Rentable Geldanlage für Kinder

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Finanziell für den Nachwuchs vorsorgen – wer Geld für Kinder oder Enkel zurücklegen möchte, hat es in Zeiten niedrigen Zinsen schwer. Das gute alte Sparbuch ist dabei ebenso passé wie so mancher klassische Banksparplan. Was also tun, wenn man langfristig Rendite für den Nachwuchs erzielen will? Diese Möglichkeiten gibt es und darauf sollten Sie bei Kontoeröffnung und Co. achten.

Früher wanderte das Taschengeld oder Geldgeschenke an Geburtstagen und Besuchen bei Oma und Opa einfach ins Sparschwein, das einmal im Jahr – meist zum Weltspartag im Oktober – aufs Sparbuch wanderte. Auch der ein oder andere kleine Banksparplan mit monatlichen Einzahlungen fand sich unter dem Weihnachtsbaum. Beides lohnt sich mittlerweile kaum mehr, will man Geld für seine Kinder, die Enkel oder den Paten erfolgreich ansparen. Die Folge: Alternativen müssen gefunden werden und das nicht selten mit höherem Risiko. Dabei ist es gar nicht so einfach, noch einigermaßen zufriedenstellende Renditen zu bekommen – doch wer vergleicht und abwägt, der wird auch heute durchaus fündig.

Wie hoch darf das Risiko eigentlich sein?

Bevor es aber ans Sparen für den Nachwuchs geht, sollte sich die Frage nach der Sicherheit stellen. Natürlich will man eine Geldanlage für Kinder und Co. so sicher wie möglich gestalten – schließlich muss diese viele Jahre überdauern. In Zeiten niedriger Zinsen aber lassen sich mit klassischen Sparformen, die unter die gesetzliche Einlagensicherung fallen, meist kaum noch Renditen oberhalb der Inflationsrate erzielen – ein entscheidendes Kriterium aber, denn andernfalls verliert das angesparte Geld über die Jahre real an Wert und der Nachwuchst steht am Ende mit weniger da

Überlegt handeln: Als Eltern, Opa und Oma oder Paten sollten Sie daher clever zu werke gehen, Sparziele genau abklären und ihre Investition in die kommende Generation durch eine möglichst gekonnte Risikostreuung optimieren. Und für eine durchdachte Kombination aus renditestarken Anlagen und risikoarmen Sparformen gibt es auch aktuell zahlreiche Möglichkeiten.

Flexible Sparkonten für den kleinen Geldsegen

Spezielle Juniorkonten: Nahezu alle Banken und Sparkassen in Deutschland bieten spezielle Guthabenkonten für Kinder und Minderjährige an. Solcherlei Spar- und Juniorkonten sind sogar meist besser verzinst als normale Anlagekonten für Erwachsene. Allerdings gelten hier in der Regel leider strenge Höchstanlagebeträge – für eine sinnvolle Vorsorge über Jahre hinweg sind diese oft kaum ausreichend.

Online Tagesgeld: Anders ist dies bei modernen Online Tagesgeldkonten Auch diese bieten für Neukunden oft bis zu einem Prozent Zins und sind dabei äußerst flexibel. So lassen sich kleinere und größere Geldgeschenke bequem und sicher parken, regelmäßige Einzahlungen vornehmen und bei Bedarf kann sogar jederzeit darauf gegriffen werden. Dabei gibt es – unabhängig vom angesparten Betrag – stets gleich hohe Zinsen und Gebühren sucht man vergebens. Allerdings ist der Zinssatz hier variabel, will heißen Banken können ihn jederzeit dem aktuellen Marktzins anpassen. Dieser kannte gerade in den letzten Jahren in Deutschland – mit Ausnahme einiger Aktionsangebote – meist nur eine Richtung: nach unten.

Wichtig: Auf einem Tagesgeldkonto sollte sich möglichst nur Geld befinden, das möglicherweise auch zeitnah benötigt wird. Spätestens wenn der 18. Geburtstag von Kind und Enkel näher rückt, empfiehlt es sich zudem angespartes Kapital aus langfristigen Geldanlagen rechtzeitig auf einem Tagesgeldkonto zu deponieren. Über dies kann der Nachwuchs dann je nach Lust und Laune jederzeit kostenfrei verfügen.

Einmalanlagen mit Festzins für größere Geldgeschenke

Möchten Sie hingegen höhere Beträge dem Nachwuchs zukommen lassen, dann empfiehlt sich ein klassisches Festgeldkonto. Auch hier gibt es spezielle Angebote bei Banken und Sparkassen für Kinder und für Minderjährige. Generell ist aber das Angebot an fest verzinsten Sparkonten sehr groß – mit guten Zinsen gerade bei Direktbanken. Wie der Name schon verrät, sind Festgelder in aller Regel deutlich unflexibel. Guthaben werden hier für einen fest vereinbarten Zeitraum angelegt und sind – wenn überhaupt – meist nur mit deutlichen Zinsabschlägen vor Ablauf der Bindungsfrist erreichbar. Im Gegenzug liegen die Zinsen, je nach Laufzeit und deponierter Summe, meist deutlich höher als beim Tagesgeld – aktuell sogar bis zu zwei Prozent.

Langfristiger Horizont: Ein Festgeldkonto ist also wie geschaffen, um größere Geldgeschenke bei guter Rendite längerfristig und ohne Risiko zu deponieren. Allerdings sollten Sie beachten: Auch die Festgeld-Zinsen sind vom allgemein niedrigen Zinsniveau seit Jahren betroffen. Daher empfehlen sich Festgeldanlagen mit langen Laufzeiten von mehr als fünf Jahren aktuell eher weniger. Schließlich könnte hier der Nachwuchs von möglichen Zinssteigerungen in näherer Zukunft nicht unmittelbar profitieren.

Junior-Depot und ETF-Sparplan für mehr Risiko

Wer mehr Risiko – und damit meist höhere Rendite bei der Geldanlage – wünscht, sollte die Börse für sich arbeiten lassen. Auch wenn gerade die Generationen aufgrund der Volatilität von Wertpapieren dem Börsenparkett oftmals eher abgeneigt ist, sind gerade Aktien eine durchaus überlegenswerte Geldanlage-Option für künftiges Sparvermögen von Kinder und Enkel. Denn gerade mit einem langfristigen Anlagehorizont lassen sich Wertschwankungen bequem aussitzen und letztendlich eine deutlich höhere Rendite erzielen als auf dem risikoarmen Sparkonto.

Junior-Depot: Empfehlenswert sind dabei sogenannte Junior-Depots, die nahezu alle Banken und Sparkassen im Angebot haben. Dieses Bankkonto enthält Wertpapiere wie beispielsweise Aktien oder Fondsanteile speziell für Kinder und Jugendliche und wird auch in deren Namen geführt. Ein wichtiger Vorteil: Solche Online Depots dürfen hochriskante und spekulative Wertpapiere erst gar nicht aufnehmen – hier hat der Gesetzgeber im Sinne der Sicherheit durchaus mitgedacht.

Trend ETF: Der risikoärmste Weg, in Aktien zu investieren, führt dabei in über moderne Anlageformen wie den sogenannten ETF (Exchange Traded Funds). Eher passiv gemanagt, bilden solche Fonds meist verhältnismäßig sichere Indexes nach – etwa den DAX oder weiter gefasste internationale Aktienindexe wie MSCI World oder den MSCI ALL Country World. Wer also monatlich kleine Beträge ansparen möchte und ein gewisses Risiko nicht scheut, investiert hier automatisch in mehrere Aktientitel, streut automatisch sein Risiko und kann Börsenschwankungen sogar zusätzlich durch den sogenannten Cost-Average-Effekt (Durchschnittspreis durch mehr oder weniger monatliche Anteile je nach aktuellem Börsenwert) ausgleichen. Auch die Gebühren für ETF fallen deutlich geringer aus als bei klassischen Aktienfonds.
Entscheidender Vorteil: Der monatliche finanzielle Aufwand ist durchaus überschaubar: Dem Nachwuchs ein kleines Vermögen an der Börse aufzubauen, das ist bei den allermeisten ETF-Sparplänen bereits ab 25 oder 50 Euro pro Monat möglich. Wichtig aber: Ein ETF-Investment rentiert sich meist nur bei einem langfristigen Anlagehorizont. Es sollten also nach Möglichkeit ETF-Anteile nicht zwingend vorab mit Verlust verkauft werden müssen.

Der Bausparvertrag als Klassiker

Schließlich bleibt auch die Alternative des guten alten Bausparvertrages. Schon früher bei Oma und Opa beliebt, erfreut sich das Bausparen auch heute noch immer großer Beliebtheit in Deutschland. Das hat durchaus seine Gründe und so manche Vorzüge für die längerfristige Vermögensbildung.
Staatliche Prämie lockt: Neben der sicheren Geldanlage und der staatlichen Bausparprämie garantiert ein Bausparvertrag auf Jahre hinaus die Möglichkeit ein verbilligtes Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen, um beispielsweise später dem Nachwuchs sein Eigenheim mitzufinanzieren.
Heute weitaus flexibler: Zudem erweisen sich Bausparer heute weit flexibler beim Ansparen sowie bei deren späteren – längst müssen mit dem Darlehen nicht zwingen mehr eine Wohnung oder ein Haus finanziert werden. Bausparkassen bieten zudem für jüngere Vertragsnehmer spezielle Konditionen an.
Somit ist auch ein Bausparer durchaus als Geschenk geeignet und ein cleveres Startgeld für die Zukunft Ihre Kinder, Enkel, Nichten oder Neffen.

Auf den Namen des Kindes oder im eigenen Namen anlegen?

Viele Geldanlagen bieten die Option, offiziell dem Kind zugeschrieben zu werden. Bei Geldanlegen, die auf den Namen eines Kindes eröffnet werden, gelten allerdings spezielle Bedingungen. Eltern müssen das Konto zwar eröffnen und dürfen es verwalten, das Geld gehört aber nur dem Nachwuchs. Sobald dieser volljährig ist, darf er darüber frei verfügen. Großeltern benötigen zudem die Vollmacht der Eltern des Kindes, alleinerziehende brauchen einen Nachweis über das alleinige Sorgerecht.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Vorteile Nachteile
Mündelsicherheit Die Kapitalanlage gilt als mündelsicher. Sie gehört also per Gesetz dem Kind oder Enkel und darf nur für sie bzw. von ihnen verwendet werden (ab Volljährigkeit). Sollte das Geld – auch für Notfälle – wider Erwarten doch anderweitig genutzt werden, könnte dies als Betrug gelten.
Steuervorteile Läuft die Geldanlage auf den Namen des Nachwuchses, gilt sie auch steuerlich als dessen Eigentum. So lässt sich beispielsweise der Steuerfreibetrag des Kindes nutzen. Der gesamte Freibetrag ist dabei frei verfügbar, wenn das Kind kein eigenes Einkommen bezieht. Ist die aktuell verfügbare Geldsumme zu hoch, könnte die kostenlose Mitversicherung bei der Krankenkasse der Eltern unter Umständen wegfallen. Weiters könnte dem Kind oder Enkel ein später bestehender Anspruch – etwa auf BAföG – verweigert werden.
Überblick und Kontrolle Ein Auszahlungsplan kann gegebenenfalls verhindern, dass Kind oder Enkel das angesparte Vermögen sofort verprasst, sobald sie volljährig sind. Sobald Kind und Enkel volljährig sind, haben die Eltern keinerlei Einfluss darauf, wofür das angesparte Vermögen verwendet wird.

Cleveres Nachwuchssparen – 5 Tipps

  1. Sicherheit und reale Rendite beachten: Die Sicherheit jeder Investition für den Nachwuchs sollte zwar an oberste Stelle stehen. Vergleichen Sie die Rendite der jeweiligen Geldanlage – diese sollte möglichst oberhalb der Inflationsrate liegen. Ein gekonnter Risiko-Mix beim Nachwuchssparen ist hier die beste Lösung.
  2. Besser früher anfangen: Je früher Sie mit dem Sparen für den Nachwuchs beginnen, desto mehr profitiert dieser vom Zinseszinseffekt bei Sparkonten. Zudem ermöglicht ein langer Anlagehorizont an der Börse den Ausgleich von Wertschwankungen und somit höhere Renditen.
  3. Sparen ohne Pausen: Bauen Sie das Sparvermögen für Kind und Enkel möglichst konstant auf und sparen Sie dabei regelmäßig ohne Pausen. Mit Sparplänen oder Daueraufträgen geht das ganz einfach und bequem.
  4. Umschichten, wenn der Nachwuchs volljährig wird: Rückt der lang ersehnte 18. Geburtstag näher, sollten Investitionen rechtzeitig auf sichere flexible Sparkonten wie Tagesgeld umgeschichtet werden. Das schafft Sicherheit und Kind wie Enkel können so frei über das Geld verfügen.
  5. Im Namen des Kindes – oder nicht: Zwar lassen sich bei Geldanlagen auf Namen des Nachwuchses mitunter Steuern sparen. Allerdings sollten mögliche Nachteile für das Kind – beispielsweise im Hinblick auf Krankenversicherung, BAföG und Co – unbedingt beachtet werden. Entscheiden sind hier aber die Höhe der Einzahlungen sowie der Anlagehorizont.
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