Das musst du über ETF Sparen für Kinder wissen
Das Wichtigste auf einen Blick
- 🌍 Bester Kern: Ein weltweit gestreuter ETF wie FTSE All-World, MSCI ACWI oder MSCI World
- ⏳ Zeithorizont: 18 Jahre erlauben eine hohe Aktienquote, Schwankungen sitzt du in Ruhe aus
- 💰 Steuer-Hebel: Ein ausschüttender ETF nutzt den Sparerpauschbetrag deines Kindes (1.000 € pro Jahr)
- 🎁 Kosten sparen: Trade Republic und Scalable Capital erstatten im Kinderdepot die laufenden Fondskosten, bei unterschiedlichen ETF-Listen
- ⚠️ Finger weg: Trend- und Nischen-ETFs wie Wasserstoff sind fürs lange Kinderdepot zu riskant
Du willst fürs Kind anlegen und fragst dich, welcher ETF fürs Kinderdepot wirklich Sinn ergibt. Die kurze Antwort: einer reicht meistens. Und zwar ein breit gestreuter Welt-Aktien-ETF, der das Geld über Tausende Unternehmen aus vielen Ländern verteilt. Genau das passt zur langen Anlagedauer, die ein Kinderdepot von Natur aus mitbringt.
In diesem Ratgeber erklären wir dir, welche ETFs sich eignen, wie du zwischen ausschüttend und thesaurierend wählst und warum die 18 Jahre bis zur Volljährigkeit dein größter Vorteil sind.
Welcher ETF passt fürs Kinderdepot?
Für ein Kinderdepot eignet sich ein weltweit gestreuter Aktien-ETF als Basis. Er bündelt Hunderte bis Tausende Aktien in einem einzigen Produkt. Fällt ein Unternehmen aus, fangen die anderen das ab. Diese breite Streuung ist genau das, was du fürs langfristige Sparen brauchst.
Du hast bei der Welt-Abdeckung drei bewährte Indizes zur Auswahl:
- MSCI World bildet rund 1.280 große und mittlere Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Schwellenländer wie China oder Indien sind nicht dabei.
- MSCI ACWI (All Country World Index) deckt zusätzlich Schwellenländer ab und umfasst rund 2.460 Unternehmen aus 23 Industrie- und 24 Schwellenländern.
- FTSE All-World ist noch etwas breiter aufgestellt und enthält ebenfalls Industrie- und Schwellenländer. Der Vanguard-ETF darauf hält über 3.700 Aktien.
Hier vier ETFs, die wir für das Kinderdepot häufig sehen. Die Daten stammen aus den aktuellen Factsheets der Anbieter (Stand: September 2026):
| ETF | ISIN | Laufende Kosten (TER) | Ertragsverwendung | Abdeckung |
|---|---|---|---|---|
| Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Acc) | IE00BK5BQT80 | 0,19 % | Thesaurierend | Industrie- + Schwellenländer, über 3.700 Aktien |
| Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Dist) | IE00B3RBWM25 | 0,19 % | Ausschüttend | Industrie- + Schwellenländer, über 3.700 Aktien |
| State Street SPDR MSCI All Country World UCITS ETF (Acc) | IE00B44Z5B48 | 0,12 % | Thesaurierend | 23 Industrie- + 24 Schwellenländer, rund 2.460 Titel |
| iShares Core MSCI World UCITS ETF (Acc) | IE00B4L5Y983 | 0,20 % | Thesaurierend | Nur Industrieländer, rund 1.280 Titel |
Der SPDR-ETF hieß bis Februar 2026 „SPDR MSCI ACWI UCITS ETF". ISIN und Index sind unverändert. Wenn du den alten Namen suchst, findest du dasselbe Produkt. TER und Titelzahl laut Factsheets der Fondsgesellschaften, Stand 30. Juni 2026.
Ein Detail, das viele übersehen: Bei Aktien-ETFs sind 30 Prozent der Erträge über die sogenannte Teilfreistellung bereits steuerfrei. Das gilt für Ausschüttungen, die Vorabpauschale und den späteren Verkauf. Ein zusätzlicher Vorteil, der die Steuerlast fürs Kind weiter senkt.
Redaktions-Tipp: die Ein-ETF-Lösung
Wenn du dich nicht entscheiden willst, nimm den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Acc, ISIN IE00BK5BQT80). Er steckt mit einer einzigen Position in über 3.700 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern und kostet 0,19 Prozent Gebühren pro Jahr. Für die meisten Kinderdepots ist das die einfachste und zugleich solideste Wahl.
Zwei Broker erstatten die Fondskosten, aber für verschiedene ETFs
Ein Spar-Hebel, den viele übersehen: Zwei Anbieter erstatten dir im Kinderdepot die laufenden Fondskosten (TER) und legen sie direkt wieder an. Welcher ETF profitiert, hängt allerdings vom Broker ab. Die Listen überschneiden sich nicht.
Konkret heißt das: Willst du den Vanguard FTSE All-World besparen, bekommst du die Fondskosten nur bei Trade Republic zurück. Setzt du auf einen iShares- oder Xtrackers-Welt-ETF, ist Scalable Capital der passende Broker. Beides ist eine echte Ersparnis, aber keine Komplettbefreiung: Handelskosten und Spreads bleiben bestehen, und der Vorteil endet mit dem 18. Geburtstag oder wenn du den ETF wechselst.
Welcher Broker welche ETF-Sparpläne kostenlos ausführt und wie die Konditionen im Detail aussehen, siehst du im Junior Depot Vergleich.
Die richtige ETF-Strategie: Core-Satellite fürs Kind
Beim Kinderdepot bewährt sich die Core-Satellite-Strategie. Der Kern (Core) macht 80 bis 100 Prozent des Depots aus und besteht aus einem weltweit gestreuten ETF. Das ist das stabile Fundament. Optional kannst du kleine Satelliten beimischen, also einzelne Themen oder Regionen, die du spannend findest.
Für die meisten Eltern lautet unsere klare Empfehlung: bleib beim Kern. Ein einziger Welt-ETF deckt bereits alles ab, was ein Kinderdepot über 18 Jahre braucht. Du musst nicht ständig umschichten oder den Markt beobachten.
Was du hingegen meiden solltest, sind Trend- und Nischen-ETFs. Themen wie Wasserstoff, Robotik oder einzelne Branchen klingen verlockend, sind aber für einen so langen Horizont zu riskant. Niemand weiß, ob ein heißes Thema in 18 Jahren noch relevant ist. Wenn überhaupt, dann nur als kleine Beimischung von wenigen Prozent.
Weil die Anlagedauer so lang ist, kannst du eine hohe Aktienquote fahren. Anleihen oder Tagesgeld bremsen die Rendite über so viele Jahre eher aus. Die Zeit ist auf deiner Seite.
Ausschüttend oder thesaurierend fürs Kinderdepot?
Bei der Ertragsverwendung gibt es zwei Varianten, und beide haben fürs Kinderdepot ihre Berechtigung.
In den ersten Jahren ist ein ausschüttender ETF oft die clevere Wahl. Er zahlt die Dividenden regelmäßig aufs Verrechnungskonto aus. Diese Ausschüttungen füllen automatisch den Sparerpauschbetrag deines Kindes, der bei 1.000 € pro Jahr liegt. Wichtig zu wissen: Die Kapitalerträge deines Kindes zählen nicht zu deinem eigenen Freibetrag, sondern sind ein separater Topf. So nutzt du Jahr für Jahr Freibetrag, der sonst ungenutzt verfallen würde.
Bei einem größeren Depot wird thesaurierend praktischer. Hier werden die Dividenden automatisch wieder angelegt, statt ausgezahlt zu werden. Das sorgt für den optimalen Zinseszinseffekt, weil dein Geld ununterbrochen für dich arbeitet. Du musst nichts manuell reinvestieren.
Solange die jährlichen Erträge unter 1.000 € bleiben, ist die ausschüttende Variante steuerlich elegant. Wächst das Depot stark, lohnt sich die thesaurierende Variante für den Zinseszins. Liegen die Erträge dauerhaft über dem Freibetrag, kannst du mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung Erträge bis 13.384 € im Jahr steuerfrei halten (Stand 2026). Wie das genau funktioniert, erklären wir im Ratgeber zu NV-Bescheinigung und Steuern fürs Kind.
Steuer-Hebel: den Freibetrag aktiv nutzen (Tax-Harvesting)
Bei thesaurierenden ETFs sammeln sich die Gewinne im Depot an, ohne dass Freibetrag verbraucht wird. Damit der Freibetrag (bis 13.384 € mit NV-Bescheinigung) nicht jedes Jahr ungenutzt verfällt, kannst du am Jahresende ETF-Anteile mit Gewinn verkaufen und sie am selben oder nächsten Tag direkt wieder kaufen. So realisierst du steuerfreie Gewinne, dein steuerlicher Einstandskurs steigt, und beim späteren Verkauf im Erwachsenenalter zahlt dein Kind deutlich weniger Steuern. Rechne dabei die Ordergebühren gegen: Bei einem Broker mit 4,90 € plus 0,25 % je Order lohnt der Doppel-Trade erst ab einem spürbaren Gewinn.
Zeithorizont, Zinseszins und Cost-Average
Der größte Hebel beim Kinderdepot ist die Zeit. Von der Geburt bis zur Volljährigkeit liegen 18 Jahre. Über diesen Zeitraum entfaltet der Zinseszinseffekt seine volle Wirkung: Erträge erwirtschaften wieder Erträge.
Ein Rechenbeispiel zur Einordnung (die angenommene Rendite ist keine Garantie, Aktienmärkte schwanken): Legst du ab Geburt 50 € im Monat an und unterstellst eine durchschnittliche jährliche Rendite von 6 Prozent, kommen über 18 Jahre rund 19.000 € zusammen, davon 10.800 € eingezahlt und der Rest Wertzuwachs. Die genaue Summe hängt stark vom Marktverlauf ab.
Ein Hinweis am Rande: Liegt das Depot später über 15.000 €, kann das spätere BAföG-Ansprüche deines Kindes mindern, weil das Vermögen rechtlich dem Kind gehört. Was das konkret bedeutet, liest du im Ratgeber zu Familienversicherung und BAföG.
Weil du monatlich besparst, profitierst du außerdem vom Cost-Average-Effekt. Du kaufst mal zu höheren, mal zu niedrigeren Kursen und glättest so dein Einstiegsrisiko. Du musst dir also keine Gedanken über den perfekten Einstiegszeitpunkt machen. Die Grundlagen dazu vertiefen wir im Ratgeber zum ETF-Sparplan und in unserer Einführung für ETF-Anfänger.
Das Schöne: Die meisten Junior Depots erlauben ETF-Sparpläne schon ab 1 €. Du kannst also klein anfangen und die Rate später erhöhen. Wie du das Depot Schritt für Schritt aufsetzt, zeigt dir unsere Anleitung zum Junior Depot eröffnen.
Für wen ein Welt-ETF im Kinderdepot passt, und für wen nicht
- Der Anlagehorizont beträgt 10 Jahre oder mehr, ein zwischenzeitlicher Rückgang von 30 Prozent lässt sich aussitzen.
- Du willst eine Entscheidung treffen und danach nichts mehr tun müssen.
- Du sparst monatlich und nutzt den Cost-Average-Effekt.
- Das Geld wird in unter 5 Jahren gebraucht, etwa für einen Führerschein mit 17. Dann passt Tagesgeld besser: Ein Kursrückgang kurz vor dem Auszahltermin lässt sich nicht mehr aufholen.
- Du besparst bei einem Broker mit prozentualer Sparplangebühr eine sehr kleine Rate. Bei 1,5 % Ausführungsentgelt und 25 € Rate zahlst du 0,38 € je Ausführung, mehr als die doppelte Jahres-TER eines Welt-ETFs. Prüfe erst die Aktionsliste des Brokers.
- Du willst nach ethischen Kriterien anlegen. Ein Standard-Welt-ETF enthält auch Rüstung, Tabak und Öl; dafür brauchst du eine ESG-Variante mit anderer Streuung.
- Du willst die TER-Erstattung nutzen, hast aber schon einen Broker. Die Listen von Trade Republic und Scalable sind an den jeweiligen Anbieter gebunden, ein Wechsel des ETFs allein bringt nichts.
Wo richtest du den ETF-Sparplan ein?
Den passenden ETF besparst du über ein Junior Depot, das auf den Namen deines Kindes läuft. Welcher Anbieter zu dir passt, hängt von Sparplankosten, Auswahl und Bedienung ab.
Im Capitalo Score liegen aktuell vorne:
- 🥇 Scalable Capital Kinderdepot mit 89 von 110 Punkten (Gut), 2.700 kostenlose ETF-Sparpläne ab 1 €
- 🥈 ING Direkt-Depot Junior mit 84 von 110 Punkten (Gut), 1.215 kostenlose ETF-Sparpläne ab 1 €
- 🥉 S Broker Kinderdepot mit 84 von 110 Punkten (Gut), 2.400 kostenlose ETF-Sparpläne ab 5 €
Capitalo Score und Sparplan-Konditionen aus unserer Produktdatenbank, Stand: September 2026.
Welcher Anbieter welche ETF-Sparpläne kostenlos anbietet und wie die Konditionen im Detail aussehen, findest du im Anbieter-Vergleich fürs Kinderdepot.
Unsere Einschätzung: Die ETF-Wahl ist beim Kinderdepot die einfachere der beiden Entscheidungen. Ein Welt-ETF mit einer TER zwischen 0,12 und 0,20 Prozent kostet dich über 18 Jahre bei 50 € Sparrate weniger als 25 €. Die Brokerwahl schlägt stärker durch: Ein prozentuales Sparplanentgelt von 1,5 Prozent kostet über denselben Zeitraum rund 160 €. Entscheide also zuerst, wo du besparst, und dann, was.
Häufige Fragen
Welcher ETF ist der beste fürs Kinderdepot?
Es gibt nicht den einen besten ETF, aber eine bewährte Wahl: ein weltweit gestreuter Aktien-ETF auf den FTSE All-World, MSCI ACWI oder MSCI World. Diese Indizes verteilen das Geld über Tausende Unternehmen und passen damit ideal zur langen Anlagedauer eines Kinderdepots.
Wie viele ETFs braucht ein Kinderdepot?
In den meisten Fällen reicht ein einziger Welt-ETF als Kern. Er deckt bereits eine breite Streuung ab. Mehr ETFs erhöhen vor allem den Aufwand, selten den Nutzen.
Ausschüttend oder thesaurierend fürs Kind, was ist besser?
In den ersten Jahren ist ausschüttend oft sinnvoll, weil die Dividenden den Sparerpauschbetrag des Kindes (1.000 EUR pro Jahr) nutzen. Bei einem größeren Depot ist thesaurierend praktischer, weil der Zinseszinseffekt durch die automatische Wiederanlage optimal wirkt.
Ab welchem Betrag lohnt sich ein ETF-Sparplan fürs Kind?
Viele Junior Depots erlauben Sparpläne ab 1 EUR im Monat. Schon kleine Beträge summieren sich über 18 Jahre durch den Zinseszinseffekt zu einer ordentlichen Summe.
Muss ich die ETF-Gewinne meines Kindes versteuern?
Die Erträge werden steuerlich dem Kind zugerechnet, nicht dir. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 EUR pro Jahr bleiben sie über einen Freistellungsauftrag steuerfrei. Mit einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung sind sogar Erträge bis rund 13.384 EUR im Jahr steuerfrei.
Sind ETFs fürs Kind sicher?
ETFs unterliegen wie alle Aktienanlagen Kursschwankungen, ein Wertverlust ist jederzeit möglich. Ein breit gestreuter Welt-ETF verteilt das Risiko aber auf viele Unternehmen, und der lange Zeithorizont von 18 Jahren gleicht zwischenzeitliche Schwankungen in der Regel aus.
So bewerten wir Broker/Depot: Der Capitalo Score
Unsere Bewertungsmethodik
Warum wir anders bewerten
Die meisten Vergleichsportale zeigen dir Sternchen – aber nicht, wie sie entstehen. Wir machen das anders: Der Capitalo Score für Broker und Depots ist eine eigene Bewertungsrubrik mit maximal 110 Punkten in 7 Kategorien, die wir für jede Produktkategorie individuell entwickelt haben.
Unser Versprechen:
- Transparent: Jede Bewertung ist nachvollziehbar
- Objektiv: Kriterien basieren auf messbaren Fakten
- Aktuell: Konditionen täglich aktualisiert, Bewertungskriterien und Gewichtung regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst
- Rechtlich fundiert: Berücksichtigung aller gesetzlichen Vorgaben
Von Punkten zu Sternen
Die Sterne ergeben sich aus der Punktzahl geteilt durch 110, mal 5. 88 Punkte sind also 4,0 Sterne.
Bewertungsskala (Schwellenwerte):
- 99 bis 110 Punkte: Hervorragend (ab 4,5 Sterne)
- 95 bis 98 Punkte: Sehr gut (ab 4,3 Sterne)
- 77 bis 94 Punkte: Gut (ab 3,5 Sterne)
- 55 bis 76 Punkte: Befriedigend (ab 2,5 Sterne)
- 44 bis 54 Punkte: Ausreichend (ab 2,0 Sterne)
- 22 bis 43 Punkte: Mangelhaft (ab 1,0 Sterne)
- unter 22 Punkte: Ungenügend
Bewertungskategorien
So setzt sich der Capitalo Score zusammen
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Alexander Senger
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.
