
EY-Studie: Rund ein Viertel der Immobilienfinanzierungen wird bald fällig
Rund ein Viertel der Finanzierungssummen in den Büchern deutscher Immobilienfinanzierer wird in den nächsten 24 Monaten fällig. Das zeigt eine Erhebung von EY-Parthenon unter 90 Instituten und 70 Restrukturierungskanzleien, die im August und September 2026 stattfand (Stand: Oktober 2026). Besonders betroffen sind gewerbliche Immobilienkredite.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
- Anteil fälliger Finanzierungen: rund 25 % der Finanzierungssummen in 24 Monaten (gemessen am Volumen, nicht an der Zahl einzelner Kredite)
- Stichprobe: 90 immobilienfinanzierende Institute und 70 Kanzleien
- Refinanzierungsbedarf: bei etwa zwei Dritteln der Banken 10 bis 30 % des gewerblichen Bestands in 12 bis 24 Monaten, bei knapp einem Viertel 30 bis 70 %
- Keine Lösung gefunden: mehr als 40 % der Institute in einzelnen Fällen
- „Amend & Extend“: 71 % nennen Laufzeitverlängerungen oder Vertragsänderungen als Vorgehen
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Fällige Finanzierungssummen in 24 Monaten | rund 25 % |
| Banken mit 10 bis 30 % Refinanzierungsbedarf | etwa zwei Drittel |
| Banken mit 30 bis 70 % Refinanzierungsbedarf | knapp ein Viertel |
| Institute ohne tragfähige Lösung in Einzelfällen | mehr als 40 % |
| Institute mit „Amend & Extend“ | 71 % |
Stand: Oktober 2026. Quelle: Erhebung von EY-Parthenon (August/September 2026), Berichterstattung Handelsblatt und Börsen-Zeitung. Ein absolutes Gesamtvolumen in Euro wurde nicht veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
Einordnung: Zinsen, Bewertungen und Illiquidität verstärken sich
Kredite aus der Niedrigzinsphase treffen auf höhere Finanzierungskosten und gesunkene Immobilienwerte. Daraus entsteht eine Risikokette: Höhere Zinsen verteuern die Anschlussfinanzierung, niedrigere Bewertungen erhöhen den Beleihungsauslauf, und schwache Verkaufsmärkte erschweren es, Objekte zu veräußern. Eigentümer müssen dann Eigenkapital nachschießen oder die Finanzierung neu ordnen.
Der Begriff „Marktbereinigung“ ist die Einschätzung von EY-Parthenon und keine quantifizierte Prognose. Hingegen zeigt die Erhebung klar, dass das Thema die Banken beschäftigt. Laut Capitalo-Analyse ist die Lage im Gewerbesektor deutlich angespannter als bei privaten Wohnkrediten, deren Zinsbindungen sich anders verteilen.
Was das für dich bedeutet
Wenn du eine Anschlussfinanzierung planst oder Immobilien vermietest, helfen diese Schritte:
- Zinsbindungsende notieren: Prüfe, wann deine Zinsbindung endet, und starte die Suche frühzeitig.
- Beleihungsauslauf abschätzen: Vergleiche Restschuld und aktuellen Immobilienwert, damit du Eigenkapitalbedarf früh erkennst.
- Angebote vergleichen: Hole mehrere Konditionen ein, auch für Forward-Darlehen, wenn dein Ende der Zinsbindung absehbar ist.
- Mit der Bank sprechen: Laufzeitverlängerungen sind laut Erhebung ein verbreitetes Mittel, je früher du das Gespräch suchst, desto größer der Spielraum.
Weniger relevant ist das Thema, wenn deine Zinsbindung noch viele Jahre läuft und du die Immobilie selbst nutzt.
Fazit
Rund ein Viertel der Immobilienfinanzierungen steht binnen 24 Monaten zur Refinanzierung an, vor allem im Gewerbe. Für Privatleute gilt: Früh planen, Beleihung prüfen und Angebote vergleichen.
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Stand: Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Finanzberatung.