Passiv investieren: Finanzforscher Weber hält den Marktdurchschnitt für genug
Wer sein Geld an der Börse anlegen will, muss den Markt nicht schlagen: Finanzwissenschaftler Martin Weber sagt im Handelsblatt, es reiche vollkommen, mit dem Markt zu investieren (Stand: Oktober 2026). Das Interview erschien am 16. Oktober und trifft ein Land, in dem nur etwa jeder Sechste Aktien, Aktienfonds oder ETFs besitzt.
Die wichtigsten Aussagen im Überblick
- Einfach anfangen: Das Wichtigste sei, überhaupt zu investieren. Als simplen Start nennt Weber ein Portfolio aus zwei Dritteln Aktien und einem Drittel Anleihen.
- Breit streuen: Ein reiner MSCI World bildet vor allem etablierte Märkte ab. Weber empfiehlt, bei der Aktienquote auch Schwellenländer abzudecken.
- Keine Gewinner-Wetten: Welche Märkte oder Fonds künftig vorn liegen, ist im Voraus nicht zuverlässig bekannt.
- Durchhalten: Eine passende Strategie zu wählen und beizubehalten hilft, in turbulenten Phasen nicht hektisch zu verkaufen.
| Menschen mit Aktien, Aktienfonds oder ETFs (2025) | rund 14,1 Millionen |
| Anteil an der Bevölkerung | etwa jeder Sechste (rund 16,7 %) |
| Weber-Beispielportfolio | 2/3 Aktien, 1/3 Anleihen |
Stand: Oktober 2026. Quellen: Handelsblatt-Interview mit Martin Weber (16.10.2026), Deutsches Aktieninstitut laut Berichterstattung. Die Quote hängt von der gewählten Definition ab. Alle Angaben ohne Gewähr.
Einordnung: Warum passiv für Privatanleger passt
Die Forschung zum Anlegerverhalten spricht seit Jahren für breit gestreute, kostengünstige Produkte: Wer versucht, einzelne Gewinner zu erraten, zahlt oft mit höheren Kosten und emotionalen Fehlentscheidungen. Ein Welt-ETF verteilt das Geld dagegen auf tausende Unternehmen. Laut Capitalo-Analyse der Einstiegshürden sind Kosten und Disziplin für Einsteiger wichtiger als die Suche nach dem perfekten Produkt.
Allerdings ist passiv nicht risikofrei. Auch ein breiter ETF kann in Krisen zeitweise deutlich im Wert fallen, und Anleihen sind kein Ersatz für Rücklagen. Hingegen gilt: Wer langfristig investiert und nicht panisch verkauft, nutzt den Vorteil der Streuung am besten.
Was das für dich bedeutet
Ein Sparplan nimmt dir die Entscheidung über den richtigen Zeitpunkt ab. Zahlst du 100 Euro im Monat ein, sind das nach 20 Jahren 24.000 Euro eingezahltes Kapital, bevor Rendite oder Kosten hinzukommen. Dieser Betrag ist bewusst ohne Wertentwicklung gerechnet, denn Renditen lassen sich nicht garantieren.
- Reserve zuerst: Baue einen Puffer von einigen Monatsausgaben auf, bevor du an die Börse gehst.
- Depot wählen: Achte auf Depotgebühr, Sparplankosten und die Auswahl an Welt-ETFs.
- Breit streuen: Wähle einen weltweit gestreuten ETF und prüfe, ob er Schwellenländer enthält.
- Automatisch sparen: Richte einen monatlichen Sparplan ein und lass ihn laufen.
Weniger geeignet ist der Ansatz, wenn du das Geld in den nächsten Jahren sicher brauchst, etwa für eine Anschaffung. Dann bleibt verzinstes Tagesgeld oder Festgeld die ruhigere Lösung.
Fazit
Martin Weber nimmt Einsteigern die Angst vor dem Perfektionismus: Ein breit gestreutes Portfolio und Durchhaltevermögen reichen für den Vermögensaufbau. Bei nur etwa 17 Prozent Anlegern in Deutschland bleibt viel Potenzial, wenn Geld bisher unverzinst liegt.
👉 Welches Depot passt zu deinem ETF-Sparplan? Im Depot-Vergleich findest du Kosten und Leistungen der Broker im Überblick.
Stand: Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung.