
Frühstart-Rente 2026: Was die staatliche Förderung fürs Kind wirklich bringt
Der Staat will jedem Schulkind 10 Euro im Monat fürs Depot zahlen. Klingt gut. Aber das Geld ist bis zur Rente gesperrt. Hier liest du, was geplant ist und wo der Haken liegt.
Das musst du zur Frühstart-Rente wissen
- 💰 Was: 10 Euro pro Monat vom Staat ins Kinderdepot, für Kinder zwischen 6 und 17 Jahren (bis zum 18. Geburtstag).
- 📅 Wann: geplant ab 2027, rückwirkend ab 2026 zunächst nur für den Jahrgang 2020.
- 🔒 Der Haken: Das angesparte Geld ist bis zum Renteneintritt gesperrt.
- ⚠️ Status: Noch kein Gesetz, erst beschlossene Eckpunkte. Details können sich ändern.
Was ist die Frühstart-Rente?
Die Frühstart-Rente ist ein geplantes staatliches Förderinstrument für die Altersvorsorge von Kindern. Der Staat zahlt für jedes anspruchsberechtigte Kind 10 Euro pro Monat in ein gefördertes Wertpapierdepot. Voraussichtlich profitieren Kinder zwischen 6 und 17 Jahren, die in Deutschland eine Bildungseinrichtung besuchen. Ab dem 18. Geburtstag fließen keine staatlichen Einzahlungen mehr, daraus ergeben sich genau 12 Förderjahre.
Das Vehikel dahinter ist laut den bisherigen Plänen ein "individuelles, kapitalgedecktes und privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot". Übersetzt heißt das: Das Geld landet nicht auf einem Sparbuch, sondern wird am Kapitalmarkt angelegt, zum Beispiel über ETFs. Eltern eröffnen das Depot bei einem Anbieter ihrer Wahl, der Staat überweist seinen Zuschuss dazu.
Wichtig vorab: Die Frühstart-Rente steckt noch im Gesetzgebungsverfahren. Das Bundeskabinett hat am 17. Dezember 2025 lediglich die Eckpunkte beschlossen, nicht das Gesetz selbst. Alle Zahlen und Regeln hier sind deshalb geplant, nicht final. Stand: Juni 2026.
Ab wann gibt es die Frühstart-Rente?
Der Zeitplan ist gestaffelt und etwas verwirrend. Hier die wichtigsten Eckdaten, soweit sie bekannt sind:
- 17. Dezember 2025: Das Kabinett beschließt die Eckpunkte. Ein Gesetzentwurf soll 2026 folgen.
- 1. Januar 2027: Geplanter Start der reformierten privaten Altersvorsorge, an die die Frühstart-Rente andockt.
- Rückwirkend ab 1. Januar 2026: Die Förderung für den ersten Jahrgang soll nachträglich fließen.
Und genau hier kommt eine Einschränkung, die im Trubel oft untergeht. Im Bundeshaushalt 2026 sind nur 50 Millionen Euro für die Frühstart-Rente eingeplant. Das reicht für einen einzigen Jahrgang, nämlich die 2020 geborenen Kinder, die zum Start sechs Jahre alt werden. Alle anderen 7- bis 17-Jährigen gehen vorerst leer aus. Jahr für Jahr soll dann ein neuer Sechserjahrgang dazukommen, bis langfristig alle Kinder zwischen 6 und 17 Jahren die Förderung erhalten.
Wenn dein Kind also nicht Jahrgang 2020 ist, heißt es vorerst: warten. Wann genau die übrigen Jahrgänge dran sind, steht noch nicht fest.
So funktioniert die Förderung
Die folgenden Konditionen stammen aus dem Eckpunktepapier der Bundesregierung. Sie sind der geplante Stand, kein verabschiedetes Gesetz.
| Merkmal | Geplante Regelung (Stand Juni 2026) |
|---|---|
| Förderhöhe | 10 Euro pro Monat |
| Förderzeitraum | von 6 bis 17 Jahren (bis zum 18. Geburtstag) |
| Gesamtförderung | 1.440 Euro über 12 Jahre |
| Anspruch | Kinder, die in Deutschland eine Bildungseinrichtung besuchen |
| Anlageform | kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot (z. B. ETF) |
| Steuer Ansparphase | Erträge bleiben steuerfrei |
| Auszahlung | erst zur Regelaltersgrenze |
1.440 Euro klingen nach wenig, und das sind sie auch. Der eigentliche Hebel liegt im Zinseszins über mehrere Jahrzehnte. Wer das Depot später mit eigenen Beiträgen aufstockt, kann daraus ein ordentliches Polster machen. Mehr zur Rechenlogik findest du in unserem Ratgeber zum ETF fürs Kinderdepot.
Beispielrechnung: aus 10 Euro pro Monat werden bis zur Rente rund 73.000 Euro
Fließen die 10 Euro pro Monat durchgehend in einen weltweit streuenden Aktien-ETF, liegen am 18. Geburtstag bereits rund 2.090 Euro im Depot. Bleibt dieses Guthaben danach ohne einen einzigen weiteren Euro Einzahlung bis zum 67. Lebensjahr investiert, wächst es allein durch den Zinseszins auf rund 73.067 Euro. So entsteht aus einer kleinen monatlichen Summe ein spürbares Polster fürs Alter. Wichtig: Das ist eine Beispielrechnung auf Basis der langfristigen Durchschnittsrendite des weltweiten Aktienmarkts, keine garantierte Entwicklung.
Der entscheidende Haken: Das Geld ist bis zur Rente gesperrt
Hier kommt der Punkt, den du kennen solltest, bevor du die Frühstart-Rente als Lösung für alles ansiehst. Das angesparte Geld ist bis zur Regelaltersgrenze gesperrt. Vorher gibt es keinen Zugriff. Dein Kind kann mit 18 nicht an das Kapital, mit 25 nicht, mit 40 nicht.
Im Gegenzug gibt es zwei Vorteile. Erstens bleiben die Erträge in der Ansparphase steuerfrei, der Zinseszinseffekt kommt also voll zum Tragen. Die Auszahlung im Alter wird dann besteuert, die Details dazu sind allerdings noch offen. Zweitens ist das Sparkapital laut Eckpunkten vor staatlichem Zugriff geschützt.
Ab dem 18. Lebensjahr soll das Depot mit eigenen Beiträgen weiterbespart werden können, bis zu einem jährlichen Höchstbetrag. Wie hoch dieser Betrag liegt, ist bisher nicht festgelegt.
Frühstart-Rente oder privates Junior-Depot?
Das ist die Frage, die für die meisten Eltern entscheidend ist. Die kurze Antwort: Die Frühstart-Rente ersetzt ein privates Junior-Depot nicht. Sie ergänzt es.
Frühstart-Rente (geplant)
- 10 Euro im Monat geschenkt vom Staat
- bis zur Rente gesperrt, kein vorzeitiger Zugriff
- nur ein Zweck: Altersvorsorge in Jahrzehnten
Privates Junior-Depot
- du entscheidest über Höhe und Anbieter
- flexibel verfügbar, auch für Führerschein, Studium oder den Start ins Leben
- du steuerst die Anlage selbst, zum Beispiel über einen ETF-Sparplan
Grundsätzlich gilt: Wenn du deinem Kind Kapital für den Start ins Erwachsenenleben aufbauen willst, brauchst du ein eigenes Depot. Die Frühstart-Rente nimmst du als Bonus obendrauf mit, sobald sie kommt. Einige Anbieter stellen sich schon heute auf das Modell ein: Scalable Capital führt die Frühstart-Rente bereits als eigene Kategorie, und bei Trade Republic richtest du einen ETF-Sparplan fürs Kind schon ab 1 Euro ein. Welcher Anbieter zu welcher Strategie passt, zeigt dir unser Junior-Depot-Vergleich. Wie du es einrichtest, steht in unserer Anleitung zum Junior-Depot eröffnen.
Ein Tipp noch zur Abgrenzung: Klassische Ausbildungsversicherungen oder Bausparverträge werden von Verbraucherschützern für den langfristigen Vermögensaufbau wegen hoher Abschlusskosten und magerer Renditen nicht empfohlen. Für einen Anlagehorizont von vielen Jahren ist ein kostengünstiger ETF-Sparplan in der Regel die bessere Wahl.
Lohnt sich die Frühstart-Rente?
Ehrlich gesagt: Sie ist besser als nichts, aber kein großer Wurf. 1.440 Euro staatliche Förderung plus Zinseszins über 50 oder 60 Jahre ergeben am Ende eine spürbare, aber keine lebensverändernde Summe.
Genau das kritisieren auch Fachleute. Christoph M. Schmidt, Präsident des RWI Leibniz-Instituts, warnt vor einer "trügerischen Sicherheit". Bei nur 10 Euro im Monat bleibe selbst bei optimistischer Rendite eine Versorgungslücke. Lukas Menkhoff vom DIW kritisiert die unklaren Einbeziehungskriterien. Wer zeitweise keine Bildungseinrichtung besucht, etwa während eines freiwilligen sozialen Jahres, könnte die Förderung verlieren.
Was wir brauchen, ist eine ehrliche Einordnung statt politischer Versprechen. Die Frühstart-Rente ist ein netter Anstoß, sich früh mit Kapitalanlage zu beschäftigen. Den größeren Effekt erzielst du über deine eigenen, flexiblen Sparbeiträge. Wer auf Nummer sicher gehen will, kombiniert das Depot mit einer risikoarmen Ergänzung wie Festgeld. Und welche Stolperfallen ein Kinderdepot generell hat, liest du in unserem Ratgeber zu den Nachteilen des Junior-Depots.
Häufige Fragen
Was ist die Frühstart-Rente?
Die Frühstart-Rente ist ein geplantes staatliches Förderinstrument. Der Staat zahlt für anspruchsberechtigte Kinder 10 Euro pro Monat in ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot. Stand Juni 2026 sind nur die Eckpunkte beschlossen, das Gesetz steht noch aus.
Ab wann gibt es die Frühstart-Rente?
Geplant ist der Start zum 1. Januar 2027, mit rückwirkenden Zahlungen ab dem 1. Januar 2026. Im ersten Schritt profitiert voraussichtlich nur der Geburtsjahrgang 2020.
Wie viel zahlt der Staat?
Geplant sind 10 Euro pro Monat, also 120 Euro im Jahr. Über die 12 Förderjahre (von 6 bis 17 Jahren) ergibt das 1.440 Euro.
Wer hat Anspruch auf die Frühstart-Rente?
Anspruchsberechtigt sollen Kinder zwischen 6 und 17 Jahren sein, die in Deutschland eine Bildungseinrichtung besuchen. Ab dem 18. Geburtstag fließen keine staatlichen Einzahlungen mehr. Zum Start 2026 ist die Förderung aus Budgetgründen voraussichtlich auf den Jahrgang 2020 begrenzt.
Wann wird die Frühstart-Rente ausgezahlt?
Erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze. Vorher ist kein Zugriff auf das Kapital möglich.
Sind die Erträge der Frühstart-Rente steuerfrei?
In der Ansparphase bleiben die Erträge laut Eckpunkten steuerfrei. Besteuert wird erst die Auszahlung im Rentenalter. Die Details dazu sind noch nicht final geregelt.
Ersetzt die Frühstart-Rente ein privates Junior-Depot?
Nein. Da das Geld bis zur Rente gesperrt ist, eignet es sich nicht für den Lebensstart deines Kindes. Für flexibles Kapital brauchst du weiterhin ein privates Junior-Depot.
Kann ich die Frühstart-Rente selbst aufstocken?
Ab dem 18. Lebensjahr sollen eigene Einzahlungen bis zu einem jährlichen Höchstbetrag möglich sein. Wie hoch dieser Betrag ist, steht noch nicht fest.

Geprüft und freigegeben von
Alexander Senger
Gründer & Geschäftsführer
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.
Erfahrung
15+ Jahre Finanzbranche
Qualifikation
Diplom-Finanzfachwirt (FH)
Registrierung
§34c & §34d GewO
Mehr erfahren
LinkedIn-ProfilJetzt den passenden Anbieter finden
Nutze unseren kostenlosen Vergleich und finde das beste Angebot für deine Bedürfnisse.
Zum Vergleich