Finanzierung

Unter dem Begriff Finanzierung wird die Mittelherkunft für eine Investition verstanden. Im Allgemeinen lassen sich Finanzierungen in Deutschland durch Fremdkapital, Eigenkapital und dem dazwischen liegenden Mezzanine-Kapital unterscheiden. Im Bereich des Bankwesens bezieht sich der Begriff Finanzierung meist auf die Kreditfinanzierung.

Unterscheidungsmerkmale bei der Finanzierung: Kredit, Laufzeit und Verwendungszweck

Im Hinblick auf die Fristigkeiten lassen sich bei der Kredit Finanzierung drei Arten unterscheiden: Langfristige, mittelfristige und kurzfristige Kredite. Je höher die Kreditbeträge, desto länger fallen in der Regel auch die Laufzeiten aus, damit die Tilgung in kleineren Raten getätigt werden kann. Die Laufzeit eines Kredites wirkt sich auch auf den Zinssatz aus: Je mehr Zeit sich Kreditnehmer mit der Rückzahlung lassen möchten, desto mehr Aufwendungen müssen für Zinsen aufgebracht werden. Das liegt neben der eigentlichen Verzinsung der jeweils verbleibenden Restschuld auch daran, dass das Risiko eines Kreditausfalls durch unvorhergesehene Ereignisse bei langen Zeiträumen kaum noch zu kalkulieren ist.

Langfristige Kreditfinanzierung

Ein typisches Beispiel für eine langfristige Kreditfinanzierung ist das Immobiliendarlehen. Die Laufzeiten können hierbei mehrere Jahrzehnte betragen, in denen der Kreditbetrag Monat für Monat zurückgezahlt wird. Für langfristige Finanzierungen ist wegen der kaum überschaubaren Zeiträume ein vergleichsweise hohes Maß an Sicherheiten notwendig. Im Bereich der Immobilienfinanzierung haben sich dafür Hypothek und Grundschuld etabliert, wobei letzterer wegen der flexibleren Handhabung mittlerweile oftmals der Vorzug gegeben wird.

Mittelfristige Kreditfinanzierung

Die meisten Ratenkredite fallen in den Bereich der mittelfristigen Finanzierung. Diese umfasst in der Regel Laufzeiten zwischen 12 und 84 Monaten. Typische Beispiele sind Konsumenten- und Autokredite. Diese werden meist als Annuitätendarlehen vergeben, deren wichtigstes Merkmal darin liegt, dass die monatlichen Raten stets konstant sind. Daneben werden auch Tilgungsdarlehen mit sinkenden Raten angeboten. Der Tilgungsanteil bleibt auch hier konstant, wohingegen sich der Zinsanteil Monat für Monat verringert. Lediglich Zins- und Tilgungsanteil variieren im Laufe der Zeit. Das ermöglicht Kreditnehmern eine solide Finanz- und Budgetplanung über die gesamte Laufzeit hinweg. Seltener hingegen sind endfällige Darlehen, bei denen der komplette Kreditbetrag erst am Ende der Laufzeit getilgt wird.

Kurzfristige Kreditfinanzierung

In diesen Bereich der Finanzierung fallen Kredite, deren Laufzeiten 12 Monate nicht oder nur selten übersteigen, wobei solche Zeiträume von Bank zu Bank auch Auslegungssache sein können. Zu den wichtigsten Arten der kurzfristigen Kredit Finanzierung gehört der Dispositionskredit. Dieser bezeichnet die Kontoführung im Soll (umgangssprachlich im Minus). Inanspruchnahme und Rückzahlung des Dispokredites gestalten sich dabei völlig flexibel – praktisch mit jedem Geld-Ein und -ausgang. Bis zu welchem Betrag das Girokonto im Soll in Anspruch genommen werden kann, hängt von der vereinbarten Kreditlinie ab, deren Höhe sich wiederum am Einkommen des Kontoinhabers bemisst. Erst bei einer Überschreitung dieser Linie spricht man von einer Überziehung.

Weitere Unterscheidungsmerkmale bei der Kredit Finanzierung

Die Arten der Finanzierung lassen sich aber auch nach dem über Fremdkapital zu finanzierenden Anteil unterscheiden. Wird eine Investition zu 100 Prozent per Kredit finanziert, spricht man von einer Vollfinanzierung. Da hier keinerlei Eigenmittel aufgewendet werden, ist die Vollfinanzierung im Hinblick auf die Zinssätze oftmals auch die teuerste Variante.

Eine weitere Form der Finanzierung stellt die Umfinanzierung dar. Diese wird häufig auch als Umschuldung bezeichnet. Gemeint ist damit die Ablösung eines bestehenden Kredites durch die Aufnahme eines neuen. Vorteile entstehen dem Kreditnehmer durch günstigere Konditionen. Diese können sowohl die Rückzahlung in Form niedrigerer Raten oder die Kosten durch günstigere Zinssätze betreffen. Als Umfinanzierung kann auch die Anschlussfinanzierung bei einem Immobiliendarlehen bezeichnet werden. Nach der vereinbarten Zinsbindungsfrist steht es dem Kreditnehmer frei, sich nach günstigeren Angeboten bei anderen Banken umzusehen, mit denen sich die verbleibende Restschuld finanzieren lässt.

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.

Autor
Über den Autor Alexander Senger

Alexander Senger ist Geschäftsführer und verantwortet das Online-Marketing von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 2008 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale.

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