Ihr Geld im Januar 2021

Das neue Jahr wird – hoffentlich – eine Erholung der Wirtschaft in vielen Ländern bringen. Ausschlaggebend dafür sollen Impfstoffe gegen Corona und die dadurch mögliche Öffnung von Branchen wie Tourismus und Gastronomie sein. Davon mal abgesehen, werden Sparen und Anlegen für Privatpersonen im neuen Jahr wichtige Themen bleiben. Wir haben einige Tipps rund um die persönlichen Finanzen zusammengetragen:

⚖️ 2021: Diese 6 Dinge ändern sich für Versicherte

  1. Altersvorsorge: Anstieg von Steuerersparnis und Sozialabgabenfreiheit
    Die jährliche Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) wirkt sich auf die betriebliche Altersversorgung aus. So können Arbeitnehmer von ihrem Bruttogehalt per Entgeltumwandlung bis zu acht Prozent der BBG steuerfrei und vier Prozent sozialabgabenfrei zur Investition in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds nutzen. Die aktuelle BBG finden sie hier.
  2. Änderungen in der gesetzlichen Rentenversicherung
    Es gelten neue Einkommensgrenzen: Versicherte in der allgemeinen Rentenversicherung müssen Beiträge bis zu einem Bruttoeinkommen von 7.100 Euro monatlich in den alten und 6.700 Euro in den neuen Bundesländern zahlen. Wer mehr verdient, muss für den Teil seines Bruttogehalts, der darüber liegt, keine Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Die Einkommensgrenze in der knappschaftlichen Rentenversicherung: 8.700 Euro in den alten und 8.250 Euro in den neuen Ländern.
  3. Basis-Rente: Höherer Beitrag ansetzbar
    Es ändert sich auch einiges in der Basis-Rente („Rürup-Rente“). 2021 sind 92 Prozent der Einzahlungen steuerlich abzugsfähig, und zwar bis zu einer Bemessungsgrenze von 25.787 Euro. Das Finanzamt erkennt demnach maximal 23.724 Euro der Aufwendungen als Sonderausgaben an. Für Ehegatten verdoppelt sich der Betrag. Auch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder für ein berufsständisches Versorgungswerk zählen zu den Sonderausgaben.
  4. Grundrente für Geringverdiener eingeführt
    Zum 1. Januar 2021 kommt die Grundrente; sie ist ein Rentenaufschlag für Geringverdienende. Einen Anspruch darauf haben alle, die mindestens 33 Jahre Rentenbeiträge aus Beschäftigung, Kindererziehung oder Pflegetätigkeit aufweisen. Die an die Rentenkasse einbezahlten Beiträge müssen außerdem zwischen 30 und 80 Prozent des aktuellen Durchschnittseinkommens liegen. Im Jahr 2019 waren dies 972 bis 2.593 Euro brutto. Das Gute: Die Grundrente muss nicht beantragt werden, die Rentenversicherung berechnet sie automatisch.
  5. Gesetzliche Krankenversicherung erhöht die Zusatzbeiträge
    Die Zusatzbeiträge steigen. Sie werden von vielen Krankenkassen neben dem allgemeinen Satz von 14,6 Prozent erhoben. Im kommenden Jahr steigt der Beitrag um 0.2 Prozentpunkte auf 1.3 Prozent.
  6. Kfz-Haftpflichtversicherung: Neue Typ- und Regionalklassen
    Rund 4,6 Millionen Autofahrer profitieren 2021 von besseren Typklassen, während für knapp 6,1 Millionen künftig höhere Einstufungen gelten. Dabei geht es nur für wenige Modelle um mehr als eine Klasse nach oben oder nach unten. Typklassen spiegeln die Schadensbilanz eines Automodells wider. Hier können Autofahrer ihre Typklasse herausfinden. 

    In der Regionalklasse werden im neuen Jahr rund 4,5 Millionen Autofahrer besser eingestuft, rund 4,8 Millionen Fahrer werden heraufgestuft. Die Regionalklassen spiegeln die Schadensbilanzen der einzelnen Zulassungsbezirke wider. Hier können Autofahrer ihre Regionalklasse ermitteln.

💡 Der Soli-Zuschlag entfällt – für die meisten

Seit 1. Januar 2021 gilt eine neue Freigrenze für den „Soli“. Um Gering- und Mittelverdiener zu entlasten, hebt die Bundesregierung die Freigrenzen erheblich an: von 972 EUR auf 16.956 EUR (Einzelveranlagung) bzw. von 1.944 EUR auf 33.912 EUR (Zusammenveranlagung). Das bedeutet: Für rund 90 Prozent der Steuerpflichtigen fällt der Solidaritätszuschlag weg. Zudem wird eine sog. „Milderungszone“ eingeführt, sodass der Soli für weitere 6,5 Prozent teilweise wegfällt. Spitzenverdiener profitieren hingegen nicht: Sie müssen weiterhin den vollen Satz zahlen.

💸 5 Euro pauschal für jeden Homeoffice-Tag

Das Finanzamt erkennt pauschal fünf Euro für jeden Tag an, an dem Sie während der Corona-Pandemie ausschließlich von zuhause gearbeitet haben. Und zwar bis zu maximal 600 Euro. Wichtig: Die Home-Office-Pauschale wird in die Werbungskostenpauschale eingerechnet und nicht zusätzlich gewährt.

Überschreiten Ihre Werbungskosten inklusive der Home-Office-Pauschale nicht die bereits geltende Pauschale von 1.000 Euro, haben Sie leider keinen Vorteil durch die zusätzliche Pauschale. Nur wenn Sie in diesem Jahr weitere Kosten von mehr als 400 Euro, z. B. für Büromaterial, Arbeitstisch, Bürostuhl, Lapto, geltend machen, können Sie die Homeoffice Pauschale tatsächlich nutzen. Berechnen Sie jetzt Ihre Home-Office Pauschale.

🚗 Schummeln bei der Kfz-Versicherung – keine gute Idee

Wer nutzt das Auto und wie alt sind die Fahrer? Wie viele Kilometer fährt man im Jahr? Wer eine Kfz-Versicherung abschließt, muss viele Fragen über sich ergehen lassen. Natürlich soll man diese möglichst genau beantworten. Wer dabei jedoch mogelt, kann seinen Versicherungsbeitrag reduzieren, z. B indem einen Führerscheinneuling nicht als Mitfahrer angibt. Welche Konsequenzen solche Falschangaben haben können, hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in einer Stichprobenumfrage von zehn Versicherungsgesellschaften untersucht.

Das Ergebnis: Selbstverständlich werden zu Unrecht gesparte Beträge rückwirkend nachberechnet. Außerdem werden Falschangaben betraft. Wenn beispielsweise ein nicht im Vertrag eingetragener Fahrer einen Unfall verursacht hat, kann es laut Verbraucherzentrale gut sein, dass sich „die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung” um 500 Euro erhöht. Noch höher fällt die Strafe aus bei mutwilligen Falschangaben zum Vertragsschluss. Manche Versicherungen verlangen Vertragsstrafen in Höhe von bis zu 1.000 Euro oder verdoppeln den Versicherungsbeitrag im nächsten Jahr.

Wer glaubt, dass „Schummeln“ sowieso unentdeckt bleibt, liegt laut Verbraucherzentrale falsch. So lässt sich z. B. aus dem Unfallbericht der Polizei leicht schließen, wer der wirkliche Fahrer bei einem Unfall war. Außerdem prüfen die Versicherungsunternehmen die Werkstattrechnungen des Autos bei einem Unfall – hier kann also leicht der Kilometerstand kontrolliert werden. Darüber hinaus führen manche KFZ-Versicherungen stichprobenartige Abfragen ihrer Kunden durch.


Seit über 15 Jahren arbeite ich als Texter und bin sehr erfahren in Finanzthemen, vor allem was Geldanlagen und Versicherungen betrifft. In meiner langjährigen Laufbahn habe ich diverse Banken und Versicherer redaktionell betreut.