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Was ist ein Robo-Advisor? Funktionsweise, Kosten und für wen er passt

Ein Robo-Advisor legt dein Geld nach deinem Risikoprofil in ETFs an und hält das Portfolio in Schuss. Wie das abläuft, was es kostet und für wen es passt.

Alexander SengerAlexander Senger
Aktualisiert: 22. Oktober 2026
11 Min. Lesezeit

Robo-Advisor einfach erklärt

  • 💡 Prinzip: Ziel und Risiko legst du fest. Kaufen, überwachen und umschichten übernimmt der Anbieter nach festen Regeln.
  • 💰 Kosten: 0,56 % bis 0,98 % pro Jahr inklusive Fondskosten bei den 13 Angeboten, die wir für Deutschland bewerten.
  • 🎯 Einstieg: ohne Mindestanlage bis 3.000 EUR einmalig, Sparplan ab 1 EUR bis 100 EUR im Monat.
  • ⚠️ Risiko: Der Anbieter nimmt dir Entscheidungen ab, nicht das Kursrisiko. Verluste sind möglich.

Ein Robo-Advisor ist eine digitale Vermögensverwaltung, die dein Geld nach einem online ermittelten Risikoprofil in ein Portfolio aus ETFs anlegt und es laufend überwacht und umschichtet. Du sparst dir die Einzelentscheidungen, zahlst dafür aber jedes Jahr eine Gebühr: bei den 13 Angeboten im Capitalo-Vergleich 0,56 % bis 0,98 % des Vermögens. Hier erfährst du, wie das abläuft, ob dahinter eine KI steckt, was es in Deutschland kostet, für wen es passt und wie dein Depot abgesichert ist.

Was ist ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor ist ein Anbieter, der dein Geld mit deiner Vollmacht anlegt und laufend selbst entscheidet, was gekauft oder verkauft wird, und zwar online und nach festen Regeln statt im Beratungsgespräch. Rechtlich heißt das Finanzportfolioverwaltung: die Verwaltung einzelner in Finanzinstrumenten angelegter Vermögen für andere mit Entscheidungsspielraum. Dafür braucht ein Anbieter in Deutschland eine Erlaubnis der BaFin, als Bank nach § 32 KWG oder als Wertpapierinstitut nach § 15 WpIG. Die BaFin nennt das Modell Robo-Advice: Du kommunizierst mit einer App oder Website, und ein Algorithmus leitet aus deinen Angaben die Anlagestrategie ab.

„Digital" heißt in der Praxis drei Dinge:

  • Abschluss online: Fragebogen, Identifizierung per Video oder Ausweis-App und Vertrag laufen über Website oder App. Alle 13 Angebote im Capitalo-Vergleich eröffnest du vollständig digital.
  • Regeln statt Bauchgefühl: Ein festgelegtes Modell entscheidet, wann umgeschichtet wird. Elf der 13 Angebote arbeiten passiv nach festen Regeln, VisualVest kombiniert Regeln mit einem Portfoliomanagement, UnitPlus setzt auf aktive ETFs eines Anbieters.
  • Günstige Bausteine: Die Portfolios bestehen aus ETFs, die weltweit in Aktien und Anleihen streuen, teils ergänzt um Rohstoffe oder Gold.

Davon abzugrenzen ist die Anlageberatung. Dort bekommst du eine Empfehlung, entscheiden und kaufen musst du selbst. Beim Robo-Advisor gibst du genau diesen Schritt ab. Deine Wertpapiere liegen trotzdem nicht beim Verwalter, sondern in einem Depot auf deinen Namen bei einer Depotbank, wo sie als Sondervermögen gelten.

Wie funktioniert ein Robo-Advisor?

Der Ablauf besteht bei allen 13 Anbietern, die wir für Deutschland bewerten, aus drei Schritten.

  1. Risikoprofil erstellen. Du beantwortest Fragen zu Kenntnissen, Erfahrung, Einkommen, Anlageziel und dazu, wie viel Verlust du tragen kannst. Das ist keine Formalität: § 64 Abs. 3 WpHG verpflichtet jeden Vermögensverwalter, genau diese Angaben einzuholen, bevor er für dich anlegt.
  2. Portfolio zuordnen. Aus deinen Antworten ergibt sich eine Strategie. Die Anbieter im Vergleich arbeiten mit 3 bis 11 Risikostufen, abgestuft über die Aktienquote zwischen 0 % und 100 %; UnitPlus bietet nur eine Strategie mit 100 % Aktien. Je höher der Aktienanteil, desto größer die Schwankungen und die Ertragschancen.
  3. Laufend überwachen und anpassen. Märkte verschieben die Gewichte. Weicht das Portfolio von der Zielaufteilung ab, bringt der Anbieter es zurück auf den vereinbarten Stand. Das nennt sich Rebalancing. Manche Anbieter prüfen täglich und handeln ab einer Schwelle, growney schichtet einmal im Jahr im Dezember um.

So sieht Rebalancing vereinfacht aus: Du startest mit 10.000 EUR, davon 60 % Aktien (6.000 EUR) und 40 % Anleihen (4.000 EUR). Steigen die Aktien um 20 %, liegen dort 7.200 EUR bei insgesamt 11.200 EUR. Der Aktienanteil ist auf 64,3 % gewachsen. Der Anbieter verkauft Aktien für 480 EUR und kauft Anleihen dazu. Danach stimmt die Aufteilung von 60 zu 40 wieder.

Deine Aufgabe danach: einzahlen, bei Bedarf einen Sparplan einrichten und die Strategie anpassen, wenn sich dein Leben ändert. Die Anbieter kümmern sich auch um die Steuer: Alle 13 führen die Abgeltungsteuer automatisch ab.

Ist ein Robo-Advisor eine KI?

Nein, ein Robo-Advisor ist keine künstliche Intelligenz im Sinne von ChatGPT, sondern ein regelbasierter Algorithmus. Die Regeln sind vorab festgelegt: Welche Aktienquote zu welchem Risikoprofil gehört, welche ETFs ins Portfolio kommen, ab welcher Abweichung umgeschichtet wird. Das System lernt nicht aus Marktdaten und trifft keine Prognosen. Elf der 13 Angebote im Vergleich arbeiten so, VisualVest lässt zusätzlich ein Portfoliomanagement eingreifen, UnitPlus nutzt aktive ETFs, bei denen Fondsmanager von J.P. Morgan die Auswahl treffen.

Das hat zwei Folgen. Erstens ist ein Robo-Advisor berechenbar: Er macht in jedem Marktumfeld dasselbe, auch im Crash. Zweitens ist er nicht schlauer als der Markt. Wer „KI-Geldanlage" sucht und auf Rendite durch Technologie hofft, bekommt bei einem Robo-Advisor Disziplin durch Technologie. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg weist darauf hin, dass du als Kunde nicht nachvollziehen kannst, wie der Algorithmus aus deinen Antworten die Empfehlung ableitet. Daher gilt: Entscheidend sind Kosten und Streuung, nicht das Etikett.

Was kostet ein Robo-Advisor?

Bei den 13 Robo-Advisorn, die wir für Deutschland bewerten, liegen die Gesamtkosten zwischen 0,56 % und 0,98 % pro Jahr. Gerechnet ist das für einen einheitlichen Fall: 25.000 EUR Einmalanlage plus 200 EUR im Monat, ausgewogenes Profil.

Die Gesamtkosten setzen sich aus zwei Teilen zusammen:

KostenbestandteilWas er abdecktSpanne bei 13 Angeboten in Deutschland
ServicegebührVerwaltung, Depotführung und Handel0,35 % bis 0,90 % p. a.
Produktkosten (TER)laufende Kosten der ETFs im Portfolio0,11 % bis 0,26 % p. a.
Gesamtkostenbeides zusammen0,56 % bis 0,98 % p. a.

Was die Spanne in Euro bedeutet: Bei 25.000 EUR zahlst du mit 0,56 % 140 EUR im Jahr, mit 0,98 % 245 EUR. Das sind 105 EUR Unterschied, jedes Jahr und unabhängig davon, wie sich die Märkte entwickeln. Bei sieben Anbietern sinkt die Gebühr ab 10.000 EUR bis 1 Mio. EUR Anlagesumme, bei sechs bleibt sie gleich.

Prüfe, ob die Servicegebühr inklusive 19 % Umsatzsteuer angegeben ist. Fünf der 13 Anbieter lassen das offen; aus 0,75 % Gebühr werden dann 0,89 %. Vergleichbar sind nur Bruttowerte inklusive Produktkosten.

Neben den laufenden Kosten zählt die Einstiegshürde. Zwei Anbieter verlangen keine Mindestanlage, bei den übrigen reicht sie von 10 EUR bis 3.000 EUR, soweit der Anbieter sie nennt. Sparpläne starten bei 1 EUR bis 100 EUR im Monat. Welcher Anbieter was verlangt, steht mit Capitalo Score im Robo-Advisor Vergleich.

Vor- und Nachteile eines Robo-Advisors

Ein Robo-Advisor löst ein Disziplinproblem und kostet dafür 0,56 % bis 0,98 % im Jahr.

Vorteile

  • Du musst keine einzelnen Fonds auswählen und nicht selbst umschichten.
  • Das Rebalancing hält dein Risiko auf dem vereinbarten Niveau, auch wenn du im Crash lieber verkaufen würdest.
  • Einstieg ohne Mindestanlage oder ab 10 EUR, anders als bei der klassischen Vermögensverwaltung.
  • Abgeltungsteuer, Verlustverrechnung und Steuerreport laufen automatisch über die Depotbank.

Nachteile

  • Die Servicegebühr fällt jedes Jahr an, auch in Verlustjahren.
  • Du hast keinen Einfluss auf einzelne Positionen und siehst nicht, wie der Algorithmus entscheidet.
  • Ein selbst geführter ETF-Sparplan ist bei gleichem Portfolio günstiger, weil die Servicegebühr wegfällt.
  • Kursverluste trägst du selbst. Die Verwaltung ändert daran nichts.

Für wen lohnt sich ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor lohnt sich für Anleger mit mindestens 5 Jahren Anlagehorizont, die weder Zeit noch Lust haben, sich selbst um ihr Depot zu kümmern.

Passt, wenn du …

  • Geld über mehrere Jahre liegen lassen kannst. fintego empfiehlt je nach Strategie drei bis sieben Jahre, kürzer sollte es bei keinem Anbieter sein.
  • einen Teil vom Tagesgeld in Wertpapiere umschichten willst, ohne selbst ETFs auszuwählen.
  • weißt, dass du in einem Crash eher verkaufen würdest. Ein fester Plan schützt dich vor dir selbst.
  • für ein Kind anlegst: Sieben der 13 Anbieter bieten ein Junior-Depot an.

Passt nicht, wenn du …

  • das Geld in den nächsten ein bis zwei Jahren brauchst oder es dein Notgroschen ist. Dafür ist Tagesgeld da.
  • dir einen ETF-Sparplan selbst zutraust und die Servicegebühr sparen willst.
  • gezielt in Einzelaktien oder bestimmte Branchen investieren möchtest.

Ein Robo-Advisor ersetzt keinen Notgroschen und keine Entscheidung darüber, wie viel Risiko du tragen kannst. Er setzt nur um, was du festlegst.

Robo-Advisor, ETF-Sparplan oder klassische Vermögensverwaltung?

Drei Wege führen zum breit gestreuten Portfolio, sie unterscheiden sich bei Einstieg, Kosten und der Frage, wer entscheidet.

MerkmalETF-Sparplan selbstRobo-AdvisorKlassische Vermögensverwaltung
Einstiegkleine Monatsraten0 EUR bis 3.000 EUR, Sparplan ab 1 EURhohe Einstiegssummen, je nach Haus
Wer entscheidetduAnbieter, nach festen Regelnpersönlicher Vermögensverwalter
Laufende Kostennur Fondskosten, Orders oft kostenlos0,56 % bis 0,98 % p. a.Gebühr nach Vereinbarung, meist Prozentsatz plus Erfolgsbeteiligung
Dein AufwandAuswahl, Umschichten, DisziplinFragebogen, EinzahlenGespräche, Einzahlen

ETF-Sparplan: Hier baust du das Portfolio selbst, zahlst keine Servicegebühr und entscheidest alles allein. Bei 25.000 EUR und 0,20 % Fondskosten sind das 50 EUR im Jahr statt 140 EUR bis 245 EUR. Wie du startest, zeigt unser Ratgeber ETF für Anfänger, die passenden Broker findest du im ETF-Sparplan Vergleich.

Klassische Vermögensverwaltung: Wer bei „Vermögensverwaltung" sucht, landet oft bei Privatbanken. Dort bekommst du persönliche Betreuung und Einzeltitel, zahlst dafür aber individuell vereinbarte Gebühren und brauchst deutlich mehr Startkapital. Für Beträge, mit denen ein Robo-Advisor arbeitet, kommt sie meist nicht in Frage.

Wer beaufsichtigt Robo-Advisor in Deutschland?

Finanzportfolioverwaltung ist in Deutschland erlaubnispflichtig, zuständig ist die BaFin. Anbieten dürfen sie Banken mit Erlaubnis nach § 32 KWG und Wertpapierinstitute mit Erlaubnis nach § 15 WpIG. Anbieter aus anderen EU-Ländern dürfen mit ihrer Heimatlizenz über den EU-Pass tätig werden; dann beaufsichtigt vor allem die Behörde im Herkunftsland.

Von den 13 Angeboten, die wir für Deutschland bewerten, stehen zwölf unter Aufsicht der BaFin, als Bank oder als Wertpapierinstitut. Bei UnitPlus verwaltet die slowakische Wertpapierfirma Finax über eine Frankfurter Zweigniederlassung, beaufsichtigt von der slowakischen Nationalbank und der BaFin.

💡 Ob ein Anbieter zugelassen ist, prüfst du selbst in der Unternehmensdatenbank der BaFin. Eine Erlaubnis ist ein Mindeststandard für Aufsicht und Anlegerschutz, aber kein Schutz vor Verlusten.

Wie sicher ist dein Geld, wenn der Anbieter pleitegeht?

Deine Wertpapiere gehören dir, auch wenn Anbieter oder Depotbank insolvent werden: Der Verwalter bekommt laut BaFin eine Vollmacht für dein Depot, aber keine Befugnis, sich Eigentum an deinem Geld oder deinen Wertpapieren zu verschaffen. Im Depot gelten sie als Sondervermögen und fallen nicht in die Insolvenzmasse.

Für die Fälle, in denen das nicht reicht, gibt es zwei Netze:

  • Einlagensicherung: Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist bei Banken bis 100.000 EUR pro Person und Bank gesichert (§ 8 EinSiG).
  • Anlegerentschädigung: Kann ein Institut Wertpapiere nach einer Insolvenz ausnahmsweise nicht herausgeben, ersetzt die Entschädigungseinrichtung 90 % der Forderung, höchstens 20.000 EUR (§ 4 AnlEntG).

Wichtig ist, was nicht geschützt ist. Die Anlegerentschädigung ersetzt keine Kursverluste und greift auch nicht, wenn der Anbieter schlecht verwaltet hat. Was bei Brokern und Depotbanken sonst noch zählt, liest du im Ratgeber Broker-Sicherheit.

Und die Steuer?

Auf Gewinne, Ausschüttungen und die Vorabpauschale fallen in Deutschland 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an, zusammen 26,375 %. Alle 13 Anbieter im Vergleich führen die Steuer automatisch ab, du musst die Erträge nicht in der Steuererklärung angeben. Mit einem Freistellungsauftrag bleiben Erträge bis 1.000 EUR im Jahr steuerfrei, bei Zusammenveranlagung bis 2.000 EUR (§ 20 Abs. 9 EStG).

Zwei Punkte sind beim verwalteten Depot anders als beim selbst geführten: Jedes Rebalancing verkauft Anteile mit Gewinn, und auf diesen Gewinn fällt sofort Steuer an. Und bei thesaurierenden ETFs zahlst du die Vorabpauschale, für 2026 höchstens 2,24 % des Fondswerts zum Jahresanfang, abgeleitet aus dem Basiszins von 3,20 %. Wie Abgeltungsteuer, Verlustverrechnung und Freistellungsauftrag zusammenspielen, erklärt der Ratgeber Depot und Steuern im Überblick.

Fazit: Bequem, aber nicht kostenlos

Ein Robo-Advisor legt dein Geld nach deinem Risikoprofil in ETFs an und kostet bei den 13 Angeboten im Capitalo-Vergleich 0,56 % bis 0,98 % pro Jahr. Er hält das Portfolio nach festen Regeln auf Kurs, der Einstieg liegt zwischen 0 EUR und 3.000 EUR. Er passt, wenn du langfristig anlegst und die Entscheidungen abgeben willst. Wer sich einen ETF-Sparplan selbst zutraut, fährt günstiger.

Achte beim Vergleich auf drei Dinge: Gesamtkosten brutto inklusive Fondskosten und Umsatzsteuer, eine Depotbank mit deutscher Einlagensicherung und eine BaFin-Erlaubnis.

👉 Welche Anbieter wie abschneiden: Robo-Advisor Vergleich nach Capitalo Score

Eine Anlage in Wertpapiere ist mit Risiken verbunden. Der Wert deines Portfolios kann schwanken, Verluste bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sind möglich. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Ergebnisse. Dieser Ratgeber ist keine Anlageberatung.

Quellen

  1. BaFin: Robo-Advice (Verbraucherinformation) und Automatisierte Finanzportfolioverwaltung (Erlaubnispflicht nach § 32 KWG, § 15 WpIG). https://www.bafin.de
  2. Bundesministerium der Justiz: § 64 WpHG, § 8 EinSiG, § 4 AnlEntG, § 20 und § 32d EStG, § 18 und § 20 InvStG. https://www.gesetze-im-internet.de
  3. Bundesministerium der Finanzen: Basiszins zur Berechnung der Vorabpauschale zum 2. Januar 2026 (Schreiben vom 13. Januar 2026). https://www.bundesfinanzministerium.de
  4. Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: Robo Advisor können die Beratungsmisere nicht beheben. https://www.verbraucherzentrale-bawue.de
  5. Konditionen der 13 Anbieter: Capitalo-Produktdaten, geprüft gegen Preisverzeichnisse und Kundendokumente der Anbieter.

Häufige Fragen zum Robo-Advisor

Ab welchem Betrag ist eine Vermögensverwaltung sinnvoll?

Einen Mindestbetrag brauchst du bei zwei der 13 Anbieter gar nicht, bei den übrigen reicht er von 10 EUR bis 3.000 EUR. Sinnvoll wird ein Robo-Advisor, sobald du Geld mindestens fünf Jahre entbehren kannst und einen Notgroschen auf dem Tagesgeld hast. Je höher der Betrag, desto stärker fällt die Gebühr in Euro ins Gewicht: 0,8 % sind bei 10.000 EUR 80 EUR, bei 50.000 EUR 400 EUR im Jahr.

Ist ein Robo-Advisor sinnvoll?

Ja, wenn du langfristig in ETFs anlegen willst und die Auswahl, das Umschichten und die Disziplin abgeben möchtest. Nein, wenn du dir einen ETF-Sparplan selbst zutraust: Dann sparst du die Servicegebühr von 0,35 % bis 0,90 % im Jahr. Ein Robo-Advisor macht die Anlage bequemer, nicht renditestärker.

Welche Nachteile haben Robo-Advisor?

Der wichtigste Nachteil ist die laufende Gebühr: 0,56 % bis 0,98 % pro Jahr inklusive Fondskosten bei den bewerteten Angeboten, auch in Verlustjahren. Dazu kommen kein Einfluss auf einzelne Positionen und ein Algorithmus, den du nicht einsehen kannst. Und ein Robo-Advisor schützt nicht vor Kursverlusten. Er verteilt das Risiko nur nach deinen Vorgaben.

Kann ich jederzeit an mein Geld?

Bei allen 13 Anbietern gibt es keine Mindestlaufzeit, du kannst jederzeit verkaufen. Bei Teilentnahmen verlangen Gerd Kommer, Whitebox, growney und bevestor, dass ein Restbetrag im Depot bleibt, zwischen 20 EUR und 200 EUR. Bedenke: Wer in einer Schwächephase verkauft, macht Buchverluste endgültig.

Was ist der Unterschied zwischen Robo-Advisor und ETF-Sparplan?

Beim ETF-Sparplan eröffnest du ein Depot und kaufst selbst regelmäßig ETFs, du entscheidest alles allein und zahlst nur die Fondskosten. Beim Robo-Advisor beantwortest du einen Fragebogen, identifizierst dich online und überweist den Betrag, den Rest übernimmt der Anbieter gegen 0,35 % bis 0,90 % Servicegebühr. Das Portfolio kann in beiden Fällen dasselbe sein.

Welche Robo-Advisor gibt es in Deutschland?

Wir bewerten 13 Angebote: quirion Digital, growney, ING Smart Invest, Whitebox, Gerd Kommer Capital, fintego, Ginmon, bevestor Select, Scalable Wealth, Raisin Digitale Vermögensverwaltung, UnitPlus AktienPlus, VisualVest und comdirect cominvest. Zwölf stehen unter BaFin-Aufsicht, UnitPlus arbeitet über die slowakische Finax. Wie sie im Capitalo Score abschneiden, siehst du im Robo-Advisor Vergleich.

Alexander Senger

Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger

Gründer & Geschäftsführer

Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.

Erfahrung

15+ Jahre Finanzbranche

Qualifikation

Diplom-Finanzfachwirt (FH)

Registrierung

§34c & §34d GewO

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