Bundesbank: Inflation bleibt bis 2027 erhöht, September bei 3,3 %
Die Bundesbank rechnet damit, dass die Inflation in Deutschland bis ins Jahr 2027 hinein merklich erhöht bleibt. Im September lag die Teuerungsrate bei 3,3 Prozent und damit so hoch wie seit fast drei Jahren nicht mehr (Stand: Oktober 2026). Die Rückkehr zum EZB-Ziel von 2 Prozent dauert nach ihrer Einschätzung länger.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
- Inflationsrate September: 3,3 Prozent, der höchste Wert seit knapp drei Jahren
- Treiber: Rohstoffpreisschock, Brent-Rohöl kostete im September im Schnitt rund 102 US-Dollar je Barrel
- Prognose: Die Bundesbank sieht die Risiken klar aufwärtsgerichtet und erwartet eine verzögerte Rückkehr zum 2-Prozent-Ziel
- Einordnung: Ein Verlauf wie 2022 gilt derzeit als unwahrscheinlich, weil der Schock stärker auf Öl konzentriert ist
| Kennzahl (September 2026) | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|
| Verbraucherpreise insgesamt | +3,3 % |
| Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) | +2,4 % |
| Energie insgesamt | +14,9 % |
| Kraftstoffe | +37,1 % |
| Leichtes Heizöl | +74,9 % |
| Nahrungsmittel | +0,4 % |
| Strom | −5,5 % |
| Erdgas | −2,8 % |
Stand: Oktober 2026. Quellen: Bundesbank-Monatsbericht und Preisstatistik laut Berichterstattung (Handelsblatt, Bundeswirtschaftsministerium). Alle Angaben ohne Gewähr.
Warum der Preisdruck erst noch kommt
Bisher schlägt vor allem Öl durch: Sprit und Heizöl sind deutlich teurer als vor einem Jahr. Gas und Strom lagen im September dagegen noch unter dem Vorjahresniveau. Die Bundesbank erwartet allerdings, dass höhere Energiekosten zeitversetzt ankommen, weil Versorger mit Vertragslaufzeiten, festen Tarifen und Absicherungen arbeiten. Auch bei Lebensmitteln, anderen Waren und Dienstleistungen rechnet sie mit einem schrittweisen Durchschlag.
Hingegen gibt es Gründe, nicht in Panik zu verfallen: Die Nachfrage ist schwächer als 2022, die Lieferketten laufen besser, und die Gas- und Stromschocks fallen kleiner aus. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Ölpreis entwickelt. Terminpreise deuten laut Berichten auf rund 98 Dollar im Dezember und 83 Dollar im September 2027.
Was das für dich bedeutet
Bei 3,3 Prozent Inflation verlieren 10.000 Euro auf einem unverzinsten Konto innerhalb eines Jahres rund 330 Euro an Kaufkraft. Verzinste Anlagen können diesen Verlust abfedern. Laut Capitalo-Analyse der aktuellen Marktlage zahlen die besten Tagesgeld-Angebote derzeit bis zu 4,25 Prozent, allerdings meist als befristeter Neukundenzins. Auf 10.000 Euro wären das rund 425 Euro Zinsen in zwölf Monaten, nach Abzug der Teuerung bleibt ein kleines reales Plus. Beim Festgeld liegen die Spitzenwerte für ein Jahr bei rund 3,5 Prozent, das reicht nach Inflation nur knapp für einen Ausgleich.
Diese Schritte helfen dir jetzt:
- Rücklagen verzinsen: Prüfe, ob dein Notgroschen noch auf einem Konto mit niedrigem Zins liegt, und vergleiche aktuelle Angebote.
- Laufzeit klug wählen: Tagesgeld bleibt flexibel, falls die Zinsen steigen. Festgeld sichert dir den Satz, wenn du das Geld sicher nicht brauchst.
- Energietarife prüfen: Wenn Gas und Strom mit Verzögerung teurer werden, lohnt sich der Blick auf deinen Vertrag und auf Wechselmöglichkeiten.
- Haushaltsbuch führen: Mit einem Überblick über deine Fixkosten erkennst du früh, wo die Teuerung bei dir ankommt.
Ein Nachteil bleibt: Aktionszinsen im Tagesgeld laufen nach wenigen Monaten aus, danach fällt der Satz oft deutlich. Planst du langfristig, musst du den Anbieter dann erneut wechseln.
Fazit
Die Bundesbank rechnet mit einer zähen Inflation bis ins nächste Jahr, getrieben von Öl und zeitversetzt von Gas, Strom und Lebensmitteln. Ein Wert wie 2022 ist derzeit nicht der Normalfall, ein Selbstläufer ist die Entspannung aber auch nicht. Wer seine Rücklagen verzinst anlegt und Fixkosten im Blick behält, begrenzt den Kaufkraftverlust.
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Stand: Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung.