
Gen Z: 80 % wollen ein Eigenheim – trotz Bauzinsen bei 4,4 %
80 % der 23- bis 30-Jährigen wünschen sich ein Eigenheim, obwohl die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen laut Interhyp bei rund 4,4 % liegen und damit auf dem höchsten Stand seit 2009. Das zeigt die Wohntraumstudie 2026 von Interhyp und Rheingold (Stand: Oktober 2026). Haupttreiber ist der Wunsch nach persönlicher Sicherheit.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
- 80 % der Generation Z (23 bis 30 Jahre) wünschen sich ein Eigenheim.
- 68 % aller Mieter träumen vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung.
- Bei der Hälfte der Jungen ist der Wunsch in den letzten Jahren stärker geworden.
- Gefragt sind vor allem Einfamilienhäuser und Bungalows, Eigentumswohnungen dagegen kaum.
- Die Eigentumsquote in Deutschland ist 2025 auf 43,5 % gesunken, ein 20-Jahres-Tief.
Einordnung: Wunsch und Realität
Laut der Interhyp-Studie steckt hinter dem Eigenheimwunsch weniger der Status als das Bedürfnis nach Sicherheit. Wer im eigenen Haus wohnt, rechnet nicht mit Eigenbedarfskündigungen oder steigenden Mieten. Gleichzeitig wird die Finanzierung teurer: Im März 2026 lag der Zins für zehnjährige Darlehen laut Interhyp noch bei 3,6 %, inzwischen sind es rund 4,4 %. Je nach Darlehenshöhe bedeutet das bis zu 200 € mehr Monatsrate.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Eigenheimwunsch 23- bis 30-Jährige | 80 % |
| Eigenheimwunsch aller Mieter | 68 % |
| Bauzinsen, 10 Jahre Zinsbindung | ca. 4,4 bis 4,5 % |
| Eigentumsquote Deutschland 2025 | 43,5 % |
| Grunderwerbsteuer je nach Bundesland | 3,5 bis 6,5 % |
Quellen: Interhyp Wohntraumstudie 2026 (Rheingold), Handelsblatt, Interhyp-Kreditbarometer. Stand: Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
Die größten Hürden: Eigenkapital und Nebenkosten
Der Haupthemmschuh ist nicht der Wille, sondern das Eigenkapital. Dazu kommen Kaufnebenkosten. Allein die Grunderwerbsteuer macht bei einem Kaufpreis von 300.000 € je nach Bundesland zwischen 10.500 € (3,5 %) und 19.500 € (6,5 %) aus. Interhyp fordert deshalb eine Senkung der Grunderwerbsteuer und staatliche Nachrangdarlehen, die die Eigenkapitallücke schließen sollen. Ob die Politik darauf eingeht, bleibt abzuwarten.
Was das für dich bedeutet
Allerdings muss der Wunsch nicht am Zins scheitern. Mit realistischer Planung kommen viele Interessenten weiter:
- Budget ehrlich rechnen: Plane die Rate bei den heutigen Zinsen und prüfe, ob sie dauerhaft neben deinen sonstigen Ausgaben tragbar ist.
- Eigenkapital gezielt aufbauen: Je mehr Eigenkapital du einbringst, desto besser fallen in der Regel die Konditionen aus.
- Umland statt Zentrum prüfen: Einfamilienhäuser im Umland sind oft günstiger als Wohnungen in der Stadt.
- Fördermöglichkeiten checken: Je nach Bundesland und Lebenssituation gibt es Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen.
- Zinsen vergleichen: Schon wenige Zehntelprozentpunkte machen über zehn Jahre einen spürbaren Unterschied.
Fazit
Der Eigenheimwunsch der Generation Z ist mit 80 % ungebrochen, die Eigentumsquote von 43,5 % zeigt aber, wie schwer die Umsetzung fällt. Hohe Bauzinsen von rund 4,4 % und fehlendes Eigenkapital sind die zentralen Hürden. Wer sorgfältig plant und Angebote vergleicht, verbessert seine Chancen.
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Stand: Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.