
Frühstart-Rente 2027: Was die staatliche Förderung fürs Kind wirklich bringt
Der Staat will jedem Schulkind 10 Euro im Monat fürs Depot zahlen. Klingt gut. Aber das Geld ist bis zur Rente gesperrt. Hier liest du, was geplant ist und wo der Haken liegt.
Das musst du zur Frühstart-Rente wissen
- 💰 Was: 10 Euro pro Monat vom Staat in ein Altersvorsorgedepot fürs Kind, vom 6. bis zum 18. Lebensjahr. Macht 1.440 Euro staatliche Förderung über 12 Jahre.
- 📅 Wann: Start am 1. Januar 2027, gefördert rückwirkend ab dem 1. Januar 2026.
- 🚫 Wer leer ausgeht: Alle Kinder, die vor 2020 geboren sind. Erster geförderter Jahrgang ist 2020, danach kommt jedes Jahr nur der neue Sechserjahrgang dazu.
- 🏦 Ohne Depot der Eltern: Das Geld fließt trotzdem. Die Deutsche Bundesbank legt es kollektiv in global gestreute Aktien an. Abrufbar in ein eigenes Depot bis zum 25. Geburtstag.
- 👨👩👧 Eigenbeiträge: Familie darf bis zu 6.840 Euro pro Jahr zusätzlich einzahlen. Das ist das 57-Fache der staatlichen Förderung.
- 🔒 Die zwei Haken: Auszahlung frühestens mit 65. Und für Kinder ist nur das Standardprodukt zugelassen, keine freie ETF-Auswahl.
- ⚠️ Status: Referentenentwurf vom 21. Juli 2026. Das Kabinett soll am 12. August 2026 entscheiden. Noch kein beschlossenes Gesetz.
Was ist die Frühstart-Rente?
Die Frühstart-Rente ist ein staatliches Förderinstrument für die Altersvorsorge von Kindern. Der Staat zahlt für jedes anspruchsberechtigte Kind 10 Euro pro Monat in ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot ein, vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Anspruch haben Kinder, die in Deutschland eine Bildungseinrichtung besuchen. Die amtliche Schreibweise im Gesetzentwurf lautet Frühstartrente, das Bundesfinanzministerium selbst nutzt beide Varianten.
Die Frühstart-Rente hat nichts mit Frührente, Vorruhestand oder einem vorgezogenen Renteneintritt zu tun. Sie betrifft ausschließlich Kinder und Jugendliche und zahlt frühestens mit 65 aus. Wer nach Rentenabschlägen oder einem früheren Ruhestand sucht, ist hier falsch.
Rechtlich läuft die Förderung über ein eigenes Gesetz, das Frühstartrentengesetz. Es ist nicht Teil des Altersvorsorgereformgesetzes, das ab 2027 die Riester-Rente durch das Altersvorsorgedepot ersetzt. Beide Vorhaben greifen aber ineinander: Die Frühstart-Rente nutzt genau die Depot-Infrastruktur, die durch die Altersvorsorgereform entsteht.
Wer bekommt die Frühstart-Rente und wer nicht
Das ist der Punkt, an dem die meisten Eltern hängen bleiben. Die Förderung startet nicht für alle Kinder zwischen 6 und 17 gleichzeitig, sondern rollierend nach Geburtsjahrgang. Den Anfang macht der Jahrgang 2020, also die Kinder, die 2026 sechs Jahre alt werden. Ab 2027 kommt Jahr für Jahr der jeweils neue Sechserjahrgang dazu.
| Geburtsjahrgang | Alter beim Start 2026 | Staatliche Förderung |
|---|---|---|
| 2019 und früher | 7 Jahre und älter | keine |
| 2020 | 6 Jahre | ab 2026, rückwirkend gezahlt |
| 2021 | 5 Jahre | ab 2027 |
| 2022 | 4 Jahre | ab 2028 |
Quelle: Referentenentwurf Frühstartrentengesetz, Bearbeitungsstand 21. Juli 2026.
Der Hintergrund ist Geld. Im Bundeshaushalt 2026 sind rund 50 Millionen Euro für die Frühstart-Rente eingeplant. Das reicht für einen einzigen Jahrgang. Ein stufenweiser Einstieg aller Jahrgänge würde ein Vielfaches kosten.
Sozialpolitisch ist das die schwächste Stelle des Entwurfs. Die geförderten Jahrgänge profitieren unabhängig davon, ob ihre Eltern viel oder wenig verdienen. Die ausgeschlossenen Jahrgänge sind vollständig darauf angewiesen, dass ihre Eltern selbst etwas zurücklegen können. Wenn du zu diesen Eltern gehörst, findest du weiter unten den Abschnitt Was Eltern ausgeschlossener Jahrgänge tun können.
So funktioniert die Förderung
Die folgenden Konditionen stammen aus dem Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums vom 21. Juli 2026. Sie sind der aktuelle Verhandlungsstand, kein verabschiedetes Gesetz.
| Merkmal | Regelung laut Referentenentwurf |
|---|---|
| Förderhöhe | 10 Euro pro Monat, 120 Euro pro Jahr |
| Förderzeitraum | vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr |
| Gesamtförderung | 1.440 Euro über 12 Jahre |
| Anspruch | Kinder, die in Deutschland eine Bildungseinrichtung besuchen |
| Erster Jahrgang | 2020, danach jährlich der neue Sechserjahrgang |
| Zulässiger Vertrag | ausschließlich Standarddepot-Vertrag Altersvorsorge, Effektivkosten maximal 1,0 % pro Jahr |
| Ohne Vertrag | kollektive Anlage in Aktien durch die Deutsche Bundesbank |
| Eigenbeiträge | bis 6.840 Euro pro Kalenderjahr |
| Steuer Ansparphase | Erträge bleiben steuerfrei |
| Auszahlung | frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres |
| Steuer Auszahlung | volle Besteuerung der Auszahlungsbeträge |
Quelle: Referentenentwurf des Bundesministeriums der Finanzen für ein Frühstartrentengesetz, Bearbeitungsstand 21. Juli 2026.
Zwei Wege: eigenes Depot oder kollektive Anlage bei der Bundesbank
Der Referentenentwurf sieht zwei Varianten vor. Welche greift, entscheidest du als Elternteil.
Weg 1: Ihr eröffnet ein Depot
Du schließt für dein Kind einen Standarddepot-Vertrag Altersvorsorge bei einem zugelassenen Anbieter ab. Der Staat überweist die 10 Euro pro Monat direkt dorthin. Ihr könnt zusätzlich eigenes Geld einzahlen, und das Depot gehört von Anfang an deinem Kind.
Weg 2: Ihr eröffnet kein Depot
Auch dann verfällt die Förderung nicht. Der Bund sammelt das Geld in einem Sondervermögen, das die Deutsche Bundesbank verwaltet und ausschließlich in global gestreute Aktien und Aktienfonds anlegt. Dein Kind kann die Mittel später in einen eigenen Altersvorsorgevertrag übertragen lassen, quartalsweise und spätestens bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.
Nur das Standardprodukt: keine freie ETF-Auswahl für Kinder
Diese Einschränkung geht in der Berichterstattung meist unter, ist aber für die Rendite entscheidend. Für die Frühstart-Rente sind ausschließlich Standarddepot-Verträge Altersvorsorge zugelassen, also das vereinfachte Basisprodukt mit gedeckelten Effektivkosten von maximal 1,0 Prozent pro Jahr. Das freie Altersvorsorgedepot mit selbst gewählten ETFs bleibt für Minderjährige außen vor. Erst ab 18 öffnet sich das System.
Die Begründung im Entwurf: Die Komplexität für Eltern soll gering bleiben. Der Preis dafür ist real. Ein selbst gewählter Welt-ETF kostet 0,1 bis 0,2 Prozent im Jahr, das Standardprodukt bis zu 1,0 Prozent. Über zwölf Förderjahre ist der Unterschied auf 1.440 Euro Fördersumme klein, über die anschließenden fünf Jahrzehnte Laufzeit aber nicht mehr.
Wenn du deinem Kind einen günstigen Welt-ETF ins Depot legen willst, geht das nur über ein privates Junior-Depot. Die Frühstart-Rente ist an das Standardprodukt gebunden. Welcher ETF sich für Kinder eignet, steht in unserem Ratgeber zum ETF fürs Kinderdepot.
Eigenbeiträge: bis zu 6.840 Euro pro Jahr
Der größte Hebel der Frühstart-Rente sind nicht die 10 Euro vom Staat. Es sind die privaten Einzahlungen. Eltern, Großeltern und andere dürfen zusätzlich bis zu 6.840 Euro pro Kalenderjahr in den Vertrag einzahlen. Das ist das 57-Fache der jährlichen Staatsförderung von 120 Euro.
Für die meisten Familien ist dieser Höchstbetrag unrealistisch. Genau darin liegt die zweite Gerechtigkeitsfrage des Entwurfs: Jedes geförderte Kind bekommt den gleichen Einstieg, aber wie viel am Ende daraus wird, hängt weiter stark vom Geldbeutel der Familie ab. Schon 25 Euro im Monat machen über Jahrzehnte einen deutlich größeren Unterschied als die staatliche Förderung selbst.
Was am Ende herauskommt
Die 1.440 Euro Förderung klingen nach wenig, und das sind sie auch. Der Hebel liegt im Zinseszins über mehr als fünf Jahrzehnte. Die folgenden Beispielrechnungen unterstellen 6 Prozent Rendite pro Jahr, die langfristige Durchschnittsrendite des weltweiten Aktienmarkts. Garantiert ist das nicht.
| Szenario | Stand mit 18 | Stand mit 65 |
|---|---|---|
| Nur staatliche Förderung, 10 Euro pro Monat | rund 2.100 Euro | rund 32.500 Euro |
| Förderung plus 25 Euro Eigenbeitrag pro Monat | rund 7.400 Euro | rund 113.000 Euro |
Beispielrechnung Capitalo, 6 % Rendite pro Jahr, monatliche Einzahlung vom 6. bis zum 18. Lebensjahr, danach keine weiteren Beiträge. Kosten nicht berücksichtigt. Stand: Juli 2026.
Die zweite Zeile ist die eigentliche Botschaft: Der Staat liefert den Anstoß, den Vermögensaufbau machst du. Wer die Förderung mitnimmt und daneben selbst spart, kommt auf ein Vielfaches.
Der Haken: Das Geld ist bis 65 gesperrt
Eine Auszahlung ist grundsätzlich nicht vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich. Vorher gibt es keinen Zugriff. Dein Kind kommt mit 18 nicht an das Kapital, mit 25 nicht und mit 40 auch nicht.
Im Gegenzug bleiben die Erträge während der gesamten Ansparphase steuerfrei, der Zinseszins wirkt also ungebremst. Besteuert wird erst die Auszahlung im Alter, und zwar voll nach dem Einkommensteuergesetz. Wie das Zusammenspiel mit Freibeträgen und NV-Bescheinigung im privaten Kinderdepot funktioniert, steht in unserem Ratgeber zu Kinderdepot und Steuern.
Was Eltern ausgeschlossener Jahrgänge tun können
Wenn dein Kind 2019 oder früher geboren ist, ändert sich für dich praktisch nichts. Die Altersvorsorge deines Kindes baust du weiterhin vollständig selbst auf. Drei Punkte helfen dabei:
- Zeit schlägt Beitragshöhe. Ein Kind, das heute 10 ist, hat bis 65 noch 55 Jahre Anlagehorizont. Bei 6 Prozent Rendite verfünfundzwanzigfacht sich jeder heute investierte Euro in dieser Zeit.
- Flexibilität ist hier ein Vorteil. Ein privates Depot ist nicht bis 65 gesperrt. Du entscheidest, ob das Geld später in die Ausbildung, die erste Wohnung oder die Altersvorsorge geht.
- Kosten sind der einzige Hebel, den du sicher kontrollierst. Rendite kannst du nicht steuern, Gebühren schon. Im privaten Junior-Depot kannst du einen Welt-ETF mit 0,1 bis 0,2 Prozent laufenden Kosten wählen.
Wie du ein Depot fürs Kind einrichtest und welche Unterlagen du brauchst, steht in unserer Anleitung zum Junior-Depot eröffnen. Wenn du daneben einen risikoarmen Baustein willst, ist Festgeld die einfachste Ergänzung.
Frühstart-Rente oder privates Junior-Depot?
Die kurze Antwort: Die Frühstart-Rente ersetzt ein privates Junior-Depot nicht. Sie ergänzt es. Die beiden Produkte lösen unterschiedliche Aufgaben.
Frühstart-Rente lohnt sich, wenn
- dein Kind Jahrgang 2020 oder jünger ist
- du 10 Euro im Monat vom Staat mitnehmen willst, ohne selbst etwas beizusteuern
- du das Geld bewusst für die Altersvorsorge deines Kindes festlegen willst
- du dich nicht um Anbieterauswahl und Anlage kümmern möchtest, denn ohne Vertrag legt die Bundesbank an
Frühstart-Rente ist ungeeignet, wenn
- dein Kind vor 2020 geboren ist, denn dann bekommst du sie gar nicht
- du Kapital für Führerschein, Studium oder die erste Wohnung aufbauen willst
- du selbst entscheiden willst, welcher ETF ins Depot kommt
- du flexibel bleiben willst, denn eine vorzeitige Entnahme ist nicht vorgesehen
Ein Beispiel für den Grenzfall: Eltern eines 2021 geborenen Kindes, die monatlich 100 Euro zurücklegen wollen. Die 10 Euro Förderung ab 2027 nimmt man mit. Die 100 Euro gehören trotzdem ins private Junior-Depot, weil sie sonst bis zum 65. Geburtstag des Kindes blockiert wären. Welche Stolperfallen ein Kinderdepot sonst noch hat, liest du in unserem Ratgeber zu den Nachteilen des Junior-Depots.
Ein Hinweis zur Abgrenzung: Klassische Ausbildungsversicherungen und Bausparverträge werden von Verbraucherschützern für den langfristigen Vermögensaufbau wegen hoher Abschlusskosten und magerer Renditen nicht empfohlen. Für einen Horizont von vielen Jahren ist ein kostengünstiger ETF-Sparplan in der Regel die bessere Wahl.
Kritik am Entwurf
Die Frühstart-Rente ist besser als nichts, aber kein großer Wurf. Drei Kritikpunkte begleiten den Entwurf:
- Der Stichtag. Elf Jahrgänge minderjähriger Kinder bleiben dauerhaft außen vor. Stichtagsregelungen sind rechtlich üblich, sozial gerecht sind sie deshalb nicht automatisch.
- Die Höhe. Christoph M. Schmidt, Präsident des RWI Leibniz-Instituts, warnt vor einer trügerischen Sicherheit. Bei 10 Euro im Monat bleibt selbst bei optimistischer Rendite eine Versorgungslücke.
- Die Anspruchsvoraussetzung. Lukas Menkhoff vom DIW kritisiert die unklaren Einbeziehungskriterien. Wer zeitweise keine Bildungseinrichtung besucht, etwa während eines freiwilligen sozialen Jahres, könnte die Förderung verlieren.
Dazu kommt die Produktbeschränkung auf das Standardprodukt, die aus der Branche Kritik erntet, weil sie günstige ETF-Lösungen für Minderjährige ausschließt.
Fazit: Mitnehmen, aber nicht drauf verlassen
Die Frühstart-Rente ist ein sinnvoller Anstoß mit einem gut gelösten Kernproblem: Auch Kinder, deren Eltern sich nicht kümmern, bekommen ihr Geld am Kapitalmarkt angelegt. Das ist mehr, als Riester je geschafft hat.
Der Rest ist Ernüchterung. 1.440 Euro Förderung ergeben mit 65 rund 32.500 Euro, das ist ein netter Zuschuss und keine Altersvorsorge. Elf Jahrgänge bekommen gar nichts. Und für Kinder bleibt nur das Standardprodukt mit bis zu 1,0 Prozent Kosten, während der freie ETF erst ab 18 möglich ist.
Unsere Empfehlung: Nimm die Förderung mit, sobald dein Kind an der Reihe ist. Der eigentliche Vermögensaufbau läuft daneben über ein privates Junior-Depot mit einem günstigen Welt-ETF. Und wenn dein Kind vor 2020 geboren ist, ist das ohnehin der einzige Weg.
Alle Angaben nach dem Referentenentwurf des Bundesministeriums der Finanzen für ein Frühstartrentengesetz, Bearbeitungsstand 21. Juli 2026. Der Kabinettsbeschluss ist für den 12. August 2026 vorgesehen, Änderungen im weiteren Gesetzgebungsverfahren sind möglich. Stand dieser Seite: 24. Juli 2026.
Häufige Fragen
Was ist die Frühstart-Rente?
Die Frühstart-Rente ist ein staatliches Förderinstrument für die Altersvorsorge von Kindern. Der Staat zahlt für jedes anspruchsberechtigte Kind 10 Euro pro Monat in ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot ein, vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Über die 12 Förderjahre sind das 1.440 Euro. Grundlage ist der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums für ein Frühstartrentengesetz vom 21. Juli 2026. Das Kabinett soll am 12. August 2026 entscheiden, ein beschlossenes Gesetz gibt es noch nicht.
Ab wann gibt es die Frühstart-Rente?
Das Gesetz soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten, die Förderung greift rückwirkend ab dem 1. Januar 2026. Im ersten Schritt profitiert nur der Geburtsjahrgang 2020, also die Kinder, die 2026 sechs Jahre alt werden. Ab 2027 kommt Jahr für Jahr der jeweils neue Sechserjahrgang dazu.
Wie viel zahlt der Staat?
10 Euro pro Monat, also 120 Euro im Jahr. Über die 12 Förderjahre vom 6. bis zum 18. Lebensjahr ergibt das 1.440 Euro staatliche Einzahlung. Bei 6 Prozent Rendite pro Jahr liegen daraus mit 18 rund 2.100 Euro im Depot, die bis zum 65. Lebensjahr ohne weitere Einzahlung auf rund 32.500 Euro anwachsen können. Das ist eine Beispielrechnung, keine garantierte Entwicklung.
Wer hat Anspruch auf die Frühstart-Rente?
Anspruch haben Kinder vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, die in Deutschland eine Bildungseinrichtung besuchen. Die Förderung startet aber nicht für alle gleichzeitig, sondern rollierend nach Geburtsjahrgang: zuerst Jahrgang 2020, danach jedes Jahr der neue Sechserjahrgang. Kinder, die 2019 oder früher geboren sind, sind beim Start bereits älter als sechs und erhalten deshalb dauerhaft keine Förderung.
Wann wird die Frühstart-Rente ausgezahlt?
Eine Auszahlung ist grundsätzlich nicht vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich. Vorher gibt es keinen Zugriff auf das Kapital, weder mit 18 noch mit 25. Für Ausgaben wie Führerschein, Studium oder die erste Wohnung eignet sich die Frühstart-Rente deshalb nicht.
Sind die Erträge der Frühstart-Rente steuerfrei?
In der Ansparphase bleiben die Erträge steuerfrei, der Zinseszins wirkt also ungebremst. Besteuert wird erst die Auszahlung im Alter: Die Auszahlungsbeträge unterliegen laut Referentenentwurf der vollen Besteuerung nach dem Einkommensteuergesetz.
Ersetzt die Frühstart-Rente ein privates Junior-Depot?
Nein. Da das Geld bis zur Rente gesperrt ist, eignet es sich nicht für den Lebensstart deines Kindes. Für flexibles Kapital brauchst du weiterhin ein privates Junior-Depot.
Kann ich die Frühstart-Rente selbst aufstocken?
Ja. Eltern, Großeltern und andere dürfen zusätzlich bis zu 6.840 Euro pro Kalenderjahr in den Vertrag einzahlen. Das ist das 57-Fache der jährlichen Staatsförderung von 120 Euro und damit der eigentliche Hebel der Frühstart-Rente. Beachte aber: Auch die Eigenbeiträge sind bis zum 65. Lebensjahr gesperrt. Wer flexibles Kapital für den Lebensstart aufbauen will, nutzt dafür besser ein privates Junior-Depot.
Mein Kind ist Jahrgang 2018. Bekommt es die Frühstart-Rente?
Nein. Gefördert wird ausschließlich der Geburtsjahrgang 2020 und danach jedes Jahr der neu hinzukommende Jahrgang der Sechsjährigen. Kinder der Jahrgänge 2009 bis 2019 sind beim Start bereits älter als sechs und erhalten deshalb keine staatliche Förderung, auch nicht anteilig oder später. Für diese Kinder bleibt der Vermögensaufbau vollständig Sache der Eltern, in der Regel über ein privates Junior-Depot mit einem kostengünstigen Welt-ETF.
Was passiert, wenn wir kein Depot für unser Kind eröffnen?
Die Förderung verfällt nicht. Schließen die Eltern keinen Depot-Vertrag ab, sammelt der Bund das Geld in einem Sondervermögen, das die Deutsche Bundesbank verwaltet und ausschließlich in global gestreute Aktien und Aktienfonds anlegt. Dein Kind kann diese Mittel später in einen eigenen Altersvorsorgevertrag übertragen lassen, quartalsweise und spätestens bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.
Kann ich für die Frühstart-Rente einen ETF frei wählen?
Nein. Für die Frühstart-Rente sind ausschließlich Standarddepot-Verträge Altersvorsorge zugelassen, also das vereinfachte Basisprodukt mit einem Effektivkostendeckel von maximal 1,0 Prozent pro Jahr. Das freie Altersvorsorgedepot mit selbst gewählter ETF- oder Fondsauswahl bleibt für Minderjährige außen vor und öffnet sich erst ab 18. Wer seinem Kind gezielt einen günstigen Welt-ETF mit 0,1 bis 0,2 Prozent laufenden Kosten ins Depot legen will, braucht dafür ein privates Junior-Depot.

Geprüft und freigegeben von
Alexander Senger
Gründer & Geschäftsführer
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.
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