Auto ummelden

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Wer seinen Wohnort wechselt, auf den wartet in der Regel nicht nur viel Arbeit, sondern auch jede Menge Bürokratie. So muss man seinen neuen Wohnsitz bei der Einwohnerbehörde anmelden oder Telefon, Strom oder Gas ummelden. Was viele vergessen: Auch das eigene Auto muss mit umziehen – und umgemeldet werden.

Laut den Schätzungen des Bundesverkehrsministeriums sind allein im vergangenen Jahr 2014 mehr als 650.000 Fahrzeughalter mit ihrem Auto innerhalb von Deutschland umgezogen. Häufig wird dabei auch der alte Zulassungsbezirk des Fahrzeuges verlassen.

Zulassungsbescheinigung Teil I – Quelle: pexels.com

Wann müssen Sie Ihr Fahrzeug ummelden?

Das eigene Auto ummelden – dafür kann es mehrere Gründe geben. Der wohl häufigste ist sicher der eigene Umzug, bei dem sich natürlich auch der Hauptwohnsitz ändert. Darüber hinaus sind oft auch Änderungen am Fahrzeug selbst ein Anlass, dass die Zulassung verändert werden muss. Beispielsweise der Einbau einer Anhängerkupplung, Änderungen an der Motorisierung, An- und Umbauten an der Karosserie und, und, und: All das kann unter Umständen ein Grund sein, die Zulassungsstelle aufzusuchen und Ummeldungen vornehmen zu lassen.

Häufig kommt die Frage auf, ob eine Namensänderung bei Hochzeit oder Scheidung ein Grund ist, das KFZ umzumelden. Glücklicherweise reicht hierbei die Erfassung der Änderung des Familienstands und des Namens bei der Einwohnerbehörde. Die neuen Daten werden dann automatisch an die zuständige Zulassungsstelle weitergegeben.

Wie und wo wird das Auto umgemeldet?

Der häufigste Grund, das eigene Kfz ummelden zu müssen, ist der Wohnwechsel. Allerdings ist nur dann tatsächlich eine Ummeldung nötig, wenn der Umzug zu einem Wohnsitzwechsel in ein anderes Bundesland oder Regierungsbezirk führt. Liegt also Ihr neuer Wohnsitz weiter entfernt, dann muss das Fahrzeug in der bisher zuständigen Zulassungsstelle abgemeldet und in der neuen Zulassungsstelle angemeldet werden. Ihre jeweils zuständige Zulassungsbehörde erfahren Sie beispielsweise auf der Seite des Kraftfahrbundesamtes – hier finden Sie ein Anschriftenverzeichnis aller Zulassungsbehörden in Deutschland.

Wichtig: Inzwischen können Sie als Fahrzeughalter zwar Ihr altes Nummernschild bundesweit behalten, trotzdem müssen Sie auch das Auto ummelden.

Welche Unterlagen benötigen Sie bei der Zulassungsstelle?

Da die Ummeldung bei der neuen Behörde wie eine Neuanmeldung erfolgt, sind auch die gleichen Dokumente nötig. Neben der Abfrage des Wohnsitzes, den die Zulassungsstelle bei der Einwohnerbehörde durchführt, wird auch eine Versicherungsbescheinigung benötigt. Weiter muss für das Fahrzeug ein Genehmigungsnachweis oder ein Genehmigungsdokument vorgelegt werden. Die Art des Dokuments hängt üblicher Weise davon ab, ob es sich um eine Erst- oder eine neuerliche Zulassung des Kfz handelt. Da aber bei der Kfz-Ummeldung das Fahrzeug schon einmal zugelassen war, wird lediglich das bei der im alten Bezirk ausgestellte Genehmigungsdokument benötigt.

Ihr altes Kennzeichen dürfen Sie behalten

Wer über Länder- und Zulassungsgrenzen hinweg umzog, musste lange Zeit nicht nur sein Auto ummelden, sondern gleichzeitig auch noch ein neues Nummernschild beantragen. Vielen Autofahrern war diese Regel ein echter Dorn im Auge – schließlich sind die Abkürzungen auf dem Nummernschild oftmals auch ein Stück Individualität, die man gerne behält. Seit Anfang 2015 können Sie als Fahrzeugbesitzer immerhin die alten Nummernschilder behalten.

Dennoch müssen Sie Ihr Auto beim Umzug ummelden. Ihre Fahrzeugpapiere können Sie ganz einfach bei der neuen Kfz-Zulassungsstelle umschreiben lassen. Allerdings sind dazu einige Unterlagen nötig, die Sie unbedingt dabei haben sollten, um die Auto-Ummeldung möglichst rasch und problemlos zu erledigen.

Diese Unterlagen benötigen Sie für die Zulassungsstelle zur Ummeldung:

  • Zulassungsbescheinigungen Teil I und II
  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung
  • Versicherungsbescheinigung (eVB Karte)
  • Nachweise für Hauptuntersuchung und AU
  • SEPA-Lastschriftmandat zum Einzug der Kfz-Steuer

Wichtig: Im Falle, dass Sie verhindert sind und ein Vertreter Ihr Kfz für Sie ummelden soll, benötigt dieser zusätzlich eine Vollmacht. Bei Personen unter 18 Jahren müssen die Erziehungsberechtigten Ihr Einverständnis erklären. Hier ist der bürokratische Aufwand entsprechend höher.

Wie hoch sind die Kosten beim Auto-Ummelden?

Inzwischen dürfen Sie zwar Ihr altes Nummernschild behalten und ersparen sich dadurch gut 30 €. Für die Ummeldung des Autos selbst fallen allerdings immer noch Gebühren an, sehr unterschiedlich ausfallen können.
Der Grund: Kommunen in Deutschland bestimmen die Gebührensätze zur Ummeldung selbst, die jeweiligen Kfz-Zulassungsstellen sind an diese Verordnungen gebunden.

Im Durchschnitt müssen Sie bei einer einfachen Ummeldung innerhalb eines Zulassungsbezirkes mit knapp 20 € rechnen. Die Ummeldung eines Autos ohne Halter Wechsel kostet Sie in der Regel um die 26 €. Für eine Kfz-Ummeldung mit Halter Wechsel (mit auswärtigem Kennzeichen) werden hingegen knapp 29 € fällig.

Unser Tipp: In allen Fällen handelt es sich aber lediglich um Gebühren, die für den Verwaltungsaufwand entstehen. Dazu kommen oft weitere Kosten, beispielsweise für ein Wunschkennzeichen (rund 10 €) oder ein Neuprägen der Nummernschilder (etwa 35 € pro Paar). Alles in allem kann also eine Kfz-Ummeldung gut und gerne 60 € und mehr kosten.

Wann muss die Umweltplakette gewechselt werden?

In vielen deutschen Innenstädten gibt es inzwischen sogenannte Umweltzonen, die nur Fahrzeuge mit entsprechender Feinstaubplakette passieren dürfen. Diese Plakette zeigt allerdings nicht nur an, wo Sie mit Ihrem Auto problemlos fahren dürfen – auf der Umweltplakette ist darüber hinaus auch das Kennzeichen vermerkt. Wenn Sie also Ihr Auto ummelden und sich für ein neues Nummernschild entscheiden, dann müssen Sie sich auch eine neue Umweltplakette ausstellen lassen. Eine neue Plakette erhalten Sie unter anderem bei Zulassungsstellen, Automobilverbänden und Ihrem Händler. Oder Sie bestellen Ihre Umweltplakette ganz einfach und bequem online.

Gibt es Fristen für die Kfz-Ummeldung?

Sie sollten sich mit der Ummeldung des Kfz nicht zu viel Zeit lassen. Denn: Melden Sie Ihr Auto nicht um, riskieren Sie im dümmsten Fall ein Bußgeld. Als Frist zur Ummeldung spricht der Gesetzgeber von „unverzüglich“. Allerdings liegt die Auslegung dieser Frist im Ermessen des jeweils zuständigen Sachbearbeiters. Dieser entscheidet letztendlich, ob und in welcher Höhe Sie mit einem Bußgeld belegt werden. Eine genaue und bundeseinheitliche Festlegung existiert in Deutschland nicht, denn die Kfz-Zulassung und Kfz-Steuer sind Ländersache.

Unser Tipp: In der Regel werden Zeiträume von bis zu einem Monat zur Kfz-Ummeldung nicht geahndet. In der Praxis verhalten sich Sachbearbeiter sogar häufig sehr kulant und verzichten auf Bußgelder bei einer Fristüberschreitung von bis zu drei Monaten.

Ist eine Kfz-Ummeldung online möglich?

Es gibt tatsächlich immer noch Dinge, die sich nicht online erledigen lassen. Dazu gehört auch die Kfz-Ummeldung. Das Projekt „i-Kfz“ der Bundesregierung zur internetbasierten Fahrzeugzulassung befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Als Fahrzeughalter können Sie zwar seit Anfang 2015 mithilfe des neuen Personalausweises Fahrzeuge online abmelden, also außer Betrieb setzen – die Zulassung oder Ummeldung von Kraftfahrzeugen ist jedoch noch nicht möglich. Einzige Ausnahme bildet die Hansestadt Hamburg.

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