Aktiv vs. Passiv: Dein ETF-Investitionsleitfaden | Capitalo
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Aktive ETFs vs. passive ETFs: Dein Leitfaden zur intelligenten Investition

Wenn es um die Geldanlage in Investmentfonds geht, haben Exchange Traded Funds (ETFs) in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen aktiven und passiven ETFs, auch bekannt als gemanagte und Indexfonds? In diesem Artikel werden wir dir helfen, diese Frage zu beantworten, indem wir die Vor- und Nachteile beider Ansätze beleuchten und dich dabei unterstützen, auf der Basis dieses Wissens fundierte Anlageentscheidungen zu treffen.

Aktive ETFs: Die Suche nach der Überrendite

Aktive ETFs zeichnen sich durch ein aktives Fondsmanagement aus, bei dem Fondsmanager kontinuierlich die Wertpapiere, wie zum Beispiel Aktien, im Portfolio überwachen und ihre Positionen anpassen. Die Grundidee hinter aktiven ETFs ist es demnach, den Vergleichsindex zu schlagen und eine überdurchschnittliche Rendite, die sogenannte Überrendite, zu erzielen. Allerdings sind mit dieser Strategie auch einige Herausforderungen und ein höheres Risiko verbunden, denn die Suche nach der Überrendite erfordert einerseits eine sorgfältige Analyse und andererseits fortgeschrittene Kenntnisse des Marktes.

Passive ETFs: Das Streben nach Marktrenditen

Passive ETFs hingegen verfolgen einen gänzlich anderen Ansatz. Sie bilden eine bestimmte Anlageklasse, wie beispielsweise den S&P 500 oder auch den deutschen DAX, nach und versuchen nicht, den Markt zu schlagen. Der Fokus liegt hier folglich auf der breiten Diversifikation und dem Erzielen der Marktrendite. Passive ETFs bieten klare Vorteile, aber es ist dennoch wichtig, die zugrunde liegenden Indizes, die Wertentwicklung und die jeweiligen Kostenstrukturen zu verstehen.

Performance und Rendite: Was zählt am Ende?

Bei der Bewertung von ETFs spielt die Performance und Rendite eine entscheidende Rolle. Aktive ETFs haben definitiv das Potenzial, den Markt zu übertreffen und zielen darauf auch ab, aber sie sind im Gegenzug weitaus anfälliger für Schwankungen und können dadurch unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielen. Passive ETFs hingegen bieten solide Renditen, die eng mit den zugrunde liegenden Indizes korreliert sind. Es ist wichtig, dass du deine Anlageziele und Risikotoleranz genau berücksichtigst, um am Ende die richtige Wahl für dein Geld zu treffen.

Kosten und Gebühren: Die versteckten Auswirkungen

Die Kosten und Gebühren von ETFs können erhebliche Auswirkungen auf deine Rendite haben. Aktive ETFs haben in der Regel höhere Verwaltungsgebühren aufgrund des aktiven Fondsmanagements und der damit verbundenen Aufwendungen. Passive ETFs hingegen sind oft kostengünstiger, da sie weniger aktives Management beziehungsweise im Hintergrund agierendes Personal erfordern. Achte deshalb stets auf die Gesamtkostenquote (TER) und vergleiche verschiedene ETFs, um die besten Optionen zu finden.

Einen genauen Kosten- und Renditevergleich zwischen aktiven und passiven ETFs zu machen, kann schwierig sein, da die tatsächlichen Kosten und Renditen von vielen Faktoren abhängen können, einschließlich des spezifischen ETFs, des Fondsmanagers und des Marktzustands. Dennoch kann man einige allgemeine Bemerkungen machen.

Kosten:

  • Aktive ETFs haben in der Regel höhere Kosten als passive ETFs. Das liegt daran, dass sie ein aktives Management erfordern, was in der Regel höhere Gebühren und Kosten mit sich bringt. Diese Kosten können durch eine höhere Managementgebühr, eine höhere Transaktionsgebühr und andere Kosten zum Ausdruck kommen. Die Gesamtkostenquote (TER) für aktive ETFs kann variieren, liegt aber oft bei etwa 0,5% bis 1,5% pro Jahr.
  • Passive ETFs haben tendenziell niedrigere Kosten, da sie einen Index nachbilden und daher weniger aktives Management erfordern. Sie haben in der Regel niedrigere Managementgebühren und Transaktionskosten. Die Gesamtkostenquote (TER) für passive ETFs kann ebenfalls variieren, liegt aber oft bei etwa 0,05% bis 0,5% pro Jahr.

Transparenz und Nachverfolgbarkeit: Ein Blick hinter die Kulissen

Transparenz und Nachverfolgbarkeit sind weitere wichtige Faktoren bei der Auswahl von ETFs. Passive ETFs sind in der Regel transparenter, da sie den zugrunde liegenden Vergleichsindex genau nachbilden. Sie bieten also kaum Platz für Abweichungen. Aktive ETFs hingegen können in ihrer Zusammensetzung variabler sein, was die Überwachung und Analyse für Privatpersonen erheblich erschweren kann. Stelle aus diesem Grund sicher, dass du die Holdings und die Anlagestrategie der dich interessierenden ETFs verstehst, um fundierte Entscheidungen zu treffen, die sich langfristig bezahlt machen.

Anlagestrategien und Markteffizienz: Was passt zu dir?

Die Wahl zwischen aktiven und passiven ETFs hängt insbesondere von deinen Anlagezielen, deinem Anlagehorizont und deinem Risikoprofil ab. Wenn du bereits ein erfahrener Investor bist und bereit bist, relativ viel Zeit und Mühe in die aktive Verwaltung deines Portfolios zu investieren, könnten aktive ETFs eine Option sein. Passive ETFs eignen sich besser für langfristige Anleger, die breit diversifiziert sein und Marktrenditen erzielen möchten. Bedenke auch, dass die Markteffizienz eine Rolle spielt, wenn es um die viel diskutierte Frage geht, ob aktive Fondsmanager den Markt überhaupt schlagen können.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen aktiven und passiven ETFs

KriteriumAktive ETFsPassive ETFs
Management-StilAktive ETFs werden von einem Fondsmanagement-Team verwaltet, das Entscheidungen darüber trifft, in welche Wertpapiere investiert wird.Passive ETFs folgen einem festgelegten Index und versuchen, dessen Leistung zu replizieren. Sie erfordern weniger aktives Management.
ZielDas Ziel ist es, eine Überrendite zu erzielen, d.h. eine höhere Rendite als der Vergleichsindex.Das Ziel ist es, die Performance des zugrunde liegenden Indexes zu replizieren, um Marktrenditen zu erzielen.
RisikoSie können ein höheres Risiko beinhalten, da sie versuchen, den Markt zu schlagen und dies oft mit einer riskanteren Anlagestrategie verbunden ist.Sie haben in der Regel ein geringeres Risiko, da sie einfach einen Index nachbilden und eine breite Diversifikation anstreben.
KostenSie haben in der Regel höhere Kosten, da aktive Verwaltungs- und Forschungskosten anfallen.Sie haben in der Regel niedrigere Kosten, da weniger aktives Management erforderlich ist.
TransparenzDie Transparenz kann geringer sein, da die Fondsmanager ihre Handelsstrategien und -entscheidungen nicht offenlegen müssen.Sie sind in der Regel transparenter, da sie einen bestimmten Index nachbilden und die Bestandteile dieses Indexes bekannt sind.
PerformanceSie haben das Potenzial, den Markt zu übertreffen, aber sie können auch schlechter abschneiden.Sie sind dazu bestimmt, die Performance des Indexes zu replizieren, daher sollte ihre Performance nahe an die des Indexes heranreichen.
AnlagestrategieSie erfordern eine aktivere Anlagestrategie und mehr Aufmerksamkeit seitens des Investors.Sie passen gut zu einer Buy-and-Hold-Strategie und erfordern weniger Aufmerksamkeit seitens des Investors.

Fazit: Eine fundierte Entscheidung treffen

Aktive ETFs und passive ETFs haben, wie in diesem Artikel übersichtlich aufgezeigt, beide ihre Vor- und Nachteile. Die Wahl hängt letztendlich von deinen individuellen Anlagezielen und Präferenzen ab. Es ist ratsam, eine ausgewogene Portfoliodiversifikation zu verfolgen und hierbei sowohl aktive als auch passive ETFs zu berücksichtigen. Kombiniere diese mit einer langfristigen Anlagestrategie und sei bereit, deine Anlagen regelmäßig zu überprüfen. Denke immer auch daran, dass ein gut informierter Anleger die besten Chancen auf langfristigen Erfolg hat.

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.

Autor
Über den Autor Tim Krupka

Tim Krupka beschäftigt sich bereits seit seinem 14. Lebensjahr leidenschaftlich mit Themen rund um Finanzen, Aktien und Börse. Um diesem Interesse nachzugehen und weiteres Wissen zu generieren, studiert er seit 2022 Betriebswirtschaftslehre. Für CAPITALO schreibt er am liebsten über diverse Geldanlagemöglichkeiten und hat dabei stets die Bedürfnisse der Verbraucher im Blick.

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