Nominalzins
Der Nominalzins ist der vereinbarte Zinssatz pro Jahr, ohne Kosten, Zinseszins und Inflation. So liest du ihn beim Sparen und beim Kredit richtig.
Was du über den Nominalzins wissen musst
- 💡 Definition: Der Nominalzins ist der Zinssatz, den Geldgeber und Geldnehmer vereinbaren, angegeben pro Jahr (p. a.). Kosten, Zinseszins und Inflation stecken nicht darin.
- 💰 Beim Sparen: Schreibt die Bank die Zinsen öfter als einmal im Jahr gut, verzinst sich dein Guthaben schneller. 3 % nominal mit monatlicher Gutschrift ergeben im Modell 3,04 % im Jahr.
- 🏦 Beim Kredit: Hier heißt der Nominalzins Sollzins. Vergleiche Angebote über den effektiven Jahreszins: Berechnet die Bank die Zinsen monatlich, liegt er schon ohne Kosten höher, aus 6 % Sollzins werden 6,17 %.
- ⚠️ Nicht die Kaufkraft: Liegt die Inflation über dem Nominalzins, ist der Realzins negativ. 2,5 % Zinsen bei 3 % Inflation ergeben rund minus 0,5 %.
Der Nominalzins ist der Zinssatz, den Geldgeber und Geldnehmer vertraglich vereinbaren, angegeben pro Jahr und bezogen auf den Nennbetrag. Beim Tagesgeld und Festgeld bestimmt er deine Zinsen, beim Kredit heißt er Sollzins. Was er nicht zeigt, zeigen drei andere Zahlen: der Effektivzins, die Rendite und der Realzins.
Was ist der Nominalzins?
Die Europäische Zentralbank beschreibt den nominalen Zinssatz als den Satz, den Geldgeber und Geldnehmer vereinbaren und der tatsächlich gezahlt wird: Kreditnehmer zahlen ihn, Sparer bekommen ihn. Das Wort „nominal" verweist auf den Nennwert, auch Nominalwert genannt. Bei Wertpapieren ist für Zinsen, die in Prozent berechnet werden, laut Bundesbank immer der Nennwert maßgebend.
Der Nominalzins wird immer pro Jahr angegeben, mit dem Zusatz p. a. (per annum). Das gilt auch dann, wenn die Bank die Zinsen monatlich oder vierteljährlich verrechnet. Genau deshalb können Nominalzins und tatsächlicher Jahresertrag auseinanderliegen, beim Kredit ebenso Nominalzins und tatsächliche Jahreskosten.
Dir begegnet der Nominalzins an drei Stellen: im Sparangebot als Zins p. a., im Kreditvertrag als Sollzins und bei Anleihen als fester Zins auf den Nennwert. Nominalzinssatz und nominaler Zins meinen dasselbe.
Nominalzins, Effektivzins, Realzins und Rendite
Der Nominalzins ist der Ausgangswert. Jede der anderen Kennzahlen rechnet einen Faktor hinzu, den er auslässt.
| Kennzahl | Was sie zusätzlich berücksichtigt | Wo du sie findest |
|---|---|---|
| Nominalzins | nichts, er ist der vereinbarte Satz pro Jahr | Sparangebot, Kreditvertrag, Anleihebedingungen |
| Effektiver Jahreszins (Kredit) | Zinsen, sonstige Kosten und Zahlungszeitpunkte nach § 16 PAngV | Kreditangebot, Kreditwerbung |
| Effektive Verzinsung (Sparen) | Zinseszins, wenn die Bank öfter als einmal im Jahr gutschreibt | selbst rechnen |
| Rendite (Anleihe) | Kaufkurs, Laufzeit, Zinstermine und Rückzahlungskurs | Wertpapierhandel, Marktdurchschnitt in der Bundesbank-Statistik |
| Realzins | Inflation | selbst rechnen: Nominalzins minus Inflationsrate |
Quellen: § 16 Preisangabenverordnung; Europäische Zentralbank; Deutsche Bundesbank, Glossar und Erläuterungen zu den Kapitalmarktkennzahlen. Stand: September 2026.
Nominalzins beim Tagesgeld und Festgeld
Beim Tagesgeld und Festgeld ist der beworbene Zinssatz p. a. der Nominalzins. Er sagt, wie viel Prozent deines Guthabens du in einem Jahr an Zinsen bekommst, wenn die Bank die Zinsen einmal am Jahresende gutschreibt.
Schreibt die Bank die Zinsen öfter gut, etwa monatlich oder vierteljährlich, verzinst sich ab der ersten Gutschrift auch der Zins mit. Dieser Zinseszins hebt deinen Jahresertrag über den Nominalzins, ohne dass sich am Satz etwas ändert. Der Abstand zwischen nominaler und effektiver Verzinsung entsteht beim Sparen also ganz ohne Gebühren, allein durch den Rhythmus der Gutschrift.
| Zinsgutschrift | Zinsen nach einem Jahr | Effektive Verzinsung |
|---|---|---|
| jährlich | 300,00 € | 3,00 % |
| vierteljährlich | 303,39 € | 3,03 % |
| monatlich | 304,16 € | 3,04 % |
Modellrechnung: 10.000 € Anlagebetrag, 3 % Nominalzins, ein Jahr, gutgeschriebene Zinsen bleiben angelegt. Keine aktuellen Marktzinsen. Stand: September 2026.
Der Unterschied beträgt in diesem Beispiel 4,16 € im Jahr. Bei zwei Angeboten mit demselben Nominalzins bringt das mit der häufigeren Gutschrift also etwas mehr. Deutlich mehr Gewicht hat, wie lange der Zinssatz gilt und ob er für dein ganzes Guthaben gilt. Wie oft deine Bank gutschreibt, steht in den Konditionen.
Aktuelle Nominalzinsen vergleichst du im Tagesgeld-Vergleich und im Festgeld-Vergleich. Was ein bestimmter Zinssatz für deinen Betrag bringt, rechnest du mit dem Tagesgeld-Rechner nach.
Nominalzins beim Kredit: der Sollzins
Beim Kredit heißt der Nominalzins Sollzins oder Sollzinssatz. Das Bürgerliche Gesetzbuch definiert ihn als den gebundenen oder veränderlichen periodischen Prozentsatz, der pro Jahr auf das in Anspruch genommene Darlehen angewendet wird (§ 489 Abs. 5 BGB). Die Finanzaufsicht BaFin verwendet Sollzins und Nominalzins gleichbedeutend.
Der Sollzins sagt nur, was das geliehene Geld an sich kostet. Was ein Kredit insgesamt kostet, zeigt der effektive Jahreszins. Nach § 16 PAngV fasst er die Gesamtkosten als jährlichen Prozentsatz des Nettodarlehensbetrags zusammen: die Zinsen und alle sonstigen Kosten, die du im Zusammenhang mit dem Kreditvertrag zahlst und die der Bank bekannt sind. Nicht enthalten sind unter anderem Notarkosten sowie Versicherungen und Zusatzleistungen, die keine Voraussetzung für den Kredit sind.
Wer mit Zinsen für einen Verbraucherkredit wirbt, muss den Sollzins und den effektiven Jahreszins angeben (§ 17 PAngV).
Berechnet die Bank die Zinsen monatlich, liegt der effektive Jahreszins auch ohne jede Gebühr über dem Sollzins. Es ist derselbe Mechanismus wie beim Sparen, nur zu deinen Lasten: Die gesetzliche Berechnungsformel berücksichtigt, wann du Zinsen und Tilgung zahlst, und rechnet dafür mit Jahresbruchteilen. Wer monatlich zahlt, zahlt Zinsen früher als am Jahresende, und das rechnet die Formel als Kosten ein.
| Merkmal | Modellkredit |
|---|---|
| Nettodarlehensbetrag | 10.000 € |
| Laufzeit | 36 Monate |
| Sollzins | 6,00 % p. a., monatlich ein Zwölftel |
| Kosten | 0 € |
| Monatsrate aus Zins und Tilgung | 304,22 € |
| Effektiver Jahreszins | 6,17 % |
Modellrechnung nach der Berechnungslogik der Anlage zu § 16 Preisangabenverordnung, ohne Kosten. Keine aktuellen Kreditkonditionen. Stand: September 2026.
Kommen Kosten dazu, die du für den Kredit zahlen musst, etwa Vermittlungskosten, steigt der effektive Jahreszins weiter. Vergleiche Kreditangebote deshalb immer über den effektiven Jahreszins, zum Beispiel im Kreditvergleich. Wie sich eine feste Monatsrate aus Zins und Tilgung zusammensetzt, erklärt der Eintrag Annuitätendarlehen. Legst du den Sollzins für einen festen Zeitraum fest, etwa bei einer Baufinanzierung, heißt das Sollzinsbindung.
Quellen: § 489 Abs. 5 Bürgerliches Gesetzbuch; §§ 16, 17 und Anlage Preisangabenverordnung; BaFin, Immobilienkredit im Überblick und Konsumentenkredite vergleichen. Stand: September 2026.
Nominalzins und Realzins
Der Realzins zeigt, was dein Zins nach Abzug der Inflation an Kaufkraft bringt. Vereinfacht gilt: Realzins = Nominalzins minus Inflationsrate. So definieren ihn die Europäische Zentralbank und die Bundesbank.
Die EZB rechnet dazu ein Beispiel vor: Du legst 1.000 € zu 2,5 % an und hast nach einem Jahr 1.025 €. Steigen die Preise im selben Jahr um 3 %, kostet das, was vorher 1.000 € gekostet hat, jetzt 1.030 €. Dein Realzins liegt bei rund minus 0,5 %. Exakt gerechnet, mit (1 + Nominalzins) ÷ (1 + Inflationsrate) − 1, sind es minus 0,49 %.
Die Bundesbank nennt zwei Lesarten: Abgezogen wird entweder die aktuelle Preissteigerungsrate oder, in einer alternativen Definition, die erwartete. Für eine Entscheidung heute zählt die erwartete Inflation über die Laufzeit deiner Anlage, denn die tatsächliche kennst du erst hinterher.
Nominalzins bei Anleihen
Bei einer Anleihe ist der Nominalzins der feste Zins auf den Nennwert, bei Kuponanleihen auch Kupon genannt. Er bestimmt, wie viel Euro du je Zinstermin bekommst, aber nicht, was die Anlage dir unterm Strich bringt. Kaufst du die Anleihe nach der Ausgabe, zahlst du den aktuellen Kurs, und der kann über oder unter dem Nennwert liegen. Laut Bundesbank sinkt der auf den Kurs bezogene Zins unter den Nominalzins, wenn der Kurs über dem Nennwert liegt, und steigt darüber, wenn der Kurs darunter liegt.
Ein Modell: Eine Anleihe mit 3 % Nominalzins und fünf Jahren Restlaufzeit kostet 95 % des Nennwerts. Je 100 € Nennwert bekommst du jährlich 3 € Zinsen, bezogen auf deinen Kaufpreis sind das 3,16 %. Hältst du die Anleihe bis zum Ende und zahlt der Emittent die 100 € vollständig zurück, liegt deine Rendite bis zur Fälligkeit bei 4,13 % im Jahr. Verkaufst du früher, hängt dein Ergebnis vom dann aktuellen Kurs ab, und der kann auch unter deinem Kaufkurs liegen.
Wann der Nominalzins reicht und wann nicht
Der Nominalzins reicht dir
- beim Vergleich zweier Sparangebote mit gleicher Zinsdauer und gleichem Gutschriftsrhythmus
- um abzulesen, wie viel Zinsen eine Anleihe je 100 € Nennwert zahlt
- als Ausgangswert, von dem du die Inflation abziehst
Der Nominalzins führt dich in die Irre
- beim Kreditvergleich, weil Kosten und Zahlungszeitpunkte fehlen
- bei einer Anleihe, die du über oder unter dem Nennwert kaufst
- wenn du wissen willst, ob dein Geld an Kaufkraft gewinnt
Vergleiche Kredite über den effektiven Jahreszins, Sparangebote über den Nominalzins zusammen mit Zinsdauer und Gutschriftsrhythmus, und zieh für die Kaufkraft die Inflation ab.
Unsere Einschätzung: Der Nominalzins rechnet nichts ein. Das macht ihn leicht vergleichbar und zugleich unvollständig. Beim Sparen reicht er für den Vergleich, solange du Zinsdauer und Gutschrift mitliest. Beim Kredit ist er nur ein Teil des Preises. Aktuelle Nominalzinsen für dein Erspartes findest du im Tagesgeld-Vergleich und im Festgeld-Vergleich.
Häufige Fragen zum Nominalzins
Der Nominalzins ist der Zinssatz pro Jahr, den du mit der Bank vereinbarst: beim Sparen der Zins, den du bekommst, beim Kredit der Zins, den du zahlst. Er bezieht sich auf den Nennbetrag, also auf dein Guthaben oder den in Anspruch genommenen Kredit. Kosten, Zinseszins und Inflation rechnet er nicht ein.
Was ist der Unterschied zwischen Nominalzins und Realzins?Der Nominalzins ist der vereinbarte Zinssatz. Der Realzins zieht davon die Inflationsrate ab und zeigt, wie sich deine Kaufkraft verändert. Bei 2,5 % Zinsen und 3 % Inflation ist der Realzins negativ, rund minus 0,5 %: Du hast mehr Euro auf dem Konto, kannst dir davon aber weniger kaufen.
Was ist der Unterschied zwischen nominal und effektiv?Nominal ist der vereinbarte Satz pro Jahr. Effektiv rechnet ein, wann Zinsen fließen, beim Kredit zusätzlich die Kosten nach § 16 PAngV. Werden Zinsen öfter als einmal im Jahr verrechnet, liegt der Effektivwert deshalb über dem Nominalwert: beim Sparen zu deinen Gunsten, beim Kredit zu deinen Lasten.
Was bedeutet der Nominalzins bei Tagesgeld?Der beworbene Tagesgeldzins p. a. ist der Nominalzins. Er gibt an, wie viel Prozent deines Guthabens du in einem Jahr an Zinsen bekommst, wenn der Satz das ganze Jahr gilt und die Bank die Zinsen einmal jährlich gutschreibt. Bei monatlicher Gutschrift bringt der Zinseszins etwas mehr, bei 3 % nominal im Modell 3,04 %.
Ist der Nominalzins dasselbe wie der Sollzins?Beim Kredit ja: Sollzins und Nominalzins bezeichnen denselben Zinssatz, den das Bürgerliche Gesetzbuch als Sollzinssatz definiert (§ 489 Abs. 5 BGB). Nominalzins ist aber der weitere Begriff, denn es gibt ihn auch beim Sparen und bei Anleihen. Einen Sollzins gibt es nur, wenn du Geld leihst.
Datenstand: September 2026 | Quellen: § 489 Abs. 5 Bürgerliches Gesetzbuch; §§ 16, 17 und Anlage Preisangabenverordnung; BaFin, Immobilienkredit im Überblick und Konsumentenkredite vergleichen; Europäische Zentralbank, Was sind Zinsen und wodurch unterscheidet sich der Nominalzins vom Realzins? (2016); Deutsche Bundesbank, Glossar (Nominalzins, Nennwert, Realzins) und Erläuterungen zu den Kapitalmarktkennzahlen. Die Beispielrechnungen sind Modellrechnungen ohne aktuelle Markt- oder Anbieterzinsen. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Anlage- oder Kreditberatung.