Ein Kontokorrentkonto ist im Grunde ein normales Girokonto, welches um die Option erweitert wurde, auch im Soll (umgangssprachlich auch “im Minus”) geführt werden zu können. Der Unterschied von Girokonto zu Kontokorrentkonto liegt also darin, dass davon keine Beträge mehr abgebucht werden können, wenn das Guthaben einmal bei null angelangt ist. Diese Möglichkeit bzw. deren Inanspruchnahme wird auch als Kontokorrentkredit bezeichnet. Auf privaten Konten ist auch der Begriff Dispositionskredit oder kurz Dispo gebräuchlich. Der größte Vorteil dieser Kreditform liegt in ihrer Flexibilität. Einmal beantragt, lässt sich der Kontokorrentkredit jederzeit in Anspruch nehmen. Gleiches gilt für die Rückzahlung, die praktisch mit den üblichen Zahlungseingängen vorgenommen wird. Ein Kontokorrentkonto bietet also im Unterschied zum Girokonto einen erweiterten finanziellen Handlungsspielraum.

Natürlich lassen sich auf diesem Wege nur Beträge bis zu einer bestimmten Höhe in Anspruch nehmen. Dieser Höchstbetrag wird von Banken als Kreditlinie bezeichnet. Ihr wird meist ein Zwei- oder Dreifaches der durchschnittlichen monatlichen Einkünfte zugrunde gelegt. Ein Beispiel: Werden auf einem Girokonto im ersten Monat 1.800 Euro, im zweiten 2.000 Euro und im dritten 1.600 Euro an Geldeingängen verbucht, liegt der durchschnittliche Geldeingang bei 1.800 Euro, was eine Kreditlinie in Höhe zwischen 3.600 Euro und 5.400 Euro bedeuten würde. Wie die Höhe genau berechnet wird, muss jedoch bei der jeweiligen Bank nachgefragt werden. Zu beachten ist jedoch, dass bei einem Kontokorrentkonto die Zinsen deutlich höher liegen als beispielsweise bei Ratenkrediten. Die Bank weiß nämlich nicht, wann genau die ausstehenden Beträge zurückgezahlt werden und kann folglich auch nicht damit kalkulieren.