Ihr Geld im April 2021

Computer kaufen und Steuern sparen

Wer sich bisher einen Computer im Wert von mehr als 800 Euro anschaffte, musste das Geld über mehrere Jahre abschreiben. Doch das ist nun vorbei. Ab sofort können Computer, die den Betrag übersteigen, komplett als Werbungskosten in der Steuererklärung angegeben werden. Das legte das Bundesfinanzministerium fest. Betroffen sind davon PCs, Notebooks, Drucker, Beamer, mobile Workstations und Software. Bei all diesen Geräten geht man nun von einer „betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von einem Jahr“ aus.

Auch Gewinne mit Bitcoins müssen versteuert werden

Wer mit digitalen Devisen, sogenannten Kryptowährungen, spekuliert und dabei Gewinne erzielt, muss eventuell Steuern zahlen. Darauf weisen Fondsgesellschaften in ihrer Aktion „Finanzwissen für alle“ hin. Das heißt: Verkauft ein Anleger Bitcoins innerhalb eines Jahres mit Gewinn, so handelt sich dabei um private Veräußerungsgewinne im Sinne der Finanzbehörden.

Besteuert werden die Gewinne nach dem regulären Einkommenssteuersatz. Lediglich Beträge unterhalb der Freigrenze von 600 Euro sind im Rahmen privater Veräußerungsgeschäfte steuerfrei. Liegt er oberhalb dieser Grenze, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Geringere Mehrwertsteuer in der Gastronomie

Die Gastronomie ist die Branche, die mit am stärksten durch die coronabedingten Einschränkungen betroffen ist. Seit Anfang November dürfen die Betriebe nur Essen zum Mitnehmen anbieten. Nun sollen die Unternehmen weiter steuerlich entlastet werden. Dem stimmte auch der Bundesrat zu. Demnach gilt bis Ende 2022 weiterhin der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 statt 19 Prozent auf Speisen – bei Getränken bleibt der Satz jedoch bei 19 Prozent. Die gastronomischen Betriebe dürfen außerdem steuerliche Verluste aus 2020 und 2021 in größerem Umfang als bisher mit Gewinnen aus dem Vorjahr verrechnen.

Des Weiteren gilt für die Gastronomie:

  • Wer durch die Corona-Krise wirtschaftlich stark betroffen ist, kann bis zum 31. März bei seinem Finanzamt unter erleichterten Bedingungen einen Antrag auf Stundung der Steuern stellen, die bis zum 31. März 2021 fällig geworden sind. Die Stundungen laufen dann bis zum 30. Juni 2021.
  • Anschlussstundungen sollen in einem vereinfachten Verfahren im Rahmen einer Ratenzahlung möglich sein. Diese kann bis zum 31. Dezember 2021 dauern. Die Stundungen sind in der Regel zinsfrei. Über den 30. Juni 2021 hinausgehende klassische Stundungen – ohne Ratenzahlungsvereinbarung – werden wie üblich möglich sein.

Weiterhin erleichterter Zugang zu Kurzarbeitergeld

Die Corona-Pandemie dauert an. Deshalb ist auch der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld nach wie vor möglich. Die Antragsfrist sollte eigentlich Ende März auslaufen. Nun wird sie bis Ende Juni verlängert. Ein Betrieb kann Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Sonst gilt eine Schwelle von 30 Prozent. 

Neues Paket zur Abmilderung der Corona-Krise

Zum 1. April tritt das Sozialschutzpaket III in Kraft. Es soll die finanziellen Folgen der Corona-Krise abmildern. In erster Linie werden damit die Regelungen verlängert, die den Bezug einer staatlichen Grundsicherung erleichtern. Unter anderem bleiben Vermögensprüfungen stark eingeschränkt. Die Wohnkosten werden auch dann vom Staat übernommen, wenn die Betroffenen dafür eigentlich in einer zu großen Wohnung leben.

Regelungen für pflegende Angehörige verlängert

Coronabedingt gelten aktuell großzügigere Regelungen für pflegende Angehörige. Auch hier wurden die zum Monatswechsel auslaufenden Maßnahmen um drei Monate verlängert. Wer als Beschäftigter aufgrund eines kurzfristigen Pflegefalls die Betreuung eines Angehörigen organisieren muss, kann seiner Arbeit damit weiterhin 20 Tage statt der üblichen 10 Arbeitstage fernbleiben. Das Pflegeunterstützungsgeld, das den Lohnausfall ausgleichen soll, wird unverändert 20 Tage lang gezahlt. 

Rente für Landwirte

Künftig profitieren mehr versicherte Landwirte bei der Alterssicherung von staatlichen Zuschüssen. Die Einkommensgrenze, bis zu der ein Beitrag zugeschossen wird, ist zum 1. April auf 60 Prozent der Bezugsgröße in der Sozialversicherung gestiegen. Das sind momentan 22.428 Euro in Ost- und 23.688 Euro in Westdeutschland.

Höhere Gehälter im öffentlichen Dienst

Seit April erhalten die rund 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen mehr Geld. Die Tarifeinigung, die Oktober 2020 erzielt wurde, legt fest:

  • Zum 1. April 2021 steigen die Löhne und Gehälter um 1,4 %, mindestens aber um 50 Euro. Auszubildende bekommen 25 Euro mehr.
  • Eine Steigerung um weitere 1,8 % ist zum 1. April 2022 vorgesehen, für Auszubildende gibt es erneut 25 Euro mehr.
  • Die Jahressonderzahlung wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld steigt für die unteren acht Einkommensgruppen um 5 %.

Seit über 15 Jahren arbeite ich als Texter und bin sehr erfahren in Finanzthemen, vor allem was Geldanlagen und Versicherungen betrifft. In meiner langjährigen Laufbahn habe ich diverse Banken und Versicherer redaktionell betreut.