Versicherungen: Besser digital als traditionell

Die Digitalisierung wirbelt alle Branchen durcheinander – und auch Versicherungen sind davon massiv betroffen. Die Kunden erwarten sich nicht nur digitale Services wie Apps, sondern sehen sich zudem ständig nach neuen Angeboten um. Dabei wenden sie sich zunehmend von den klassischen Anbietern ab und interessieren sich für sogenannte BigTech-Versicherungen – darunter versteht man Versicherungsangebote der großen Online- und Digitalunternehmen wie Amazon oder Google.

Das hat der World Insurance Report 2020 von Capgemini und Efma ergeben. Weltweit kann sich schon mehr als ein Drittel der dafür Befragten vorstellen, einen Versicherungsvertrag von einem solchen Newcomer in der Versicherungsbranche abzuschließen. In Deutschland sind es zwar erst weniger als ein Viertel (für Österreich dürften die Zahlen ähnlich sein), aber der Trend ist klar: Tradition schützt nicht vor neuer Konkurrenz. Und die Markt- und Marketingmacht der großen Konzerne könnte bald eine Branche durcheinander wirbeln, in der die Tragweite der Digitalisierung bisher nur zum Teil erfasst wurde.

Tatsache ist: Die Konsumenten werden mündiger, informieren sich selbst über neue Angebote und bevorzugen den direkten Weg zum Abschluss einer Versicherung. Dabei sind es keineswegs nur jüngere Zielgruppen, die eine hohe Affinität für Online-Themen und digitale Kanäle aufweisen. Längst begeistern sich auch ältere Generationen für Online-Recherchen und andere Möglichkeiten, die das Internet bietet. Dazu kommt, dass Bewertungen im Internet immer wichtiger für eine Entscheidung für oder wider eine bestimmte Versicherung werden.

Stark im Kommen sind vor diesem Hintergrund sogenannte nutzungsbasierte Versicherungen, diese basieren auf dem tatsächlichen Verhalten anstatt auf historischen Daten. So werden bei einer nutzungsbasierten Kfz-Versicherung unter anderem die tatsächlich zurückgelegten Kilometer sowie die Fahrtstrecken (etwa innerstädtisch oder Autobahnen) für die Berechnung der Prämien angewendet. Noch sind solche Versicherungsangebote aber rar, zumindest in Europa.

Ebenso mangelt es nach Ansicht der Konsumenten vielfach an digitalen Werkzeugen, die von Versicherungen zur Verfügung gestellt werden: Nur rund ein Drittel der Versicherungen hat solche im Angebot. Dabei könnte diese Tools nicht nur die Kundentreue steigern, sondern bieten die Chance auf zusätzliche Abschlüsse. Nur mit Individualisierung und Zuverlässigkeit ihrer Services könnten traditionelle Versicherung eine Abwanderung zur neuen, digitalen Konkurrenz verhindern, heißt es im Capgemini-Report.

Sicher ist darüber hinaus, dass Vergleiche von Versicherungen im Internet einfacher und bequemer sind. Wer hier das richtige Tool zur Hand hat, kann in wenigen Minuten das beste Angebot finden – und sich dadurch viel Geld sparen.

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Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.