norm). In hektischen Marktphasen oder nachts kann er deutlich breiter werden. Das ist kein Trick des Brokers, sondern bildet das tatsächliche Marktrisiko ab.
Variabel oder fix?
Manche Broker werben mit fixen Spreads. Die sind in ruhigen Phasen oft etwas höher als variable Spreads, dafür kalkulierbar. Variable Spreads sind im Schnitt günstiger, können aber genau dann teuer werden, wenn du sie am wenigsten gebrauchen kannst, nämlich bei starken Kursbewegungen.
Kommission: wann sie zusätzlich anfällt
Nicht bei jedem CFD zahlst du eine Kommission. Hier kommt es stark auf den Basiswert an.
- Index-CFDs (zum Beispiel auf den DAX): Hier rechnen die meisten Broker ihre Kosten ausschließlich über den Spread ab, eine separate Kommission fällt in der Regel nicht an (IG, CMC Markets, Stand 2024/2025).
- Aktien-CFDs (zum Beispiel auf eine einzelne Aktie): Hier berechnen viele Broker zusätzlich eine Kommission pro Trade, oft als Prozentsatz vom Volumen oder als Fixbetrag, während der Kurs nah am echten Aktienkurs gestellt wird (IG, S Broker, Stand 2024/2025).
Unterschied zwischen Spread und Kommission
Beide sind Transaktionskosten, aber sie funktionieren unterschiedlich. Der Spread ist in den Kurs eingebaut und damit unsichtbar. Die Kommission ist eine offen ausgewiesene Gebühr, die du auf deiner Abrechnung als eigene Position findest. Bei einem reinen Spread-Modell wirkt der Handel auf den ersten Blick gebührenfrei, ist es aber nicht. Bei einem Kommissionsmodell siehst du die Gebühr klar, dafür ist der Spread meist enger.
Übernachtgebühren (Overnight oder Swap): die Haltekosten
Hältst du eine CFD-Position über den Handelsschluss hinaus, fällt eine Übernachtgebühr an, oft auch Overnight-Fee oder Swap genannt. Das ist eine tägliche Finanzierungsgebühr dafür, dass du mit Hebel handelst und der Broker dir faktisch Kapital für die volle Positionsgröße zur Verfügung stellt.
Der entscheidende Punkt, den viele unterschätzen: Die Übernachtgebühr wird auf den vollen Positionswert berechnet, nicht auf den kleinen Margin-Betrag, den du selbst eingesetzt hast (capital.com, eToro, Stand 2024/2025). Genau hier wirkt der Hebel gegen dich. Mit 1.000 Euro Einsatz und Hebel 20:1 steuerst du eine Position von 20.000 Euro, und die Übernachtgebühr bemisst sich an diesen 20.000 Euro.
Die Berechnung läuft bei vielen Brokern nach einem Muster wie diesem (Beispiel comdirect, Long-Aktien-CFD, Stand 2024/2025):
(3 % + €STR) / 365 × Haltedauer in Tagen × Positionsgröße
Dabei ist €STR der europäische Referenzzinssatz, auf den der Broker einen Aufschlag von meist 2 bis 3 Prozent legt. Bei einer Long-Position zahlst du diese Gebühr in der Regel. Bei einer Short-Position kann dir je nach Zinsniveau sogar etwas gutgeschrieben werden.
CFDs sind für kurzfristiges Handeln konstruiert. Je länger du eine Position hältst, desto mehr knabbern die Übernachtgebühren an deiner Rendite. Über Wochen kann allein die Finanzierung einen größeren Gewinn auffressen.
Muss ich immer Haltekosten zahlen?
Nein. Wer eine Position noch am selben Handelstag wieder schließt, also intraday handelt, zahlt keine Übernachtgebühr. Die Gebühr fällt erst an, wenn die Position über den festgelegten Stichzeitpunkt hinaus offen bleibt. Daytrader umgehen die Haltekosten damit komplett, tragen dafür aber das volle Spread-Risiko bei jedem einzelnen Trade.
Rechenbeispiel: was ein DAX-Trade kosten kann
Schauen wir uns ein vereinfachtes Beispiel an. Die Zahlen sind selbst gerechnet und dienen nur der Veranschaulichung, sie sind keine konkrete Anbieterangabe.
Angenommen, du handelst einen DAX-CFD über eine Position von 18.000 Euro und hältst sie drei Nächte:
| Posten | Annahme | Kosten |
|---|---|---|
| Spread (Ein- und Ausstieg) | rund 1,5 Punkte | einmalig der Spread-Betrag |
| Kommission | Index-CFD, daher keine | 0 Euro |
| Übernachtgebühr | (3 % + €STR) / 365 × 3 Tage × 18.000 Euro | für 3 Nächte spürbar |
Das Muster ist wichtiger als die exakte Zahl: Der Spread fällt einmal an, die Übernachtgebühr aber jede Nacht aufs Neue, und zwar auf den vollen Positionswert. Wer denselben Trade nur wenige Minuten hält, zahlt ausschließlich den Spread. Wer ihn über Wochen liegen lässt, zahlt die Finanzierung viele Male.
Fallen bei Indizes andere Gebühren an als bei Einzelaktien?
Ja, und der Unterschied ist relevant für deine Kostenrechnung.
| Merkmal | Index-CFD (z. B. DAX) | Aktien-CFD (Einzelaktie) |
|---|---|---|
| Spread | ja, meist Hauptkosten | ja, meist enger |
| Kommission | in der Regel keine | oft zusätzlich |
| Übernachtgebühr | auf vollen Positionswert | auf vollen Positionswert |
| Hebel-Obergrenze (Privatkunden) | bis 20:1 (Hauptindizes) | bis 5:1 |
Bei Index-CFDs zahlst du also meist nur über den Spread, bei Aktien-CFDs kommt häufig eine Kommission dazu. Die Hebel-Obergrenzen sind dabei kein Anbieter-Detail, sondern gesetzlich festgelegt (ESMA 2018, dauerhaft in Deutschland verankert durch die BaFin-Allgemeinverfügung vom 23. Juli 2019).
Versteckte Gebühren erkennen und CFD-Kosten senken
Die offensichtlichen Kosten sind Spread, Kommission und Übernachtgebühr. Daneben gibt es Posten, die leicht übersehen werden.
Für wen CFD-Gebühren nicht passen
Wenn du langfristig Vermögen aufbauen willst, sind CFDs das falsche Werkzeug. Die Übernachtgebühren machen das Halten über Monate teuer, und der Hebel vergrößert Verluste genauso wie Gewinne. Für den Vermögensaufbau eignen sich Aktien oder ETFs über ein klassisches Depot deutlich besser, weil dort keine täglichen Finanzierungskosten anfallen. CFDs sind ein Instrument für kurzfristige, spekulative Strategien und für erfahrene Anleger, die mit dem Risiko umgehen können.
Den passenden Anbieter finden
Welcher Broker für deine Strategie und dein Handelsvolumen am günstigsten ist, hängt stark davon ab, was und wie oft du handelst. Konkrete Spreads und Konditionen findest du im CFD-Broker im Vergleich. Wenn du dagegen langfristig investieren willst, lohnt der Blick auf ein klassisches Wertpapierdepot.
Datenstand: Juni 2026 | Gebühren-Mechanik: ESMA/BaFin sowie Anbieter-Offenlegung (comdirect, IG, CMC Markets, capital.com, eToro, S Broker)

Geprüft und freigegeben von
Alexander Senger
Gründer & Geschäftsführer
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.
Erfahrung
15+ Jahre Finanzbranche
Qualifikation
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